Illuminati

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Datum: 18.05.2009 | VÖ: 13.05.2009 | Herausgeber: Columbia Pictures | Kategorie: Film

Dem Vatikan droht die Vernichtung durch eine Explosion mittels Antimaterie, die der sagenumwobene und lngst erloschen geglaubte Bund der "Illuminati" aus dem Schweizer CERN (Europische Organisation fr Kernforschung) gestohlen und in Rom versteckt hat. Der Geheimbund will nun endgltig Rache nehmen fr die jahrhundertelange Verfolgungen und Sanktionen, die die Illuminati durch die katholische Kirche erlitten. Zudem haben sie vier Kardinle entfhrt, von denen stndlich einer exekutiert werden soll - als blutige Fanale im Countdown zur Apokalypse.

Der Symbologe Robert Langdon wird von der katholischen Kirche kurzfristig nach Rom geholt, wo wenige Tage zuvor der Papst verstorben ist und die Wahl eines neuen ansteht. Langdon soll der vatikanischen Polizei in dieser schwierigen Zeit helfen, den Antimaterie-Behlter zu finden, bevor die Batterie zur Neige geht, die die Magnetfelder des Behlters speist und damit die Antimaterie in der Schwebe hlt. Die schweizerische Wissenschaftlerin Vittoria Verta, die die Schaffung der Antimaterie im CERN leitete, wird ihm zur Seite gestellt. Langdon und die Eidgenossin machen sich unter Zeitdruck auf die Jagd nach den Symbolen, die den Weg zur Bombe weisen sollen. Akzeptable Untersttzung erhalten sie zwar durch den Camerlengo Patrick McKenna, der dem bisherigen Papst zur Seite stand und bis zur Wahl des neuen Papstes das Amt treuhnderisch innehat, doch die Illuminati haben bereits im Innersten des Vatikans ihre Mitarbeiter eingenistet und behindern die Suche. Neben diesen Widerstnden muss das Langdon-Verta-Duo auch gegen die immer noch andauernde Zurckhaltung der Kirche ankmpfen, die ihre Geheimnisse selbst dann schtzen mchte, wenn es die Vernichtung der Kirche und ihrer Glubigen bedeuten sollte. Die Einbindung Langdons geschah nmlich durch den Polizeichef des Vatikans Inspector Olivetti, der eher die weltliche Anschauung vertritt, whrend Commander Richter als Chef der Schweizer Garde der klerikalen Tradition nahe ist und somit oft in Konfrontation zur Vatikanpolizei steht. Whrend man sich im Vatikan zur Papstwahl in die Konklave einschliet und tausende Glubige auf dem Petersplatz auf das Ergebnis eben dieser Papstwahl ausharren, werden die entfhrten Kardinle zur Exekution vorbereitet. Chief Olivetti rast mit Langdon und Verta quer durch Rom von Symbol zu Symbol...

Mit einem Aufwand von geschtzten 150 Mio. US-Dollar (ca. 111 Mio. EUR) inszenierte Regisseur Ron Howard mit seiner bereits bei "Sakrileg" erprobten Mannschaft wieder eine Jagd nach mystischen Symbolen, wobei die Lsung des Rtsels diesmal die Vernichtung des Vatikanstaats verhindern soll. Der Aufwand ist wirklich sichtbar, konnte doch an vielen Original-Schaupltzen nicht gedreht werden, weshalb Nachbildungen erschaffen werden mussten. Eingestimmt in den Film wird der Zuschauer durch die hervorragende Musik von Hans Zimmer, die zwar in Anstzen an das "Sakrileg"-Thema erinnert, aber doch eigenstndig ist. Etwas weniger getragen als in Sakrileg passt der Soundtrack darum hervorragend zu dieser rasanten Symboljagd.

Die Handlung wurde gegenber dem Buch sprbar verndert. Es fehlen einige Charaktere, andere erhielten andere Namen oder Nationalitten. Dies alles ist jedoch nicht unbedingt von Nachteil, denn den kompletten Inhalt des Buches htte man wohl nur mit einer 4teiligen Serie einfangen knnen. Was sich aber wirklich negativ auf den Film auswirkt, sind die vielen Logiklcher, die verbleiben. Ob sie bereits im Drehbuch oder erst durch den Schnitt (angesichts der Laufzeit von 140 Minuten) auf der Strecke blieben, sei dahingestellt. Ohne zuviel zu verraten, hier ein Beispiel: Warum sind Langdon und der vatikanische Wchter so in Panik, als der Strom abgestellt wird? Anstatt die Ruhe zu bewahren und in Bodennhe zu verweilen, geraten beide in eine Panik, die selbst angesichts der Psychose Langdons bertrieben scheint. Ganz besonders, weil doch beide darber informiert waren, dass ein solcher Stromausfall nur von kurzer Dauer ist, um im Rahmen einer Polizeimanahme bestimmte Rumlichkeiten per Monitor ausfindig zu machen.

Das Strendste fr mich war jedoch die Synchronstimme von Tom Hanks: Ich hatte den Eindruck, Arne Elsholtz habe direkt aus dem Zahnarztstuhl synchronisiert, Lippen und Zunge noch unter Einwirkung der Narkose. Hoffentlich kein Dauerzustand fr einen so guten Sprecher.

Wenn man von den genannten Mankos aber absieht, wird man ber zwei Stunden lang erstklassig unterhalten. Die Jagd von Ort zu Ort pendelt zwischen berlegt und hektisch, die Motive bestimmter Charaktere bleiben dem Zuschauer bis zum Schluss verborgen, selbst beim Finale wird der Zuschauer noch auf eine falsche Fhrte gelockt. Der Rezensent kann bereits jetzt schon versichern, dass der Film nach Erscheinen auf DVD bzw. Blu-ray fester Bestandteil seines Filmarchivs sein wird. Und bestimmt nicht nur bei ihm. (gh)

Wertung: 8 von 10 Punkten (8 von 10 Punkten)

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