Kopf hoch, Johannes (1941) mit Klaus Detlef Sierck und Gunnar Möller

  • Nachdem über einen langen Zeitraum (fast) keine Jugendfilme produziert wurden, kam mit dem Film "Kopf hoch, Johannes" (1941) wieder ein Jugendfilm in die Kinos. Auch wenn der Film, den Einspielergebnissen nach zu urteilen, beim Publikum einen Erfolg verzeichnen konnte, kam der Film, obwohl es sich um einen Propagandafilm handelte, bei Propagandaminister Joseph Goebbels nicht gut an. Die Kritiken der Presse hingegen waren, besonders den Hauptdarstellern gegenüber, positiv. Klaus Detlef Sierck, der in dem Film die Titelrolle verkörpert, und der damals noch vergleichsweise unbekannte Gunnar Möller, wurden von der Kritik besonders hervorgehoben.
    Der heutzutage zurecht umstrittene Film, in dem die Hitlerjugend eine zentrale Rolle spielt, zählt seit dem Kriegsende zu den Vorbehaltsfilmen.


    Ich bin vor kurzem auf ein Foto zum Film gestoßen. Ich vermute, dass es sich bei dem auf dem Bild im Vordergrund stehenden Jungen um Gunnar Möller handelt. Ich bin mir aber nicht sicher, da ich von Gunnar Möller keine Autogrammkarten/klar zugeordnete Fotographien aus der Zeit gefunden habe. Hier ist das besagte Foto:


    Wissen Sie möglicherweise, um wen es sich bei dem im Vordergrund stehenden Darsteller handelt?

  • Gunnar Möller eindeutig. Habe den Film letztes Jahr in Top Qualität in Wien bei einer Retrospektive im Kino sehen dürfen. Leider liegt er nur in eher schlechterer Bildqualität in Sammlerkreisen vor


    "Ein Deutscher, der sein Vaterland abstreift, wie einen alten Rock, ist für mich kein Deutscher mehr."
    (Otto von Bismarck, 1815-1898, erster Reichskanzler des Deutschen Reiches)


  • Eine Anzeige zur Erstaufführung von "Kopf hoch, Johannes" (1941). Neben der großen Anzeige befindet sich links die Aufführungszeit mit dem Vermerk "Jugendliche über 14 Jahren haben Zutritt". Somit handelt es sich bei "Kopf hoch, Johannes" (1941) um einen Film, der nur für Jugendliche (und Erwachsene?) bestimmt war. Das war mir bisher gar nicht bekannt: http://anno.onb.ac.at/cgi-cont…&ref=anno-search&seite=15

  • In den letzten Monaten habe ich im Rahmen meiner Nachforschungen zu dem Film "Kopf hoch, Johannes" einiges in Erfahrung bringen können. Auf der Suche nach den Kinder- und Jugenddarstellern des Films habe ich folgendes in Erfahrung bringen können:


    Zuerst habe ich mich mit dem Kinder- und Jugenddarsteller Albrecht von Wechmar beschäftigt. Da ich unter seinem Namen bisher kaum etwas herausfinden konnte, habe ich zu dem Adelsgeschlecht von Wechmar recherchiert und bin so auf die Autobiografie von Rüdiger von Wechmar (1923-2007) aufmerksam geworden. Zu Albrecht von Wechmar habe ich leider in den Kapiteln zu seiner Jugendzeit bisher nichts finden können. Jedoch schreibt Rüdiger von Wechmar, dass er selbst auch an dem Film "Kopf hoch, Johannes" (1941) mitgewirkt hat. Auf der Suche nach jugendlichen Darstellern war der Filmregisseur Viktor de Kowa auch in der Nationalpolitischen Erziehungsanstalt Berlin - Spandau, die Rüdiger von Wechmar damals besuchte. Zwei Jungen aus der Napola Spandau wurden für die Mitwirkung an dem Film ausgewählt, einer von ihnen war Rüdiger von Wechmar.

    Rüdiger von Wechmar machte sich später u.a als Diplomat und Regierungssprecher einen Namen.


    Bei der IMDb wurde neulich die Besetzungsliste des Films aktualisiert. Demnach stand der Schauspieler Gerlach Fiedler (1925-2010) bereits im Jugendalter für den Film "Kopf hoch, Johannes" vor der Kamera. In einem Interview erzählt er, wie er damals zum Film gekommen ist. Klaus Detlef Sierck, der jugendliche Hauptdarsteller des Films "Kopf hoch, Johannes" war damals einer seiner Mitschüler. Bereits 1938 stand er zum ersten Mal gemeinsam mit ihm vor der Kamera. Später machte er sich in diversen Berufen der Film- und Theaterbranche einen Namen.


    Drehort des Films war die Nationalpolitische Erziehungsanstalt Oranienstein bei Diez an der Lahn. Die Schüler der Napola Oranienstein wirkten als Komparsen an dem Film mit. Daher habe ich mir die Autobiografie des ehemaligen Napola-Schülers Hans Günther Zempelin (geb. 1926) zugelegt und gelesen. Hans Günther Zempelin berichtet, dass das Titellied des Films von dem Schüler-Orchester der Napola Oranienstein gespielt wurde. Da Hans Günther Zempelin zeitweise auch im Schüler-Orchester war, wäre es möglich, dass er an den Musik-Szenen im Vorspann als Musikant zu sehen ist. Eventuell gelingt es mir ja, Herrn Zempelin über den R.-G.-Fischer-Verlag, der seine Autobiografie veröffentlicht hat, zu erreichen.


    Weitere ehemalige Schüler der Napola Oranienstein sind u.a der Geschichtswissenschaftler Prof. Dr. Horst Lademacher (geb. 1931) und der spätere Filmregisseur Harald Schäfer (1931-2001). Die Autobiografie von Horst Lademacher habe ich mir bereits zugelegt, die in Buchform veröffentlichten Erinnerungen von Harald Schäfer an seine Zeit in der Napola Oranienstein sind leider schon vergriffen.


    Das Kapitel, in dem Horst Lademacher über seine Zeit in der Napola Oranienstein berichtet, habe ich mir bereits durchgelesen, zu dem Film konnte ich allerdings nichts finden. Da Herr Lademacher im Telefonbuch steht, werde ich ihn aber bald anschreiben.


    Ist Ihnen / Euch eventuell noch etwas zu den Kinder- und Jugenddarstellern des Films oder zu den Film-Komparsen, den Schülern der Nationalpolitischen Erziehungsanstalt Oranienstein bekannt?