Posts by E.W.Emo

    Das würde aber dann auch dafür sprechen, dass die beiden nicht identisch sind. Wikipedia schreibt ja, dass sie erst 1937 einen Antrag auf Pseudonymänderung gestellt haben soll und davor ein anderes Pseudonym hatte. :/

    Sie hätte es wohl auch nicht nötig gehabt haben am Provinztheater die Souffleuse zu machen. Zumal sie eine Wohnung in Berlin-Charlottenburg, Lietzensee- Ufer 10 hatte, was wohl nicht die schlechteste Lage in Berlin ist.

    Wikipedia besteht auf ihren Selbstmord im Dezember 1951 in Kiel und beruft sich dabei auf das Deutsche Filminstitut.

    Wobei sie dann auch Russin und keine Polin gewesen wäre.

    Wenn Halla Moja ident mit Hella Sewa ist, war sie 1928 am Stadttheater Rheinfelden (Schweiz) als Souffleuse tätig, sowie als darstellendes Mitglied am Stadttheater Aarau-Chur.

    In Filmarama. Volume II: The Flaming Years, 1920-1929. Compiled by John Stewart. Metuchen, NJ: Scarecrow Press, 1977 ist 1937 als Todesdatum angegeben, ebenso in Who's Who in Hollywood. The largest cast of international film personalities ever assembled. Two volumes. By David Ragan. New York: Facts on File, 1992.

    Offensichtlich schließt man auf das Todesjahr 1951 auf Basis der Identifizierung des Geburtsorts. Das kann man natürlich machen, trotzdem fehlt mir eine Argumentation, weshalb man die Nachrufe aus dem Jahr 1937 ignoriert. Das ist eine große wissenschaftliche Schwäche des Artikels.

    Sehr unschön finde ich auch die seit Jahren enthaltene Formulierung "Die einst bekannte Schauspielerin nahm sich im Jahr 1951 das Leben. Sie war mit dem Filmregisseur Heinz Paul verheiratet." Das ist stilistisch sehr unschön, weil sich ein so plötzlicher Themenwechsel nach Wirkung und Ursache anhört. Auch da lässt der Artikel eine letzte Professionalität vermissen.

    In einem Artikel der Bühne von 1921 heißt es: "Hella Moja ist Polin, 25 Jahre alt, ihr richtiger Name ist Helena Moravsky."


    Der Tag schreibt am 22. Januar 1937: "Hella Moja ist gestorben. Sie hat vor einigen Tagen ihren 40. Geburtstag begangen."


    Pilsner Tagblatt, 24. Januar 1937: "...die Gattin des Filmregisseurs Heinz Paul, die seit längerer Zeit schwer leidend war, an einer Lungenentzündung verschieden."


    Hella Moja könnte somit gegen Ende des Jahres 1896 geboren sein.

    Hella Moja wurde möglicherweise als Helene Gertrud Morawski oder Helene Schwerdtfeger in Ciemin-Zab in Russland geboren. Wie so vieles in ihrem Leben muss aber wohl auch das zumindest mit einem kleinen Fragezeichen versehen werden. Zunächst arbeitete sie als Übersetzerin und Autorin, bevor sie sich von Emanuel Reicher und Frida Richard als Schauspielerin ausbilden ließ. Ihr Bühnendebüt gab sie 1913 in Berlin, 1914 oder 1915 tauchte sie zum ersten Mal im Film auf und avancierte im Laufe der nächsten Jahre zu einer sehr populären Darstellerin und ab 1918 mit ihrer "Hella Moja Filmgesellschaft" auch Produzentin, sowie Drehbuchautorin. Mir ist aufgefallen, dass die meisten Autogramme von ihr, die fast immer mit Jahreszahl signiert sind, aus den Jahren 1917 bis 1920 stammen. Das könnte darauf hindeuten, dass das ihre erfolgreichsten oder produktivsten Jahre beim Film waren.

    Ab Mitte der 20er Jahre ließ ihre Popularität nach, offensichtlich, weil ihr Schauspielstil zunehmend als veraltet galt. Nachdem sie 1927 endgültig ihre Karriere als Darstellerin beendet hatte, arbeitete sie ausschließlich als Drebuchautorin. Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten bekam sie offensichtlich Probleme, anscheinend, weil sie keinen "Ariernachweis" erbringen konnte. Angeblich stellte sie 1937 weitere Anträge auf Pseudonymänderungen, wobei diese Jahre ziemlich widersprüchlich dokumentiert sind, wie so vieles in ihrem Leben. So gibt es Quellen, die ihr Geburtsjahr mit 1890 angeben und ihren Tod auf das Jahr 1951 durch Selbstmord datieren. Ich halte das aber für unwahrscheinlich, nachdem es bereits mehrere Nachrufe aus dem Jahr 1937 gibt (z.B. hier), von denen einige eine Lungenentzündung als Todesursache angeben. Das könnte dann auch für den 8. Januar 1896 (in Königsberg) als Geburtstag sprechen, der häufig in diesem Zusammenhang erwähnt wird. Man muss allerdings bedenken, was sie vor ihrem Bühnendebüt bereits gearbeitet hatte, was vielleicht doch auf ein früheres Geburtsdatum verweisen könnte.

    Geschäftsführer der "Hella Moja Film-Gesellschaft" war ein Erich Morawsko.

    "Und morgen die ganze Welt"

    Filmdrama, D/F 2020

    Kinostart (D): 29.10.2020

    Spielleitung: Julia von Heinz

    Darsteller: Mala Emde, Tonio Schneider, Matthias Schendel, David Schütter, Robert Besta, Frederik Bott u.a.

    Filmförderung (Auszug): Filmförderfonds Bayern (530.000 €), Deutscher Filmförderfonds (496.000 €), Filmförderungsanstalt (310.000 €), medienboard Berlin-Brandenburg (200.000€)


    Der Film ist ein "Hitlerjunge Quex" nur von Links. Oder wie das medienboard Berlin-Brandenburg zusammenfast: "Die 20-jährige Luisa beschließt, sich gemeinsam mit ihren Freunden politisch zu engagieren. Als sie die Aufmerksamkeit von anders gesinnten Gruppen auf sich ziehen, muss Luisa sich und ihre Freunde verteidigen."


    Nach dem Kriege wohnte Jessie Vihrog in Berlin-Dahlem, Wachtel Straße 15, und besaß die Britische Staatsbürgerschaft. Da Jessie Vihrog 1941 im Film Unser kleiner Junge mitwirkte, muss sie zum Zeitpunkt der Produktion eigentlich auch noch die Deutsche besessen haben.

    War das Millowitsch Theater auch ein Kino? Im Adressbuch von 1965 steht:


    Millowitsch

    - Willy und Lucy, Theater und Lichtspiele, Aachener Str. 5 [Telefon] 212875

    Willy Brandt hieß eigentlich Herbert Ernst Karl Frahm.


    Im Taufregister der Lübecker St. Lorenz Kirche ist hierzu vermerkt:

    "Durch Erlaß des Polizeipräsidenten in Berlin vom 11.08.1949 (II 90.03/49 GB) führt das nebenverzeichnete Kind an Stelles des bisherigen Vornamens und des bisherigen Familiennamens den Vor- und Familiennamen Willy Brandt"

    Leider findet man kaum Zahlen zur Förderung, aber eine nette siebenstellige Summe dürfte da sicher zusammen gekommen sein, wenn alle so so großzügig sind wie Südtirol.


    Gefördert durch:

    • Filmfonds Wien
    • Filminstitut
    • Filmstandort Austria
    • Land Niederösterreich (25.000 Euro)
    • IDM Film Fund & Commission Südtirol (400.000 Euro)
    • Mibact Direzione Cenerale Cinema e Audiovisivo
    • Film- und Medienstiftung NRW
    • Filmförderungsanstalt
    • Deutschen Filmförderfonds
    • FilmFernsehFonds Bayern
    • Belga Productions
    • Belgian Tax Shelter
    • Screen Flanders