Mutterliebe (D, 1939) mit Käthe Dorsch

  • 1939 drehte die Wien Film den Großfilm " Mutterliebe " in erstklassiger Besetzung und Käthe Dorsch in der Hauptrolle . Der Film wurde mit den damals höchsten Prädikaten " ausgezeichnet " : " staatspoltitisch und künsterlich besonders wertvoll " , was ihn heute zu einem umstrittenen Film macht . Steitpunkt ist die Darstellung des Mutterbildes als selbstlos und aufopferungsvoll , klasse gespielt von Käthe Dorsch .


    Der Film wird am 03.03 2012 um 6.40 Uhr im Pay TV auf Sky Nostalgie ausgestrahlt , in der Reihe " Ein Tag mit Winnie Markus " , die hier in " Mutterliebe " ihr Filmdebüt gab.
    Viele österreichische Schauspieler spielen hier ein Jahr nach dem " Anschluss " mit wie Paul Hörbiger ,Rudolf Prack , Hans Holt oder Olly Holzmann .
    Spielleiter war Gustav Ucicky , einer der Top Regisseure der damaligen Zeit und Meister des Melodrames wie auch hier in diesem Film .
    "Mutterliebe " (1939) gibt es weder auf VHS noch DVD , wie leider bei den meisten Filmen von Gustav Ucicky , was wohl damit zu erklären ist , Er war verantwortlich für den NS Propaganda Film " Heimkehr " (1941) mit Paula Wessely und Attila Hörbiger , hergestellt ebenfalls von der Wien Film im auftrag der UFA.
    Wer sich wirklich für die Filme der NS Zeit interessiert ,kommt an " Mutterliebe " nicht vorbei .

  • Die Filme unterliegen aber allesamt einem Urheberrecht oder? Oder sind sie bereits rechtefrei? Falls doch, möchte ich bitten, so etwas nicht in Verbindung mit dem Forum hier zu tun/schreiben. Wir sind sicher alle dafür, dass das Forum noch länger existieren kann/darf :-)

    „Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“


    André Gide

  • Die Filme unterliegen aber allesamt einem Urheberrecht oder? Oder sind sie bereits rechtefrei? Falls doch, möchte ich bitten, so etwas nicht in Verbindung mit dem Forum hier zu tun/schreiben. Wir sind sicher alle dafür, dass das Forum noch länger existieren kann/darf :-)


    Natürlich nicht!
    Wahrscheinlich werde ich es auch nicht tun - möchte mir eventuellen Ärger ersparen.
    Aber nicht nur ich bin sauer, daß zahlreiche UFA-Filme dem Zuschauer vorenthalten werden - diese Arroganz macht mich wütend.
    Außerdem machen die USA, Rußland und andere Staaten ähnliches - nur werden da keine rechtlichen Schritte unternommen.

  • Diese Wut kann ich gut nachvollziehen. Ich habe diese Woche erst wieder den Kopf schütteln müssen, als ich in der Fernsehzeitschrift sah, wieviele US-Filme bis '45 auf ARTE usw. gezeigt werden. Deutsche Filme dieser Zeit findet man sehr selten. Ich denke aufklären und das Kaufen/Schauen der Filme ist das das Beste was man erstmal machen kann.

    „Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“


    André Gide

  • Wie gesagt, ich finde das auch traurig. Und ich weiss wie uns die Hände gebunden sind. Das vorhandene Kaufen, um zu zeigen, dass Interesse besteht, die Sachen, die gesendet werden schauen und Interessensgruppen wie hier gründen ist die einzige Möglichkeit. Sowie Aufklärung, was die Qualität und den politischen Einfluss damals angeht. Denn in dieser Hinsicht scheinen viele Leute wenig Ahnung zu haben, aus diesem Grund verlassen sie sich auf die Meinung, die verbreitet wird und nehmen oftmals Abstand von den Filmen.

    „Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“


    André Gide

  • Ich unterstütze diesen Wucher auch nicht. Wenn seltene alte VHS mal wo auftauchen greife ich schon zu, aber ich zahle nicht jeden Preis... Wie Sebastian und Alexa schon (mehrfach) gesagt haben: Es werden einfach viel zu wenig und oft auch gar keine Filme aus der großen Ufa-Ära der 30er und 40er Jahre im Fernsehen gezeigt. Nur die Klassiker wie: Münchhausen, Die Drei von der Tankstelle, Der Mann der Sherlock Holmes war, La Habanera, etc... werden aus dieser wunderbaren Tonfilmzeit ausgestrahlt. ARTE zeigt leider Gottes, wenn sie mal einen deutschen Film zeigen, fast NUR noch Stummfilme. Was ist denn mit den vielen wunderbaren deutschen Tonfilmen? Immer werden die gleichen Streifen wiederholt: Meine Freundin Barbara, Irrtum des Herzens, Wir machen Musik, etc... Über 90 % der gezeigten alten deutschen Filme stammen aber aus den 50er und 60er Jahren. Deutsche Filme vor 1945 sucht man vergeblich...


    "Wer mit seinem Volk nicht Not und Tod teilen will,
    der ist nicht wert, dass er mit ihm lebe."

    (Jean Paul, 1763-1825, deutscher Schriftsteller)



  • Vollkommen richtig - es ist Wucher. Aber bei den jetzigen Zuständen sollte man schon dankbar sein, wenn ein seltener Film überhaupt angeboten wird.
    Selbst dem ZDF bin ich dankbar, weil er der einzige Sender ist, der auch Spielfilme für Zuschauer kopiert.
    Wütend bin ich nur, wenn partout Filme unter Verschluß gehalten werden, wie es die Murnaustiftung betreibt.
    Ich bin der Rechtsauffassung, daß die Spielfilme für das Publikum gedreht wurden und nicht für das Archiv.
    Außerdem: Kann sich überhaupt noch jemand das Recht herausnehmen, Rechte an UFA-Filmen zu beanspruchen?
    Machen es die Amis, die Russen, die Engländer?
    Nein, diese Filme werden für mitunter sehr teures Geld an die dummen Deutschen verkauft, die noch das Obrigkeitsdenken verinnerlicht haben.

  • Diese alten Filme bestehen aus Zelluloid und sind daher sehr feuergefährlich und dürfen daher nur mit speziellen Geräten aufgeführt oder umkopiert werden... :(
    1954 wurde dieser Film dann noch einmal gedreht und hieß dann "Licht der Liebe"
    Axel Höber

  • Ich habe mir den Film gestern angesehen. Ein sehr bewegender film; schön einerseits, traurig andererseits. Käthe Dorsch spielt ihre Rolle meiner Meinung nach wirklich gut. Paul Hörbiger überzeugt auch hier, in seinem Rollenprofil als gutmütiger Wiener. Besonders hervorzuheben sind die schauspielerischen Leistungen von Walter Schweda und Rudolf Rab in den Rollen der Brüder Paul und Felix. Norbert Rohringer, der in diesem Film auch eine Rolle hat, habe ich auch finden können. In dem Film kommt er leider nicht so gut weg :(


    Ich befasse mich im Rahmen meiner Facharbeit gerade mit der Stelle, an der Paul, von seiner Familie und von seinen Mitschülern geächtet, sich auf eine Mutprobe vorbereitet, bei der er sein Ansehen wieder herstellen möchte. In diesen Szenen kriecht er durch eine Röhre, bei der es sich anscheinend um eine Bahndammunterführung handelt, wofür auch immer diese gedacht ist. Als die Züge über den Bahndamm fahren, füllt sich die Bahndammunterführung mit Ruß, und Paul gerät in Gefahr. Letztendlich gelingt es ihm zwar, sein Ansehen wiederherzustellen, aber die Mutprobe hat seine Erblindung zur Folge. Er wird erst Jahre später sein Augenlicht wiedererlangen.


    Eine Sache, die mir nicht so ganz klar geworden ist, ist Folgende. Wie funktionierte das Bahndammunterführungssystem damals? Der Ruß einer Lokomotive dürfte doch eigentlich nicht in eine Bahndammunterführung gelangen. Alleine schon, weil die einzigen zwei Ausgänge an dem Hang des Bahndammes liegen. Oder handelt es sich um einen Tunnel, durch den grundsätzlich Ruß transportiert wird, der für die Erblindung verantwortlich ist?


    Wissen Sie / wisst Ihr, wie oder wodurch seine Erblindung ausgelöst wurde?

  • Ich denke mal, dass die Ursache der Erblindung durch viel Ruß also wenn er ganz fein war (Feinstaub) durchaus möglich ist. Aber in den Filmen aus dieser Zeit, so gern ich sie habe und schätze, wurde es nicht immer ganz so genau genommen. Da passierten viele Dinge wie durch Zauberhand und mit viel Phantasie und Augenzwinkern. Das soll heißen, dass damals auf solche Details nicht so eingegangen wurde und oft zwecks der Bildersprache und der Harmonie die Realität gerne zurecht gebogen wurde. Also nicht alles musste damals logisch und schlüssig sein. Übrigens ein wunderbarer Film den ich sehr schätze. Nostalgie Fan, darf ich fragen welches Studium du machst bzw. Welches Fach-Thema du gewählt hast?


    "Wer mit seinem Volk nicht Not und Tod teilen will,
    der ist nicht wert, dass er mit ihm lebe."

    (Jean Paul, 1763-1825, deutscher Schriftsteller)


  • Danke für die vielen Informationen, Quax
    Die Facharbeit schreibe ich über "Kinder und Jugenddarsteller im deutschen Film der 1930er und 1940er Jahre". Eventuell kommt da aber noch ein Thema hinzu, da ich nicht weiß, ob ich den erwarteten Umfang der Facharbeit mit dem Thema füllen kann, da gerade im Bereich "Kinder- und Jugenddarsteller / Jugendfilme sehr wenig bekannt ist. Ich hatte ursprünglich vor, selbst für die Facharbeit zu recherchieren, soweit mir das möglich ist. Aber das braucht noch mehr Zeit, die ich bis zum Abgabetermin nicht habe. Ich werde die Recherchen wahrscheinlich erst nach der Facharbeit fortsetzen können. Falls ich nicht genug Material zu dem Thema zusammenkriege, werde ich mich auch mit de Thema "Vergessene Filmkarrieren" außeinandersetzen. In dem Bereich werde ich mich dann wahrscheinlich mit Rudi Godden und Carl Ludwig Diehl befassen