Sprachpflege

  • Also ich bin mir sicher, dass seit 20 Jahren eine Besserung da ist.

    Find ich nicht. Wenn ich mir einen Zeitschriften- und Bücherkatalog von 2004 ansehe..da gibt es so gut wie keine Anglizismen. Heute sieht das ganz anders aus. Und das mit den Kochzeitschriften und Rezepten hab ich schon genannt. Es ist mehr geworden. ;)

    "Alkohol in Maßen genossen, schadet auch in größeren Mengen nicht"


    Anderl Heckmair (1906-2005), deutscher Bergführer und Alpinist

  • Ich habe erst letzte Nacht erfahren, dass in einem Chat einer Webseite von mir im Jahr 2001 ein Paar kennengelernt hat, die über Jahre hinweg zusammen waren. Das habe ich 20 Jahre lang nicht gewusst. Unendlich viel von dem was wir tun hat eine Auswirkung. Und die kann enorm sein. Wenn ich denke wie engagiert Nostalgie Fan ist. Und er ist nur wegen meiner Archivarbeit auf Norbert Rohringer und somit auf Kinderdarsteller aufmerksam geworden.

    „Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“


    André Gide

  • Solange ich lebe, werde ich es aufhalten. Und wenn meine Kinder es mir nicht gleich tun, werden es vielleicht meine Enkelkinder übernehmen. Ansonsten kann ich mich ja gleich begraben, wenn ich es nur noch als aussichtslos erachte. Wie war das mit dem Weltuntergang und dem Baum pflanzen? ;-) Und selbst wenn das größte Elend folgt und erst in 2000 Jahren die Menschen sich langsam wieder regenerieren, seien es nur 2 Dutzend, die vielleicht überleben. Und wenn die sich an Dinge orientieren, für die wir gesorgt haben, dass sie die Zeit überdauern..... und wenns nicht mal die Sprache ist, weil alles zerstört wurde, es geht um jeden noch so kleinen Funken, den wir weiter tragen und der ein Samenkorn für eine neue Blüte sein kann. Tut mir leid für den Pathos, aber was soll man auch anderes darauf schreiben? Ich sehe es positiv, es tut sich viel. Und ich beobachte die Lage seit der Jahrtausendwende sehr genau. Es tut sich auch viel im Negativen, aber auch das braucht es um das Positive zu bewirken.

    Ich meinte damit nicht die persönliche Sicht der Dinge , sondern eher die gesamtgesellschaftlichen Entwicklungen der letzten Jahrzehnte. Das ist auch eine Macht. Es gibt Dinge, die man nicht mehr rückgängig machen kann.

    Seine eigene Stimme kann man immer für eine Sache verwenden und so soll es auch sein. Hab ich für meinen Teil immer getan, egal was sonst passiert. ;)

    "Alkohol in Maßen genossen, schadet auch in größeren Mengen nicht"


    Anderl Heckmair (1906-2005), deutscher Bergführer und Alpinist

  • Aber auchgesamtgesellschaftliche Dinge können sich positiv entwickeln. Auch wenn man nicht alles komplett rückgängig machen kann.


    Ich kam mir ganz schön als Außenseiter vor, als ich auf meinen Webseiten vor fast 20 Jahren "Verweise" geschrieben habe und nicht mehr "Links". Oder Rubriken wie "Page News" umbenannt habe. Auch Bildschirmfoto war lange Zeit total exotisch. Heute total gebräuchlich. Der Gallizismus war vor über 200 Jahren auch allgegenwärtig. Natürlich nicht so sehr in der kleinen Bauernstube. Aber meine Oma sagt auch noch französishe Worte (d.h. nach einigen Jahrzehnten ist das in den Bauernstuben dann auch angekommen) die die Enkelkinder im Alltag so gut wie nicht mehr gebrauchen (außer ich vielleicht manchmal bewusst, um diese alte "Tradition" dann doch wieder als neuen Gegentrend z.B. gegen den Anglizismus anzuwenden). Und wir merken ja, wie sich alles wendet weg von der USA, hin Richtung China und sozialistische Strukturen. Wenn auch die US-Konzerne dann langsam überflügelt werden von anderer Konkurrenz, ist der Anglizismus hierzulande auch nicht mehr so stark. Und ich finde, er ist bereits auf dem Rückzug. Auch wenn Du es anders siehst. Aber da kommt es auch immer drauf an wo man ansetzt. Also welche Art von Zeitschrift oder welche Art von Buch lese ich?


    Ein weiteres Beispiel, was ich viel mehr wahr nehme als den Anglizismus sind die Worte mit arabischen Bezug. Mein Neffe, selbst die Eigenen Kinder sagen schon Allah, Wallah usw.
    Ebenso Redewendungen wie "Ich küsse Deine Augen" hört man immer häufiger. Oder "Ehrenbruder" und "Ehrenmann" (wobei das Letzte ja wieder als Wort an sich im Deutschen absolut in Ordnung ist)

    „Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“


    André Gide

  • Wobei ich hier ja nicht aus dem Thema Sprachpflege ein Anglizismus-Thema machen wollte.;)

    Arabische Begriffe sind aber auch wieder andere Einflüsse und könnten einen sprachlichen und kulturellen Traditionsbruch darstellen- Klar, vieles sickert unbewusst rein und das ist auch gar nicht unbedingt neu.."Allah" etc. ...das ist schon ziemlich eindeutig orientalisch, oder?

    "Alkohol in Maßen genossen, schadet auch in größeren Mengen nicht"


    Anderl Heckmair (1906-2005), deutscher Bergführer und Alpinist

  • Ich denke, der Feminismus ist grundsätzlich eher links. Also könnte man sagen, die Sprache zeigt, wer regiert.

    Wenn man sieht, dass sich Männer mit Schildern: "Ich muss meine toxische Männlichkeit überwinden" hinstellen, und zudem bei ihrem Kind, wenn es noch im Mutterleib ist nicht mitreden dürfen, sondern gefühlsmäßig der Abtreibung mitausgeliefert sind- erweckt es mir allmählich den Eindruck. Und Quoten in Firmen und in Politik läßt das Ganze in Zukunft erst richtig hochleben.


    Die Sprache ist hier eher eine Art Symptom:

    Wenn Frauen Kanzler werden können, Frauen Maurer werden können- dann ist das doch eindeutig bereits Gleichberechtigung. Wenn Frauen ihre Kinder in Internate und Kitas abgeben können, dann können sie Karriere machen und haben gleiche Möglichkeiten. Aber wenn Frauen ihre Kinder in Abfalleimer abgeben können- und die Gleichberechtigung des Mannes in keinerlei Hinsicht mehr diskutiert werden darf (außer er ist ein Mann gefangen in einem Frauenkörper, oder eine Frau gefangen in einem Männerkörper) dann frage ich mich, wer hier der Macho ist. Nennt man das dann Machine? WIe nennt man männliche Kindergärtnerinnen? Kindergärtner? Es gibt Frauenhäuser-aber keine Männerhäuser? Erinnert mich an was: Es gibt keinen Rassismus gegen Weiße. Es gibt keine Un-Gleichberechtigung des Mannes... Kein All Lives matter. Aber auch kein all Gender matter. Cis-Männer (als Mann geboren, und man fühlt sich als Mann) ist nämlich das einzige das bei dieser Gendersache verhasst ist.

    Über die Sprache hinsichtlich "Zigeunersauce" usw., darf man ohnehin nicht mehr laut denken.


    Darum: Die Sprache zeigt, wer regiert. Bzw. demnächst regieren wird.

  • Ja, oder "das macht Sinn".

    Dieser Satz macht im Deutschen keinen Sinn! (uppsi jetzt hab ich's selbst verwendet :D )
    Sondern es heisst im Deutschen: "Das ergibt Sinn!"
    This makes sense kommt vom englischen. Das schlägt in die gleiche Kerbe wie "nicht wirklich" (not really).

    Naja, die Amis haben auch unser Kindergarten und Fremdschämen usw übernommen :)

    Maximilian Pütz zerlegt wunderbar die Sprachvergewaltigung, und es ist herrlich anzusehen, wie sich die 3rd Wave Feminist*Innen*Aussen*Sonstwas selbst im Hass zerfleischen und zerlegen :D

    - Oh Jegerl, gut dass mich dran erinnerst! - An wos? - Nojo, na was kommt nach dem 31. März? - Der 1. April! - Richtig! Er weiss wieder besser! Jetzt derfst weiterschnupfern!

  • "nicht wirklich" finde ich hübsch und sinnvoll (z.B. wenn zehn Leute vordergründig etwas schön fanden, z.B. eine Zusammenkunft, der Elfte aber "nicht wirklich" ...)

    "macht Sinn" macht ebenfalls Sinn für mich 8).

    Was mich stört sind diese zeit-ungeist-gemäßen unnötigen Änderungen wie "Studierende", Schwachköpf*innen u.ä.

  • ..ich glaube auch, dass sowas (medial gefördert) auf die Dauer Eingang in die Sprache findet. Wer soll es denn aufhalten? :/;(

    Nur wir.


    In den Duden werden nur Wörter aufgenommen, die auch im Sprachgebrauch verankert sind. Der Einwand, dass das Mitglied ein Neutrum ist, ist völlig richtig. Man sollte sich nicht so sehr den Kopf machen, was das Gendern angeht. Das machen die Betroffenen - in dem Fall die Mitglieder - schon selbst.


    Das Problem bei der Sache ist vermutlich, dass das Wortteil "-glied" natürlich als männliches, zwar kleines ;), aber doch wichtiges Körperteil assoziiert wird:


    Gott schuf die Katze, damit der Mensch einen Tiger zum Streicheln hat.

    Victor Hugo (1802 - 1885)

  • Besonders krass ist die TAZ

    Dieser Artikel gehört noch zu den harmloseren.

    Aber so, wie die GRÜNEN für immer neue BeauftragtINNEN-Stellen sorgen, werden die Berichte und Sätze immer länger.

    War noch vor Jahren folgender Satz gültig: "Das Verbrechen hat zugenommen", heißt es heute : "Die Anzahl der Verbrecher und Verbrecherinnen steigt stetig".

    Allseitiger Unbeliebtheit erfreuen sich Deutsche, die über ein Gedächtnis verfügen und Geschichtskenntnisse besitzen.


    © Wilhelm Schwöbel (1920 - 2008), deutscher Zoologe und Aphoristiker

  • War noch vor Jahren folgender Satz gültig: "Das Verbrechen hat zugenommen", heißt es heute : "Die Anzahl der Verbrecher und Verbrecherinnen steigt stetig".

    Ehrlich gesagt glaube ich das nicht, wenn ich es noch nicht gelesen habe. Aus einem ganz bestimmten Grund... ^^

    Gott schuf die Katze, damit der Mensch einen Tiger zum Streicheln hat.

    Victor Hugo (1802 - 1885)

  • Quote

    ..."Die Anzahl der Verbrecher und Verbrecherinnen steigt stetig".

    echt jetzt?? Ich werf mich weg vor Lachen :D:D:D

    also doch auch hier Gleichberechtigung :D:D:D


    wie ist das hier im Forum, bekommen da Damen dann solche Titel wie Hauptrollin und Nebendarstellerin, Kabelträgerin usw.?

  • echt jetzt?? Ich werf mich weg vor Lachen :D:D:D

    also doch auch hier Gleichberechtigung :D:D:D


    wie ist das hier im Forum, bekommen da Damen dann solche Titel wie Hauptrollin und Nebendarstellerin, Kabelträgerin usw.?

    Da reicht schon die Rolle als Hampelfrau

    Allseitiger Unbeliebtheit erfreuen sich Deutsche, die über ein Gedächtnis verfügen und Geschichtskenntnisse besitzen.


    © Wilhelm Schwöbel (1920 - 2008), deutscher Zoologe und Aphoristiker

  • Wie gesagt, nicht wirklich und macht sinn verwende ich ja selbst, weil es eben Gewohnheit ist ;D

    Aber Studierende werde ich niemals sagen! Es sind Studenten! In den Semesterpausen studieren sie ja nicht, also sind es keine Studierenden ;D

    Das mit Sternchen und innen mache ich auch nicht mit.

    Ich sage nachwievor Negerkuss und Mohrenkopf, und denke da 0% an schwarze Menschen. Schokokuss klingt einfach schwul und verweichlicht und ätzend, das mache ich nicht mit. Zigeunersosse gibt es immerhin im Supermarkt nachwievor :) :thumbup:

    - Oh Jegerl, gut dass mich dran erinnerst! - An wos? - Nojo, na was kommt nach dem 31. März? - Der 1. April! - Richtig! Er weiss wieder besser! Jetzt derfst weiterschnupfern!

  • Aber nicht mehr lange. :D Auch wenn dies für den Zentralrat der Sinti und Roma keine Priorität hätte. Die sehen das offenbar durchaus pragmatisch.


    Man hat ja die Zigeunersoße oder das Zigeunerschnitzel nicht so benannt, weil da Zigeuner hineingeschnetzelt wurden. 8o Aber leider ist der Begriff negativ gebraucht worden.


    Wären die Briten genau so konsequent wie wir, müssten sie den Begriff "Sauerkraut" ebenfalls abschaffen. Vielleicht ginge "Sour German". ^^

    Gott schuf die Katze, damit der Mensch einen Tiger zum Streicheln hat.

    Victor Hugo (1802 - 1885)

  • Bei Negerküsse dachte ich dass das ja ein Kompliment an ... wäre. Und nicht eine Diskriminierung oder Beleidigung. Wenn wir jetzt die weißen einfach weiße Diktatorküsse nennen?? Oder ist das dann auch wieder falsch :/

    Ich kenn die Dinger generell als Bumsköpfe. Vielleicht ist das aber wieder was sexistisches... :/

  • Vielleicht sollte man sich darüber auch nicht zu viele Gedanken machen. Ich denke nicht, dass solche Begriffe aus rassistischen Motiven heraus geprägt wurden - sondern im Gegenteil, weil man sie mochte.


    Aber davon ist so mancher heute weit entfernt, und das ist das eigentliche Problem. Wer sich nur an Begriffen abarbeitet, wird nichts erreichen. Vielleicht ist es wichtig, aber nicht entscheidend.

    Gott schuf die Katze, damit der Mensch einen Tiger zum Streicheln hat.

    Victor Hugo (1802 - 1885)

  • Wie gesagt, nicht wirklich und macht sinn verwende ich ja selbst, weil es eben Gewohnheit ist ;D

    Aber Studierende werde ich niemals sagen! Es sind Studenten! In den Semesterpausen studieren sie ja nicht, also sind es keine Studierenden ;D

    Das mit Sternchen und innen mache ich auch nicht mit.

    Ich sage nachwievor Negerkuss und Mohrenkopf, und denke da 0% an schwarze Menschen. Schokokuss klingt einfach schwul und verweichlicht und ätzend, das mache ich nicht mit. Zigeunersosse gibt es immerhin im Supermarkt nachwievor :) :thumbup:

    Knorr hat sich ergeben und ändert seine "Zigeunersauce" in "Paprikasauce Ungarische Art" ab.

    Na, wie lange wird dieser Name bestehenbleiben?

    Denn ungarische Art könnte als "versteckte Lobhudelei" auf Orban angesehen werden - und das geht nun mal garnicht.

    Vielleicht sollten die Chefs von Knorr diese Entscheidung noch einmal überdenken und den Namen "Ungarische Art" erst dann verwenden, wenn Orban nicht mehr Ministerpräsident ist

    Allseitiger Unbeliebtheit erfreuen sich Deutsche, die über ein Gedächtnis verfügen und Geschichtskenntnisse besitzen.


    © Wilhelm Schwöbel (1920 - 2008), deutscher Zoologe und Aphoristiker

  • Bei Negerküsse dachte ich dass das ja ein Kompliment an ... wäre. Und nicht eine Diskriminierung oder Beleidigung. Wenn wir jetzt die weißen einfach weiße Diktatorküsse nennen?? Oder ist das dann auch wieder falsch :/

    Ich kenn die Dinger generell als Bumsköpfe. Vielleicht ist das aber wieder was sexistisches... :/

    Es darf keinen Stillstand geben - wir sind vom Rassismus umgeben - auch kulinarisch.


    Es sollten auch auf den Prüfstand kommen: "Das Ochsenauge" - eine Herabwürdigung des Ochsen. Der "Amerikaner" - dieses lieblos angefertigte Gebäckstück verunglimpft die GROßE NATION und macht sie militärisch lächerlich.


    Andere Vorschläge?

    Allseitiger Unbeliebtheit erfreuen sich Deutsche, die über ein Gedächtnis verfügen und Geschichtskenntnisse besitzen.


    © Wilhelm Schwöbel (1920 - 2008), deutscher Zoologe und Aphoristiker