Hänsel und Gretel

  • Der YouTube-Kanal Classic Public Domain Videos hat einen "Hänsel und Gretel"-Film hochgeladen, angeblich von 1908. Bei filmportal werden mehrere Stoffverfilmungen aus den Jahren 1907 und 1908 genannt - welche das sein soll, kann ich nicht zuordnen, zumal beim filmportal keine Zeitangaben zu finden sind.



    „Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“


    André Gide

  • Wenn es eine Rarität ist, ist die Agentur Karl Höffkes die beste Anlaufstelle - sie würden dann nur das Material selbst weiterverwerten dürfen, dafür kriegst Du es dann ggf. gratis in bester Qualität digitalisiert und kriegst Filmrolle und die digitale Version des Films.


    Wie kamst Du zu der Filmrolle? Flohmarkt? Ebay?

    „Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“


    André Gide

  • Karl Höffkes sammelt auch alte Filme wenn es sich nicht um Privataufnahmen handelt. Werbefilme hat er z.B. in seinem Archiv. Und als es um "Ein deutsches Mutterherz" ging, dass der Film angeblich aufgetaucht ist, hätte er vor einigen Jahren sofort alles liegen und stehen gelassen um sich um den Film kümmern zu können. Klar, der erste Rühmann-Film ist ein anderes Kaliber als ein Märchenfilm aus der Kaiserzeit, aber wenn er sonst nicht nachweisbar ist, ist das definitiv was für die Agentur.

    „Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“


    André Gide

  • Karl Höffkes sammelt auch alte Filme wenn es sich nicht um Privataufnahmen handelt. Werbefilme hat er z.B. in seinem Archiv. Und als es um "Ein deutsches Mutterherz" ging, dass der Film angeblich aufgetaucht ist, hätte er vor einigen Jahren sofort alles liegen und stehen gelassen um sich um den Film kümmern zu können. Klar, der erste Rühmann-Film ist ein anderes Kaliber als ein Märchenfilm aus der Kaiserzeit, aber wenn er sonst nicht nachweisbar ist, ist das definitiv was für die Agentur.

    Interessant! Und was ist aus dem ersten Rühmann Film geworden? Oder hat es sich als Falschmeldung entpuppt?

  • Interessant! Und was ist aus dem ersten Rühmann Film geworden? Oder hat es sich als Falschmeldung entpuppt?

    Vor ca. 7 Jahren hatte ich E-Mail Kontakt zu einem Mann außerhalb Europas der vorgab den Film zu besitzen und ihn auf einem Flohmarkt in Südamerika teuer erstanden hat. Er gab an dass es sich um 5 alte Filmbüchsen mit 35mm Fimrollen handelt mit der Aufschrift „Die für die Heimat bluten“ (Anderer Titel des Films). Außerdem sagte er, dass er auch im Besitz der original Schallplatten zu dem Film ist, die dazu gespielt wurden. Leider hat sich der Herr dann nie mehr bei mir gemeldet und der Kontakt ist abgebrochen. Er sagte, dass er kein Geld dafür wolle sondern nur eine Filmfirma die den Film restauriert und digitalisiert um ihn zu erhalten... Doch er hat dann nie mehr geantwortet und die Mailadresse gibt es nicht mehr.


    Er sagte dass er den Film in 35mm Filmrollen vorliegen hat Es sind 5 Akte (5 Filmbüchsen) - Gesamtfilmlänge: 2416 m. Außerdem hat er auch die dazugehörigen Schellack-Musikplatten dazu. Kein Archiv ist im Besitz des Films außer er. So sagte der Herr...


    auf den Rollen steht:


    "Die für die Heimat bluten"

    Géza von Bolváry/Margarete-Maria Langen

    Akt.1 Abzug 124/4

    ST.Babelsberg

    27.August 1926

    Ratio: 1.33/1

    Lange: 505.23 Meter

    Geschw.: 20-22

    Schellackplatte 1A,2A


    "Die für die Heimat bluten"

    Géza von Bolváry/Margarete-Maria Langen

    Akt.2 Abzug 56/9

    ST.Babelsberg

    01.August 1926

    Ratio: 1.33/1

    Lange: 425.51 Meter

    Geschw.: 20-22

    Schellackplatte 3A,4A


    "Die für die Heimat bluten"

    Géza von Bolváry/Margarete-Maria Langen

    Akt.3 Abzug 198/7

    ST.Babelsberg

    27.August 1926

    Ratio: 1.33/1

    Lange: 482.75 Meter

    Schellackplatte 5A,6A

    Geschw.: 20-22


    "Die für die Heimat bluten"

    Géza von Bolváry/Margarete-Maria Langen

    Akt.4 Abzug 20/9

    ST.Babelsberg

    20.Juli 1926

    Ratio: 1.33/1

    Lange: 582.21 Meter

    Schellackplatte 7A,8A,9A

    Geschw.: 20-22


    "Die für die Heimat bluten"

    Géza von Bolváry/Margarete-Maria Langen

    Akt.5 Abzug 5/1

    ST.Babelsberg

    19.juli 1926 Ratio: 1.33/1

    Lange: 422.30 Meter

    Schellackplatte 9A,10A,11A

    Geschw.: 20-22



    Auf den Platten steht jeweils die Nummer 1a bis 11a

    Deutsches Symphonie Orchester Berlin

    Aufnahmeleitung Rundfunk Berlin

    Manche sind leider beschädigt.


    "Ein Deutscher, der sein Vaterland abstreift, wie einen alten Rock, ist für mich kein Deutscher mehr."
    (Otto von Bismarck, 1815-1898, erster Reichskanzler des Deutschen Reiches)


  • Danke Quax! Hmm, interessant. Komisch dass er sich nicht mehr gemeldet hat. Konntest Du ihn nicht anderweitig ausfindig machen, z.B. über seinen Namen?


    Was mich stutzig macht, ist die Angabe der Ratio, also das Bildformat. 1:1.33 war einziger Standard ( also 4:3) , später wurde es kurzzeitig 1:1,19 wegen der Tonspur. Ob das damals schon auf den Rollen angegeben wurde ? Warum ? Alles war in 1:1.33.

    Und warum ST. Babelsberg ? Dort drehte nur die UFA, oder angeschlossene Firmen. Laut Filmportal war die Produktionsfirma aus München ( EWE-Film GmbH) . Und spezielle Filmmusiken, die dann auch noch vom Deutschen Symphonie Orchester Berlin eingespielt wurden, gab es nur für absolute Großproduktionen. Mir ist nicht bekannt, dass solche Schallplatten z.B. für Fritz Lang Stummfilme überliefert sind. Für Großproduktionen gab es schon eigens komponierte Musik, die wurde aber nur auf Notenblätter veröffentlicht, damit die großen Kinos diese Musik mit ihren Orchestern bei der Uraufführung spielen konnten. Kleine Kinos hatten höchstens ein Klavier oder eine Kinoorgel, wozu dann Standards improvisiert wurden. So denke ich wird das auch bei dem ersten Rühmann Film gewesen sein, der gewiß keine Großproduktion war.


    Die Begleitung von Stummfilmen mit Schallplatten wurde nur in der Frühzeit bei den sogenannten Tonbildern bis ca 1910 gemacht. Danach wurde es nicht mehr praktiziert, weil es nicht praktikabel war, wenn die Filme länger wurden. Dann mußte die Schallplatte umgedreht werden (damals passen max. 5 min auf eine Seite bei 78 Upm), die mechanischen Grammophone waren zu leise für große Säle, usw


    Ich denke, da wollte sich einer in Südamerika wichtig machen...

  • Ja das habe ich mir auch gedacht. Ich wundere mich aber bis heute woher er die ganzen Details hat... Nachnamen hat er nie genannt. Ich hatte nur die Mailadresse die nicht mehr existiert. Die haben wir auch damals Herrn Höffkes weiter geleitet. Aber ich habe mit einem alten und erfahrenen Filmsammler den ich schon lange kenne geredet und er hat mir gesagt dass es den Film in Deutschland in einer privaten Sammlung gibt aber der ihn nicht rausrückt. Er hat mir auch mal gesagt dass er den Film sicher einmal in Händen halten wird. Das wird wohl die Frage sein wie locker der Geldbeutel sitzt.:P


    "Ein Deutscher, der sein Vaterland abstreift, wie einen alten Rock, ist für mich kein Deutscher mehr."
    (Otto von Bismarck, 1815-1898, erster Reichskanzler des Deutschen Reiches)


  • Das Potential der Privatsammlungen finde ich ungeheuer spannend. Wenn es da wohlhabende Leute gab die in den 30er-70er Jahren sagen wir mal nur 20 Filime sich gesichert haben die heute als verschollen gelten... und sie oder die Nachkommen sitzen bis heute drauf. Ich kann mir gut vorstellen, dass es das gibt.

    „Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“


    André Gide

  • Ich bin bei meinen Recherchen auch auf die Firma "Fita-Film" gestossen, in der Regel im Zusammenhang mit deren Märchenverfilmungen von vor 1910. Mit Sicherheit müssten jeweils kurze, aber durchaus professionelle und treffend ausgestattete, Produktionen von "Hänsel und Gretel", "Schneewittchen", "Frau Holle", "Rapunzel" und "Dornröschen" existieren bzw. extistiert haben.

    Zu den letzten vier Märchen konnte ich kleinere Mengen fragmentarischen Materials sichern.






  • Sehr spannend! Sind das nciht so Filmstreifen die man dann privat kaufen konnte für Kinder-Bilder-Kinos sozusagen? Wo man dann Einzelbilder aus den Film an die Wand projizieren konnte und dar Märchen dann vorgelesen hat.

    „Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“


    André Gide

  • Sehr spannend! Sind das nciht so Filmstreifen die man dann privat kaufen konnte für Kinder-Bilder-Kinos sozusagen? Wo man dann Einzelbilder aus den Film an die Wand projizieren konnte und dar Märchen dann vorgelesen hat.

    Das könnte man bei diesen Filmstreifen denken. Das wären dann eher Dia-Filme für die Laterna Magica und nicht für Fimprojektoren.

    Die "Fita-Film"-Produktionen waren aber richtige Filme.

    Die drei Filmstreifen wurden als "Ersatzbilder" für das häufig reissende Filmmaterial verkauft.

    Ob man die dann wirklich sinnvoll so benutzen konnte bezweifle ich einmal. Trotzdem geben sie einen guten Überblick zu den Produktionen. Ich habe noch irgendwo die Verpackung, da steht das extra so drauf.

    Die "Schneewittchen"-Bilder sind von einer richtigen Fimrolle.

  • Ja, das ist der ganze Film. Ich hatte mal begonnen alle Bilder einzeln mit einem normalen Scanner und einer Vorrichtung für Filmstreifen einzuscannen, um die Bilder dann per software zu einem Film zusammenzufügen. Nach etlichen Metern hab ich es drangegeben. Vielleicht werde ich ihn mal z.B. an Karl Höffkes senden zum digitalisieren.

  • Einzelbildscannen auf diesen Weg ist zu aufwändig. Kann ich gut verstehen, dass du da schnell keine Lust mehr hattest. Ich suche auch eine Möglichkeit altes 35mm Material zu einem erträglichen Preis scannen zu lassen. Karl Höffkes kenne ich nur durch obige Erwähnung und dessen Homepage. Kommt der für diese Art Filmmaterial in Frage ?

  • Ich glaube das ist für ihn nur dann interessant, wenn die Filme sonst kaum noch zu kriegen sind. Ich habe auf meine letzten 2-3 Mails leider keine Reaktion mehr bekommen, da hatte ich ihn konkret Filme angeboten. Ich glaube inzwischen ist die Zahl der Angebote die er kriegt so groß, dass er da kaum hinterher kommt und sich auf die wichtigsten Funde jeweils konzentriert.

    „Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“


    André Gide