Posts by sisterandi

    Das sieht sehr nach der selben Bildquelle aus. Wo hast du das Bild damals gefunden ? Es liegt dir nur als Download vor ? Kurios, dass da jetzt noch mehr auftaucht. Mein Verkäufer sagt nichts Weiteres mehr zu haben. Die Fotos sind rückseitig nummeriert. Ich habe 5 und 6, das von dir ist vermutlich 3 oder 4. Da gibts also noch ein paar zu finden.

    Ich dachte auch schon daran, dass das Bild von " Unter heisser Zone" sehr gut zu dem, in letzter Zeit öfters bearbeiteten Thema dunkelhäutiger Darsteller in deutschen Filmen vor 1945, passen würde.

    Das Bild wurde damals bei ebay versteigert. Ich habe es nur als download. Als Harry Piel "Fan" durchforste ich das Internet und speziell die Auktionsplattformen seit vielen Jahren nach "Memorabilia" zum Stummfilm und speziell einigen "Lieblingsschauspielern" . Und von Harry Piel tauchen immer mal wieder solche Fotos und Unterlagen auf, die scheinbar aus seinem Nachlass stammen. (ebenso auch von Hans Albers) . Auch Dein Foto von den Dreharbeiten von "Unter heißer Zone" meine ich schonmal gesehen zu haben. Ich vermute, dass das Harry Piels Handschrift ist, aber das ist nur eine Vermutung die auf keinen Fakten beruht. Der Nachlass Harry Piels liegt eigentlich im Filmmuseum Düsseldorf, aber da er sehr mittellos und verarmt starb, kann es durchaus sein, dass er Teile seines Nachlasses noch zu Lebzeiten verkauft hat. Ebenso gut kann es aber auch aus dem Nachlass eines engen Mitarbeiters stammen. Ich muss mal mein online Archiv durchforsten, was ich noch an ähnlichen Bildern von frühen Harry Piel Filmen habe.

    Dazu passt dann auch mein 2 Jahre alter Post aus dem Thread über schwarze Darsteller im deutschen Film : Schwarze Darsteller in deutschen Filmen bis 1945


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    Das Foto scheint aus gleicher Quelle zu stammen, die Schrift ist sehr ähnlich. Bei diesen Dreharbeiten schien die Atmosphäre zwischen weißen und schwarzen Darstellern entspannter gewesen zu sein. Wahrscheinlich waren die schwarzen Darsteller 1914 auch noch keine Kriegsgefangenen.

    Seit heute online : DIE WEISSE WÜSTE ( 1922)


    Die weiße Wüste


    Deutschland 1922 – Regie: Ernst Wendt – Drehbuch: Dr. F. Einar Stier, Ernst Wendt – Kamera: Mutz Greenbaum – Tierleitung: John Hagenbeck – Darsteller: Carl de Vogt, Eduard von Winterstein, Nora Swinburn, Fritz Orwa, Marta Bauer-Santen, Frieda Siewert-Michels, Dorinea Shirley, Carl Balta – 101 Minuten –


    Den Name Hagenbeck steht für ein Hamburger Familienunternehmen, das für seinen Überseehandel, Teeimport, Tierjagden, Völkerschauen, Tierpark und Zirkus weltberühmt wurde. Als John Hagenbeck, Bruder des Tierparkgründers Carl Hagenbeck, 1918 seine John Hagenbeck-Filmgesellschaft gründete, wollte er in einen Teil der Vergnügungsindustrie einsteigen, der unter den Einschränkungen des Weltkriegs nicht zu leiden hatte, sondern durch den Wegfall ausländischer Konkurrenzproduktionen geradezu aufblühte: Die Filmbranche. Doch Hagenbecks Ankündigungen von Historienfilmen nach Goethes „Faust“ und einer Filmserie über „Iwan, den Schrecklichen“ fanden keine große Resonanz. Die Öffentlichkeit erwartete vom Namen Hagenbeck anderes. 1920 kündigte Hagenbeck die Produktion von „Raubtierfilmen“ an, die im Gegensatz zu den Sensationsfilmen, die „allen Ansprüchen an die Logik der Handlung genügen können, die aber trotzdem reich an Sensationen und atemberaubender Spannung sind.“ (Neue Kino-Rundschau) Die John Hagenbeck-Filmgesellschaft wurde in eine GmbH umgewandelt und dem Terra-Film-Konzern angeschlossen. Zwischen August 1921 und Januar 1922 wurden fünf abendfüllende Hagenbeck-Filme herausgebracht, alle unter der Regie Ernst Wendts, der als Schauspieler am Deutschen Theatergearbeitet hatte, und mit dem Schauspieler Carl de Vogt in der menschlichen Hauptrolle als Abenteurer, Tierfänger oder Dompteur. Der Titel der Filme war Programm: DER HERR DER BESTIEN, DIE SCHRECKENSNACHT IN DER MENAGERIE, UNTER RÄUBER UND BESTIEN, DIE TIGERIN, ALLEIN IM URWALD.


    Für den letzten Film, bei dem Ernst Wendt Regie führte, wurde mehr Zeit für die Vorbereitungen und die Dreharbeiten aufgewandt und sogar „on location“ in Schweden gefilmt. Als „der große Winterfilm“ mit „Lappländern, Samojeden, Eisbären, Seelöwen, Renntieren etc.“ (Der Film) kam DIE WEISSE WÜSTE erst im Juli 1922 ins Kino. Den wissenschaftlichen Beirat bildeten die Hamburger Ethnografica-Händler Johannes Umlauff und Julius Konietzko, die auch die Ausstattung des Films besorgten. Da inzwischen der britischen Filmhändlers J.G. Wainwright Hagenbecks Partner war, wurde für den internationalen Vertrieb ein zweites Negativ hergestellt, mit alternativen Takes, verändertem Schnitt und der britischen Schauspielerin Dorinea Shirley, die Carl de Vogts Partnerin Cläre Lotto ersetzte. Die britische Schauspielerin Elinore Johnson trat in der deutschen Version unter dem Pseudonym Dita Urian-Borrissowa auf, und nur in THE WHITE DESERT als Nora Swinburne.


    Inhaltlich versucht DIE WEISSE WÜSTE an die von der deutschen Kritik hochgelobten „Schwedenfilme“ anzuknüpfen, die sich durch die Schilderung von Menschen in der nordischen Natur auszeichneten. So nimmt der Film sich ungewöhnlich viel Zeit für die Entwicklung der Charaktere. Joseph Roth beschrieb die Handlung im Berliner Börsen-Courier: „Die Geschichte zweier Mädchen und zweier Liebhaber, die nach vielen Schwierigkeiten zusammenkommen, erfordert nicht unbedingt auch zoologische Schwierigkeiten. Da aber die Tiere Hagenbecks fabelhafte Exemplare sind, da die Natürlichkeit eines Eisbären eine wohltätige Erholung ist, nachdem man die Süßlichkeit einer Darstellerin kaum verwunden hat, sei dieser Film trotz organischer Schwächen dankbar angenommen. Die Regie, mehr noch die Photographie – der Schnee, der Himmel, der Sonnenuntergang und der Nebel sind schließlich dem Photographen (M. Greenbaum) mehr untertan als dem Regisseur – gaben Vorzügliches.“


    Die Rekonstruktion des Filmmuseums München stützt sich auf eine fast vollständige Nitrokopie der englischen Fassung des Films ohne Anfangstitel, die Joel Archer in Australien fand und identifizieren konnte. Ergänzt wurde sie durch Nitrorollen der ersten Hälfte einer österreichischen Verleihkopie mit den originalen deutschen Titeln, die allerdings schon sehr starke Nitrozersetzungen aufwiesen und zum Teil kaum kopierbar waren. Sie wurden von Michael Seeber zur Verfügung gestellt, der sie im Bundesarchiv eingelagert hat. Im Bundesarchiv fand sich auch die deutsche Zensurkarte des Films, der der Wortlaut der Zwischentitel für den zweiten Teil des Films entnommen werden konnte. Ein Abgleich der Zensurkarte mit den erhaltenen deutschen Zwischentiteln zeigte allerdings eine große Ungenauigkeit bei den Schreibweisen und Satzzeichen auf. Auf der Zensurkarte wie im deutschen Material fehlende Titel, die für das Verständnis der Handlung wesentlich sind, mussten aus dem Englischen rückübersetzt werden. Zwei Fehlstellen des Films wurden durch Erklärtitel überbrückt. Peter Eisheuer, Enkel des Darstellers Fritz Orwa, komponierte die Begleitmusik.


    (Stefan Drößler)

    In meinem Fundus habe ich diesen Groschenroman aus der Harry Piel Serie gefunden. Die Story scheint wie in dem Film zu sein, allerdings heisst hier der Detektiv Harry Piel und nicht Voss, wie im Film. Da diese Hefte erst nach dem Erfolg von Piel auch als Darsteller heraus kamen, wurde diese Änderung wohl vorgenommen.

    Spannender Beitrag, den ich jetzt erst hier entdeckt habe! Die frühen Piel Filme, in denen er nur Regisseur war, sind noch ziemlich wenig dokumentiert, bzw erforscht! Um so spannender Dein Fund hier! Der gesuchte Mann kommt mir auch bekannt vor, aber ich komne noch nicht drauf. Anbei sende ich einige Zusatzinformationen zu dem Film aus der Harry Piel Biografie von Matias Bleckman:

    Dabei handelte es sich um Police 1111 um den letzten Film einer aus 4 Filmen bestehenden Reihe mit Fritz Kortner. Das Bild mit dem Auto stammt demnach aus dem ersten Film der Reihe "Manya, die Türkin"

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    Und der rechte Herr am Strand aus Nr.91 ist einmal mehr der blonde Hans:


    In der Besetzungsliste von "Küssen ist keine Sünd" ist er ja auch mit aufgeführt.

    Ok, das macht Sinn, der Eintrag war heute morgen noch nicht da. Obwohl sowohl in der Sequenz mit Albers als auch Liedtke die Leute mit Masken rumlaufen, es sich also um einen Maskenball handelt. Und die letzte Einstellung wo der Mann von hinten zu sehen ist, und die Frau ohne Maske ist tatsächlich eine andere Sequenz, war mir anfangs echt nicht aufgefallen. Obwohl ich finde, dass die Frau ohne Maske schon große Ähnlichkeit mit Xenia Desni hat. Mit wem knutscht denn Albers dann ?

    Das würde dann wieder auf "Nixchen" von 1926 deuten. Dort spielen alle 3 mit. Aber auf den im Netz auffindbaren Standfotos, hat Hans Albers einen Schnurbart und Xenia Desni eine andere Frisur. Das wird im Film ja eher selten gewechselt:




    Auch in dem Film "Der Soldat der Marie" spielen alle drei mit, aber der wurde ja schon ausgeschlossen, wegen dem historischen Hintergrund.


    Ansonsten stehen zumindest im filmportal keine Filme mit allen 3 Schauspielern. Ein komplett unbekannter Film ? Kann ich mir nicht vorstellen.!

    In diesem neuen Schnipsel des EYE Filmarchivs sind definitiv Hans Albers und Harry Liedtke in einem 20er Jahre Stummfilm zu sehen:


    Aber welcher Film ist es ? Die beiden haben nur 3 Filme in den 20ern zusammen gedreht, aber 2 sind eher historische Stoffe ( DER SOLDAT DER MARIE , AN DER SCHÖNEN BLAUEN DONAU alle 1926) und der dritte, der von der Handlung in Frage kommen würde ( NIXCHEN, 1926) kann es auch nicht sein, da Hans Albers in dem Standfoto dazu einen Schnurbart trägt, den er hier nicht hat. ???

    Vor etlichen Jahren habe ich mal in dem Blog gelegentlich gestöbert, als er sich noch ausschließlich um den Stummfilm drehte. Allerdings teile ich die Meinung des Autoren in den meisten Fällen nicht. Und auch sein Schwerpunkt auf den amerikanischen (Stumm)film schneidet sich nicht mit meinen Schwerpunkt auf den deutschen bzw europäischen Stummfilm. Deshalb habe ich den blog seit dem ( schätze mal vor fast 10 Jahren) nicht weiter verfolgt und bin überrascht, dass es ihn noch gibt.

    Was ich absolut als Vorteil empfinde ;) . Aber klar, ich teile deine generelle Einschätzung, denke aber dennoch, daß der Film gerade aufgrund seines Exotismus und den entsprechenden 'visuals' auch heute eigentlich noch recht gut funktioniert und handwerklich bereits sehr gut gemacht ist; insofern finde ich ihn eigentlich weitaus interessanter und sehenswerter als die anderen 'unbekannten' frühen Lang-Filme "Das wandernde Bild" und "Vier um die Frau", die mich beide nicht besonders aufregen. Und für Lil Dagover-Fans ist "Harakiri" halt eh unverzichtbar :-)

    Ja, das war vielleicht unglücklich ausgedrückt. Lil Dagover spielt Ihre Rolle sehr gut, aber sie ist von Ihrer äußeren Erscheinung nunmal keine Japanerin, sondern halt die auch damals schon bekannte Schauspielerin Lil Dagover. Das nimmt dem Film etwas die "japanische" Illusion ( zumindest ist das mein Eindruck) , da ansonsten das Ambiente und die Dekoration schon sehr originalgetreu nachempfunden war. Es war zwar üblich, dass solche exotischen Rollen auch von "westlichen" Schauspielern gespielt wurden, aber aus heutiger Sicht mutet es doch irgendwie merkwürdig an. Aber es sollte keine Kritik an der Leistung Lil Dagovers sein, auch ich mag sie als Schauspielerin sehr gern, sowohl im Stumm-, aber auch Tonfilm! Aber ich glaube wir schweifen hier vom eigentlichen Thema ab...

    Wenn wir schon bei dem Thema sind ;) Lohnt sich der Film eigentlich? Außer, dass er von Fritz Lang ist ;) Ich habe nämlich grad gesehen, dass es "Harakiri" auf YouTube zu sehen gibt.

    Ich denke, ob sich ein Film "lohnt" hängt sicher immer individuell vom eigenen Geschmack, bzw Erwartungen die man von einem Stummfilm hat ab. Aber HARAKIRI kann vom Unterhaltungswert sicher nicht mit Fritz Lang's Meisterwerken mithalten. Der Film wurde wohl zwischen den beiden "DIE SPINNEN" Teilen abgedreht, und besticht hauptsächlich durch sein damals sehr exotisches, japanisches Ambiente. Ursprünglich wurde wohl Otto Rippert als Regisseur für den Film von der DECLA vorgesehen, aber da sich Fritz Lang gerade in Hagenbecks Tierpark für die Verfilmung der exotischen Szenen in DIE SPINNEN aufhielt, wurde Fritz Lang verpflichtet den Film zu drehen. 1919 war er noch ein junger Nachwuchsregisseur und war noch nicht der große "Meister". Die Story an sich ist eine "Madame Butterfly" Adaption und sehr vorhersehbar. Lil Dagover als japanisches Mädchen gibt sich auch alle Mühe, aber sie bleibt halt Lil Dagover. Also, wer hier einen Film wie z.B. Die SPINNEN oder DER MÜDE TOD erwartet, der wird hier enttäuscht werden.