Der "zweite Blick" auf Serien, Filme, etc...

  • Kennt ihr das eigentlich auch, dass euch etwas beim ersten Anschauen noch begeistern kann, wenn ihr es nach einer Weile wieder schaut aber ganz anders seht? Ich meine damals nicht den Effekt, das manche Sachen beim zweiten Anschauen einfach nicht mehr so spannend sind oder Gags nicht mehr so gut zünden, wenn man sie schon gut kennt. Ich meine eher, dass man wirklich gar nicht mehr so recht nachvollziehen kann, was man daran so toll fand.



    Ein Beispiel von mir: Die Serie "Camelot", die ich als Rezensionsmateria bekommen habe und beim ersten Anschauen richtig klasse fand, weil es mal eine andere Herangehensweise und Erzählweise war, es gab eine sehr positive Kritik. Vor einer Weile habe ich sie mir nochmal angeschaut und fand einige Charaktere, von Merlin mal abgesehen, dann doch recht farblos, manches einfach unnötig und fand, dass man da deutlich mehr Mühe in die Charakterzeichnung hätte stecken sollen, vor allem wenn es um Artus' Gegenspielerin Morgan geht. Hätte ich da die Kritik geschrieben, sie wäre sicher anders ausgefallen.


    Kennt ihr das, und wenn ja, bei welchen Filmen oder Serien ging es euch so? Würde mich mal interessieren.

    Wir wissen wohl, was wir sind, aber nicht, was wir werden können. (William Shakespeare)

  • Ich kenne das eigentlich nur wenn ein großer Zeitlicher Abstand (10-20 Jahre) dazwischen liegt und damit wahrscheinlich auch ein Reifeprozess (oder das Gegenteil ;-) ). Was mir die Freude an einem Film oder einer Serie nehmen kann: Wenn ich es mit jemanden schaue, der keine Freude daran hat. Irgendwie versuche ich dann zu verstehen, warum das so ist und kann mich an den positiven Aspekten nicht mehr erfreuen. Das ändert sich zum Glück dann meistens wieder wnen ich es dann mal alleine schaue.

    „Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“


    André Gide

  • In dem Fall war es nur ein Jahr, aber ich erkläre mir das so, dass es eben beim ersten Mal etwas Neues war und der Fokus darauf lag, wie da wohl die Geschichte erzählt wird, beim zweiten Schauen wusste ich das ja schon, und da fielen dann die Schwächen vermutlich einfach mehr auf.


    Dass es problematisch ist etwas mit wem zu schauen, der es nicht mag, kenne ich auch. Ich verliere dann zwar nicht die Freude daran, aber gerade wenn es ein Film ist, den ich selbst sehr schätze, bin ich dann ein bisschen enttäuscht.

    Wir wissen wohl, was wir sind, aber nicht, was wir werden können. (William Shakespeare)

  • Ein bisschen kenne ich das glaube ich schon. Mir ist als Beispiel "Das Leben der anderen" eingefallen. Beim ersten Mal schauen fand ich ihn nicht soo gut, beim zweiten Mal deutlich besser. Aber das könnte der Musikeffekt sein - man muss manche Sachen öfter schauen um die Qualität zu erkennen damit es "ins Ohr" geht (musikalisch gesehen). Andersherum fällt mir aber gerade kein Beispiel ein. Vielleicht kommts noch :)

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    André Gide

  • Ich kenne das Gefühl manchmal auch, wenn ich nach langer Zeit etwas sehe, was mich damals einmal begeistert hat, aber ich später diese Begeisterung nicht mehr nachvollziehen kann. Aber es gibt bei mir auch die umgekehrten Fälle, dass ich an bestimmten Sendungen oder Filmen erst später richtig Gefallen finde.

  • Oh ja, es geht natürlich auch anders herum, das stimmt, so ging es mir bei "Donnie Darko", den ich mit jedem schauen ein bisschen weniger strange finde (man verzeihe mir die Einflechtung eines englischen Wortes, aber "strange" gefällt mir einfach so gut, außerdem kommuniziere ich derzeit so viel zweisprachig, da passiert das ab und an mal, ich sprech halt Denglisch, auch wenn ihr das net mögt :P ), irgendwann werde ich ihn vielleicht sogar mögen ;) Und ich mochte früher beim ersten Schauen Star Wars überhaupt nicht, Jahre später habe ich es mir nochmal angesehen und fand es dann durchaus faszinierend. So viel dazu, dass es auch anders herum der Fall sein kann.

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  • Strange finde ich auch ein schönes Wort :) "Krieg der Sterne" habe ich als Kind geliebt, Mitte der 90er als der 1. Teil neu raus kam war ich enttäuscht, inzwischen finde ich ihn als Klassiker (erst vor wenigen Wochen nach 20 Jahren mal wieder alle drei originalen Filme gesehen) gut bis sehr gut.

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    André Gide

  • Vielleicht würde dieses Phänomen häufiger auftreten, würde ich mir Filme mehrmals anschauen, denn meistens bleibt es bei einem Mal. Es ging mir zumindest vor einiger Zeit bei Der Exorzist so, mit 13 fand ich den natürlich wesentlich verstörender, heute stellenweise unlogisch bis beknackt.
    Ich kenne eher das Gefühl, dass mir manche Filme in jüngeren Jahren ganz bestimmt besser gefallen hätten. Das war z.B. mal bei Donnie Darko der Fall, als ich schon zu weit von Hollywood entfernt war um dem noch viel abgewinnen zu können. Den Soundtrack finde ich jedenfalls wesentlich besser als den Film.


    Andersherum ist es so, dass ich mir heute auch einen Western, eine deutsche Liebeskomödie aus den 50ern oder einen alten französischen Krimi ansehen kann. Das wäre in meiner Jugend undenkbar gewesen, als mich nur obskures Independent-Kino, psychedelische Filme und alter Grusel/Horror und Splatter ansprach. Mit fortschreitendem Alter und etwas Abstand zur Phase der Abgrenzung findet man dann plötzlich wieder Gefallen an den Helden seiner Kindheit wie Bud Spencer & Terence Hill. Allerdings kommt es selten vor, dass sich mir beim "zweiten Blick" völlig neue Seiten offenbaren. Das kann ich mir nur bei Filmen vorstellen, die dem altersgemäßen Verständnis weit voraus waren.


    Wenn ich mich von gewissen Filmen abwende, geschieht dies meist aufgrund von kritischen, tiefergehenden Analysen, die heute im Internet zu finden sind und die Intentionen offenbaren, welche man ohne entsprechende Kenntnisse und einen scharfen Blick praktisch gar nicht erkennen kann.

  • Ich kann meine Geschmacksäusserungen mal wieder nicht für mich behalten ;)


    Der Exorzist ist echt beknackt!


    Donnie Darko ist mein Lieblings-Hollywoodfilm. Alles, was mich sonst am Kommerzkino abstößt, funktioniert in diesem Film hervorragend. Vor Donnie Darko hat mein Kunstgeschmack kapituliert! Allerdings würde ich ihn genau aus dem Grunde auch nur sehr "dosiert" erneut anschauen ... ich würde mal sagen, in einem Jahr vielleicht wieder (das letzte Mal ist bestimmt schon 3-4 Jahre her).


    Ich würde mich Sebastian anschließen, dass persönlich Entwicklungssprünge natürlich auch auf den Filmgeschmack ausstrahlen:
    Als Jugendlicher fand ich die Filme von Andrej Tarkowskji schrecklich schwer und quälend eintönig - heute bin ich hin und weg davon.
    Es gab eine Phase, in der ich aus Prinzip alle Blockbuster-Filme scheiße fand. Dann wurde ich gezwungen, Herr der Ringe zu sehen und die Harry-Potter-Filme - und ab dem Zeitpunkt habe ich angefangen zu differenzieren: denn bei der Gegenüberstellung war klar erkennbar, dass Harry Potter wesentlich hochwertiger war :)


    Manchmal hängts auch einfach von der Stimmung ab, ob ein Film auf einen positiv wirkt oder einen nervt ... dann ist der Seh-Eindruck und das Urteil eben tagesform-mäßig gefärbt.

  • Ach ja ... ein hervorragendes Beispiel fällt mir noch ein:
    Von der künstlerischen Qualität von Cannibal Holocaust war ich als Jugendlicher 100% überzeugt.
    Erst viel später ist mir beim erneuten Sehen aufgegangen, dass der Film eigentlich genau das macht, was er vorgeblich anprangert ... ich find den immer noch ziemlich gut, aber es ist schon ein sehr zwiespältiger und manipulativer Streifen.

  • Vor einigen Wochen habe ich den Anfang von Chucky 4 geschaut. Die vorherigen Filme und auch andere Slasher-Filme haben mich im alter von 12-16 sehr begeistern können. Und ich glaube ich hätte Chucky 4 damals als "gut" eingestuft. Heute kann ich einfach nichts mehr damit anfangen.

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    André Gide

  • Es gab eine Phase, in der ich aus Prinzip alle Blockbuster-Filme scheiße fand. Dann wurde ich gezwungen, Herr der Ringe zu sehen und die Harry-Potter-Filme - und ab dem Zeitpunkt habe ich angefangen zu differenzieren: denn bei der Gegenüberstellung war klar erkennbar, dass Harry Potter wesentlich hochwertiger war :)

    Nee, also Herr der Ringe gewinnt eindeutig, auch wenn ich davon nur den ersten Teil und Harry Potter gar nie gesehen habe.

    Ach ja ... ein hervorragendes Beispiel fällt mir noch ein:
    Von der künstlerischen Qualität von Cannibal Holocaust war ich als Jugendlicher 100% überzeugt.
    Erst viel später ist mir beim erneuten Sehen aufgegangen, dass der Film eigentlich genau das macht, was er vorgeblich anprangert ... ich find den immer noch ziemlich gut, aber es ist schon ein sehr zwiespältiger und manipulativer Streifen.

    Da würde sich ein zweiter Blick echt lohnen. Ich erinnere mich eigentlich nur noch an die getöteten Tiere, was extrem abscheulich ist...mich aber damals gar nicht weiter tangierte.

    Vor einigen Wochen habe ich den Anfang von Chucky 4 geschaut. Die vorherigen Filme und auch andere Slasher-Filme haben mich im alter von 12-16 sehr begeistern können. Und ich glaube ich hätte Chucky 4 damals als "gut" eingestuft. Heute kann ich einfach nichts mehr damit anfangen.

    Nun, bei Chucky wundert mich das wirklich nicht. :)

  • Nee, also Herr der Ringe gewinnt eindeutig, auch wenn ich davon nur den ersten Teil und Harry Potter gar nie gesehen habe.

    Meine Meinung geht ganz ins Gegenteil: Herr der Ringe erscheint mir als die schlechte Verfilmung einer herausragenden Buchreihe - Harry Potter dagegen die solide Verfilmung einer anspruchs- und harmlosen Jugendbuchreihe.

    Da würde sich ein zweiter Blick echt lohnen. Ich erinnere mich eigentlich nur noch an die getöteten Tiere, was extrem abscheulich ist...mich aber damals gar nicht weiter tangierte.

    Mich hat der ganze Film ziemlich tangiert, muss ich sagen. Ich habe ihn in den letzten zehn Jahren nicht mehr gesehen - vielleicht mache ich bei passender Gelegenheit das Experiment und sehe ihn mir nochmal von A-Z an.

  • Ich habe weder "Harry Potter" noch "Herr der Ringe" gesehen. Bei "Herr der Ringe" habe ich es mal versucht und habe nach ca. 30 Min abgebrochen. Das ist einfach nicht mein Genre.


    Mir ging es so mit der "Gesichter des Todes"-Reihe. In dem Alter damals konnte es nicht extrem genug sein. Heute würde ich die Krise kriegen. Nicht nur wegen den dargestellten Szenen (die ja soweit ich weiss oft nachgestellt waren), sondern auch aufgrund des Gefühls während des Betrachtens. Dieses 70er-Jahre-mäßige, oftmals schlechte Bildquali (das waren damals alte abgenudelte Bänder und Kopien). Da kommt bei mir ein ganz großes Unwohlsein auf - bzw. würde aufkommen. Ein Lehrer in der Berufsschule hat mal - nachdem wir das Thema "Übernatürliches" usw. hatten - mal ein Video gezeigt zu diesem Thema mit Hypnose, Negerhäuptlingen die schweben können und ähnliches. Das war aus der Selben Zeit und von der Selben Machart. Das war auch etwas komisch bei der Betrachtung.


    Schlimm wars mal beim Film "Zombie". Den habe ich in einer ganz schlechten Quliät mal bekommen und der hat auch dieses 70er Jahre untergrund-Gefühl und dnan die schlechte Qualität und ich hab dann noch so einen komischen Gemüsebrei nebenher gegessen... wäh ;-)


    Ich weiss noch welche Panik ei Elternteil von mir bekommen hat, als nach langer Zeit gemerkt wurde, was ich mir da so rein ziehe.

    „Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“


    André Gide

  • Schlimm wars mal beim Film "Zombie". Den habe ich in einer ganz schlechten Quliät mal bekommen und der hat auch dieses 70er Jahre untergrund-Gefühl und dnan die schlechte Qualität und ich hab dann noch so einen komischen Gemüsebrei nebenher gegessen... wäh ;-)

    *LOL*
    Also hast Du ein emotionales Problem / Jugend-Trauma mit verrauschten VHS-Bändern?
    Das hat der Dawn of the dead aber nicht verdient, dass man ihn sich mit einem "komischen Gemüsebrei" verdirbt :) Der ist doch richtig nett und intelligent gemacht, Du solltest ihm nochmal eine Chance geben!


    Gesichter des Todes fand ich immer ziemlich doof - das ist wirklich der geistige Bodensatz des Genres ... Aber du hast recht, es gab in einigen dieser Reality-Shock-"Dokumentationen" wirklich aufwühlende Szenen ... ich möchte da jetzt nicht ins Detail gehen :S

  • Ich habe ihn später noch ca. 1-2 Mal gesehen, wenn ich mich richtig erinnere. Aber ich bekomme keinen Zugang dazu, es liebt aber nicht am Handwerk der Macher, sondern einfach an den 70er Jahren und den Splatter, den ich bei Zombie irgendwie nicht so mochte, wie es z.B. bei Braindead (der auch ein komisches Gefühl vermittelt, aber immerhin lustig war) der Fall war. Inzwischen wäre es mit den DVD-Editionen sicher einfacher, aber nun bin ich aus der Phase raus. Filme die ich mir ggf. nochmal anschauen würde wären Teile der Halloween-Reihe (wobei mit ein späterer Film nicht mehr soo gefiel, als ich ihn vor nem Jahr oder so mal ne viertel Stunde geschaut habe). Ich glaube ich bin einfach raus aus dem Thema. Denn inhaltlich können die Filme oft kaum überzeugen. Das war damals einfach das Verbotene, die Gewalt und der Gruselfaktor (was ich an Blairwich z.B. auch spannend fand).

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    André Gide

  • Heute würde ich die Krise kriegen. Nicht nur wegen der dargestellten Szenen (die ja soweit ich weiß oft nachgestellt waren), sondern auch aufgrund des Gefühls während des Betrachtens. Dieses 70er-Jahre-mäßige, oftmals schlechte Bildquali (das waren damals alte abgenudelte Bänder und Kopien). Da kommt bei mir ein ganz großes Unwohlsein auf - bzw. würde aufkommen.


    Schlimm wars mal beim Film "Zombie". Den habe ich in einer ganz schlechten Qualität mal bekommen und der hat auch dieses 70er-Jahre-Untergrund-Gefühl und dann die schlechte Qualität und ich hab dann noch so einen komischen Gemüsebrei nebenher gegessen... wäh ;-)

    Du glaubst gar nicht, wie mich das gerade amüsiert, hehe. Die schlechte Bildqualität trägt bei manchen Filmen sicherlich 50% zum Grusel-/Ekelfaktor bei. Es war ausgerechnet der harmlose Schinken Die Nacht der reitenden Leichen, der mir aufgrund dessen richtiggehend Angst einjagte. Einmal war mein jüngerer Cousin bei mir zu Besuch und ich habe während des Abendessens Braindead aufgelegt. Spätestens als zu Anfang die ersten unappetitlichen Szenen am Essenstisch zu sehen waren, kam es auch meinem Cousin fast hoch...und ich musste den Film beenden.

    Gesichter des Todes fand ich immer ziemlich doof - das ist wirklich der geistige Bodensatz des Genres ... Aber du hast recht, es gab in einigen dieser Reality-Shock-"Dokumentationen" wirklich aufwühlende Szenen ... ich möchte da jetzt nicht ins Detail gehen :S

    Den habe ich nie gesehen und lag offenbar mit meiner Vermutung richtig.


    Ich weiß gar nicht mehr, was meine ersten Berührungspunkte mit den ganz extremen Splatterfilmen war. Ich tippe auf Black Past und The Burning Moon von Olaf Ittenbach, die mich echt verstört hatten...und ich verspüre heute keinen Drang mehr, mir sowas nochmal anzuschauen,.

  • Meine ersten Berührungspunkte waren Halloween und Chucky und früher schon als Kind die Poltergeist-Reihe. Ich fand das faszinierend, gerade das Grusel- und Angstthema und der Hauch des Verbotenen, gerade dann bei den krasseren Dingern.


    @Detlef
    Mich würde ehrlich gesagt sehr interessieren was du so meinst. Man kann es ja etwas umschreiben im Zweifel - z.B. "die Szene mit dem Affen" ;-)


    Damals habe ich das anders eingestuft. Da war die Qualität daran zu messen, wie "Verboten", "Brutal" und "Schockierend" es war. Bei normalen Filmen ist natürlich der Unterhaltungsaspekt schon auch wichtig (Braindead war da ganz groß, aber auch diverse Slasher-Filme, obwohl es oft immer das Gleiche war).


    Es freut mich aber, dass unsere Generation das ähnlich erlebt hat. Und ich schränke das bewusst auf unsere Generation ein, denn lange Zeit war das nicht. Die Generation zuvor war - als es mit den Videokassetten und den extremen Filmen aufkam, schon im Volljährigkeitsalter. In der Generation nach uns spielte dann das Internet schon eine Rolle. Bei mir war das so von 1996/97 bis 1999 ein großes Thema. Ab 1999 bekam ich Internet und da flaute das Thema dann schon ab. Um die Jahrtausendwende war dann Rotten ein großes Thema. Und wenn ich überlege was ich oft zufällig im Netz schon alles gesehen habe... einfach grausam! Ich bin froh, als ich vor 1-2 jahren die möglichkeit hatte, recht bekannte (sehr schlimme) videos zu sehen, es nicht gemacht zu haben. Heute nimmt mich das zu sehr mit und ich sehe keinen Sinn darin so etwas anzusehen. Auch wenn die Neugierde natürlich da ist.

    „Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“


    André Gide

  • Meine ersten Berührungspunkte waren Halloween und Chucky und früher schon als Kind die Poltergeist-Reihe. Ich fand das faszinierend, gerade das Grusel- und Angstthema und der Hauch des Verbotenen, gerade dann bei den krasseren Dingern.

    Ich glaube, das ist in einem bestimmten Alter völlig normal und auch nicht generationenspezifisch (oder zumindest nicht besonders). Vermutlich verarbeitet man auf diese Weise Kindheitsängste! Und da viele dieser Filme eben sehr schlecht gemacht sind, erhält man zwar, solange einem die Mechanismen nicht bewusst sind, einen gehörigen Schock / Schreck, doch wenn man sich dann mehr damit beschäftigt, baut sich das sukzessive ab. Und dann ist man irgendwann - drüber weg ;)
    Ich sehe die soziale und pädagogische Funktion dieser Filme grundsätzlich erst mal nicht negativ.


    @Detlef
    Mich würde ehrlich gesagt sehr interessieren was du so meinst. Man kann es ja etwas umschreiben im Zweifel - z.B. "die Szene mit dem Affen" ;-)

    Beim Stichwort Affe weiß ich bescheid. Bei mir wars das Hängebauchschwein & der Bunsenbrenner :( Das hat mich damals gar nicht besonders geschockt, aber wenn ich da heute dran denke, frage ich mich wirklich, wie vertiert und geisteskrank jemand sein muss, um sowas zu machen.



    Es freut mich aber, dass unsere Generation das ähnlich erlebt hat. Und ich schränke das bewusst auf unsere Generation ein, denn lange Zeit war das nicht. Die Generation zuvor war - als es mit den Videokassetten und den extremen Filmen aufkam, schon im Volljährigkeitsalter. In der Generation nach uns spielte dann das Internet schon eine Rolle. Bei mir war das so von 1996/97 bis 1999 ein großes Thema. Ab 1999 bekam ich Internet und da flaute das Thema dann schon ab. Um die Jahrtausendwende war dann Rotten ein großes Thema. Und wenn ich überlege was ich oft zufällig im Netz schon alles gesehen habe... einfach grausam! Ich bin froh, als ich vor 1-2 jahren die möglichkeit hatte, recht bekannte (sehr schlimme) videos zu sehen, es nicht gemacht zu haben. Heute nimmt mich das zu sehr mit und ich sehe keinen Sinn darin so etwas anzusehen. Auch wenn die Neugierde natürlich da ist.

    Interessante Einschätzungen! Ich glaube allerdings, die Generation vor uns hatte zwar noch kein VHS, die haben sich aber einfach ins Kino geschlichen *g* und konnten dann vieles ungeschnitten sehen, was ab Mitte der 80er gar nicht mehr oder nur noch massiv gekürzt erhältlich war.


    Welche Internet-Videos meinst Du denn? Du kannst ja mal ein Beispiel nennen. Ich muss sagen, ich habe seit Jahren nichts Neues mehr in der Richtung gesehen... Habe aber auch nicht danach gesucht!
    Beim Stichwort Internet denke ich eher an die pornographischer Darstellung sexueller Spielarten, die teilweise wesentlich widerlicher sind als das Ketchup-Gematsche aus den Filmen, die wir uns als Jugendliche reingezogen haben!

  • Zum Thema: Schlechtes Gefühl beim Gucken der Filme. Ich glaube die schlechte Machart trägt viel dazu bei. Also dass man einfach weg ist von "Hollywood" und es dadurch irgendwie realer wirkt. Oder sagen wir mal befremdlich. Einfach anders. Nicht undbedingt verstörend (oder doch?). Als wäre das "fast" echt.
    Und wenn ich dann so denke was Menschen in der Realität tun (ich muss da gerade immer an den Polanski-Mord des Manson-Clans denken) - oder diverse Sachen die heute im Netz sind - weiss man, dass das (wenn es nicht gerade um Zombies geht) nicht unreal ist.


    Bzgl. Schwein musste ich gerade selbst erstmal schauen und bin auf schnittberichte.com gelandet. Es scheint sich um eine normale Schlachtszene zu handeln (wenn es das ist was du meinst). Bunsenbrenner sagt mir nichts. Das mit den Affen hat mich damals eigentlich am meisten mitgenommen.


    Bzgl. Internet:
    Was mich persönlich am meisten schockte (dürfte schon zehn jahre her sein) [Nicht mehr mitlesen, wenn man etwas zart besaitet ist!] war eine Seite die EXTREM harte Sexgeschichten (wenn es nicht sogar in ganz andere Richtungen ging) zeigte (Nägel durch alle möglichen (!) intimen körperteile)


    Aufgrund eines beruflichen Standbeines von mir stoße ich oft unfreiwillig auf solche Videos. Was davon gefälscht ist und was nicht, weiss ich nicht immer. Wobei es eigentlich nciht so wichtig ist, denn allein die Vorstellung finde ich schon hart genug.


    Ein Video das mich extrem geschockt hat: [Nicht mehr mitlesen, wenn man etwas zart besaitet ist!] Ein Mann der ein leeres Marmeladenglas hinten eingeführt hat, welches dann zerbrochen ist. Mein Gedanke, kurz bevor ich realisierte, was los war: "Das Glas war doch leer, da war doch eigentlich gar keine Marmelade drin?!". Mir wurde richtig übel.


    Dann gibt es ja diverse Schockvideos. Eines, was ich gesehen habe und ich nicht schlimm finde ist der "Klassiker" 2 girls 1 cup


    Weitere Videos, die ich nicht angeschaut habe, weil ich das Moralisch extrem verwerflich finde und ich nicht möchte (wie es beim Marmeladenglas-Film der Fall war), dass mich das Tagelang beschäftigt:


    - Ein Mann der sich angeblich von eine Pferd besteigen lässt (wie gesagt, ich habs nicht gesehen und kann es deswegen nicht genau sagen) nud angeblich an den Verletzungen gestorben ist)


    - In einem Land in/bei Russland gab es eine jugendliche Mörderbande, die diverse grausame Morde begangen haben und diese Mitfilmten und ins Netz stellen. Das Problem: Diese Videos kriegt man aus dem Netz nicht mehr raus.


    Genaue Infos findet man z.B. hier: http://www.gutefrage.net/tipp/…king-videos-und-reactions


    Zum Thema Kinofilme nochmal: Mir ist garnicht bewusst, dass die Filme in den 70er Jahren normal und ungeschnitten im Kino liefen? Waren die nicht oft verboten/beschlagnahmt? Ich kenne das nur im Rahmen von Videotheken (unter der Theke).

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    André Gide