Dialekte & Sprache

  • In England hat man mit dem vermeintlich vornehmen, also sogenanntem "posh english" seit einiger Zeit ein Problem. Gut, dass es solche Tendenzen nicht auch im deutschen Sprachraum gibt.

    Teilweise entschuldigen sich die für das Upperclass-English aka Oxford English oder Queen´s English, das über Jahrzehnte zig Schulklassen in aller Welt geprägt hat.




    Wobei ich noch immer nicht verstehe, was die für ein Problem mit dem Begriff "posh" - also vornehm haben. Ist doch nichts negatives. :/:/

    "Alkohol in Maßen genossen, schadet auch in größeren Mengen nicht"


    Anderl Heckmair (1906-2005), deutscher Bergführer und Alpinist

  • "vornehm" wurde bei uns stets negativ für etwas "Besonderes" bedeutet. Ich kenns nicht anders. Daher kommen auch Begriffe wie "Eitler Gockel" oder "stolzer Pfau"..... Es mag ein Vorurteil sein, doch manchmal auch nicht. (Als Kind hörte ich dauernd Sprüche wie "Tu nicht so vornehm, du bist nichts Besonderes".)


    Vielleicht ist genau das auch in England der Fall.

  • Möglich. Jedenfalls kennt man das "vornehme Deutsch" nicht als Begriff. Das alte Schönbrunner Deutsch hatte manchmal das gewisse "Näseln" - vlt. passt das als ein möglicher Vergleich. Andererseits doch nicht, da das sehr regional war. Mehr fällt mir aber nicht ein und ich kenn doch eine Menge alter Filme und Synchronisationen.

    Derart angefeindet wurde ein "vornehmer" deutscher Akzent meines Wissens nach aber nicht.

    "Alkohol in Maßen genossen, schadet auch in größeren Mengen nicht"


    Anderl Heckmair (1906-2005), deutscher Bergführer und Alpinist

  • Derart angefeindet wurde ein "vornehmer" deutscher Akzent meines Wissens nach aber nicht.

    Der Akzent nicht, dafür was anderes: "Laber nicht so geschwollen, musst du immer so hochgestochen babbeln, kannst du nicht normal reden." (Das wurde sehr angefeindet - auch bei mir so stark, dass ich in die sprachliche Gosse gesprungen bin, die mir zuvor zuwider war)


    1999 hätte ich niemals "Du dummes Arschloch" gesagt sondern eher sowas: "Könnte es sein, dass deinem Gesäß die Intelligenz nicht ganz bekommt?"


    Die deutsche Sprache in der Goethe und Schiller sprachen war sehr vornehm.

  • Solche Akzente hört man auch nicht mehr. Heute reden die meisten Einwanderer in den USA alle sofort wie die Amis. Jedes Au-pair Mädel sogar. Auch Neuseeländer legen auf die Schnelle ihren "Kiwi-Akzent" ab.


    Hier zwei alte Beispiele von Österreichern. Jahrzehnte nach ihrer Ankunft...



    "Alkohol in Maßen genossen, schadet auch in größeren Mengen nicht"


    Anderl Heckmair (1906-2005), deutscher Bergführer und Alpinist

  • Schlesische Mundart: Die Dorfkinder

    Quote

    Vorgetragen von Johannes Renner.


    Johannes Renner, geboren 1901 in Trauenhain bei Ohlau, verlebte seine Jugend in Sagan. Er durchstreifte als Wandervogel seine schlesische Heimat und war nach dem Krieg als Lehrer und Rektor in Mittelfranken tätig. Um die Erhaltung der schlesischen Mundart hat er sich große Verdienste erworben.

    „Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“


    André Gide

  • Sehr interessant:


    Sprachverwirrung: Schon mal vom Schokoriegel "Bunti" gehört? | Karambolage | ARTE

    Das machen wir in Berlin mit französischen Wörtern aber auch. Wir zeigen Engaschmeng und haben ein Abonnemeng.


    Ob das wiederum den Franzosen gefiele? Ich glaube nicht. ;)

    Eine Diskussion ist ein Austausch von Gedanken, bei dem immer die Gefahr besteht, dass man überzeugt wird.

    Hans Moser

  • Hier bei Minute 49 fragt der Regensburger Lucki Hofmaier den Gast "Kommts Ihr aus Landshut? Ich hers an der Sprach!"


    https://www.zdf.de/show/bares-…18-dezember-2019-100.html


    Es kann natürlich sein, dass er das vorhe rwusste, gerade weil der Landshuter ein ehemaliger Olympia-Eishockeyspieler ist. Aber das hat er nicht angesprochen. Wenns authentisch war finde ich es gut und faszinierend, dass es heute noch (!) möglich ist, die Leute sogar einer konkreten Stadt zuzuordnen aufgrund der Mundart.

    „Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“


    André Gide

  • Wenn ich in Hamburg bin, hört auch jeder den Berliner bei mir raus. Der bayerische Türke, der mich in Frankfurt wegen einer Spende ansprach, konnte das nicht. ;)

    Eine Diskussion ist ein Austausch von Gedanken, bei dem immer die Gefahr besteht, dass man überzeugt wird.

    Hans Moser

  • Ja gut, Hamburg, Berlin, Köln, München, Wien ist allein wegen der Größe nochmal was anderes als Landshut, Regensburg, Augsburg usw. Wobei Würzburg, Bamberg und Nürnberg würde ich wohl auch unterscheiden können. Von daher ists noch nicht vorbei mit den Dialekten :) Aber das war ein schöner Moment bei "Bares für rares" :)

    „Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“


    André Gide