Verschwundene Stars

  • Ich bin grad auf dem Alten Südfriedhof. Ich habe das Grab zwar gefunden, leider ist da nichts mehr zu entziffern :(

    Es ist auch eine ganz bescheidene Grabstätte. Vermutlich sind da nie viele Namen draufgestanden.

    Ich habe aber immerhin viele prominente Gräber gefunden, wenn auch keine Filmschauspieler. Also nichts für unseren Find a grave-Thread. :|

    "Ich habe einen Traum, dass meine vier kleinen Kinder eines Tages in einer Nation leben werden, in der sie nicht wegen der Farbe ihrer Haut, sondern nach dem Wesen ihres Charakters beurteilt werden." (Martin Luther King)


  • Eine sehr populäre Theaterschauspielerin in den ersten drei Jahrzehnten des 20. Jhdts war Vally von Küstenfeld, u.a. aktiv am Stadttheater Breslau. Leider trat sie nie in einem Film auf. Eben bin ich durch Zufall auf ihre Lebensdaten gestoßen. Kurz danach waren sie schon wieder weg =O Jetzt habe ich sie wieder gefunden :) Deshalb verlinke ich sie vorsichtshalber hier - für den Fall, dass sie mal bei Recherchen benötigt werden:

    *1885 in Graz, +11.1962 in Bad Tölz als Valerie Gorter.

    "Ich habe einen Traum, dass meine vier kleinen Kinder eines Tages in einer Nation leben werden, in der sie nicht wegen der Farbe ihrer Haut, sondern nach dem Wesen ihres Charakters beurteilt werden." (Martin Luther King)


    Edited once, last by Austernprinzessin ().

  • Ich habe gestern mit großer Begeisterung mal wieder Robert Reinerts Nerven (1919) angesehen. Und ich kann sagen, der gefällt mir mit jedem Ansehen besser :)

    Mir ist aufgefallen, dass die Darsteller sehr München-lastig sind, was natürlich daran liegt, dass es sich bei Nerven um eine bayerische Produktion handelte :) Lili Dominici war auch eine jener unbekannten Darstellerinnen aus dem Film, die sich beruflich hauptsächlich in München rumgetrieben haben. Das wäre ein Ansatz, auch über sie mal mehr herauszubekommen :)

    "Ich habe einen Traum, dass meine vier kleinen Kinder eines Tages in einer Nation leben werden, in der sie nicht wegen der Farbe ihrer Haut, sondern nach dem Wesen ihres Charakters beurteilt werden." (Martin Luther King)


  • Ich habe gestern mit großer Begeisterung mal wieder Robert Reinerts Nerven (1919) angesehen. Und ich kann sagen, der gefällt mir mit jedem Ansehen besser :)

    Mir ist aufgefallen, dass die Darsteller sehr München-lastig sind, was natürlich daran liegt, dass es sich bei Nerven um eine bayerische Produktion handelte :) Lili Dominici war auch eine jener unbekannten Darstellerinnen aus dem Film, die sich beruflich hauptsächlich in München rumgetrieben haben. Das wäre ein Ansatz, auch über sie mal mehr herauszubekommen :)

    Ein Brand — für den Film. München, 9. Juli. Vor dem ehemaligen Restaurationsgebäude im Nymphenburger Volksgarten gab es am Dienstag gegen Mittag ein sonderbares Schauspiel zu sehen. Auf dem Dache, in den Fenstern stieg plötzlich Rauch auf, Flammen schlugen heraus — und Menschen retteten sich auf Leitern und Stricken. Dampf und Rauch ringsum — und bald war auch die Feuerwehr in Aktion. Kammersänger Bender rettete nacheinander eine Frau in kostbaren Gewändern und ein junges Mädchen! Und vor dem allen stand bei zwei Aufnahmsapparaten Regisseur Reinert, der Verfasser des "Opium", und hielt die Fäden dieses Brandes in der Hand und fachte die einzelnen Leute an und befahl — wann gelöscht werden sollte. — Die Filmaufnahme, die nicht unerhebliche Vorbereitungen nötig machte und durch einige Gruppen von Hilfsregisseuren geführten Darsteller belebt war, ist für den großen Film „Nerven" bestimmt. Neben Kammersänger Bender wirkten in den Hauptrollen Frau Barre und Lili Dominici mit. — Natürlich hatten sich bald viele Zuschauer angesammelt. (In München muß die Wohnungsnot jedenfalls nicht so arg fein, wenn man dort noch Häuser zu Filmaufnahmen anzünden kann. Anm.

    der Red.)

  • In Nerven spielt Lili Dominici die blinde Schwester eines der Hauptdarsteller, Paul Bender (als Lehrer Johannes).

    Ich bin mir noch nicht ganz klar darüber, was genau die Funktion der Rolle ist, denn ihre Hilflosigkeit wird den ganzen Film über in den Vordergrund gestellt. Entweder ist sie orientierungslos, und wenn sie etwas tut, macht sie damit Probleme.

    Die Szene im Anhang spielt vor Gericht: Sie will den Richtern die Bibel des Bruders zeigen, um seine Unschuld zu beweisen. Aber die finden ein Blatt, das sie so interpretieren, dass ihr Bruder sechs Jahre Zuchthaus erhält.

    So ist es auch nur konsequent, dass sie gegen Ende des Films bei einem Brand stirbt. Sie kann unmöglich Teil des "neuen Geschlechts" werden, das die letzten Bilder des Films ankündigen.


    Ihre Rolle in dem Film gibt Lili Dominici nicht die Möglichkeit, so zu glänzen wie andere Darsteller, aber sie hinterlässt mit ihrer vergleichsweise zurückhaltenden und doch eindrücklichen Spielweise einen bleibenden Eindruck.

  • Und was war Deine Antwort? :)

    Um's kurz zu machen: Ich erklärte ihm, dass ich herausfinden möchte, dass der Gesuchte ein langes, glückliches Leben hatte und nicht als Kanonenfutter endete oder erfror oder verhungerte.


    Und ich hab' ihn gefunden!! Bisher wußte man ja nicht ob er überhaupt den Krieg überlebt hatte, und in keinem rumänischen Archiv gibt es irgendetwas über ihn nach 1930.... Aber über sieben Ecken hab ich es geschafft: ich konnte durch eine einzeilige Bleistiftnotiz auf der Rückseite einer Visitenkarte, die drei junge Männer 1938 in einem Hotel in London einem Freund hinterlegten, und die in der Korrespondenz eines rumänischen Diplomaten und Emigranten (einer der drei jungen Männer) gespeichert ist, seine Verwandschaft mit eben diesem belegen, und durch den bekannten Verwandten (es ist, wie vermutet, der Bruder) konnte ich die Eltern finden, und schließlich ein paar Fotos der Familie auf einer Webseite aus seiner Heimatstadt auf denen mein Sänger tatsächlich auch ergraut (aber immer noch rank, schlank und schick!) in den 60ern zu sehen ist! Hurra!!! Ich hatte schon die alllerschlimmsten Befürchtungen.


    SINGEN und auftreten durfte er aber wohl nicht mehr öffentlich, denn sein Vater und Bruder waren beides Staatsfeinde.... der Bruder ein bekannter Emigrant/Dissident, der Vater zeitweise interniert.... wie es ihm selber erging, bleibt noch herauszufinden.


    Jetzt fehlt nur noch einer, aber da sehe ich noch recht schwarz.

    "Immer wenn ich Dir die Sterne vom Himmel holen will kommt mir dieser häßliche Vogel in den Weg." - Jupiter (Willy Fritsch)

  • Ich habe heute ein Autogramm von Mizzi Mader-Anzengruber gekauft. "Die Filmwelt" listet sie 1923 und 1924 unter dem Namen Mitzi Mader als Filmschauspielerin in der Gumpendorferstraße 76 in Wien. Allerdings war sie vor allem Theaterschauspielerin. Bis jetzt habe ich nur einen Hinweis auf einen Casanova-Film mit Oskar Beregi gefunden. Den Film selbst habe ich bei imdb nicht entdeckt. Lebensdaten gibt es online auch keine. Auf geni.com wird sie als "verstorben" gelistet. Allerdings ohne ein Sterbejahr.

    "Ich habe einen Traum, dass meine vier kleinen Kinder eines Tages in einer Nation leben werden, in der sie nicht wegen der Farbe ihrer Haut, sondern nach dem Wesen ihres Charakters beurteilt werden." (Martin Luther King)


  • Ich habe heute ein Autogramm von Mizzi Mader-Anzengruber gekauft. "Die Filmwelt" listet sie 1923 und 1924 unter dem Namen Mitzi Mader als Filmschauspielerin in der Gumpendorferstraße 76 in Wien. Allerdings war sie vor allem Theaterschauspielerin. Bis jetzt habe ich nur einen Hinweis auf einen Casanova-Film mit Oskar Beregi gefunden. Den Film selbst habe ich bei imdb nicht entdeckt. Lebensdaten gibt es online auch keine. Auf geni.com wird sie als "verstorben" gelistet. Allerdings ohne ein Sterbejahr.

    Sie war die Enkelin des damals berühmten Dichters Ludwig Anzengruber.

  • Sie war die Enkelin des damals berühmten Dichters Ludwig Anzengruber.

    Mizzi Maders Cousine Anna Anzengruber war ebenfalls Schauspielerin.


    Werke von Ludwig Anzengruber wurden auch verfilmt.


    -Der Pfarrer von Kirchfeld, Premiere: 18. März 1915 (Weitere Verfilmungen: 1937 und 1955)

    -Im Banne der Plicht (Hand und Herz), Premiere: 7. September 1917

    -Der Schandfleck, Premiere: 30. November oder 17. Dezember 1917 (Weitere Verfilmung: 1956)

    -Doppelselbstmord, Premiere: 18. Januar 1918. Für die Film bearbeitet von L. As. Sohn Karl Anzengruber, Vater von Anna A.

    -Der Meineidbauer, Premiere: 19. Juli 1918 (Weitere Verfilmungen: 1941 und 1956)

    -Die Kreuzlschreiber, Premiere: 3. August 1951


    Karl Anzengruber hat auch ein Werk geschrieben das verfilmt wurde:

    - Mit dem Schicksal versöhnt, Premiere: 4. Januar 1918


    Karl Anzengruber Bestattungsdatum: 9. Juli 1927 (52 Jahre, Beisetzung im Ehrengrab des Vaters)

  • Sie war die Enkelin des damals berühmten Dichters Ludwig Anzengruber.

    Das ist sie :)