Jugend (1938) mit Kristina Söderbaum

  • Zum Glück gibt es heute andere Quellen , als das verödete deutsche TV , siehe :



    Veit Harlans erster Film mit seiner späteren Frau Kristina Söderbaum und hier war es auch zum ersten Mal das Sie ins Wasser ging und nach 2 weiteren Filmen " Jud Süß " und " Die goldene Stadt " , den Spitznamen " Reichswasserweiche " bekam .


    Ist dieser Film jemals im TV gezeigt wurden ???

  • Tag-Meister

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  • Habe den Film vor einiger Zeit gesehen, da Hermann Braun in dem Film mitgewirkt hat und Günther Brackmann laut Besetzungsliste auch eine Rolle in dem Film spielte.


    Zuerst einmal muss ich sagen, dass es sich bei dem Film "Jugend" (1938) um einen sehr ernsten Film handelt. Der Film spielt im 19. Jahrhundert und beschäftigt sich mit einem Liebespaar (gespielt von Kristina Söderbaum und Hermann Braun) ebenso wie mit einem Pfarrer und einem Kaplan, die jeweils ein vollkommen unterschiedliches Verständnis vom Christlichen Glauben haben. Der Pfarrer (gespielt von Eugen Klöpfer) sieht sich auch als Diener seiner Gemeinde und der Menschen seiner Ortschaft, die ihn brauchen. Der Kaplan (gespielt von Werner Hinz) sieht die Dogmen des Christentums als höchstes Gut und ist der Überzeugung, dass die Menschen den Dogmen untergeordnet sind.


    Annchen, die Nichte des Pfarrers (Kristina Söderbaum) bekommt eines Tages Besuch von ihrem Cousin Hans (Hermann Braun). Während des gemeinsamen Aufenthalts verlieben sie sich ineinander. Dies fällt auch dem Kaplan auf, der daraufhin versucht, Annchen von näherem Kontakt zu Hans abzuhalten. Dies versucht er mit der Einwirkung auf ihr Gewissen, und, in erster Linie, durch die Erzeugung von Angst. Nach einer (in dieser Form ungeplanten) gemeinsamen Nacht erwartet Annchen ein Baby. Dem psychischen Druck, den der Kaplan auf sie ausübt, hält sie nicht länger stand und nimmt sich das Leben.


    Der Pfarrer erfährt erst nach ihrem Tod von dem Wirken des Kaplans und ist zutiefst erschüttert. Eindrücklich bringt der Pfarrer zum Ausdruck, dass einem eine Sünde, sofern man sie bereut, vollständig vergeben werden kann und das der Mensch nicht perfekt, sondern auch fehlbar sein kann.


    Ein eindrucksvoller Film mit einer klaren Botschaft, die am Ende des Films von dem Pfarrer klar benannt wird: Nicht für die Dogmen, für die Menschen müssen wir da sein


    Der Film "Jugend" (1938) ist auch ein künstlerisch sehr eindrucksvoller Film. Alle Darsteller des Films überzeugen in ihren Rollen. Besonders die Filmmusik von Hans-Otto Borgmann hat mich sehr beeindruckt. Sowohl die ruhige, harmonische Musik in den Anfangsszenen, als auch die spannende, dramatische Musik im späteren Verlauf des Films. Ebenfalls besonders beeindruckend ist die meisterhafte Regie von Veit Harlan, der mit dem Film "Jugend" (1938) ein künstlerisch anspruchsvolles, sehr eindrückliches Werk geschaffen hat.


    Entgegen den Angaben der Besetzungslisten ist Günther Brackmann in dem Film "Jugend" (1938) nicht zu sehen. Die Rolle des Jaskow, die er laut Besetzungsliste spielt, wurde von Heinz Dugall verkörpert. Eventuell hat Günther Brackmann ja in einer Szene des Films mitgewirkt, die im Endschnitt entfernt wurde und im fertigen Film nie zu sehen war. Ist Ihnen / Euch diesbezüglich etwas bekannt?

  • Volker

    Spannend, das war mir noch gar nicht bekannt. Bin bisher noch gar nicht dazu gekommen, die Filmnachweise von Heinz / Heiner Dugall zu sichten. Neulich war ich noch mal für ein paar Tage in Berlin und habe dort im Bundesarchiv auch viele Filmnachweise gesichtet. Nochmals vielen Dank für Deinen Tipp, da findet man unglaublich viel Material, jedoch weiß ich auch nicht, ob alle Filmnachweise überliefert sind. Hast Du / haben Sie schon alle Filmnachweis-Akten zu Heinz / Heiner Dugall durchgesehen?

  • Wunderbar das sind ja schöne und interessante Hintergrundinfos.;)


    "Ein Deutscher, der sein Vaterland abstreift, wie einen alten Rock, ist für mich kein Deutscher mehr."
    (Otto von Bismarck, 1815-1898, erster Reichskanzler des Deutschen Reiches)


  • Ich habe diese zusammengefasten Seiten der Filmnachweise des Heiner D. ab 1936. Da wird ja unterschieden zwischen Langfilm, Kurzfilm und Synchronisation. Und meist steht auch da, was der Künstler verdient hat. Manchmal ganz links auch der Rollenname. Jedenfalls taucht "Jugend" nicht auf.

  • Volker

    Sehr spannend, das heißt also, es sind gar nicht alle Filmnachweise überliefert? Leider weiß ich auch noch viel zu wenig über die Überlieferungsgeschichte der Filmnachweise. Soweit ich weiß wurden diese vom Berlin Document Center übernommen und dann an das Bundesarchiv weitergegeben. Falls diese nicht seit 1933 durchgängig von der Reichsfilmkammer archiviert und später an den Berlin Document Center weitergegeben wurden, wäre das ja eine mögliche Erklärung dafür, dass einige Filmnachweise nicht überliefert sind...