Fliegerbombenfunde

  • In letzter Zeit wurden bei uns in Wien wieder einige Dutzend Kriegsrelikte ausgebraben.
    Allein beim Bau des neuen Hauptbahnhofes muss der Entminungsdienst des Innenministeriums fast täglich anrücken.
    Im Jahr 2009 barg der österr. Entminungsdienst fast 28 Tonnen Kriegsmunition aus dem letzen Krieg - dem 2. Weltkrieg.
    An einem Tag mussten die Leute vom Entminungsdienst 3-5 mal ausrücken !!!


    Auch unser Haus das relativ nahe bei einem Bahnhof liegt wurde 1945 von einer russischen Fliegerbombe getroffen.
    Die Bombe bohrte sich durchs Dach und viel bis in den Keller des 2 stöckigen Hauses wo sie aber gott sei dank nicht detonierte. (Blindgänger)
    Die leere Spitze des Teils ist bis heute noch im Keller.


    Echt ein Wahnsinn wie viele solcher "Schläfer" noch heute unter der Erde schlummern...


    Hier ein interessanter Artikel:


    http://www.tt.com/csp/cms/site…tonnen-kriegsmunition.csp


    xx


    "Wer mit seinem Volk nicht Not und Tod teilen will,
    der ist nicht wert, dass er mit ihm lebe."

    (Jean Paul, 1763-1825, deutscher Schriftsteller)


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  • In der BR-Sendung Quer haben sie auch schon darüber berichtet dass das in Franken auch immer häufiger vorkommt. Das Schlimme ist: Die Eigentümer der Grundstücke müssen selbst dafür aufkommen,d ass die Bomben geräumt werden.

    „Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“


    André Gide

  • Eigentlich sollten die "Kriegsgewinner" einen Fonds einrichten dessen Geld dann zur Beseitigung dieser gefählichen Kriegsrelikte verwendet wird.
    Warum müssen wir 65 Jahre nach Kriegsende alles aus eigener Tasche zahlen und täglich Menschenleben riskieren wegen Bomben die meistens willkürlich abgeworfen wurden.
    (Dort wo ein Licht brennt werfen wir eine Bombe runter - und dann hat sich die Sache)...
    Daran haben sie nicht gedacht...


    "Wer mit seinem Volk nicht Not und Tod teilen will,
    der ist nicht wert, dass er mit ihm lebe."

    (Jean Paul, 1763-1825, deutscher Schriftsteller)


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  • Warum müssen wir 65 Jahre nach Kriegsende alles aus eigener Tasche zahlen und täglich Menschenleben riskieren wegen Bomben die meistens willkürlich abgeworfen wurden.


    Tja, alles ist relativ. ;)


    dafür haben wir bis heute keinen Freidensvertrag mit den Alliierten. Und das ist auch gut so, denn die Reparationsforderungen hätten die Kosten der Bombenentschärfung bei weitem überstiegen. So haben wir einen vergleichsweise preiswerten Frieden, aber jede Menge Arbeit.


    In Oranienburg (nördlich von Berlin), in der Nazi-Zeit Standort der Rüstungsindustrie, werden noch hunderte von Blindgängern vermutet. In Berlin selbst dürfte es nicht anders aussehen. Bis vor 15 Jahren gab es übrigens keine Verpflichtung, bei Bauarbeiten nach Bomben zu suchen, bis eine Fliegerbombe, die noch in der Hauswand steckte, von schwerem Gerät angebohrt wurde. Zwei Bauarbeiter kamen ums Leben. Man bekam eine ungefähre Ahnung, wie es nach dem Krieg ausgesehen haben muss.


    Ich habe selbst mal auf einer Bombe gesessen, ohne es zu wissen. Das war im herbst 1997. Sie befand sich unter einer Tribüne des Berliner Olympiastadions und wurde wärend der Renovierungsarbeiten für die WM 2006 entdeckt.

  • Unser Nachbarhaus, eine altes ebenerdiges Einfamilienhaus aus dem 19. Jahrhundert, wurde vor ein paar Wochen abgerissen. Nun ist ein großes Bauprojekt geplant. Da das Grundstück doch recht groß ist, wird der ganze Grund verbaut und es entstehen Wohnungen. Auch eine Tiefgarage ist vorgesehen. Das ist natürlich ein sehr großes Risiko, da das alte einstöckige Haus daneben (frühes 19. Jahrhundert), welches uns gehört, durch die Aushebungen für die Garage stark gefährdet ist. Die zuständige Baufirma, ein großes Unternehmen, möchte nun Unterfangungsarbeiten an der Grundstücksgrenze, genauer genommen schon auf unserem Grund, durchführen, da sie Sorgen haben, dass das Haus dadurch einsinkt. Wir haben deswegen einen guten Rechtsanwalt eingeschaltet der eine positive rechtliche Vereinbarung zwischen der Baufirma und uns, über etwaige Schäden an unserem Haus erwirken konnte. Seit Tagen wird schon an anderen Stellen des Grundstückes ausgehoben und Unterfangungsarbeiten an den angrenzenden Straßen und Gehwegen durchgeführt, da diese sonst absacken oder einbrechen könnten, was schon an einigen Stellen passiert ist. Auf jeden Fall ist zur Zeit ganz schön was los...


    Um jetzt auf das Thema zu kommen. Vor ein paar Tagen wurde das ganze Grundstück von mehreren Spezialisten mit Minensuchgeräten durchsucht. Da im Zweiten Weltkrieg in Großstädten ziemlich viele Fliegerbomben herunter kamen, und noch dazu das besagte Grundstück in der Nähe eines größeren Bahnhofs liegt, ist die Chance sehr groß, dass auch hier Bomben liegen könnten. Gottseidank wurden noch keine gefunden. Eine Explosion eines größerem Blindgängers wäre für die angrenzenden Häuser und natürlich auch für die Bewohner sehr gefährlich. Zwei, drei Häuser weiter stadtauswärts "verirrte" sich eine Fliegerbombe und schlug in ein dreistöckiges Haus meines Großvaters ein. Das Ding flog durchs Dach, durch alle Stöcke bis in den Keller. Gottseidank war es ein Blindgänger...


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    (Jean Paul, 1763-1825, deutscher Schriftsteller)


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  • Schon krass welche Nachwirkungen das hat. Wie ist das bei Euch mit dem Denkmalschutz? Gibt es das in Österreich? Wirklich schade, wenn solche alte Gebäude "einfach so" abgerissen werden.

    „Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“


    André Gide

  • Das Haus liegt in keiner "Schutzzone". Schutzzonen können beliebig verändert werden. Es kommt nur aufs Geld an... Außerdem war das Haus schon "baufällig" und diente als Unterschlupf für Illegale und Obdachlose. Schön war es auch nicht wirklich. Was denkmalgeschützt ist entscheiden leider gottes andere "wichtige" und "gescheite" Leute.


    Erinnerst Du dich noch an das alte Wirtshaus an der Ecke in dem wir am Abend Essen waren, Sebastian? Der Pachtvertrag mit dem Wirtshausbesitzer wird nicht mehr verlängert. Das bedeutet, dass das Wirtshaus wegkommt und das Haus höchstwahrscheinlich abgerissen wird. Seit vielen Generationen steht dieses alte Haus aus dem 18. Jahrhundert !!! Der Haus- und Grundstücksbesitzer hat alles verkauft und nun wird wohl alles anders werden. Das macht mich sehr trauig. Mein Großvater erzählte früher oft viele witzige Geschichten über Feiern die dort stattgefunden haben. Auch einer der damals allgegenwärtigen Sparvereine war dort ansässig. Fast jedes Wirtshaus hatte seinen Stammtisch mit seinen "Sparvereinssitzungen". Das waren noch Zeiten. ;) Das gibts heute gar nicht mehr...


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    (Jean Paul, 1763-1825, deutscher Schriftsteller)


  • Es war eine kontrollierte Sprengung (was ich auch erst nicht wusste, ich dachte die entschärfen nur). Diehaben Sandsäcke und Stroh drauf gelegt, das Stroh hat Feuer gefangen und flog rum und hat (so habe ich es verstanden) einige Dachtstühle entzündet....?!

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    André Gide