Mit deutscher Gründlichkeit gegen amerikanischen Rassismus - Jetzt auch gegen Filmklassiker

  • Die Streamingplattform HBO Max hat wegen der Anti-Rassismus-Proteste in den USA den Filmklassiker "Vom Winde verweht" aus seinem Programm genommen.

    "Ich sagen, wenn Feierabend ist" oder "Verschieben wir`s auf morgen" - bekannte Sätze aus dem Film

    Die Rassismuswelle hat auch den Film erreicht

    Spannende Zeiten - mal sehen, wie es weiter geht

    https://amp.n-tv.de/der_tag/Ra…XI_xeRmlQq_zLAp5RJgxKahh4

  • Ist doch prima - man macht es wie mit dem Dritten Reich: man beseitigt es rückwirkend, in dem man seine Spuren tilgt. War da was?

    Ob da in den USA was war oder nicht...Ich hasse es, wie mit den alten Filmen umgegangen wird. Irgendwann landen die Streifen alle in der Versenkung. Die Filme zeigen auch Frauen in Kleidern und Röcken, wahrscheinlich laufen die nächsten bald dagegen Sturm. :thumbdown:

    Man kann auch die Bibel verbrennen, Luther war bekanntlich Antisemit (eigentlich Antijudaist), aber die Begriffe werden sowieso schon längst vermischt. :rolleyes::rolleyes::rolleyes:;(

    "Alkohol in Maßen genossen, schadet auch in größeren Mengen nicht"


    Anderl Heckmair (1906-2005), deutscher Bergführer und Alpinist

  • ich würde eher sagen, idiotische oder absurde Zeiten ...

    Genau..und selbst wenn die mal vorbeigehen sollten, wird sich so gut wie niemand mehr für "Vom Winde verweht" und Co. interessieren.

    "Alkohol in Maßen genossen, schadet auch in größeren Mengen nicht"


    Anderl Heckmair (1906-2005), deutscher Bergführer und Alpinist

  • Genau. Ebenfalls so ein Thema. Ein Wahnsinn. Das alles wird aber, wie man aktuell sieht um nichts besser, sondern eher schlechter. Alte Filme gelten für die meisten sowieso bereits als "antiquiert" oder historisiert. Stummfilme haben es aber noch besser - denen kann man nämlich durch moderne Musik "neues Leben " einhauchen. Tja..klingt durchaus nett, gefällt mir halt einfach nicht.

    "Alkohol in Maßen genossen, schadet auch in größeren Mengen nicht"


    Anderl Heckmair (1906-2005), deutscher Bergführer und Alpinist

  • Der Mob ist los und schmeißt Statuen um ...

    Mir fiel heute unterwegs eine Szene aus "Julius Cäsar" von Shakespeare ein, da wird einer von der Menge zu Tode gebracht, nur weil er so heißt wie ein anderer ... Da geht es eben nicht mehr um die Sache, sondern um's sich-austoben ...

  • Tja, wenn ein Film Geschichte nicht korrekt wiedergibt, muss man das auch sagen. Was hier in diesem Thema getan wird, ist das, was denen vorgeworfen wird, die die Demokratie bewahren wollen: keine Diskussion, keine Argumentation, nur draufhauen mit markigen Worten.


    Was bleibt?


    Ein nachdenklich gestimmter No Nick. :/


    Ob man dem Film allerdings gleich Rassismus vorwerfen muss, weiß ich nicht. Ich würde ihm eher vorwerfen, die Form des Rassismus zu verschleiern, den es damals gab und womöglich heute noch gibt. Amerikaner sind immer Helden. Etwas falsch machen die im Film nicht, und wenn doch, wird es als richtig deklariert.

  • Es ärgert mich einfach , dass (gefühlt) die alten Filme so verdrängt werden. Inhaltlich (bzgl. Rassismusvorwurd etc.) kann man das natürlich immer noch besprechen.

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    Anderl Heckmair (1906-2005), deutscher Bergführer und Alpinist

  • Um die Geschichte (und somit auch die Gegenwart) so gut wie es nur geht zu verstehen, sollte man auch alle Aspekte dieser Geschichte kennen. Diese "Verstecken"-Mentalität sorgt doch nur für das Gegenteil. Zur Geschichte der Sklaverei gehört auch die filmische Umsetzung eines Stoffes der in der Zeit der Sklaverei spielt und aus den 1930er Jahren stammt. Wer den Film einfach nur aufgrund der Handlung schauen möchte - sollte das tun dürfen. Wer sich mit der Sklaverei beschäftigt, wird diesen Film ggf. mit einbeziehen in sein "Recherchefeld", aber keiner der sich ein allumfassendes Bild über die Sklaverei in den USA und ihre Hintergründe machen möchte, schaut sich nur "Vom Winde verweht an" und übernimmt das dort gezeigte Bild 1:1 - eine allumfassende Wahrheit gibt es nicht weil die Geschichte und die Themen viel zu komplex und vielschichtig sind, sodass man immer Teilaspekte heranzieht, sobald man nur einzelne Quellen begutachtet. Und "Vom Winde verweht" ist eine filmische Quelle einer 1930er Jahre Literaturverfilmung eines (soweit ich weiss) eher schmalzigen stoffes.

    In "Hector, der Ritter ohne Furcht und Tadel" (den Film kenne ich übrigens auch nicht) wird man wahrscheinlich ebenso wenig allumfassende Wahrheiten über das Mittelalter erfahren wie in "Die Ritter der Kokosnus". Ein Schmalzfilm bleibt ein Schmalzfilm wie ein Lustspiel ein Lustspiel bleibt.


    Peter Lustig hat wohl mal haufenweise Beschwerdebriefe gekriegt (bzw. der Sender wars wohl eher), weil er am Ende einer "Löwenzahn"-Folge eine Flasche Wein aufgemacht hat. Er hat - meiner Meinung nach völlig berechtigt - gesagt, dass er die Aufregung nicht versteht. Denn er ist eine großväterliche Figur und ein Großvater trinkt u.U. auch mal einen Wein.
    Nach der Logik müsste man alle Autos in der Öffentlichkeit verstecken, weil Kinder noch kein Auto fahren dürfen. Dabei geht es doch darum Realitäten (somit auch die Geschichte) zu VERSTEHEN und zu lernen damit umzugehen. Alles andere sorgt meiner Meinung nach nur für einen gegenteiligen Effekt.


    Ich hab mal von einer Unibibliothek gelesen (ist schon ne Weile her) die aufgrund des WORDINGS ihre Bibliothek GEREINIGT (da denke ich direkt an Bücherverbrennung) hat - und da waren Werke wie Huckleberry Fynn wohl drunter. Und das Wording und historische Gegebenheiten gehören nunmal zur Geschichte dazu.

    „Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“


    André Gide

  • Dabei geht es wohl weniger um Unwahrheiten an sich, sondern vielmehr darum, Rassismus nicht zu romantisieren. So etwas könnte man über die Altersfreigabe machen oder, wie es der Sender offenbar plant, mit ein paar begleitenden Maßnahmen.

  • Ich für meinen Teil bin auch eben ein alter Filmfan. Natürlich bewertet man jetzt bestimmte Filme anders, also noch vor 20 Jahren. Trotzdem sind die Streifen nicht so übel ..manchmal hab ich einfach den Eindruck, dass man die alten Filme schlecht reden möchte..:/ Da bin ich gar nicht dabei...

    "Vom Winde verweht" hab ich erst 2 Mal gesehen... Für diesen Südstaatenfilm mit Liz Taylor konnte ich mich eigentlich mehr begeistern...;)


    https://www.cinema.de/film/das…s-regenbaums,1332729.html

    "Alkohol in Maßen genossen, schadet auch in größeren Mengen nicht"


    Anderl Heckmair (1906-2005), deutscher Bergführer und Alpinist

  • "Vom Winde verweht" war ein toller Film - der Teil vor der Pause. Danach fällt er ab. "Im Land des Regenbaums" war der Versuch der MGM, nochmal damit Kasse zu machen, aber der Film ist leider um Längen schlechter...

    Liz Taylor macht das Manko in jedem Fall wett...8);)

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    Anderl Heckmair (1906-2005), deutscher Bergführer und Alpinist

  • "Vom Winde verweht" war ein toller Film - der Teil vor der Pause. Danach fällt er ab. "Im Land des Regenbaums" war der Versuch der MGM, nochmal damit Kasse zu machen, aber der Film ist leider um Längen schlechter...

    Abgesehen von meiner Vorliebe bzgl. Elizabeth Taylor? Was gefällt dir an dem Film nicht so bzw. was macht ihn für dich jetzt wirklich um "Längen" schlechter?

    "Das Land des Regenbaums" wirkt für mich irgendwie positiv kurzweiliger (und das schon seit ca. 1995) , wenn man es jetzt direkt mit "Vom Winde verweht" vergleicht...

    "Alkohol in Maßen genossen, schadet auch in größeren Mengen nicht"


    Anderl Heckmair (1906-2005), deutscher Bergführer und Alpinist