Marina Ried (1921-1989)

  • Ein schönes Sat.1-Gespräch mit Marina Ried über ihr Schauspielerleben, u.a. auch über Theo Lingen



    https://www.youtube.com/watch?v=KipDBlfJrNA


    Wie unterhalb des Videos richtig geschrieben ist: So schön war mal Privatfernsehen! Zu Gustav Fröhlich gabs auch mal ein 80er Jahre Sat.1 Gespräch bei YouTube. Wer weiss, wieviele solche Zeutzeugenaufnahmen es noch so gibt.

    „Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“


    André Gide

  • Großartig. Danke für den Beitrag Vogel Specht. Ihren Film mit Henny Porten hab ich erst kürzlich gesehen. Wie absolut positiv man damals noch dem deutschen Film gegenüber stand! Mit dem Kriegsjahr 1943 wird ganz sachlich umgegangen. Und was für eine elegante Dame Marina Ried war. Solche älteren Frauen sind heute auch nicht mehr wirklich anzutreffen. Mich würde wirklich interessieren, welche "Wissenschaftler" den Ruf des deutschen Films derart in Misskredit gebracht haben. Sind da eigentlich Namen von Autoren bzw. Bücher etc. bekannt? Von nichts kommt ja schließlich nichts, würd ich mal sagen. Mein persönlicher Eindruck ist jedenfalls der , dass sich ab 2000 alles zunehmend verschlechtert, hat was die Ausstrahlungen der alten Filme angeht.

  • Meinst Du es waren Wissenschaftler? Ich glaube es waren eher Dokumentarfilme im Stile von Guido Knopp, die es nicht mehr geschafft haben die Zeit einigermaßen Objektiv darzustellen, sondern einen Drang hatten, nur das herauszustellen, was auch negativ ist, damit man auch bloß kein gutes Haar an Deutschland dieser Jahre lassen kann. Und entsprechend wurde dann auch das Ausstrahlen der Filme zurückgefahren und in Dokumentationen ÜBER das Thma Film oder auch konkret über Filme aus den 30er und 40er Jahren wurde dann nur das Thema "Propaganda" und (angebliche) billige Unterhaltung herausgestellt. Mehr braucht es ja nicht. Die Meinung wird von der Allgemeinheit so übernommen und schon wars das....

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    André Gide

  • ...wird so ähnlich gelaufen sein. Aber ich glaub auch das funktionierte lange Zeit nicht wie gewünscht , weil noch zu viele Schauspieler und Kinobesucher aus jener Zeit lebten. Andererseits frag ich mich auch oft, wieso mittlerweile auch der internationale Film vor ´45 aus dem dt. Fernsehen so gut wie verschwunden ist. Ein Kenner meinte einmal zu mir in Bezug auf Bette Davis, die würde inzwischen schon als "Quotenkiller" gelten.

    Ich hab keine Kontakte zu amerikanischen Filmfans, aber mich würde auch mal interessieren wie es dort zB aussieht mit den Ausstrahlungen ihrer alten Filme.

  • Ja ganz sicher spielt das auch eine Rolle: Also das Leben oder Ableben von Zeitzeugen. Denen muss man ja auch gerecht werden. NIcht umsonst findet man im MDR und RBB eher noch einigermaßen neutrale Berichte über die DDR-Zeit, weil die Leute denne komplett aufs Dach steigen würden, wenn man da subjektiv rumhetzen würde.

    Dann spielt die Qualität des Materials eine Rolle - wenn Stummfilme z.B. laufen bei Arte, sind das nur welche, die in bestmöglicher Art und Weise restauriert wurden oder vielleicht ganz wenige die einen großen gesellschaftlichen Wert haben. Und da der Großteil des Materials aus der Zeit vor 80 bis 100 Jahren alles andere als eine gute Bild- und Tonqualität hat, wird das halt nicht gezeigt. Wie es bei den US-Filmen ist, weiss ich garnicht, da wird sicher schon viel mehr gut restauriert sein - aber da sind halt die Generationen aus der Zeit auch weggestorben, stattdessen werden die neusten Blockbuster mit The Rock und Vin Diesel gezeigt und für die "älteren" (Heuuulll ich bin so alt ;-) ) dann mal Indiana Jones, Krieg der Sterne, Rocky und wenns hoch kommt "Die Zeitmaschine" oder "Die Reise zum Mittelpunkt der Erde".

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    André Gide

  • "Filme der NS-Zeit sind im Kontext der staatlich beeinflussten Produktion und Rezeption zu sehen".

    Das "verordnet" auch filmportal de. Das war zur Zeit dieses Interviews noch nicht so, das ist dann eben auch die Tücke des Objekts. Deswegen halte ich nicht viel davon, alle Filme aus dieser Zeit als "NS-Filme" zu bezeichnen, ist aber inzwischen gängige Praxis. Ich kann mir auch gut vorstellen, dass man die Tonfilme vor ´33 da auch irgendwie mit hineinnimmt. Es werden solche Tonfilme vor ´33 ja auch nicht gezeigt..

  • Ich erinnere mich an die ARTE Doku "Caligari - Wie der Horror ins Kino kam" von 2014. Die war richtig gut gemacht. Ganz übel war aber der Schluss der Doku, weil dann aufgezeigt wurde, wie mit dem Aufkommen des Tonfilms die Stummfilmära, die "Caligari-Ära", die Zeit der Weimarer Republik zu Ende ging und das experimentelle verschwand und es über ging zu einen "Unterhaltungs-Einheitsbrei" (so wurde es vermittelt, was genau gesagt wurde, weiss ich nicht mehr). Jedenfalls blendete man über auf die Melodie von "Die Drei von der Tankstelle" und im Abspann waren eben Fritsch, Rühmann und Karlweis tanzend zu sehen. Das wirkte total bedrückend, befremdlich und man hatte irgendwie nur noch Nazis, Plattheit und Hakenkreuze im Kopf, warum auch immer. Zumindest ging es mir so. Aber das hat (da ich so eigentlich nicht ticke, da ich die Zeit ja sehr differenziert betrachte) man so vermittelt in der Doku. Und "Die Drei von der Tankstelle" ist aus dem Jahr 1930! Nicht 1934 oder ähnliches.... das ist genau der Punkt, den Du gerade angesprochen hast, Mathias77.

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    André Gide

  • Im Januar 1930 !! waren die Nazis ja bereits in Thüringen in der Koalitionsregierung. Das darf man natürlich nicht außer Acht lassen. :huh: Auch nicht, dass die Zeit geprägt war von einem Antidemokratismus. Heute nennen sie es dann "Aufarbeitung" und nehmen Abstand von den UFA-Filmen.

    Diese Doku hab ich nicht gesehen aber ich weiß worauf du da hinaus willst.

    In einem Fernsehprogramm stand einmal vor ein paar Jahren in der Bewertung, dass "Romanze in Moll" der einzige wertvolle UFA-Film sein soll. Unglaublich. :thumbdown:

  • Von der Dokumentation "Caligari - Wie der Horror ins Kino kam" wusste ich bisher nichts, aber das ist, finde ich, schon eine Unverschämtheit. Aber es ist leider auch ein gängiges Vorurteil, dass leichte Unterhaltung und Heile-Welt-Filme oberflächlich und nicht anspruchsvoll sind. Ich sehe das allerdings anders: Ich finde schon, dass Unterhaltungsfilme auch anspruchsvoll sein können und es oft auch sind.


    Und selbst wenn es mal nicht so wäre, Unterhaltungsfilme sollen meines Wissens in erster Linie unterhalten und müssen nicht immer künstlerische Meisterwerke sein