Les Misérables

Victor Hugos „Les Miserábles“ gilt als Klassiker der Weltliteratur. Bei dem fetten Wälzer geht es nicht nur um die Geschichte von Jean Valjean, der sich nach Jahren Gefängnis wegen eines Bagatelldelikts unter falschem Namen eine neue Existenz aufbaut und von seinem Widersacher Kommissar Javert erbittert gejagt wird; es geht um die Französische Revolution, Barrikadenkämpfe, das Elend der Ärmsten und um Entscheidungen im Leben, die zwar gegen das Gesetz sind, aber notwendig, um nach der eigenen moralischen Überzeugung handeln zu können..


Unzählige Male wurde der Stoff bereits adaptiert: So sind nicht nur zig Filme entstanden, sondern auch das seit den 1980er Jahren im Londoner West End mit großem Erfolg aufgeführte Musical von Alain Boublil und Claude-Michel Schönberg oder ein sechsstündiges Schauspielstück, das 2017 von Frank Castorf im Berliner Ensemble inszeniert wurde.


Warum sollte man sich also die klassische achtteilige BBC-Serien-Neuverfilmung ansehen? Zum einen ist die Geschichte nach wie vor hoch spannend und emotional. Zum anderen wird sich mit einer Länge von 356 Minuten endlich einmal die Zeit genommen, die die Vorlage benötigt, um alle Facetten beleuchten zu können.


Ein hochkarätiges Ensemble (darunter Dominic West, der sowohl als junger als auch als älterer Jean Valjean absolut überzeugt, oder Lily Collins als vom Schicksal gebeutelte Fantine, die alles dafür tut, um Geld für ihre in die Obhut der gerissenen Wirtsleute Thénardier gegebene Tochter Cosette aufzubringen) wertet die Neuverfilmung von „Les Misérables“ ebenfalls gehörig auf.


Somit setzt die aktuelle Serie der Elenden die Messlatte für weitere Adaptionen sehr hoch und stellt eine gute Alternative für diejenigen dar, die eher am Stoff als am Gesang und der Melodien des Musicals interessiert sind.


Da lediglich ein Screener zu Rezensionszwecken zur Verfügung gestellt wurde, kann auf Details zur Aufmachung nicht eingegangen werden.


Wertung: 8 von 10 Punkten

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