Wie weit hat sich die Moraleinstellung geändert?

  • Ich möchte mal fogenden Fall zur Diskussion bringen und dabei die Moraleinstellung der Mehrheit kennenlernen.


    Dieser Tage wurde in Österreich eine sterbende Kellnerin von einem 18jährigen mittellosen Mann ausgeraubt, als eine andere Mitreisende den Notarzt informierte.
    Während die Leserbriefe in der "Kronenzeitung" eindeutig sind, muß ich mich doch bei einigen anderen Foren wundern, was einige Leute für Moralvorstellungen haben, wenn sie schreiben, daß die Tote eh nichts mehr davon hat, wenn ihr persönlich Sachen gestohlen werden.
    Das heißt, für diese Leute ist es vollkommen legal, eine Sterbende zu bestehlen, weil ihr ja angeblich kein Verlust mehr betrifft.


    Teilt diese Auffassung wirklich ein Großteil der Leute?


    http://www.krone.at/krone/S25/object_id__187815/hxcms/

    „Wenn du wissen willst, wer dich beherrscht, mußt du nur herausfinden, wen du nicht kritisieren darfst.“


    (Voltaire)

  • Da ich im Schnitt 20 Jahre älter bin als die meisten anderen hier und daher auch noch eine etwas andere Erziehung 'genossen' habe, gehört für mich nach Mord und Vgwltg. das Ausrauben toter oder sterbender Personen zum absolut miesesten Verhalten. Solche Personen gehören zweifelsfrei zu dem, was man gemeinhin als Ratten, Hyänen oder Abschaum bezeichnet


    "RTL macht im Gegensatz zur landläufigen Meinung nicht mehr Fernsehen, sondern Gewinn. Das Programm wird nur billigend in Kauf genommen."

    (Geert Müller-Gerbes, Journalist & TV-Moderator)


    "Die Zuschauer sind gar nicht so dumm, wie wir sie mit dem Fernsehen noch machen werden."
    (Hans-Joachim 'Kuli' Kulenkampff, Schauspieler & Quizmaster)


  • Viele sind auch der Meinung, um 'cool' zu sein und in der Clique akzeptiert zu werden, müsse man möglichst viel Mist machen (sich schnell ins Koma saufen o. ä.) Weil einfach das Rückgrat fehlt, sich offen hinzustellen und zu sagen "Das finde ich Schei..e, das mache ich nicht.". Auch gegenüber der Clique, dazu hat doch kaum einer den Mut. Da lässt man doch lieber Sprüche ab wie "Der/Die braucht das eh' nicht mehr." wie hier.


    "RTL macht im Gegensatz zur landläufigen Meinung nicht mehr Fernsehen, sondern Gewinn. Das Programm wird nur billigend in Kauf genommen."

    (Geert Müller-Gerbes, Journalist & TV-Moderator)


    "Die Zuschauer sind gar nicht so dumm, wie wir sie mit dem Fernsehen noch machen werden."
    (Hans-Joachim 'Kuli' Kulenkampff, Schauspieler & Quizmaster)


  • Da ich im Schnitt 20 Jahre älter bin als die meisten anderen hier und daher auch noch eine etwas andere Erziehung 'genossen' habe, gehört für mich nach Mord und Vgwltg. das Ausrauben toter oder sterbender Personen zum absolut miesesten Verhalten. Solche Personen gehören zweifelsfrei zu dem, was man gemeinhin als Ratten, Hyänen oder Abschaum bezeichnet

    Trotz 20 Jahren Altersunterschied und differenter Erziehung, stimme ich Dir zu - das Betragen des jungen Mannes war unter aller Würde.

    Ein Wolf ist vielleicht nicht so stark wie ein Bär oder ein Löwe ... aber ein Wolf tanzt niemals im Zirkus! (anonym)

  • Schrecklich! Immer, wenn ich schon gedacht habe:"Schlimmer geht´s nimmer" setzt irgendjemand NOCH einen drauf! Meiner Meinung nach käme ein halbwegs intelligenter und normal denkender Mensch doch gar nicht erst auf solche Ideen!


    Naja, ich wurde ja schon als Moral-Apostel bezeichnet, weil ich gesagt habe, dass ich mich an die gesetzliche Nachtruhe halte. Oder wiel ich gesagt habe, dass es bei mir ganz einfach so ist, dass ich Bier ganz einfahc nicht mag... :rolleyes:

  • Wer soll denn in der Erziehung die Werte vermitteln? Viele Eltern sind arbeiten und können die Kinder nicht erziehen, die dann zuhause oder auf der Straße rumlungern. Und von den Eltern, die nicht arbeiten gehen, machen es sich viele sehr einfach und setzen die Kinder einfach vor dem Fernseher ab - dann laufen sie nicht vor den Füßen herum, stören nicht mit ihren 'dummen' Fragen, und Geld kostet es auch nicht. Dass selbst in vielen Zeichentrickfilmen Egoismus bzw. Rücksichtslosigkeit gegenüber den Mitmenschen vermittelt wird, wird angesichts der eigenen Bequemlichkeit durchaus in Kauf genommen.


    Szene aus einer TV-Reportage über kriminelle Kinder: "Erziehung ist schließlich Sache der Lehrer", so die tatsächlich ernst gemeinte Aussage eines Vaters, der selbst arbeiten geht und dessen 12jähriger Sohn schon Stammgast auf der Polizeistation ist (Diebstahl, Mitschüler-Erpressung, Schlägereien etc.). Selbst wenn dem so wäre (was ich bestreite, da Erziehung grundsätzlich die Sache der Eltern ist), so wäre dafür erst einmal der Schulbesuch erforderlich. Doch freiwillig geht der Junge ja nicht in die Schule, wurde schon öfter von der Polizei dort hingebracht.


    Wie sollen Kinder eine Erziehung erhalten, wenn schon die eigenen Eltern offensichtlich keine genossen haben?


    Das ist keine Verallgemeinerung, aber immer öfter anzutreffen. Selbst in sogenannten gut betuchten Familien.



    "RTL macht im Gegensatz zur landläufigen Meinung nicht mehr Fernsehen, sondern Gewinn. Das Programm wird nur billigend in Kauf genommen."

    (Geert Müller-Gerbes, Journalist & TV-Moderator)


    "Die Zuschauer sind gar nicht so dumm, wie wir sie mit dem Fernsehen noch machen werden."
    (Hans-Joachim 'Kuli' Kulenkampff, Schauspieler & Quizmaster)


  • Wer soll denn in der Erziehung die Werte vermitteln? Viele Eltern sind arbeiten und können die Kinder nicht erziehen, die dann zuhause oder auf der Straße rumlungern.

    Das ist aber etwas einfach gesprochen. Sollen Eltern denn nicht arbeiten gehen, um sich um die Erziehung ihrer Kinder kümmern zu können? Und woher kommt dann das Geld, um die Kinder zu ernähren und zu versorgen? Ok, dann bleibt ein Elternteil zu Hause, aber brauch es das wirklich: Ich denke nein. Mal abgesehen davon, dass es nach wie vor fast immer die frau ist, die zu Hause bleiben und dafür ihren Beruf ausgeben muss.


    Meine Eltern sind auch beide arbeiten gegangen und in meiner Umgebung kenn ich fast keine, deren Eltern zu Hause geblieben sind. Aus denen ist allen was geworden.


    Das Bild das du da zeichnest ist mir echt zu Schwarz-Weiß, sorry.

  • Sehe ich auch so. Ich denke jeder der hier mit der Erziehung zu tun hat, sollte seine eigene Moral überprüfen. Eltern , lehrer, Vorgesetzte, Chefs, wie auch immer.


    Meine Eltern gingen auch beide arbeiten, in meinem Leben liefen zwar auch ein paar Sachen etwas schief. Aber dennoch gibts klare Grenzen.
    Ich glaube, wie überall, gibt es "die"Lösung nicht. Meiner Meinung nach wäre es am besten, wenn alle oben genannten Parteien besser zusammen arbeiten würden.

  • Auch meine Eltern gingen beide arbeiten. Das war aber weder für sie ein Grund, sich nicht um uns zu kümmern, wenn sie zuhause waren, noch für uns ein Grund, uns nicht zu benehmen oder dauernd auf der Straße rumzuhängen und Leute anzumachen. In mancher Hinsicht haben wir uns gegenseitig erzogen (hatte zwei Geschwister). Möglich auch, dass Einzelkinder so aus der Bahn geraten, weil viele von den Eltern verwöhnt werden und sich nie mit Geschwistern arrangieren bzw. etwas teilen mussten. Gründe gibt es viele, die von mir angesprochenen sind nur ein paar. Nirgendwo wurde gesagt, dass das einzig und allein die Ursache sei.


    Ich habe auch an keiner Stelle geschrieben, dass Eltern nicht arbeiten dürfen. Oder nur zuhause bleiben müssen, um rund um die Uhr zu erziehen. Also bitte nicht etwas hineindeuten, was nicht einmal ansatzweise von mir angedacht war. Fakt ist aber, dass es sehr viele Erwachsene gibt, die nach Feierabend "ach so fertig" (selbst bei Teilzeit und Bürojob) nach Hause kommen und angeblich keine Zeit haben, sich um die Kinder zu kümmern. Ein Wunder, dass ich überhaupt lebe, denn meine Eltern haben beide in Vollzeit gearbeitet. Und zwar in Pflegeberufen, also wirklich körperlich anstrengend mit Patienten-aus-dem-Bett-heben, umbetten, baden. Gerade mein Vater hatte viel mit älteren Patienten zu tun und ist daher auch in Frührente - Rücken kaputt. Aber weder er noch meine Mutter haben jemals Sätze von sich gegeben wie "Für Erziehung habe ich keine Zeit, sollen sich die Lehrer drum kümmern" oder "Bin zu müde für die Kinder, komme gerade von der Arbeit.". Niemals! Habe ich aber selbst im Bekanntenkreis schon von einigen gehört. Und das leider auch von einer, die den eben angesprochenen Halbtagsjob in einem Büro hat (wo sie sich wirklich nicht kaputtmacht, da sie lediglich Briefe öffnet, vorsortiert und Ablage macht - in der restlichen Zeit surft sie im Web). Und so etwas ist für mich unverständlich.


    Und wieso müssen die Frauen zuhause bleiben und die Männer arbeiten? Merkwürdige Einstellung. Ich kenne es in vielen Fällen anders herum, sogar innerhalb meiner Familie und Verwandtschaft.


    "RTL macht im Gegensatz zur landläufigen Meinung nicht mehr Fernsehen, sondern Gewinn. Das Programm wird nur billigend in Kauf genommen."

    (Geert Müller-Gerbes, Journalist & TV-Moderator)


    "Die Zuschauer sind gar nicht so dumm, wie wir sie mit dem Fernsehen noch machen werden."
    (Hans-Joachim 'Kuli' Kulenkampff, Schauspieler & Quizmaster)


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  • Und wieso müssen die Frauen zuhause bleiben und die Männer arbeiten? Merkwürdige Einstellung. Ich kenne es in vielen Fällen anders herum, sogar innerhalb meiner Familie und Verwandtschaft.

    Aber genau das ist eben nicht die Regel. In den allermeisten Fällen bleiben die Frauen zu Hause, selbst wenn es nur die ersten Jahre sind.