Hannover - die Wiege der deutschen Schauspielkunst

  • Es gibt wohl kaum eine langweiligere Großstadt wie Hannover - man läßt sie gerne hinter sich.

    Es gibt aber Ausnahmen:

    1. Kurz und bündig: Der Hauptbahnhof, wo man sich gerne auch mehrere Stunden aufhalten kann, ohne das die Zeit lang wird.

    Ich würde sagen: An Vielfältigkeit und Auswahl einmalig in Deutschland


    Und jetzt das wichtigste: Hannover kann als Wiege der deutschen Schauspielkunst bezeichnet werden.

    Es gibt keine andere Stadt in Deutschland und Österreich, wo konzentriert so viele Schauspieler das Licht der Welt erblickten.

    Auf Platz zwei - mit sehr großem Abstand - folgt Essen.


    Ich zähle mal die Schauspieler auf, die in Hannover geboren wurden (sofern sie mir alle einfallen)


    Gustav Fröhlich

    Theo Lingen

    Grethe Weiser

    Dieter Borsche

    Georg Alexander

    Liselotte Malkowsky

    Günther Neutze

    Mareike Carriere

    Hilde Hildebrand

    Lucie Höflich


    das waren bestimmt noch nicht alle.

    Ein Phänomen, das unerklärlich ist.

    Hat jemand eine Begründung dazu?

  • Das einzige was mir dazu einfälllt: Hannover zählt ja als die Region, die sprachlich dem Hochdeutschen am nähesten kommst. D.H. Schauspieler aus der Region müssen sich nicht erst quälen und ihren Dialekt abtrainieren, sondern können im Hochdeutschen Fach gleich durchstarten.
    Das wird wohl nicht der Grund sein - fällt mir aber dazu gerade ein ;-)


    Wie schaut es mit Berlin und Wien aus? Allein wegen der Größe spielen die Städte sicher eine Rolle. Wobei beides auch Städte sind wo dann die Schauspieler erst hinziehen, nachdem sie erfolgreich geworden sind (z.B. nach Wien Heinz Reincke und Theo Lingen).

    „Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“


    André Gide

  • Wenn man natürlich allein genommen nur das Gebiet Österreich nehmen würde, kommt natürlich keine einzelne Stadt mit.

    Ich glaube auch, daß sich viele nicht im klaren sind, welche Menge gerade im Thema Film und Musik Österreich eine große Rolle spielt.

    So wurden die meisten Seemannslieder von Österreichern gesungen

    Lolita und Blaue Jungs

    Das Plattenlabel Polydor spielte eine große Rolle: Alle Peter Kraus-Aufnahmen - Connie Francis - Gus Backus wurden im Tonstudio Wien aufgenommen.

    Peter Alexander aber seltsamerweise im Kölner Polydor-Studio.

  • Nicht uninteressant in Bezug auf Österreich und Wien. Als Residenzstadt im Hl. Römischen Reich deutscher Nation und als Drehscheibe im Donauraum wurden dort lange Zeit viele Talente begünstigt, gefördert und natürlich geboren.

    In Wien gab es ab 1889 nicht umsonst das Deutsche Volkstheater und auch die Nähe zu Prag (einer alten dt. Studentenstadt) war sicher nicht ohne Gewicht.

  • Es gibt wohl kaum eine langweiligere Großstadt wie Hannover - man läßt sie gerne hinter sich.

    Es gibt aber Ausnahmen:

    1. Kurz und bündig: Der Hauptbahnhof, wo man sich gerne auch mehrere Stunden aufhalten kann, ohne das die Zeit lang wird.

    Ich habe den Eindruck, daß du außer des Hauptbahnhofs - den ich übrigens komplett langweilig und gesichtslos finde: ein 'Standard-Shop' neben dem anderen - kaum etwas von der Stadt gesehen haben kannst, außer eben die ebenso gesichtslose (weil nach 1945 nicht wieder neu aufgebaute) Innenstadt. Man muß halt ein bißchen weiter laufen in diesem Fall; aber das bringt auf jeden Fall mehr als dieser schreckliche Hauptbahnhof ;)


    Egal... die Beobachtung über die Schauspieler kann ich nur teilen und bestätigen. Hinzuzufügen wäre vielleicht noch, daß auch Heinz Rühmann eines seiner allerersten Theater-Engagements an einem hannoverschen Theater hatte.


    Einigermaßen skandalös finde ich allerdings, daß meines Wissens bisher keiner der von dir genannten Schauspieler von der Stadt in irgendeiner Form offiziell geehrt worden wäre. Es gibt weder ein Gustav Fröhlich-Haus noch eine Theo Lingen-Straße. Und das finde ich nun wirklich mal schwach...

  • Ich nehme mal an, daß du aus Hannover bist.

    Also, Hannover kenne ich seit meiner Kindheit - angefangen mit dem Katholikentag auf dem Messegelände, unzählige Umsteigereien am Hauptbahnhof und mehere Male in Empelde/Ronnenberg.

    Der Hauptbahnmag architektonisch keine Schönheit sein, aber für eine längere Wartezeit ist er der beste, den ich kenne.

  • Okay, die Orte, die du da gerade nennst,sind auch alles andere als meine Favoriten, aber abgesehen von den überregional bekannten Herrenhäusener Gärten gibt es da schon auch noch das 'Hinterland' des Maschsees (mit zwei der besten Biergärten, die mir jemals irgendwo untergekommen sind), den durchaus atmosphärischen und 'semi-hippen' Stadtteil Linden, und auch noch ein paar andere Orte, die so langweilig nicht sind, wie es das Klischee vermuten lässt.


    Was Bahnhöfe angeht: die in Bremen und in Hamburg gefallen mir weitaus mehr. Bei längerer Wartezeit in Bremen kann man zudem mal einen Kurzbesuch im direkt angrenzenden Übersee-Museum machen. Lohnt sich definitiv. :-)

  • Auch da kann ich dir leider nur teilweise zustimmen.

    Da ich in Hamburg geboren bin, kenne ich den Bahnhof natürlich von frühester Kindheit an.

    Das kulinarische Angebot ist ist genauso einheitlich, wie es auf allen üblichen Bahnhöfen zu sehen ist - keine Abwechslung - ein Bäcker der lange geöffnet hat - ansonsten tote Hose.

    Die 60er und 70er Jahre waren abwechslungsreicher - gerade was das kulinarische betrifft.

    Allerdings hat sich in den letzten Monaten "etwas - aber auch nur etwas getan" - es gibt eine Senfbude mit dazugehörenden Würstchen, die ich mir ansonsten - bis 19.30 am Mönckebergbrunnen besorgen kann.

    Was Bremen betrifft: Bis weit in die 70er Jahre gab es dort den schönsten Wartesaal, den ich je auf einen deutschen Bahnhof gesehen habe.

    Auch Bremen hat mittlerweile seine Eigenart verloren und hat nur noch die "üblichen Läden".


    Übrigens: Neben Hannover - mein favorisierter Bahnhof der Kurzweile, können nur noch in etwa München und Erfurt mithalten.

    Nur den Saarbrücker Bahnhof kenne ich noch nicht