Posts by Carry Klips

    Der Film ist gerade beim amerikanischen Kino Label auf BluRay erschienen! Leider mit Regionalcode A, daher wohl für die meisten hier nicht abspielbar. Aber für alle, die den trotzdem gucken können: eine wirklich ausnehmend große Verbesserung gegenüber der alten DVD, von der ich wirklich die Finger lassen würde. Die BluRay glänzt mit komplett unmanipuliertem Ton (man versteht endlich jedes Wort!), und es ist eben auch ein sehr gelungener neuer Transfer im korrekten 1.19-Bildformat, was für mich einen deutlichen Unterschied macht. Dazu gibt's auch noch einen Audiokommentar (in Englisch, natürlich), den ich noch nicht gehört habe. Also: ganz definitive Empfehlung, und ich hoffe mal, daß diese neue Version bald auch hierzulande erscheint. Diese frühen deutschen Siodmak-Filme haben es eh alle verdient, endlich mal offiziell veröffentlicht zu werden.

    Ich habe soeben die heute in der Reihe "Vergessene Deutsche Filmklassiker" erschienene DVD dieses sehr schönen Weimarer Tonfilms mit Liane Haid und Ivan Petrovich in den Hauptrollen gesehen. Über den Stil dieser Tonfilmoperette und insbesondere die hier beinahe noch hinreißender als sonst eh schon agierende Liane Haid muß ich wohl kein Loblied mehr singen, denke ich.


    Was allerdings die DVD-Veröffentlichung angeht: es scheint sich hierbei um das Ausgangsmaterial der schon seit mindestens zehn Jahren - vermutlich noch um einiges länger - in Sammlerkreisen kursierenden Version zu handeln, und obwohl sich gegenüber meiner bisherigen Version durchaus einige Verbesserungen erkennen lassen, so muß ich doch sagen: diese DVD ist auf dem Level einer guten Bootleg-Version, nicht mehr und nicht weniger. Wer sich hier einen neuen Scan auf dem Level des Jahres 2020 erhofft hat, dürfte arg enttäuscht sein. Sehr viele Szenen sind sehr unscharf, besonders zu Anfang des Filmes, und leider ist auch hier das originale 1.19-Bildformat nicht beachtet worden, was dann leider zu den bekannten 'abgeschnittenen' Köpfen führt (nicht so schlimm wie bei manchen anderen Transfers, aber es stört halt doch und ist heutzutage eigentlich nicht mehr akzeptabel). Mit anderen Worten: eine DVD, wie sie vielleicht vor zwanzig Jahren okay gewesen wäre. Zumindest der Ton ist allerdings zufriendenstellend.


    Das sollte jetzt niemand, der den Film noch nicht hat, davon abhalten, diesen wie gesagt äußerst stilvollen und unterhaltsamen Film zu erwerben, aber ich finde schon, daß - wenn es denn tatsächlich am Ausgangsmaterial gelegen haben sollte - ein paar Worte vom Label hilfreich gewesen wären, die unübersehbaren Schwächen dieser DVD einordnen zu können. Aber es gibt hier einfach gar nichts, auch keine sonstigen Extras. Und selbst die Plot-Zusammenfassung auf dem Cover ist fehlerhaft (Petrovich arbeitet NICHT als Pilot einer Flugzeugfabrik, sondern als Monteur in einer Automobilfabrik....).

    Ja, klar, ich habe bloß die alte Version noch, weil die neueren Versionen offenbar Probleme haben (oder hatten), Screenshots in unverändertem Bildschirmformat zu erstellen (was ich aus bestimmten Gründen brauche). Aber viel wichtiger für mich war, daß eben auch weder mein Fernseher noch mein BluRay-Player mit diesem File zurechtkommen, da ich Filme nicht auf dem Laptop gucken mag.


    Wie auch immer, ich habe einen Weg gefunden, das für mich als normales 1080p-File offline nutzbar zu machen. Sieht gut aus.

    Nachtrag: leider kommt auch 'offline' weder meine VLC-Version 2.04 noch mein 4k-TV oder mein 4k-Blu-Ray-Player mit diesem File zurecht. Muß wohl an dem verwendeten V9-Codec liegen. Der Blu-Player produziert im Gegensatz zu VLC oder dem TV immerhin noch ein Bild, aber das ist extrem 'stotternd' und nicht anschaubar (und nein, es hat nichts mit der hohen Auflösung an sich zu tun, ich habe Files die noch höher aufgelöst sind und problemlos laufen, allerdings mit einem anderen Codec...).

    In 1440p... oui... das kriegt mein alter Laptop anscheinend gar nicht mehr geregelt in voller Auflösung ;)


    Egal, zumindest auf dem TV sollte es gut aussehen. Großartig, daß sie sich bei diesem wunderbaren Film, einem der besten und anrührendsten mit Franziska Gáal, anscheinend alle Mühe gegeben haben.

    Da bin ich völlig deiner Meinung: natürlich sind die Tonfilme (noch) besser, und der Vergleich mit der Screwball-Comedy trifft sehr gut, was Jenny Jugo durchaus auch von anderen deutschen/österreichischen Komödien-Schauspielerinnen der 30er Jahre unterscheidet. Aus dieser Zeit fallen mir als deutsche Screwballs ansonsten nur noch "Glückskinder" und "Sieben Ohrfeigen" ein, die ja beide ganz offensichtlich an amerikanischen Vorbildern orientiert sind (bzw., wenn man es unfreundlich ausdrücken will, abgekupfert sind), und im Vergleich dazu haben die Jenny Jugo-Filme da dann doch mehr 'Eigenständiges'. Aber die für mich allerbeste deutsche Screwball-Komödie, leider viel zu wenig bekannt, wäre wohl "In Flagranti" (1943) mit Ferdinand Marian und Margot Hielscher...


    Aber um zumindest wieder irgendwie den Bogen zum Thema Filmarchiv Austria/unbekannte österreichische Filme zu schlagen: neben einer Jenny Jugo-Retrospektive würde ich mir unbedingt auch eine Franziska Gáal-Retro wünschen. Mit "Katharina die Letzte" ist zwar einer ihrer allerbesten und anrührendsten Filme im Rahmen der laufenden Reihe angekündigt, aber das ist halt der einzige, der ohnehin in digitaler Qualität als TV-Mitschnitt vorliegt. Der ebenfalls großartige "Kleine Mutti" (auch von Hermann Kosterlitz/Henry Koster) dagegen fehlt noch immer in einer brauchbaren Version, und ihre anderen Filme aus den 30ern sind ja auch alle äußerst sehenswert...

    ein Großteil der Rechte liegt für DVD Veröffentlichungen bei Filmjuwelen...

    Ja, aber leider haben sie mit "Mädchenjahre einer Königin" und "Pygmalion" zwei eher untypische Jenny-Jugo-Filme herausgebracht. Nicht daß ich die schlecht fände, im Gegenteil.


    Aber mit Jenny Jugo verbinde ich eben in allererster Linie die - auch erotisch aufgeladenen - Komödien wie "Fünf von der Jazzband" und ganz besonders "Wer nimmt die Liebe ernst". Die liegen zwar beide unter Sammlern in brauchbarer Qualität vor, und vor kurzem hat ja auch das Filmmuseum München mit "Looping The Loop" endlich einen der gesuchtesten Stummfilme mit Jenny ins Netz gestellt, aber trotzdem: angesichts der Klasse und des Charmes dieser Schauspielerin ist das, was man so bekommen kann, mehr als dürftig. Was würde ich zum Beispiel für eine gute Version von "Pechmarie" geben (einer ihrer allerbesten Filme, finde ich...)

    Hmmm.... im Gegensatz zu "Silhouetten" und "Café Elektric" aber leider keine volle HD-Qualität, und der Ton ist einigermaßen bescheiden ( viel zu stark gefiltert) im Vergleich zu den kursierenden alten VHS-Aufnahmen aus dem TV. Bildmäßig natürlich trotzdem weitaus besser als alles, was bisher vorlag, aber dennoch für mich schon eine leichte Enttäuschung nach den wirklich richtig guten Versionen der Filme der letzten Woche (und auch im Vergleich mit den konsistent erstklassigen Uploads des Filmmuseums München).

    Also ich kann den Stummfilm vs. Tonfilm beef so gar nicht nachvollziehen.


    Mich freuts, wenn alte deutsche Filme restauriert werden. Der Tonfilm wir da vernachlässigt, was u.a. wohl daran liegt, dass man sich erstmal um älteres Material kümmert aber auch weil die 20er "in" sind während man die 30er direkt immer gleich mit dem Regime in Verbindung bringt, also Filme (egal welcher Couleur) man nicht von der damaligen Politik trennen kann oder möchte..?

    Da bin ich auch völlig deiner Meinung. Ich hab' ja ohnehin wenig Probleme mit der 'normalen' Produktion aus den Jahren 33-45, aber wenn andere Leute/Institutionen da kritischer sind und man das Kino der Weimarer Zeit präferiert, so ist dennoch nicht nachzuvollziehen, warum dann nicht zumindest die frühen Tonfilme aus den Jahren 29-33 (die ja ebenfalls zum Weimarer Kino gehören) die ihnen gebührende Aufmerksamkeit und Sorgfalt bei der Restauration finden. Und da wir gerade beim Filmmuseum München sind: ich warte ja immer noch sehnsüchtig auf die wiederaufgefundene Fassung von "Die Privatsekretärin"...

    Also, "luxusrestauriert" klingt ja für meine Ohren doch etwas abwertend, angesichts der Tatsache, daß es ein Film von Murnau ist und Conrad Veidt (den man hoffentlich heute doch noch kennt....) eine der Hauptrollen hat. Sehr gute Restaurierung allerdings natürlich, aber der Film ist nicht nur historisch interessant.

    Die 145-minütige Fassung dürfte dann wohl die 'offizielle' amerikanische DVD-Veröffentlichung auf dem Kino-Label sein (auf deren Cover 143 Minuten angegeben sind, aber vielleicht ist das ja nicht wirklich akkurat), und das ist wohl die momentan definitive Fassung.


    Wie auch immer: ich persönlich bin ein großer Verehrer Stroheims, nicht zuletzt auch als Schauspieler (seine Rolle in Renoirs "Grand Illusion" ist absolut überwältigend, finde ich). Und als Regisseur? Ein Besessener, ein absoluter Perfektionist, der sich nicht das geringste um Produktionskosten, Zeitpläne etc. scherte, und dann dafür natürlich wenig überraschend die Quittung bekam. Insofern sind einige seiner bedeutendsten Werke heute verstümmelt ("Greed") oder gar nicht erst so realisiert worden, wie ursprünglich gedacht ("The Wedding March", "Queen Kelly"). Aber das was wir haben, strahlt dennoch die Meisterschaft Stroheims aus.... Für mich der bedeutendste amerikanische Stummfilmregisseur, wohl noch vor Sternberg und definitiv vor Griffith.


    Ich würde einiges dafür geben, wenn es endlich eine offizielle Veröffentlichung von "The Wedding March" gäbe. Das ist mein absoluter Favorit unter seinen Werken, und einer der allerwichtigsten Filme über den 'Mythos' der Stadt Wien. Kompletter Knockout.

    Ach, ich würde auf solche Meinungen von anderen ('berufen' oder auch nicht) erstmal nicht so viel geben wollen. Filme wirken letztenendes subjektiv, und der Eindruck ist häufig auch sehr zeitgeistabhängig.


    Ich denke da gerade an Lang's "Tiger von Eschnapur/Das indische Grabmal". Der war usprünglich wohl eine sehr ambitionierte Produktion, wurde dann später natürlich als eine trashige Verirrung des Meisters angesehen, und wird mittlerweile wahrscheinlich gerade wegen seines 'over the top'-Charakters wieder geschätzt. Und so ähnlich geht mir das auch mit "Opium": ich nehme den nicht völlig ernst, aber der Unterhaltungswert und auch die Schauwerte sind doch recht enorm :-)