Posts by Carry Klips

    Hmmm.... im Gegensatz zu "Silhouetten" und "Café Elektric" aber leider keine volle HD-Qualität, und der Ton ist einigermaßen bescheiden ( viel zu stark gefiltert) im Vergleich zu den kursierenden alten VHS-Aufnahmen aus dem TV. Bildmäßig natürlich trotzdem weitaus besser als alles, was bisher vorlag, aber dennoch für mich schon eine leichte Enttäuschung nach den wirklich richtig guten Versionen der Filme der letzten Woche (und auch im Vergleich mit den konsistent erstklassigen Uploads des Filmmuseums München).

    Also ich kann den Stummfilm vs. Tonfilm beef so gar nicht nachvollziehen.


    Mich freuts, wenn alte deutsche Filme restauriert werden. Der Tonfilm wir da vernachlässigt, was u.a. wohl daran liegt, dass man sich erstmal um älteres Material kümmert aber auch weil die 20er "in" sind während man die 30er direkt immer gleich mit dem Regime in Verbindung bringt, also Filme (egal welcher Couleur) man nicht von der damaligen Politik trennen kann oder möchte..?

    Da bin ich auch völlig deiner Meinung. Ich hab' ja ohnehin wenig Probleme mit der 'normalen' Produktion aus den Jahren 33-45, aber wenn andere Leute/Institutionen da kritischer sind und man das Kino der Weimarer Zeit präferiert, so ist dennoch nicht nachzuvollziehen, warum dann nicht zumindest die frühen Tonfilme aus den Jahren 29-33 (die ja ebenfalls zum Weimarer Kino gehören) die ihnen gebührende Aufmerksamkeit und Sorgfalt bei der Restauration finden. Und da wir gerade beim Filmmuseum München sind: ich warte ja immer noch sehnsüchtig auf die wiederaufgefundene Fassung von "Die Privatsekretärin"...

    Also, "luxusrestauriert" klingt ja für meine Ohren doch etwas abwertend, angesichts der Tatsache, daß es ein Film von Murnau ist und Conrad Veidt (den man hoffentlich heute doch noch kennt....) eine der Hauptrollen hat. Sehr gute Restaurierung allerdings natürlich, aber der Film ist nicht nur historisch interessant.

    Die 145-minütige Fassung dürfte dann wohl die 'offizielle' amerikanische DVD-Veröffentlichung auf dem Kino-Label sein (auf deren Cover 143 Minuten angegeben sind, aber vielleicht ist das ja nicht wirklich akkurat), und das ist wohl die momentan definitive Fassung.


    Wie auch immer: ich persönlich bin ein großer Verehrer Stroheims, nicht zuletzt auch als Schauspieler (seine Rolle in Renoirs "Grand Illusion" ist absolut überwältigend, finde ich). Und als Regisseur? Ein Besessener, ein absoluter Perfektionist, der sich nicht das geringste um Produktionskosten, Zeitpläne etc. scherte, und dann dafür natürlich wenig überraschend die Quittung bekam. Insofern sind einige seiner bedeutendsten Werke heute verstümmelt ("Greed") oder gar nicht erst so realisiert worden, wie ursprünglich gedacht ("The Wedding March", "Queen Kelly"). Aber das was wir haben, strahlt dennoch die Meisterschaft Stroheims aus.... Für mich der bedeutendste amerikanische Stummfilmregisseur, wohl noch vor Sternberg und definitiv vor Griffith.


    Ich würde einiges dafür geben, wenn es endlich eine offizielle Veröffentlichung von "The Wedding March" gäbe. Das ist mein absoluter Favorit unter seinen Werken, und einer der allerwichtigsten Filme über den 'Mythos' der Stadt Wien. Kompletter Knockout.

    Ach, ich würde auf solche Meinungen von anderen ('berufen' oder auch nicht) erstmal nicht so viel geben wollen. Filme wirken letztenendes subjektiv, und der Eindruck ist häufig auch sehr zeitgeistabhängig.


    Ich denke da gerade an Lang's "Tiger von Eschnapur/Das indische Grabmal". Der war usprünglich wohl eine sehr ambitionierte Produktion, wurde dann später natürlich als eine trashige Verirrung des Meisters angesehen, und wird mittlerweile wahrscheinlich gerade wegen seines 'over the top'-Charakters wieder geschätzt. Und so ähnlich geht mir das auch mit "Opium": ich nehme den nicht völlig ernst, aber der Unterhaltungswert und auch die Schauwerte sind doch recht enorm :-)

    Ich hab' ihn auch gerade gesehen und stimme Quax im wesentlichen zu. Hans Moser hat eine sehr schöne und teils anrührende Rolle, und Gusti Huber ist wunderbar wie immer (auch wenn das hier einer ihrer allerersten Filme war und sie in manchen der späteren Filme noch viel, viel charmanter ist). Einzig Rolf Wanka, der ja die Hauptrolle spielt, fand ich etwas blaß... Dennoch, sehr unterhaltsam in jedem Fall.

    Ich denke, daß diese Filme in den USA wegen anderer Urheberrechtsbestimmungen einfach 'public domain' sind, d.h., jeder, der eine Kopie besitzt, kann diese veröffentlichen. Was IHF nicht dürfte, wäre, eine der von der Murnau-Stiftung restaurierten Fassungen herauszubringen (für die die Stiftung natürlich die weltweiten Rechte hat). Aber da FWMS diese VB-Filme eh nicht restauriert, ist das nur eine theoretische Frage.

    Ich habe "Katkas Reinette-Äpfel" (so wohl die deutsche Übersetzung des Titels) auch noch nicht gesehen, aber er soll wohl der kommerziell erfolgreichste Film in der UdSSR im Jahre 1927 gewesen sein und wohl einer der ersten, der das alltägliche Leben im Leningrad der jungen Sowjetunion glaubwürdig und unverstellt zeigt.


    Ich bin also gespannt, auch weil mir der spätere Film "Oblomok imperii" [aka Fragments of Empire/Der Mann, der das Gedächtnis verlor] von Regisseur Fridrikh Ermler recht gut gefallen hat (ist auf der absolut medien/edition Suhrkamp Doppel-DVD "Der neue Mensch" mit drauf).

    Letztenendes - und ich sage es wirklich sehr ungern - haben wir es wohl leider der Coronamisere zu verdanken, daß diverse Institutionen und Archive endlich Teile ihres Bestandes online zugänglich gemacht haben und noch machen. Ich denke da insbesondere an die wunderbaren Uploads des Filmmuseums München auf ihrem Vimeo-Kanal, und zwar nicht nur was alte Filme angeht, sondern eben auch teils unveröffentlichte Werke neueren Datums wie im Moment gerade von Werner Schroeter. Aber ganz ernsthaft: warum brauchte es dafür diese Pandemie?!


    Ich für meinen Teil hoffe, daß die Archive und auch Festivals wie die Bonner Stummfilmtage oder das Cinefest auch in den hoffentlich corona-freien kommenden Jahren ihre Werke auf diese Weise zugänglich machen. Einen besseren Weg, Interesse und Sensibilität für das Filmerbe zu wecken, dürfte es kaum geben. Und man würde damit endlich die Online-Realität des 21. Jahrhunderts ernstnehmen.

    Wunderbar! Niemand hat diesen Preis mehr verdient als Richard Siedhoff, für seine ganzen wunderbaren und teilweise anscheinend recht kurzfristig entstandenen Musikbegleitungen für die vielen Stummfilme, die es in diesem Jahr online beim Filmmuseum München bzw. Stummfilmtage Bonn auf Vimeo zu sehen gab. Ich hoffe, da kommt noch mehr :-)


    Und natürlich Gratulation auch an Nina Goslar, die seit gefühlt dreißig oder mehr Jahren für zdf/arte ebenfalls sehr engagierte Stummfilm-Arbeit leistet.

    Danke, aber das ist eine Version, auf der jemand die deutsche Tonspur auf die englische Fassung aufgelegt hat; diese Fassung geistert in der Tat schon länger durchs Netz. Aber erstens ist's nicht immer wirklich lippensynchron, und zweitens sind es halt auch nicht die originalen Schauspieler (bis auf Brigitte Helm, natürlich).

    Sehr gute Nachrichten, auch weil zudem neben anderen interessanten Filmen aus der frühen deutschen Filmgeschichte auch drei Filme von Werner Hochbaum restauriert/gesichert werden sollen.


    Was "Die Herrin von Atlantis" angeht, frage ich mich allerdings, ob es sich dabei wirklich endlich um die originale deutsche Fassung handelt, von der ich bisher annahm, sie gelte as verschollen. Im Umlauf waren meines Wissens bisher jedenfalls nur die englischen bzw. französischen Sprachversionen.

    Aktuell zu sehen ist Wilhelm Dieterles "Geschlecht in Fesseln" von 1928. Es handelt sich um exakt dieselbe Fassung wie die in den USA beim Kino-Label auf DVD erschienene, also ebenfalls mit dem Piano-Soundtrack von Joachim Bärenz. Allerdings ist nun die Credit-Sequenz auf Deutsch, und im Vergleich zur DVD ist die Bildqualität dieses HD-Web-Streams doch deutlich verbessert. Also nicht verpassen, selbst wenn ihr die DVD schon habt.