Feinde (D, 1940)

  • So ein Unsinn.
    Als Nachgeborener hat man also kein Recht, irgendetwas am Verhalten der Altvorderen zu kritisieren, wenn man nicht blutsmäßig (durch den Erbstrom) dazu befugt ist?????
    Und mir brauchst Du nicht die alte Mär neu auftischen, daß man als einfacher Mensch das Übel der Nazizeit nicht sehen konnte.


    Ich habe auch keine Moralkeule geschwungen, was Du hier wider besseres Wissen behauptest. Das machst Du schon selber, indem Du diesen Begriff als Totschlagargument gebrauchst und es Dir damit leicht machst.

  • Hallo, melde mich aus dem freiheitsliebenden Ungarn zurück, wo ich immer wieder gerne hinfahre.
    Einige meiner langjährigen Bekannten hat das deutsche Dilemma auf den Punkt gebracht:
    "Für die Deutschen (nicht alle) sind alle antiwestlichen Staaten üble Diktaturen, denn sie nehmen sich heraus, Freiheit und Souveränität unter einen Hut zu bringen".


    Jetzt zur Vergangenheitsschelte:


    Wir schreiben das Jahr 2070. Ein Jugendlicher klagt überheblich die Generation des beginnenden 21.Jahrhunderts an:
    "Warum habt ihr das zugelassen, daß antideutsche Parteien wie die Grünen oder die SPD die Macht übernehmen und lange halten konnten?
    Warum habt ihr das zugelassen, daß es eine Komplizengemeinschaft zwischen Regierung, Medien und Justiz geben konnte, die Deutschland wirtschaftlich in den Ruin treiben konnte, indem der Staat ausgeplündert werden konnte?
    Warum habt ihr zugesehen, daß Leute zum dritten Male wegen ihrer ideologischen Einstellung diskriminiert und sozial vernichtet werden konnte?
    Warum habt ihr es zugelassen, daß Deutsche im eigenen Land zur winzigen Minderheit wurden, indem gezielt agressive und fanatische Ausländer verstärkt angelockt wurden, mit Hilfe der parteienabhängigen Gerichte ?


    Welche Antwort wird die heutige Überheblichkeit haben?

  • Das wäre eine unglaubilch traurige Entwickung, Carry Klips. Gerade die Nationalstaaten mit eigenen Völkern und Kulturkreisen sorgen doch für die abwechslungsreiche und herrliche weltweite Kulturgeschichte, die in den vergangenen Jahrhunderten entstanden ist. Wenn es irgendwann auf der ganzen Welt nur noch einen großen Mischmasch gibt, wird die Kultur darunter als erstes leiden. Und ich glaube nicht dass das dann für mehr Frieden sorgt. Vielleicht irre ich mich auch. Aber allein kulturell wäre das ein schmerzlicher Verlust. Und außerdem haben doch gerade diese Mischmasch-Länder in den letzten Jahrhunderten die meisten imperialistischen "Karrieren" hinter sich: England und anschließend die USA. Aber das ist ein Thema das sollte man in einem eigenen Thema behandeln.


    Es wäre gut, wenn wir hier langsam wieder den Bogen zu "Feinde" hin kriegen könnten :)

    „Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“


    André Gide

  • Ich würde "Heimkehr" eher als "wirkungsvoll" bezeichnen, allerdings so, wie ein Holzhammer eben seine Wirkung hat. Das ist derartig dick aufgetragen, daß es bei einem anderen Thema eher zum Kopfschütteln Anlass geben würde; in diesem Fall ist es allerdings vor allem ärgerlich und ähnlich abstoßend wie die berüchtigte Ratten-Sequenz in "Der ewige Jude".


    Ich glaube, du hast bei "Heimkehr" die goldene Mitte getroffen.
    Ich habe mir den Film noch einmal im Kino angeschaut - auch wegen der Reaktionen der anderen Zuschauer.
    Die einzige Parallele zu dem Film "Feinde" ist die gleiche Thematik, aber Feinde ist nüchtener und geschickter gedreht worden - dazu auch spannender.
    Einige Szenen bei "Heimkehr" waren schon peinlich - ich denke da an den langen Dialog von Paula Wessely im Kellergefängnis. Auch im Publikum machte sich da etwas Unmut breit über diese schwülstige Szene.
    Solche Szenen kamen bei "Feinde" nicht vor.


    Was mir aufgefallen ist: Der Film "Heimkehr" war seiner Zeit schon voraus. Die richtige Wirkung setzte erst nach Ende des II.Weltkrieges ein. Da traten die Ereignisse genauso ein, wie sie im Film beschrieben waren - ein gnadenloser Terror der Polen gegenüber den deutschen Flüchtlingen - oftmals sogar viel grausamer.
    Und das kann niemand als "üble Propaganda" oder als gelogen abtun, denn meine Verwandtschaft war Zeitzeuge und hat dies selbst erlebt.
    Meine Tante, die bei Kriegsende 12 Jahre alt war, konnte sich diesen Film nicht bis zum Schluß ansehen. Gerade bei der Szene, wo sie in den Keller getrieben wurden und bis zum Knöchel im Wasser standen.
    Die Herstellungskosten beliefen sich auf ca. 3700000 Mark, die aber in kurzer Zeit wieder eingespielt waren.