Alte Briefe / Dokumente

  • In einem Brief vom 23.05.1944 habe ich folgenden Text entdeckt:


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    Hier ist's immer noch ruhig, wir sind dankbar dafür. Aber es kann sein, daß das Schwabenländle franz. Besetzg. bekommt im Austausch gegen das Saargebiet, das Amerika auch beansprucht. Hoffen wir auf Gottes gnädige Führung. Euch ist in Stgt. schon so viel verloren gegangen, mir müßten uns erst daran gewöhnen! Und man muß innerlich loskommen davon, die ganze Zeit drängt dazu.


    Für mich ist das nicht schlüssig... oder ist das Datum falsch und es handelt sich um einen Brief vom 23.05.1945 (?) - 1944 gab es doch keine Französische / Amerikanische Besatzung in Schwaben / Saarland...?

    „Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“


    André Gide

  • Im Mai 1944 kann es eigentlich nicht gewesen sein, das wäre ja noch vor dem D-Day gewesen. Es könnte daher tatsächlich Mai 1945 gewesen sein. Der 23. Mai 1945 ist auch der Tag, an dem die Regierung Dönitz abgesetzt und verhaftet wurde. Die Besatzungszonen sind erst danach auf der Potsdamer Konferenz endgültig festgelegt worden.

  • Mh dann liege ich mit meiner Vermutung wohl richtig. In dem Zitat kann man ja auch heraus legen dass die Besatzungen noch nicht offiziell verteilt sind - wahrscheinlich gab es in diesen Tagen schon entsprechende Verhandlungen oder Überlegungen wer was besetzten wird...? Aber dass bereits da schon Frankeich ein Thema war? Ich muss mal schauen ob es französische Truppen gab die im Zuge des Vormarsches der West-Staaten rekrutiert wurden...

    „Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“


    André Gide

  • Suchmaschinen haben mir nach kurzen Suchen gesagt, dass es 1945 offenbar französische Soldaten im Reich gab... aber ich kann mir nicht vorstellen dass es soviele waren, dass man davon reden konnte, dass Frankreich als Land/Staat bereits bestimmte Gebiete komplett besetzt hält. Merkwürdig..

    „Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“


    André Gide

  • Suchmaschinen haben mir nach kurzen Suchen gesagt, dass es 1945 offenbar französische Soldaten im Reich gab... aber ich kann mir nicht vorstellen dass es soviele waren, dass man davon reden konnte, dass Frankreich als Land/Staat bereits bestimmte Gebiete komplett besetzt hält. Merkwürdig..

    Frankreich war eine der vier Mächte, die Deutschland 1945 besetzt hielten: Französische Besatzungszone bei Wikipedia


    Zu Kriegsverbrechen der franösischen Truppen siehe das Schicksal von Freudenstadt .

  • Sehr gerne.


    Im Thema "Über was freut Ihr Euch gerade" habe ich ja schonmal ein handgeschriebenes Buch angesprochen, bei dem nicht klar war, aus welchem Jahr es stammt. Es scheint wohl definitiv aus dem 19. Jahrhundert zu sein, weil dieses Jahrhundert angesprochen wird (nicht rückblickend). Worte wie Ya statt Ja oder Theil statt Teil deuten ebenfalls darauf hin.


    Auf www.geschriebene-geschichte.de gibt es übrigens seit heute einen interessanten Text von einem Propaganda-Flugblatt.


    Ab Beitrag 35 habe ich über dieses selbst geschriebene Buch gesprochen. Ich versuche immer mal wieder eine Seite des Buches abzutippen, aber alles in allem ist es recht wirr und einseitig geschrieben, es geht nur um Geistiges, um Gott, um eine neue "Welt"(?)Ordnung usw.


    Mir war ja leider nicht bekannt aus, welcher Zeit das Buch stammt, mittlerweile kann ich es dank eines witzigen Fundes besser zuordnen. Das handgeschriebene Buch stammt aus einem recht großen Nachlass den ich mir nach und nach bei ebay ersteigert habe. Das war ungefähr im Oktober. Vor knapp 1-2 Wochen habe ich Auktionen eines anderen Anbieters gefunden, die ähnliche Inhalte hatte, und auch im gleichen Stil angeboten wurden. Ich habe dann richtig vermutet, dass das der Gleiche Verkäufer mit anderer Anmeldung war und habe mich nicht geirrt. Neben weiteren Briefen (von anderen Personen), die ergänzend sind zu den Briefen die ich im Oktober bekommen habe, ist mir ein Heftchen in die Hand gefallen. Erst dachte ich, es handelt sich um ein Schulheft, dann bin ich aber sehr (!) aufmerksam geworden, denn die Überschrift ist sehr merkwürdig formuliert: "Anfang des besonderen geistigen Verkehrs, der Beiden/Medium Sophie und Hoen" (bei "Hoen" bin ich mir nicht sicher ob ihc es korrekt gelesen habe). Für mich liest es sich so, als wenn man versucht hat mit der "Geistigen" (?) Welt Kontakt aufzunehmen, was heute ja sehr oft vorkommt, aber wenn es sich um ein über 100 Jahre altes Dokument vorkommt, ist das - zumindest für mich - schonmal was Besonderes. Ich bin sehr gespannt auf die Inhalte.


    Beim zweiten Mal anschauen ist mir gestern aufgefallen, dass es nicht nur ähnlich wirr geschrieben ist wie das handgeschriebene Buch, sondern auch die Handschrift genau die Gleiche ist! Es muss also vom selben Autoren stammen. Beim kurzen Drüber schauen ist mir eben auch aufgefallen, dass es ähnlich wirr verfasst ist wie das Buch. Es ist teilweise in "Frage" und "Antwort"-Form verfasst worden. Und das tolle: Es steht jeweils ein Datum dabei, das Heft beginnt am 25. April 1905 und endet am 8. Mai 1905. Von daher dürfte man das handgeschriebene Buch auch in diese Zeit (+/- 1-10 Jahre) einordnen. Kurz: Witzig was man so noch findet. :)

    „Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“


    André Gide

  • Spiritualität war natürlich ein Riesenthema um die Jahrwundertwende. In der Zeit wurde ja auch die Ariosophie geboren bzw. verbreitete sich, es gab zahlreiche Sekten mit alternativen Lebensentwüren, die heute vermutlich genauso schwachsinnig klingen wie die Pläne der heutigen Sekten in ein paar Jahrzehnten klingen werden...
    Kannst Du den Mann (oder die Frau) denn identifizieren? Evtl. kann man ihn oder sie ja einem Zirkel zuordnen.
    Schreibt er oder sie von irgendwelchen Begegnungen mit Gleichgesinnten oder nennt Namen bekannter / berühmter Vorbilder?
    Gibt es Bezüge zur Rassenfrage o.ä.?

  • Auf der Titelseite des Buches (was mehrere hundert einzelseiten sind) steht F. N. Rohr - leider habe ich den Namen (noch) nicht zuordnen können.


    Neben diesem Buch in Einzelseiten habe ich noch 1 oder sogar 2 (muss ich in Ruhe mal alles durchlesen) weitere Bücher hier liegen. Da es sich um ein ganzes Werk handelt will ich es direkt komplett abtippen, da handgeschriebene und unveröffentlichte Bücher in dieser Form ich sonst noch nicht habe.


    Da das Buch so umfangreich ist hoffe ich dass er irgendwann konkreter wird und dass dieses "geschwafel" sag ich einfach mal nur eine Art Einleitung ist. Denn wenn er konkret wird, was seine Lebens- bzw Politik- oder Glaubensvorstellungen angeht, könnte es sehr interessant werden - eben wie Du meinst Themen wie Rassenfrage oder Nennungen von Bekannten / Vorbildern usw.


    Hier mal eine Textstelle die ich einfach so ohne genau zu schauen rausgesucht habe, Fehler vom Abtippen könnten mit drin sein, ich schau mir das bisher abgetippte immer wieder neu durch um die bisher vorhandenen Fehler zu minimieren, die Schrift ist alles in allem glücklicherweise recht gut zu lesen:

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    Es ist zwar noch nicht alles Erforscht als positive Wahrheit anzuerkennen, aber immerhin, ein ungeheurer Fortschritt gegen frühere Jahrhunderte.
    Das Wort Aufklärung spielt eine große Rolle, alles dünkl sich selbst aufgeblärt; die Menschen rufen sich zu wir sind aufgeklärt, wir stehen auf der Höhe dem Menschen ist nichts mehr verborgen, der menschliche Geist erforscht alles. Und doch wie weit sind die Menschen noch von wahren Wissen entfernt.
    Die Scheiterhaufen, und Inquisition und Folter, diese furchtbaren, Geiseln der Menschheit, diese unvertilgbaren Schandflecken, keistlich, teuflischer Barbaren sind zwar überwunden, die Zeit ist darüber hinweggegangen, doch der finstere lichtscheue kirchliche Geist ist geblieben. Die Schleier sind zwar Theilweise zerissen, denn wir wisen nun, daß wir ebenso gut Gottsgeschöpfe und Kinder des freien Gedankens sind, wie ihr Machthaber der Herrschsucht Und der Tyranei.

    „Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“


    André Gide

  • *g* Ok, also es ist auf jeden Fall antiklerikal ;)


    Solche weltanschaulichen Schriften sind natürlich immer dann interessant, wenn sie nicht das Werk irgendeines Aussenseiters sind, sondern man den Verfasser einer ideologischen oder politischen Richtung zuordnen kann.
    Vielleicht spricht er sich an irgendeiner Stelle ja für etwas aus. Hier scheint er zumindest die Aufklärung nicht ganz schlecht zu finden :)


    Ist schon spannend. Ich hoffe, "die helle Flamme deiner Begeisterung" hält noch etwas vor, wenn Du Dich seitenweise durch "Geschwafel" graben musst :)

  • Ja es ist nicht einfach :D Aber die Hoffnung ist immer da - ist ja wie bei den Briefen. Da schaut man 20-40,50,60 stück durch, bei denen nur Namensnennungen interessant sind. Und dann kommt eine Textstelle bei dem die Kinnlade runter fällt. Mal schauen ob mich das bei diesen Werken auch erwatet. Relevant ist es allemal - da es einfach ein zeitgeschichtliches Dokument ist.


    Und dass in den Dokumenten - umso älter sie sind umso schlimmer ist es - viel christlich-religiöses Geredet zu finden ist - damit habe ich mich schon abgefunden ;)


    In der Form wie in dem Zitat geht es Seitenweise weiter, ohne dass man genau weiss, was der Autor will. Aber viel habe ich noch nicht abgetippt, da liegt noch ein großer Stapel Papier, der gelesen werden will. Mal sehen...

    „Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“


    André Gide

  • Und dass in den Dokumenten - umso älter sie sind umso schlimmer ist es - viel christlich-religiöses Geredet zu finden ist - damit habe ich mich schon abgefunden ;)

    Hm, verstehe. War mir gar nicht so bewusst, weil uns das heute so fern liegt - und aus den 20er/30er/40er Jahren kenne ich das eigentlich nicht (bis auf gelegentliche, aber harmlose Verweise in der Art: "Möge Gott....")

  • Das stimmt - 20er bis 40er Jahre ist das kaum vorhanden. Ich habe sowieso den Eindruck, dass die Leute in den 20er bis 40er Jahren deutlich freier und offener waren wie in den 50er und 60er Jahren. Wenn man Privatbriefe aus dem 19. Jahrhundert hat oder ältere, dann ist es recht hart, was das Religiöse angeht. Eine sagenhafte Fundgrube waren Briefe von ca. 1850 - 1875. Eine Frau aus Freising hat den Deutschen Krieg schon vorausgesehen (ich habe mich nicht damit beschäftigt ob der Krieg sich schon lange angebahnt hat - aber vermutlich wird es so gewesen sein) und sie verwendete nur religiöse Vergleiche.
    Ein herrlicher Brief aus den 30er Jahren stammt von zwei Tanten die ihre Nichte schreiben, die sich eine kurze Zeit in Frankreich aufhält. Die alten Damen warnen sie vor der Sünde und den Lastern, die in Frankreich auf sie warten. Da musste ich sehr schmunzeln :D


    Man muss aber auch bedenken, dass bis ins 18. / 19. Jahrhundert nicht viel private Briefe verfasst wurden, da waren sicher auch immer mal wieder Geistliche dabei. Ich finde es nur interessant zu sehen, wie sehr die Leute vom Glauben beeinflusst waren.
    Richtig "locker" wird es für mich erstmals im späten 19. Jarhundert wenn die jungen Mädchen aus besseren Häusern beginnen sich gegenseitig Briefe zu schreiben - oftmals sind es Freundinnen aus Internaten oder ähnlichen Anstalten.


    Ein interessanter Fund vor einigen Tagen war ein Brief einer Krankenschwester, die sich mit einer Freundin in den 20er Jahren zum Thema Euthanasie unterhält. Sie hat sich übrigens dagegen augesprochen. Gerade in Bezug zur Zeit ein interessantes Thema.


    Bzgl. der Kampfschrift von diesem Herrn Rohr: Ich finde es aber auch interessant, wenn es ein Einzelkämpfer war. Gerade dann könnten Ideen und Formulierungen dabei sein, die man sonst nicht oder wenig findet. Und einen gewissen Einfluss unterliegt jeder, von daher wird er sich sicher auch an gewisse Strömunge orientiereung, wie eben der Aufklärung.

    „Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“


    André Gide

  • Das Notizheft mit den Dialogen mit dem Medium habe ich noch nicht ausgewertet aber mal ein wenig drin gestöbert - der "Geist" nennt tatsächlich seinen Namen und seinen früheren Wohnort. Leider sonst keine Daten, aber man könnte sich mal auf die Suche machen ob man den Geist ausfindig machen könnte ;-) Er sagt jedenfalls dass er zu lebzeiten alles andere als Gottesfürchtig war und deswegen lange Zeit brauchte bis er erlöst wurde, nachdem er gestorben war.

    „Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“


    André Gide

  • Ich bin ganz euphorisch, weil ich recht viele zeitgenössische Zitate zur Revolution in den Jahren 1848 und 1849 entdeckt habe. u.A. ein Erlebnisbericht direkt aus Frankfuurt von der Oktoberrevolution!

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    André Gide

  • Ich hab die 5000-Briefe-Marke überschritten, d.h. soviel Briefe/Ansichtskarten/Postkarten habe ich mit allen vorhandenen Daten und den wichtigen Stichworten und einigen besonderen Zitatren komplett archiviert und katalogisiert. Hinzu kommen noch zahlreiche Urkunden, Poesiealben, Tagebücher usw. Und nochmal locker das Dreifache habe ich hier liegen um es noch zu dokumentieren.

    „Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“


    André Gide