Postkarte von Ressel Orla kurz vor ihrem Tod!

  • Die Karte ist heute angekommen :) Ich konnte auch fast alles entziffern. Ressel Orla gibt wirklich viel von ihren Gefühlen preis finde ich. Vor allem, wenn man im Hinterkopf hat, dass sie nur ein Vierteljahr später gestorben ist (23. Juli 1931).


    Im Anhang findet ihr die Rückseite. Das habe ich dort gelesen. Die Wörter, wo ich mir nicht sicher bin oder die ich nicht entziffern konnte, habe ich mit Fragezeichen markiert. "Blumentopf" hat sie unterstrichen. Das war ihr wohl sehr wichtig:


    Liebe gnädige

    Frau, leider

    nur eine alte Karte

    liege aber seit 1 Jahr

    sehr krank will

    nicht versäumen

    Ihnen herzlichst

    zu danken eine große(?)

    Freude würden Sie mir

    machen, ein Andenken

    einen kl. Blumentopf

    keine Schnittblumen

    Herzlichst

    Ihre Ressel Orla ...(?)...

    Rosenstr. 7. bald(?)

  • Ganz offensichtlich hat ihr der Platz nicht ausgereicht. Deshalb hat sie auf dem Bild weitergeschrieben und erklärt, weshalb ihr der Blumentopf so wichtig ist.


    bin

    Blumenzüchterin

    geworden in

    der Kankheit



    Ich habe mir überlegt ob sie eine alte schon vorher signierte Karte genommen hat, nachdem die Signatur der Postkarte selber so schwungvoll ist. Aber der Stift ist ja offensichtlich der Gleiche :/

  • Ich muss sagen, wenn ich den Text so lese und mir vor Augen halte, dass sie kurz darauf gestorben ist, geht mir die Karte schon nahe :|

    "Ich habe einen Traum, dass meine vier kleinen Kinder eines Tages in einer Nation leben werden, in der sie nicht wegen der Farbe ihrer Haut, sondern nach dem Wesen ihres Charakters beurteilt werden." (Martin Luther King)


  • Ein spannendes Zeitdokument!


    Das was Du mit Fragezeichen markiert hast entziffere ich acuh so. nur das nach Orla - das kann icha cuh nicht zuordnen.

    „Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“


    André Gide

  • Ein spannendes Zeitdokument!


    Das was Du mit Fragezeichen markiert hast entziffere ich acuh so. nur das nach Orla - das kann icha cuh nicht zuordnen.

    Ja, ich finde auch. Das hat den gleichen Wert wie der Text von Thea Sandten ("Warum ich gerne filme"), den ich vor ein paar Jahren gekauft habe.

    Möglicherweise bezieht sich das Wort hinter Orla auf "Schnittblumen" und sie hatte keinen Platz mehr :/

    "Ich habe einen Traum, dass meine vier kleinen Kinder eines Tages in einer Nation leben werden, in der sie nicht wegen der Farbe ihrer Haut, sondern nach dem Wesen ihres Charakters beurteilt werden." (Martin Luther King)


  • Ich lese da "gsucht" - oder ist das "g" das "a" von der Orla-Unterschrift davor? Dann könnte es "sucht" heissen und bezieht sich wohl tatsächlich noch auf die Schnittblumen.

    „Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“


    André Gide

  • Ich glaube das, was wie "g" oder "a" aussieht, ist tatsächlich noch der letzte Buchstabe von Orla. Mich wundert allerdings ein wenig dieses verlorene "bald" am Ende. Vielleicht hat es auch damit was zu tun :/

    "Ich habe einen Traum, dass meine vier kleinen Kinder eines Tages in einer Nation leben werden, in der sie nicht wegen der Farbe ihrer Haut, sondern nach dem Wesen ihres Charakters beurteilt werden." (Martin Luther King)


  • Ah das "g" ist ein "a" weil das was unter dem "a" ist ist der obere Strich von "d" von "bald"


    Vielleicht heisst es "sucht bald" oder - wenns eigentlich eine Zeile sein soll aber krumm geschrieben ist "bald sucht" - ich erkenne aber den Sinn nicht im Kontext.

    „Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“


    André Gide

  • Ah das "g" ist ein "a" weil das was unter dem "a" ist ist der obere Strich von "d" von "bald"


    Vielleicht heisst es "sucht bald" oder - wenns eigentlich eine Zeile sein soll aber krumm geschrieben ist "bald sucht" - ich erkenne aber den Sinn nicht im Kontext.

    Vielleicht bezieht sich das schon auf den Text auf der anderen Seite. Dass sie Blumenzüchterin geworden sei :/ Sinn würde dann ein Wort wie "recht" oder so machen. Sie möchte vielleicht damit ausdrücken, dass ihr das wichtig ist, dass sie den Blumentopf bald bekommt.


    Nachdem nirgendwo steht, was sie für eine Krankheit hatte, tippe ich immer noch auf Krebs. Aber egal, was es letzten Endes wirklich war, sie muss den Tod damals ja schon gespürt haben und gewusst haben, dass sie nicht mehr lange zu leben hat. Sie war seit zwei Jahren arbeitsunfähig, verarmt, und ich könnte mir vorstellen, dass das Wort "liegen" durchaus wörtlich zu nehmen ist.

    "Ich habe einen Traum, dass meine vier kleinen Kinder eines Tages in einer Nation leben werden, in der sie nicht wegen der Farbe ihrer Haut, sondern nach dem Wesen ihres Charakters beurteilt werden." (Martin Luther King)


  • Allerdings habe ich gerade gesehen, dass hinter dem unleserlichen Wort ein Punkt ist. Das spricht dann doch wieder für deine Vermutung, dass sich das Wort auf die Schnittblumen bezieht :/

    "Ich habe einen Traum, dass meine vier kleinen Kinder eines Tages in einer Nation leben werden, in der sie nicht wegen der Farbe ihrer Haut, sondern nach dem Wesen ihres Charakters beurteilt werden." (Martin Luther King)


  • Du hattest recht :thumbup: Das Wort bezieht sich auf die Schnittblumen. Und zwar schreibt sie:


    "keine Schnittblumen mehr."


    Es hat ihr offenbar sehr gut gefallen, Blumen zu pflegen und beim Wachsen zuzusehen. Ich kann das auch sehr gut verstehen. Ich züchte selber sehr gerne Pflanzen, allerdings möglichst aus Samen, die ich selbst gesammelt habe.

    "Ich habe einen Traum, dass meine vier kleinen Kinder eines Tages in einer Nation leben werden, in der sie nicht wegen der Farbe ihrer Haut, sondern nach dem Wesen ihres Charakters beurteilt werden." (Martin Luther King)


  • JA! Sehr gut! Das "a" von Orla hat sonen Bogen der in da "mehr" mit rein geht, sodass man das schlecht lesen kann.


    Dann bleibt nur das eine Wort drunter was nicht zuzuordnen ist.

    „Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“


    André Gide

  • Quote

    Dann bleibt nur das eine Wort drunter was nicht zuzuordnen ist.

    Stimmt! Das hab ich in der Euphorie total vergessen :D

    "Ich habe einen Traum, dass meine vier kleinen Kinder eines Tages in einer Nation leben werden, in der sie nicht wegen der Farbe ihrer Haut, sondern nach dem Wesen ihres Charakters beurteilt werden." (Martin Luther King)


  • Vielleicht bezieht sich das "bald" auf die Straße. Eigentlich schreibt man ja keine Straße auf eine Postkarte. Sie wollte ihrer Bekannten schreiben, dass sie bald umzieht und den Blumentopf dorthin schicken soll :/

    "Ich habe einen Traum, dass meine vier kleinen Kinder eines Tages in einer Nation leben werden, in der sie nicht wegen der Farbe ihrer Haut, sondern nach dem Wesen ihres Charakters beurteilt werden." (Martin Luther King)


  • Vielleicht ist es doch "eine Zeile" und es heisst "keine Schnittblumen bald mehr"...? Aber der Sinn dahinter...?


    Es könnte auch was mit dem Text der anderen Seite zu tun haben.

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    André Gide

  • Das wäre natürlich auch möglich. Wenn ich mir den Text auf dem Bild ansehe, ist der dermaßen in die Ecke gequetscht und auch noch mit dem Strich abgetrennt, dass man davon ausgehen muss, dass sie zuerst die Karte signiert hat. Und danach hat sie den Text auf die Karte geschrieben, und weil ihr der Platz nicht ausgereicht hat, vorne weitergeschrieben. Die weiße Fläche hat sie genommen, weil man es sonst nicht lesen könnte :/. Dann könnte das "bald" doch heißen, dass sie darum bittet, die Blumen bald zu bekommen :/


    Es könnte aber auch anders sein: Sie hat zuerst den Text auf der Rückseite geschrieben. Und dann hat sie gemerkt, dass er etwas unfreundlich rüberkommt, weil ihr die Frau ja eigentlich eine Freude machen wollte mit den Blumen. Und weil sie keinen mehr Platz hatte, hat sie zur Erklärung den Text auf die Vorderseite geschrieben. Im Normalfall schmeißt man so eine Karte ja einfach weg und nimmt eine andere, aber das hat sie aus irgendeinem Grund nicht getan. Die letzten Zeilen sind ja sowieso etwas improvisiert.


    Dann gibt es drei Möglichkeiten, die mir im Moment einfallen: :/


    1. Keine Schnittblumen "bald" mehr (aus welchem Grund auch immer)

    2. Adresse, die "bald" gilt

    3. Sie bittet ihre Bekannte, ihr die Blumen "bald" zu schicken.

    "Ich habe einen Traum, dass meine vier kleinen Kinder eines Tages in einer Nation leben werden, in der sie nicht wegen der Farbe ihrer Haut, sondern nach dem Wesen ihres Charakters beurteilt werden." (Martin Luther King)


  • Die Karte ist auch in etwa aus der Zeit, vielleicht ein oder zwei Jahre jünger.


    "Ich habe einen Traum, dass meine vier kleinen Kinder eines Tages in einer Nation leben werden, in der sie nicht wegen der Farbe ihrer Haut, sondern nach dem Wesen ihres Charakters beurteilt werden." (Martin Luther King)


  • Das Motiv habe ich auch vor einigen Monaten auf ebay gefunden. Aber Ressel Orlas Autogramme sind schon tatsächlich sehr selten. Da muss man in der Regel lang warten bis es wieder was Neues gibt

  • Ich habe mir das "bald" nochmal durch den Kopf gehen lassen :/ Sie hat ja gegen Ende der Karte hin ganz offensichtlich Platzprobleme beim Schreiben bekommen. Aber wenn sich das "bald" auf die Schnittblumen beziehen würde, dann hätte sie es einfach hinter das "mehr" schreiben können. Es hätte ja nichts ausgemacht, wenn es unter der Adresse steht. Hinter den "Schnittblumen" wäre ja auch noch Platz zum Schreiben gewesen. Deshalb vermute ich, dass das "bald" zu der Adresse gehört.

    Wenn man ihren gesundheitlichen Zustand und ihre finanzielle Situation bedenkt, gäbe es ja genug Gründe, weshalb sie damals vielleicht noch einmal die Wohnung gewechselt hat. :/ Oder hat sie sogar bei Freunden gewohnt? Geld hatte sie ja seit mehreren Jahren offensichtlich keins mehr verdient. :/


    Wenn man sich diese ganzen Starkarrieren ansieht, ist es schon heftig wie sehr das oft Ruhm auf Zeit ist und was für Schicksale teilweise damit verknüpft sind, u.a. weil die Sicherheiten finanziell oft so sehr auf Kante genäht sind oder Erfolg sich so schnell als vergänglich herausstellen kann. Das wird mir vor allem bei dieser Postkarte wieder einmal deutlich.

    "Ich habe einen Traum, dass meine vier kleinen Kinder eines Tages in einer Nation leben werden, in der sie nicht wegen der Farbe ihrer Haut, sondern nach dem Wesen ihres Charakters beurteilt werden." (Martin Luther King)


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