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No Nick

Meister

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1

Montag, 7. August 2017, 23:37

Thema Vorurteile

Wenn's recht ist, sollten wir über das Thema hier weiterreden, damit bei Pumuckl wieder über Pumuckl gesprochen werden kann. Denn so ganz uninteressant scheint es mir nicht zu sein, dass man das Hegen von Vorurteilen als positive Eigenschaft betrachtet. Da würde ich gern mehr drüber wissen wollen.

Du kannst mir gerne das Gegenteil beweisen (am besten in einen eigenen Thema). Unsere Vorfahren hätten ohne Vorurteile keinen Respekt vor wilden Tieren gehabt. Oder vor Klippen, tiefen Wasser usw. usw. usw. Es sind eben Erfahrungswerte. Man sollte nur mit Bedacht mit seinen Vorurteilen umgehen.


Man darf Erfahrungswerte aber nicht verwechseln mit noch nicht gemachten Erfahrungen. Unsere Vorfahren haben trotzdem Johannesbeeren gegessen, auch wenn sie die Vogelbeeren nicht so gut vertragen haben.

Bei Regen nehme ich einen Schirm mit, weil ich weiß, Regen ist nass. Aber wenn ich es nicht wüsste, würde ich mich erkundigen, ob er nass ist. Ich kann doch nicht einfach so behaupten, wie etwas ist. Wobei ich einschränken muss, dass ich auch nicht immer glaubte, was andere mir sagten, obwohl sie recht hatten. Mit vier habe ich mir einen Finger am heißen Ofen wehgetan, mit etwa 12 habe ich herzhaft in eine Zitrone gebissen, weil ich nicht glaubte, dass sie sauer war. Aber in Zitronen beiße ich heute noch gerne. :P

Zitat

No Nick, dann hau mal in die Tasten und bring uns wieder zum Pumuckl-Thema zurück :-)


Weil ich kein Pumuckl-Fachmann bin, überlasse ich das Kurvekriegen anderen. Aus dem gleichen Grunde möchtest du mir bitte den Satz erläutern:

Zitat

Ah ich habs! Weil Pumuckl keine Vorurteile hatte, wurde Eders goldene Taschenuhr geklaut ;-)
Zufrieden? - Nein, im Gegentum!
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Vogel Specht

Erleuchteter

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2

Dienstag, 8. August 2017, 00:00

Der Pumuckl-Satz war eher scherzhaft gemeint um den Bogen zum Faden wieder zu finden. Meine ersten Argumente aus dem Pumuckl-Thema hast Du hier leider nicht zitiert.

Beim Pumuckl wars so: In der Zeitung stand an dem Tag, dass ein Gauner rum geht, sich als falscher Gasmann ausgibt und alte Leute ausraubt. Eder liest das den Pumuckl vor. Die Folge davon war: Er verdächtigt jeden, der kommt (u.a. der echte Gasmann), dass er der falsche Gasmann sei. Eder ist genervt. Der Tag verläuft ansonsten ruhig und Eder legt sich hin um einen Mittagsschlaf zu machen. Pumuckl ist alleine in der Werkstatt. Dann klopft an der Werkstatttür eine Frau, aber keiner ist da. Pumuckl überlegt und denkt sich, dass sie ja nicht der falsche Gasmann ist bzw. sein kann und es keine Gasfrauen gibt (so in der Art) und macht einfach mal auf. Die Frau ist allein in der Werkstatt, sieht Eders goldene Taschenuhr, nimmt sie mit, und geht.

Zitat

Man darf Erfahrungswerte aber nicht verwechseln mit noch nicht gemachten Erfahrungen.

Wenn ich gesehen habe, dass jemand verbrannt ist, nachdem er sich in ein Lagerfeuer gelegt hat, ist es doch gescheiter, die Erfahrung nicht nochmal zu machen, mit dem Glauben, dass es mit mir selbst nicht anders ergeht. Wenn mir finstere gestalten, vielleicht angetrunken, aggressiv oder ähnliches, nachts begegnen, versuche ich doch eher nicht direkt an ihnen vorbei zu laufen. Wenn mir im Wald ein Wildschwein mit Nachwuchs begegnet (auch ohne Nachwuchs ist es gefährlich genug), sagt mir mein Vorurteil: Abstand halten. Aufpassen. Wenn ich glaube, dass ein RTL-Moderator (den ich noch nicht kenne), nicht meinen Geschmack entspricht, mache ich oftmals nichts falsch, wenn ich mir das Programm mit ihm nicht anschaue. Ich kann es trotzdem tun - wenn ich will. Und kann nach dem Motto "Ausnahmen bestätigen die Regel" sehen, dass es auch Ausnahmen gibt und Vorurteile nicht immer voll zutreffen. Wenn nicht, kann es sein, dass ich was verpasse. Übel wirds, wenn ich anfange über ihn zu lästern, ohne Näheres zu wissen ;-) Ich kann mir "Mitten im Leben" oder "Frauentausch" zum 10.000 mal anschauen und immer noch hoffen, dass die nächste Folge einen hochwertigen Inhalt hat. Aber da bin ich dann selbst schuld.
„Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“

André Gide
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Darth Eder

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3

Dienstag, 8. August 2017, 00:22

Vorurteile entstehen aus einer Angst heraus und die Angst ist eine lebensnotwendige Emotion. Wenn ein unangeleinter Hund auf mich zukommt, hege ich das Vorurteil "der will mich beißen" Dieses mag sicherlich nicht auf alle Hunde zutreffen, aber es könnte durchaus ein Hund mit derartigen Absichten darunter sein. Ein jeder der schon einmal von einem Hund gebissen wurde, wird dies vielleicht nachvollziehen können. Das ein Hund ausschließlich friedliche Interessen hat, ziehe ich schon mal garnicht erst mehr in Betracht.
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Vogel Specht

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4

Dienstag, 8. August 2017, 00:28

Ich denke nicht, dass Vorurteile immer aus Angst heraus entstehne. Sie sind einfach ganz nüchtern Erfahrungswerte, mit denen man aber auch richtig umgehen muss. Gerade im sozialen Aspekt.

Ein paar schöne Beispiele die mir noch eingefallen sind:

Junggesellenabschiede :-D ! Noch schlimmer: Junggesellinnenabschiede. Wenn davon Dir ne Gruppe entgegen kommt. Unbedingt abstand halten! Einmal ist mir sone Gruppe schonmal im Zug (ICE!) Begegnet. Ich hab mich schlafen gestellt. Die Leute um mich herum haben se belästigt. Manchen hats auch Spaß gemacht. Ich finde das eher lästig. Aber auch hier: es gibt auch nette Gruppen die einen Junggesellenabschied feiern. Aber wenn die Person um die es geht ein Tütü tragen muss oder ein Einhornkostüm, ist es in den allermeisten Fällen so, dass man eher Abstand halten sollte ;-)

Oder wenn Du in der Fußgängerzone angesprochen wirst, ob du mal einen Gedanken sehen willst. Besser weiter laufen.

Hütchenspieler ist auch so ein Beispiel

usw. usw.
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André Gide
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Shairaptor

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5

Dienstag, 8. August 2017, 03:17

Ich denke, hier werden irgendwie Begriffe durcheinander geworfen, auch wenn ich kein Sprachexperte ( mir fällt ger ade der Fachbegriff dazu nicht ein.. Grammatikologe? ;-D) bin. Ich würde es eher als Mißtrauen bezeichnen. "es sagt mir mein Vorurteil" wie Specht schrieb, habe ich so formuliert noch nie gehört... Erfahrung/Mißtrauen trifft es besser. Aber vielleicht kacke ich auch Korinthen und wir meinen alles das gleiche, kann auch sein. ;) Erfahrungswerte und Informationen die man über eine Sache sammelt, können Vorurteile beseitigen was gut ist.

Einstein sagte: "Es ist einfacher ein Atom zu spalten als ein Vorurteil" damit hat er Recht und veranschaulicht, wie schwierig es manchmal ist, eine Person mit neuen ( faktisch richtigen) Informationen vom Gegenteil zu überzeugen. Ich denke mehr hab ich da nicht zu zu sagen , diskutiert mal weiter, Jungs. ;)
- Oh Jegerl, gut dass mich dran erinnerst! - An wos? - Nojo, na was kommt nach dem 31. März? - Der 1. April! - Richtig! Er weiss wieder besser! Jetzt derfst weiterschnupfern!
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Vogel Specht

Erleuchteter

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6

Dienstag, 8. August 2017, 03:42

Eine klare Definition wird man wohl nicht finden. Ich habe gerade mal geschaut und Duden, Wiktionary usw. haben jeweils (im Detail) andere Definitionen. Wenn man in alte Wörterbücher schaut, wird man sicher weitere verschiedene Defintionen finden. Gerade da das Wort "Vorurteil" so ein Kampfbegriff wurde, wird hier die Definition sicher auch verändert worden sein im Laufe der Zeit, wie es bei anderen Worten auch der Fall ist.
Ich versuche halt solche Themen einfach mal sachlicher anzugehen, gerade wenn man sie immer unsachlicher einsetzt. Auch wenn ich auch nicht allwissend bin. Und sicher auch unsachlich in manchen Bereichen, auch wenn ich versuche, es nicht zu sein.

Wenn man es ganz genau angehen möchte - unabhänigg von unterschiedlichen Definitionen, muss man an das Wort direkt ran gehen. Und da steckt "Vor" und "Urteil" drin. Ein Urteil, unabhängig vom rechtlichen Begriff ist laut Wiktionary ein "Eindruck einer Person gegenüber anderen", laut Duden "prüfende, kritische Beurteilung [durch einen Sachverständigen], abwägende Stellungnahme".

Und in dem Rahmen passt das denke ich ganz gut, so wie wir die Diskussion angegangen sind.

Ganz unvoreingenommen KANN man nicht sein. Wenn man ein Kunstwerk sieht, bildet man sich direkt eine Meinung. Bei einem Spielfilm hat man auch schon nach wenigen Sekunden eine erste Meinung bzw. ein erstes Urteil. Wenn man einen Filmtitel hört, fällt man automatisch ein Vorurteil, einfach um es für sich selbst einzuordnen, eben auch in eine Schublade zu stecken, was natürlich und legitim ist. Menschen sind mir auch im ersten Moment entweder sympathisch oder unsympathisch. Das hat unendlich viele verschiedene Hintergründe, Erfahrungen, Gefühlslagen, Stimmungen, aber eben nicht nur eigene Beobachtungen/Erfahrungen/Ob man jemand riechen kann oder nicht, sondern eben auch externe Erfahrungen. Wenn z.B. in den Medien über Menschengruppen X und Y negativ berichtet oder gar gehetzt wird (egal ob berechtigt oder nicht), dann begegnet man diese Menschen mit anderen Urteilen als andere Menschen. Wenn bei Aktenzeichen XY immer wieder Leute aus den ehemaligen Ostblockländern gezeigt werden als Täter, hat das eine Wirkung. Wenn man eine schlechte Meinung über Leute hat, die in Banken arbeitet, ist man unter Umständen Anzugträgern gegenüber negativ gestimmt, von Grundauf. Wenn Rothaarige den Ruf kriegen, schlecht zu Kochen (Hashtag notall) und man kriegt mit, dass ein Rothaarige im Restaurant XY als Koch tätig ist, werden viele dort nicht mehr hin gehen wollen. Oder Stichworte wie Sandalen und Socken. Oder Südländer, die den Ruf haben, leidenschaftliche Liebhaber zu sein (dafür nicht so treu). Dagegen kann man dann aber auch mal auf einen treuen Südländer stoßen, der zwar leidenschaftlich ist, aber nicht gut im Bett. Das wäre dann wieder die Ausnahme. Die dann oftmals aber nicht der Regel entspricht.

Aber wichtig ist hierbei einfach, dass der Mensch nicht ohne Vourteile kann - alles andere wäre unantürlich und wohl auch realitätsfremd - und eben Vorurteile prinzipiell erstmal nichts schlechte ist, wichtig ist dabei nur, dass man gut mit ihnen umgeht und sich bewusst ist, dass es eben Ausnahmen gibt.
Ich mache ja Stadtführungen und sehe Menschen ankommen, von denen ich nicht weiss, ob sie einfach Passanten sind oder die Personen sind, die die Führung bei mir gebucht haben. Und da ist der erste Gedanke (wenn ich noch nicht weiss, ob sie nun zu mir kommen) die Überlegung, ob das Leute sind, die den Eindruck auf mich machen, dass sie eine für mich als Gegenüber im Rahmen der Führung passend oder (rein subjektiv aus meiner Sicht bzw. für meinen Geschmack - darum geht es ja auch für mich) unpassend sind. Und zu 80-90% (würde ich jetzt mal sagen, ich weiss nicht obs ganz genau so in dem Bereich liegt) liege ich mit meiner Einschätzung richtig. Glücklicherweise sind es meist auch nette Leute und nette Runden.
Wobei ich aber wirklich nur darüber nachdenke, wenn ich noch nicht weiss, ob sie zu mir kommen. Wenn ich schon merke, dass sie höchstwahrscheinlich die Teilnehmer sind, bin ich schon so konzentriert und im "Tunnel" drin bzw. fokkusiert darauf, die Führung stimmungsmässig schonmal gut anzugehen (im rahmen der Begrüßung und des Gesprächs), dass ich mir schon fast keine Gedanken mehr darüber mache (außer es sind Extremfälle). Aber nun komme ich ein wenig vom Thema ab.

Wer Vorurteile oder auch Begriffe, die das Thema, um das es geht, ähnlich umschreiben, abschaffen will oder als sinnlos betrachtet, verkennt meiner Meinung nach die Natur des Menschen bzw. einfach logischen Tatsachen.
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André Gide
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Shairaptor

Erleuchteter

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7

Dienstag, 8. August 2017, 04:26

>> Auch wenn ich auch nicht allwissend bin. Und sicher auch unsachlich in manchen Bereichen, auch wenn ich versuche, es nicht zu sein.

Jo, dat is gut, dass DU es sagst. ^^ :)

Ja, gut geschrieben Specht, kann mich im großen und ganzen anschliessen. Vorurteile hat wohl jeder, dem stimme ich zu. Auch Tiere haben es (vor allem die hochentwickelten wie Säugetiere und Vögel). Heute war ich mal wieder im Park und habe eine neue Gänsefamilie kennengelernt, die 2 Eltern und 8 kleine süsse Gänschen. (ok zum 2. mal getroffen) . Heute waren sie schon etwas zutraulicher d.h. weniger mißtrauisch. Am Anfang sah man ihnen direkt an "Was ist das denn für'n Typ? Wieder mal so'n Mensch!" Hihi ;D und kamen kaum näher, heute haben mir einige Gänse schon aus der Hand gefressen und ein bisschen rumgeknabbert (einfach süss), "Toll, mal einen Menschen so aus der Nähe zu sehen!" und nächstes mal sind sie noch vertrauter/vertrauenswürdiger. Einfach großartig, diese sozialen Prozesse und Entwicklungen! Das schult auch die Feinmotorik und Geduld und ist oft sehr spirituell und meditativ, ich liebe es. Ich bin eben ein gan(s) lieber und geduldiger ^^ Ok in der Menschenwelt bin ich nicht immer geduldig, Ungeduld ist ne Schwäche von mir. ^^ Aber ich komme vom Thema ab. Was wollte ich eigentlich sagen...?

Achja, ein weiteres Beispiel wollte ich anbringen: Als ich das erste mal also im Jahr 2000 den Manuel Andrack beim Schmidt gesehen habe, war mein allerserster Gedanke "Na toll, und was soll dieser Typ jetzt da neben Schmidt? Wie unnötig ist das denn!" aber schon bei den nächsten Sendungen m it den beiden dachte ich "Hey, das ist ja ein tolles Paar und macht Spass den beiden zuzusehen respektive zu hören" Das sieht man's mal wieder! Toll, gell? :)

Wenn man weltoffener ist, also offen und aufgeschlossen für neues und nicht so engstirnig, borniert und kleinkariert, dann lösen sich Vorurteile mit der Zeit "von ganz alleine" (d.h. wenn man bereit dazu ist, sich auf ein Thema wirklich einzulassen! Das ist dann oft augenöffnend und klasse, auch wenn so mancher es nicht zugeben will. Bei manchen bzw manchmal dauert es länger, bei manchen/manchmal geht's schneller, und bei manchen bleiben Vorurteile (länger zu mindest) bestehen. Ich kann mir eigentlich nicht vorstellen, dass es so "dumme" Leute gibt, die sich gar nicht von ihren vorgefertigten Meinungen lösen können. Wobei, ein bisschen Misanthrop bin ich schon. Aber wiederum dann auch Mister Optimist. Passt das zusammen? Ich denke schon. ^^ :D

Wenn ich manchmal so pauschal sage oder denke "das ganze Fernsehprogramm von heute ist komplett sch**sse" dann hat das auch was mit Faulheit zu tun bzw man kann einfach nicht alles (jede Sendung, jeden Moderator) kennen. Man hat ja auch seine Präferenzen, ich schaue eben lieber Retro/Nostalgie als Modernes, macht ja auch nix, jeder so wie er will. Und wenn ich im Forum pauschal hinschreibe "Der Moderator xy ist bestimmt sch*sse" dann ist das oftmals auch mit einem kleinen Augenzwinkern zu betrachten. ;) Aber ich denke das kommt auch so rüber, hoffe ich jedenfalls. 100% wird man sich nicht von Vorurteilen lösen können, aber ich versuche wenigstens 99% zu erreichen, ist doch ein nettes Ziel, hihi. ^^ :)
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Grüner Blitz

Redakteur (drh)

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8

Dienstag, 8. August 2017, 09:43

Grundsätzlich ist es gescheiter, niemandem direkt zu vertrauen!
Denn JEDER hat auf seine persönliche Art einen Knall, wobeo ich die Bezeichnung "Charakter" vorziehe.
Und selbst wenn jemand völlig unauffällig, also "normal" ist, ist das inn dieser Welt dennoch auffällig anormal!
Smörebröd! Smörebröd! Römpömpöm!
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Shairaptor

Erleuchteter

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Beiträge: 3 674

9

Dienstag, 8. August 2017, 16:05

Niemandem vertrauen, der "Charakter" hat?
Unauffällig ist auffällig?
Normal zu sein ist annormal (in ein er Welt wo künstliche "Normalität" immernoch so gefeiert wird?)
Ergibt für mich keinen Sinn.
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No Nick

Meister

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Beiträge: 2 258

10

Dienstag, 8. August 2017, 22:50

Eine klare Definition wird man wohl nicht finden. Ich habe gerade mal geschaut und Duden, Wiktionary usw. haben jeweils (im Detail) andere Definitionen. Wenn man in alte Wörterbücher schaut, wird man sicher weitere verschiedene Defintionen finden. Gerade da das Wort "Vorurteil" so ein Kampfbegriff wurde, wird hier die Definition sicher auch verändert worden sein im Laufe der Zeit, wie es bei anderen Worten auch der Fall ist.
Ich versuche halt solche Themen einfach mal sachlicher anzugehen, gerade wenn man sie immer unsachlicher einsetzt. Auch wenn ich auch nicht allwissend bin. Und sicher auch unsachlich in manchen Bereichen, auch wenn ich versuche, es nicht zu sein.


Ich glaube, so schwierig ist eine Definition nicht. Vorurteil besteht aus zwei Wortteilen, nämlich vor und Urteil. Das unterscheidet sich z.B. mal vom Begriff Vor-Sicht. Vorsicht bedeutet: Ich will nicht wissen, wie der Hund/das Wildschwein auf mich reagiert, und mache einen Bogen. Vorurteil hat zwar den selben Effekt, nämlich den, dass du einen Bogen machst, aber aus eben dem Grund, dass du angeblich auf dem ersten Blick weißt, was das Tier mit dir macht, wenn es dich erst einmal hat.

Dabei vergisst man, dass der Hund eine klare Sprache spricht, an der man erkennen kann, ob er dir wohlgesonnen ist. Und man vergisst auch, dass Wildschweine keinen Jagdinstinkt haben. Oder man weiß es nicht. Und eben dieses Nichtwissen fördert die Bildung von Vorurteilen. Um sich ein Urteil bilden zu können, muss man die Fakten kennen.

Das Paradoxe daran ist, dass die Politik solche Vorverurteilungen bekämpft, sie aber andererseits zulassen muss, weil jeder seine Meinung äußern darf, wenn er es denn für eine Meinung hält, was sie nach strengster Definition gar keine sein kann, weil Hintergrundwissen fehlt.

Wobei es nicht genügt, etwas zu wissen; man muss auch in der Lage sein, das Wissen praktisch anzuwenden.

Das bedeutet: Zum Überleben brauchen wir Vorsicht, nicht Vorurteil.
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Vogel Specht

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11

Dienstag, 8. August 2017, 23:03

Sich nicht in ein brennendes Lagerfeuer zu legen hat aber nichts mit Vorsicht zu tun, sondern mit Vorurteil. Einer Jungesellinnenabschieds-Gruppe aus dem Weg zu gehen, kann man mit Vorsicht dagegen umschreiben, finde ich ;-)

Wenn ich etwas nach bestimmten Kriterien bestimmen muss um meine eigenen Handlung abzuwägen, ist es etwas präzises, also ein Urteil, weswegen ich das Wort Vorurteil in vielen Fällen besser angebracht finde. Vorsicht ist etwas allgemeines, allgemeingültiges. Vorurteil bezieht sich auf etwas Konkretes bei denen viele Erfahrungen, Abwägungen usw. zu einem Gesamtbild zusammenfließt. Das Gesamtbild muss nicht stimmen bzw. stimmt oftmals nur zu einen größeren Prozentteil (manchmal stimmts kaum), aber wenn man keine weiteren Informationen hat, muss man eben die Dinge dafür hernehmen, die einem zur Verfügung stehen.

Zumal ich Klischees und Vorurteile auch oftmals recht nett finde. Bei Wikipedia wird bei der Seite zu den Vorurteilen dieses Bild gezeigt:

https://de.wikipedia.org/wiki/Vorurteil#…Deutschland.JPG

"Während andere Länder mit Kulturdenkmälern dargestellt werden, wird Deutschland auf den Bierkonsum beschränkt."

Was ich total hirnrissig finde. Bier ist ein Kulturgut hierzulande. Da wird nichts "beschränkt". Etwas werden eben typische (in dem Fall positive/kulturelle/nette) Eigenheiten hergenommen. Man hätte genausogut den Dom zu Köln zeigen können und Bayern die Schuhplatteln. Was auch in Ordnung gewesen wäre. Beim Schiefen Turm von Pisa hat man sich ja auch nicht auf die nicht sehr langlebige Bauweise der Italiener "beschränkt". Das Bauwerk ist einfach ein Markenzeichen, ein markantes Kulturgut.
„Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“

André Gide
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Shairaptor

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12

Mittwoch, 9. August 2017, 02:04

"Und eben dieses Nichtwissen fördert die Bildung von Vorurteilen. Um sich ein Urteil bilden zu können, muss man die Fakten kennen."
"Das bedeutet: Zum Überleben brauchen wir Vorsicht, nicht Vorurteil. "

Genau das, so sehe ich das auch!
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No Nick

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13

Mittwoch, 9. August 2017, 20:18

Sich nicht in ein brennendes Lagerfeuer zu legen hat aber nichts mit Vorsicht zu tun, sondern mit Vorurteil. Einer Jungesellinnenabschieds-Gruppe aus dem Weg zu gehen, kann man mit Vorsicht dagegen umschreiben, finde ich ;-)


Sich nicht ins Feuer zu legen, ist weder Vorsicht noch Vorurteil, es ist Wissen. Wie wahrscheinlich ist es, sich in ein kaltes Feuer zu legen?

Zitat

Vorurteil bezieht sich auf etwas Konkretes bei denen viele Erfahrungen, Abwägungen usw. zu einem Gesamtbild zusammenfließt. Das Gesamtbild muss nicht stimmen bzw. stimmt oftmals nur zu einen größeren Prozentteil (manchmal stimmts kaum), aber wenn man keine weiteren Informationen hat, muss man eben die Dinge dafür hernehmen, die einem zur Verfügung stehen.


Ich würde es ganz anders definieren. Denn wenn du Erfahrung mit Dingen hast, mit denen du konfrontiert wirst, kannst du schon eine differenzierte Entscheidung treffen, wie du vorgehen musst. Aber was tust du, wenn du etwas siehst, das du nicht kennst, sagen wir mal ein Insekt, das aussieht wie eine Fliege, aber wesentlich größer, etwas langgezogener und mit besonders langen Beinen und Fühlern?

Du hast eigentlich nur die Möglichkeit, einen großen Bogen zu machen. Du kannst dem Tier aber auch einen wissenschaftlichen Namen geben (z. B. Brachycera Vogelspechtis) und einfach behaupten, ihr Stachel sei für Menschen tödlich. Ich könnte dir dann heute schon versprechen: Den Nobelpreis kriegst du nicht. :thumbup:

Zitat

"Während andere Länder mit Kulturdenkmälern dargestellt werden, wird Deutschland auf den Bierkonsum beschränkt."

Was ich total hirnrissig finde. Bier ist ein Kulturgut hierzulande. Da wird nichts "beschränkt". Etwas werden eben typische (in dem Fall positive/kulturelle/nette) Eigenheiten hergenommen. Man hätte genausogut den Dom zu Köln zeigen können und Bayern die Schuhplatteln. Was auch in Ordnung gewesen wäre. Beim Schiefen Turm von Pisa hat man sich ja auch nicht auf die nicht sehr langlebige Bauweise der Italiener "beschränkt". Das Bauwerk ist einfach ein Markenzeichen, ein markantes Kulturgut.


Das ist aber genau so ein Vorurteil, wie du es magst. Der biertrinkende Deutsche wird im Ausland so gesehen. Ich stelle das auch immer wieder fest, wenn ich zum Mittagessen gehe. Mein Stammladen befindest sich unmittelbar am Checkpoint Charlie, in dessen Nähe ich auch arbeite. Es kommen viele Touristen vorbei. Was bestellen die ausländischen Gäste dort: fast alle Currywurst mit Sauerkraut und Bier. Ich selbst mag Bier gar nicht.

Ein Klischee, dem sich Deutsche selbst nicht ganz entziehen können, wie das folgende Video beweist. Vorgetragen von Klaus Munzert aka Silicon Dream. In dem Text heißt es u.a.:

Zitat

The Germans wild swim in Beer,
a Berlin Child: Why are we here?

(Die wilden Deutschen schwimmen in Bier,
ein Berliner Kind: Warum sind wir hier?




https://www.youtube.com/watch?v=hPZBaMqNIPs
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Vogel Specht

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14

Mittwoch, 9. August 2017, 21:24

Zitat

Denn wenn du Erfahrung mit Dingen hast, mit denen du konfrontiert wirst, kannst du schon eine differenzierte Entscheidung treffen, wie du vorgehen musst. Aber was tust du, wenn du etwas siehst, das du nicht kennst, sagen wir mal ein Insekt, das aussieht wie eine Fliege, aber wesentlich größer, etwas langgezogener und mit besonders langen Beinen und Fühlern?

Wenn man Erfahrungen mit Dingen macht, die man kennt bzw. zu denen man einige oder viele Eckpunkte hat die mir ein Gesamtbild geben in welche Richtung die auf mich zukommende Erfahrung/Person/Situation es gehen könnte, nehme ich diese Eckpunkte her um mir ein Vorab-Bild zu machen, um auch richtig handeln zu können. Also ein Vorurteil.

Wenn mir etwas komplett fremdes gegenübertritt, z.B. so eine Fliege wie Du schreibst, dann sind die Eckpunkte an denen man sich orientieren kann sehr gering. Aber auch daran orientiert man sich und versucht dann abzuwägen. Der Instinkt (der insgesamt auch immer bei dem Thema eine Rolle spielt) kommt dann auch mit dazu. Und so ein Ur-Wissen. Insekten sind ja meistens nicht gerade Tiere, die den Menschen viel Bringen. Außer man möchte es verspeisen. Deswegen lieber mal Abstand halten.
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André Gide
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No Nick

Meister

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15

Mittwoch, 16. August 2017, 21:12

Mir fiel heute etwas ein: Gibt es eigentlich einen Unterschied zwischen Vorurteil und Klischee?
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Shairaptor

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16

Donnerstag, 17. August 2017, 02:19

Darf ich mal Gutefrage copy/pasten, die Antwort gefällt mir ganz gut:

https://www.gutefrage.net/frage/untersch…e-und-stereotyp

ein vorurteil ist eine vorgefasste meinung, ohne kenntnis vom thema zu haben. kann negativ oder positiv sein. häufig wird das übernommen, was andere so sagen, ohne dass man selbst nachdenkt. zB über ander Völker "Italiener kochen gut, Franzosen sind romantisch", meist sind es themen aus der Politix - das wird oft ausgenutzt..........

ein klischee ist eine verallgemeinerung, weil man manches beobachtet hat - zB "Frauen können nicht einparken" (das ist individuell, je nach fahrpraxis..............manche parken schlechter ein, weil sie es seltener tun, oft fahrt öfter der Mann...........)

ein stereotyp ist eine bewusste verallgemeinerung, weil es keine möglichkeit gibt, ins detail zu gehen - man hat es aber im hintekopf, dass es in echt nicht reine stereotypen gibt, sondern immer nur mischformen - zB. der schwache Schüler, der durchschnittliche Schüler, der intelligente Schüler (dabei hat jeder Stärken und Schwächen)
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No Nick

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17

Donnerstag, 17. August 2017, 09:01

Ja, gute Frage und gute Antwort. :)

Ich selbst erwische mich manchmal solche Klischees zu verbreiten, es ist aber auch aus dem praktischen Leben. So weiß ich, dass nicht alle Männer so sind, aber etwa 70-80% können ihre Dokumente nicht so aufbewahren, dass sie nach 10 Jahren noch im brauchbaren Zustand sind. Bei Frauen ist das deutlich weniger.

Es ist also eine unterscheidbare Tendenz vorhanden, aber zu sagen, alle wären so, hielte einer praktischen Überprüfung nicht stand.
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Shairaptor

Erleuchteter

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18

Donnerstag, 17. August 2017, 17:28

Ja, sehe ich auch so. Verallgemeinerungen bringen im allgemeinen nichts, aber wenigstens eine Tendenz durch Statistiken ist dennoch vorhanden. :)
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