Posts by Kuroi

    Wenn das so logisch ist, dann schick das Video am besten ans RKI, damit sie sich endlich mal ihr Basiswissen aneignen ;) Die haben nämlich heute schon wieder gesagt, dass sie nicht mit letzter Sicherheit sagen können, wie die unterschiedlichen Todesraten zu erklären sind :D

    Genau, »nicht mit letzter Sicherheit« ist auch eine völlig korrekte Aussage – denn es kann dir wohl aktuell niemand im Detail und mit belastbaren Referenzen aufzählen und erläutern, welche der vielen Faktoren wie bspw. Umwelt, Bevölkerung bzw. Bevölkerungsdichte, geplante bzw. laufende bzw. bereits durchgeführte Maßnahmen zur Eindämmung, gesellschaftliche Akzeptanz der Maßnahmen, verfügbare Intensivbetten mit Beamtmungsgeräten, medizinische Ausstattung, personelle Kapazitäten in Krankenhäusern, Pandemiepläne, Hygiene, demografische Merkmale, Test-Strategien, usw. usf. sich tatsächlich, innerhalb welcher Wechselwirkungen und in welcher Intensität auf eine niedrige bzw. hohe Mortalitätsrate auswirken. Das kann man wissenschaftlich belastbar natürlich erst analysieren und auswerten, wenn Zeit verstrichen ist und entsprechende Untersuchungen und Erhebungen durchgeführt wurden.


    Dass sich ganz grundsätzlich unterschiedliche Voraussetzungen in verschiedenen Staaten wie obige Beispiele selbstverständlich auf die jeweilige Mortalitätsrate bzw. Unterschiede im direkten Vergleich auswirken, das steht jedoch außer Frage.


    Im Übrigen scheut das RKI ganz zurecht direkte Vergleiche bezüglich der Entwicklung der Pandemie innerhalb einzelner Staaten, da es die eigenen Aussagen grundsätzlich und auch in den gegebenen Pressekonferenzen ausschließlich auf belastbare Fakten und Zahlen stützt. Und die kann es hinsichtlich der Mortalität eben noch nicht geben, da wir, wie auch das RKI immer wieder betont, erst am Anfang der Epidemie stehen.


    Oder in kurz: Die Mortalitätsrate eines Landes ist abhängig von den jeweils gegebenen Umständen. Welche Umstände in welcher Weise und in welcher Wechselwirkung mit welchen anderen Umständen die Mortalitätsrate tatsächlich beeinflussen, ist aktuell noch nicht bekannt. Und deshalb lassen sich die konkreten Ursachen für potenziell unterschiedliche Mortalitätsraten zum jetzigen Zeitpunkt auch noch nicht benennen.

    (...) Wenn die Thesen und allein schon die Sterberaten so weit auseinandergehen, sagt mir vor das vor allem eines, nämlich, dass wir nicht, wie der eine behauptet, an der Erfahrung gescheitert sind. (...)

    Bezüglich

    empfehle ich jeder Person eindringlich dieses Video mit Harald Lesch, der dort in ganz einfachen, klaren Worten und mit nackten Fakten den ersten Punkt vollständig entkräftet und den zweiten Punkt auch für Menschen ohne wissenschaftlichen Hintergrund verständlich ausführt (und hinsichtlich Covid-19 selbstverständlich bestätigt). Und weil es mir so wichtig ist, für diejenigen, die sich das 9-minütige Video dennoch nicht ansehen möchten, hier die allerwichtigste Kernaussage direkt mit Timecode verlinkt.




    Im Übrigen ist das mit den unterschiedlichen Mortalitätsraten bei Covid-19-Infizierten innerhalb Europas bzw. im internationalen Vergleich eine völlig logische Konsequenz aus den grundlegenden Charakteristika des Verlaufs einer Pandemie – ebenfalls von Lesch wunderbar anschaulich und verständlich erläutert:


    Unschön, dass Kuroi ihn von daher einfach mal so als unseriös darstellt. Er ist nicht vom Fach in Hinsicht auf die Medizin, aber gerade in der aktuellen Lage sind psychologische Aspekte alles andere als unwichtig.

    Das war eigentlich gar nicht speziell auf dein letztes verlinktes Video bzw. dessen Inhalt bezogen, sondern ein Kommentar eher genereller Natur. Ich kann das auch noch gern etwas ausführen:


    Es gibt zum Thema Coronavirus so viele ausführliche und aktuelle Texte, Videos und Hörstücke von Experten, Fachmenschen und Politikern aller Art, öffentlich zugängliche wissenschaftliche Daten, Erhebungen, Statistiken usw., und die Bandbreite an wissenschaftlichen Erkenntnissen und darauf basierenden politischen Handlungen – und um die muss es während dieser Krise primär gehen – ist aufgrund einer noch nie so dagewesenen Situation ebenso vielfältig und breitgefächert wie nur möglich (bspw. die unterschiedlichen Meinungen zwischen dem bereits erwähnten Virologen Christian Drosten und dem Arzt Alexander Kekulé). Du verlinkst hier jedoch deutlich überwiegend auf mehr als fragwürdige, unwissenschaftliche Quellen und Gesichter wie RT Deutsch, Wolfgang Wodarg, Der fehlende Part (ebenfalls RT Deutsch) sowie die Wissensmanufaktur, die alle primär vor allem eines bieten: Meinungsbilder ohne jegliche wissenschaftliche Evidenz, dafür aber mit einer eindeutigen (politischen) Agenda. Das kann man schon machen, diese dann aber als Quellen für eine inhaltliche, sachliche Diskussion heranzuziehen, ist meiner Ansicht nach ein bisschen wenig bzw. einseitig.


    Du hattest kürzlich hier geschrieben: »Ich bin wahrheitssuchend und beschäftige mich nach Möglichkeit mit allen Facetten der Angelegenheit.« Das spiegelt sich bei diesem Thema nur überhaupt nicht in den von dir verlinkten und weiterempfohlenen Inhalten wieder. Im Gegenteil, du gibst ja auch ganz offen ein »großes Misstrauen gegenüber den Institutitonen« zu haben (dazu zähle ich natürlich auch die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten, korrigiere mich bitte, wenn ich in dieser Auslegung falsch liege), da liegt es nur nahe, sich eher in den Bereichen der »alternativen Medien«, wie du sie nennst, nach neuen Erkenntnissen und Informationen umzusehen. Nur ist für jene die Corona-Krise oftmals nur ein einfaches Mittel zum Zweck und eine gute Gelegenheit, sich durch die vermeintliche Außenseiterrolle auch mit inhaltlich eher schwachen Beiträgen profilieren zu können. Und ja, für mich sind alle diese Beispiele im Hinblick auf eine sachliche, faktenbasierte Betrachtung der Situation und Entwicklung der Corona-Krise, wie wir sie hier sicher alle gern lesen würden, unseriös.


    Es gibt im wissenschaftlichen als auch im politischen Journalismus dieser Tage eine große Anzahl an unterschiedlichen Meinungen, Analysen und Handlungsempfehlungen, die mehr als genug Möglichkeiten bieten, das Thema aus vielen verschiedenen Richtungen tiefgreifend zu betrachten. Man muss die Angebote aber dafür auch in Anspruch und sich dafür entsprechend Zeit nehmen.

    Um mal wieder seriöse Stimmen zu Wort kommen zu lassen: Ich empfehle jedem dringend den täglichen NDR Info-Podcast mit Virologe Christian Drosten. Ein Mann vom Fach, der die Coronakrise nüchtern, sachlich und mit der gebotenen Sorgfalt betrachtet. Keine Panikmache, keine Verharmlosung, keine politische Agenda, er vermittelt einfach und in klaren Worten das unbedingt notwendige Hintergrundwissen, dass es in dieser Situation braucht.

    Ich bin ganz bei Dir. Nur mit dem Unterschied dass man nicht alle Menschen so erziehen kann wie man sie gerne haben möchte. Menschen sind Menschen und agieren wie Menschen.

    Es geht hier ja auch nicht um (Um)-Erziehung, es wird in der Öffentlichkeit seit Wochen schlicht um vernünftiges, besonnenes Verhalten gebeten. Und als vernunftbegabtes Wesen hat jeder Mensch eben sehr wohl die Möglichkeit, das eigene Verhalten zu reflektieren – wir sind unseren Trieben und Instinkten eben nicht hilflos ausgeliefert.


    Was ist [an der Angst vor dem Kollaps] irrational?

    Erstmal wäre es wichtig, zu konkretisieren, in welchem Lebensbereich ein Kollaps zu befürchten wäre. Bezüglich des Warenverkehrs habe ich oben bereits konkret beschrieben, weshalb die Angst vor einem derartigen Zusammenbruch irrational ist: Es gibt kein einziges Anzeichen und keinen auch noch so geringen Hinweis auf etwaige Produktions- oder Lieferengpässe für Güter des täglichen Bedarfs in Europa. Keine. Nichtmal in Italien, wo die Lage in den letzten Wochen durchaus angespannt war, ist die Versorgung mit Lebensmitteln noch ein großes Thema.


    Im gesamtwirtschaftlichen Bereich ist die Lage in Deutschland und Europa offensichtlich sehr angespannt. Aber auch dort wird von politischer Seite (sowohl national als auch supra- und international) durch Hilfemaßnahmen, Rettungsschirme und Änderungen am Leitzins bereits sehr viel getan, um genau das zu verhindern. Auch hier sehe ich mittelfristig deshalb nicht sehr viel Gefahrenpotenzial für einen Zusammenbruch. Und nochmal: Sollte es zu diesem äußerst unwahrscheinlichen Fall dennoch kommen, wird dir ein Toilettenpapiervorrat nicht sehr viel bringen, wenn du weder Strom noch fließend Wasser mehr hast, da dann auch unser gesamtes Versorgungssystem nach und nach die Biege machen würde. Für dieses Szenario würdest du in ganz anderen, sehr viel elementareren Nöten stecken als sich mit der Sorge um Toilettenpapierknappheit zu befassen.


    Da gibt es auch unendlich viel Solidarität, aber die beginnt im Kleinen, also in der Familie und in der Nachbarschaft - das was greifbar ist und das was - egoistisch - auch am Ende einem selbst wieder was bringt.

    Grundsätzlich stimme ich dir zu, dass Solidarität oftmals im Kleinen beginnt, was auch vollkommen verständlich und in Ordnung ist; ich sehe das an der eigenen Familie bzw. auf dem Land auch genau so passieren. Es hat nach meinem Verständnis aber nicht viel mit solidarischem Verhalten zu tun, wenn man etwas aus der Hoffnung heraus tut, um einen eigenen Vorteil daraus zu ziehen. Das mag zwar kurzfristig das eigene Gewissen erleichtern, ist im gesellschaftlichen Rahmen aber trotzdem nicht das, was ich als solidarisches Handeln bezeichnen würde. Für mich ist das eher Augenwischerei. Wichtig ist es, die gesamte Gesellschaft im Blick zu behalten – das Zuhause bleiben bspw. schützt nicht nur mich selbst, sondern potenziell alle anderen Menschen da draußen in gleichem Maße.


    Was mich aber nervt und der Grund für meinen Beitrag war, ist, dass die Leute nicht verstehen oder verstehen wollen, dass Klopapier im Falle des Zusammenbruchs ein wesentlicher Hygieneartikel ist - aber soweit denken viele Leute halt auch nicht, sie sehen immer die jetzt-situation und rechnen wenn dann mit 4 Wochen Ausgangssperre und ähnlichem.

    Korrigiere mich, wenn ich falsch liege, aber ich lese in deinem Beitrag Unsicherheit und ein großes Misstrauen gegenüber den Institutionen, die uns durch die Corona-Krise führen, heraus. Da liegt vielleicht auch die Ursache des Unverständnisses: Menschen horten für einen Notfall, der aber weder politisch noch wirtschaftlich noch gesellschaftlich absehbar und wahrscheinlich ist. Als bestes Beispiel ist im europäischen Rahmen da vor allem Italien. Auch dort wurde zu Beginn gehamstert bis nichts mehr ging. Und trotz aller Probleme, mit denen Italien aktuell zu kämpfen hat – überlastete Krankenhäuser, Ausgangssperren, usw. – wird dort schon länger nicht mehr über die eigenen Verhältnisse eingekauft. Und weshalb? Weil die Menschen sich mehr und mehr einfach an die ihnen auferlegten Reglementierungen halten. Und das hat konsequenterweise ein entspannteres gesellschaftliches Leben, weniger Infektionen, weniger Sorge und Angst zur Folge.


    Was mich an deiner Position etwas verwundert: Einerseits siehst du dir Videos von Menschen an, die propagieren, dass die Corona-Krise bzw. die bereits erfolgten Maßnahmen völlig überzogen sind, andererseits bevorratest du dich für einen Ernstfall selbst, was widerum andere als völlig überzogen ansehen (bspw. jene, die sich über das Horten von Toilettenpapier belustigen), über die du dich dann schlussendlich aufregst. Das passt für mich nicht so recht zusammen, wenn ich ehrlich bin. :/

    Du scheinst Dich schon ausgiebig mit manchen Themen beschäftigt zu haben. Kannst Du mehr dazu sagen wieso Wodarg dubios ist? Und wieso er Märchen erzählt? Das sind ja schon sehr klare Aussagen von Dir, da bin ich sehr gespannt auf die Ausführungen diesbezüglich.

    Zumindest scheint er noch so akzeptiert zu sein, dass er in den öffentlichen Medien aufgegriffen wird.

    Das liegt wohl eher an Wodargs politischer Vergangenheit als an seinen aktuellen Äußerungen. Diesbezüglich liefert bspw. CORRECTIV im eigenen Fakten-Check einen sehr guten und ausführlichen Text, weshalb seine Behauptungen der Realität oftmals nicht standhalten.

    Sehr derb formuliert, aber zu 100% zutreffend. :thumbup:

    Ja, das tut mir auch irgendwie leid, aber auch irgendwie wieder nicht. Ich bin ja sonst eher für eine sachliche und kultivierte Diskussionskultur, aber wer in einer solchen Krise primär nur an sich selbst denkt, dem muss mit klaren Worten begegnet werden. Denn in dieser Situation hat das Verhalten jedes Einzelnen ganz konkrete Auswirkungen auf alle anderen Menschen, ob es um das Kaufverhalten, die Nies- und Hustetikette oder die Soziale Distanzierung geht. Jetzt und in Zukunft ist Solidarität, Zusammenhalt und vernünftiges Verhalten wichtiger denn je.

    Mein lieber da merkt man, dass du kein Österreicher bist denn Sarkasmus und schwarzer Humor scheint dir gänzlich fremd zu sein...:D:D:D

    Da bin ich aber beruhigt, dass dein Post nur im Spaß gemeint ist. :thumbup: Leider gibt es durchaus Stimmen, die solche Aussagen wie die deine ernst meinen – und es gibt genug Menschen, die unreflektiert genug sind, daran zu glauben. Nur nebenbei bemerkt, ich habe enge Verwandtschaft in Österreich, die haben am Anfang auch gern ihre Scherze über den Coronavirus gerissen – mittlerweile lachen aber auch die die Krise nicht mehr so einfach weg, aus verständlichen Gründen.

    P.S: Jedes Jahr verursachen Influenzainfektionen weltweit ungefähr 500 Millionen Erkrankungsfälle. Laut Robert-Koch-Institut werden im Verlauf von Grippewellen fünf bis 20 Prozent der Bundesbürger angesteckt. Weltweit sterben jedes Jahr zwischen 290 000 bis 650 000 Menschen an Influenza.

    Und was soll dieses P.S. jetzt genau aussagen? Wie du sicherlich weißt, unterscheidet sich das Influenza- und das Coronavirus grundsätzlich voneinander: Gegen Influenza existiert zum einen ein wirksamer Impfstoff sowie diverse Medikamente, sodass bei einer Ansteckung der Krankheitsverlauf häufig sehr viel milder verläuft bzw. es erst gar nicht zu Krankheitssymptomen kommt; zum anderen ist die Inkubationszeit des Coronavirus mit 14 Tagen deutlich länger als bei einer Influenza mit 2-3 Tagen. Darüber hinaus gibt es, wie bereits ausgeführt, gegen das Coronavirus innerhalb der Weltbevölkerung noch keinerlei Immunität, was aufgrund der Charakteristik einer Pandemie, die in Wellen verläuft, für die Gesundheitssysteme eine überdurchschnittliche Belastung bedeutet. Was daraus folgt, kann man derzeit überall nachlesen: Die Letalität bei Infektionen mit dem Coronavirus sind statistisch fast 10x so hoch wie bei Influenza-Krankheitsverläufen.


    Wenn also aus deiner Anmerkung eines ersichtlich wird, dann die Tatsache, dass das Coronavirus für uns als Gesellschaft zum jetzigen Zeitpunkt weitaus gefährlicher ist als die Influenza-Grippewelle und daher keinesfalls verharmlost oder gar weggelächelt werden kann/sollte.

    Dass alle und jeder sich öffentlich so auskotzt, dass alle Toilettenpapier kaufen und es NICHT verstehen. Was gibts daran denn nicht verstehen? Neben Lebensmittel sind Hygieneartikel wesentlich. Wer Klopapier-Vorräte hat, ist gut gerüstet.


    Natürlich ist es doof, wenn keins übrig ist für andere. Aber da hätte jeder frühzeiitg sich Vorräte kaufen können. Oder muss alternativ jetzt früh morgens einkaufen gehen, dann wird er sicher noch was kriegen. Zumal die Produktion ja weiter läuft, Engpässe wirds da erstmal keine geben.


    Aber hauptsache sich drüber aufregen und nicht verstehen was an Klopapier so wichtig ist.

    Ich kann dir gern erläutern, was ich (und sicherlich viele andere Menschen auch) daran nicht verstehen: Es gibt nachweislich keinerlei Produktions- und Lieferengpässe an Toilettenpapier, nicht jetzt und auch nicht mittelfristig. Das heißt, lediglich das Kaufverhalten einzelner Personen hat sich über einen sehr kurzen Zeitraum hinweg geändert – bspw. aufgrund von Hamsterkäufen. Selbst im worst case scenario, also einer vollständigen Ausgangssperre für alle, würden Menschen auch weiterhin für Dinge des alltäglichen Bedarfs wie bspw. Einkäufe und Arzt- oder Apothekenbesuche auf die Straße gehen können. Es gibt also nachweislich keinen einzigen rationalen Grund für das Horten von Lebensmitteln oder Hygieneartikeln. Außer die eigene irrationale Angst vor dem Kollaps. Da bringt dann aber der eigene Scheißhausvorrat auch nichts mehr.


    Und mal ganz ehrlich: Diese »Wer zuerst kommt ...«-Mentalität, die du mit deiner Aussage implizierst, ist nur eines: egoistisch und unsolidarisch. Würde jeder ganz normal für den eigenen Bedarf weiter einkaufen, gäbe es kein einziges Bild im Netz von leeren Toilettenpapier- oder Nudel-Regalen. Hängen bleibt es letztendlich an den Schwachen in unserer Gesellschaft, den vielen älteren (bspw. gebrechlichen oder gehbehinderten) Menschen, die oftmals eben nicht schon 2 Stunden vor Ladenöffnung vor dem Supermarkt warten können, um ihren Einkauf zu erledigen, um wenigstens noch ein paar Rollen Toilettenpapier zu ergattern. Die müssen also dann mit dem zurechtkommen, was übrig ist? In einer Gesellschaft, in dem nur das eigene Wohl die maßgebliche Rolle spielt – vor allem in einer Krise wie dieser, wo Zusammenhalt und gegenseitige Hilfe mehr denn je geboten ist – möchte ich nicht leben. Und zum Glück gibt es mehr als genug Menschen hierzulande, die das genauso sehen und mit gutem Beispiel vorangehen.


    Ein Toilettenpapier-Hersteller bringt die Sache übrigens noch einfacher auf den Punkt:

    (...) Aus meiner Sicht ist das ganz einfache Mathematik: Niemand wird häufiger scheißen gehen als sonst auch. Wenn jetzt also viele Leute Klopapier kaufen, wird es bald eine Phase geben, in der ganz wenige was brauchen, weil alle einen Vorrat zu Hause haben. Sich zu freuen, dass die Nachfrage gerade explodiert, wäre sinnlos. Der Verbrauch von Toilettenpapier ist keinen großen Schwankungen unterworfen, nicht nach unten und nicht nach oben.


    Eine mögliche Erklärung für die grundsätzlich und selbst in Krisenzeiten komplett unnötigen Hamsterkäufe von Hygieneartikeln liefert vielleicht auch dieses Argument.

    (...) Die Menschen haben das Bedürfnis, etwas zu tun, um sich und ihre Familie zu schützen", sagt der Wissenschaftler Steven Taylor, der ein Buch über die Psychologie von Pandemien geschrieben hat. "Was können sie schon tun, außer sich die Hände zu waschen und sich zurückzuziehen?" Durch die unzähligen Bilder von Einkaufswagen voller Klopapier-Rollen in den sozialen Medien sei Toilettenpapier zu einem "Symbol für Sicherheit" in den Köpfen der Menschen geworden, sagt der Professor für Psychiatrie an der Universität von British Columbia in Kanada. Und indem man selbst auch welches kaufe, tue man bewusst etwas.

    wir in Österreich haben das "Augustin" Gen. So ein läppisches Virus haut uns nicht um. Wir haben ja schließlich auch die Pest damals besiegt. Der eine der bis jetzt bei uns verstorben ist hatte schon eine Reihe lebensbedrohlicher Vorerkrankungen...

    Puh, meiner Ansicht nach eine hinlänglich unvernünftige Aussage, mit der man vor allem andere Menschen in Gefahr bringt – als ob irgendeine Bevölkerungsgruppe bzw. ein Nationalstaat besondere Dispositionen gegen das Coronavirus hätte. Die Eigenschaften einer Pandemie mit einer neuartigen Infektionskrankheit sind ja eben, dass sich ausnahmslos jeder Mensch anstecken kann (und beim überwiegenden Teil der Bevölkerung genau das auch geschätzt innerhalb der nächsten 2 Jahre passieren wird), unabhängig von demographischen Merkmalen wie Ethnie, Geschlecht und Wohnort. Anders: Es existiert in der Weltbevölkerung keinerlei Immunität gegen das Coronavirus, deshalb wird es auch vor Österreich nicht Halt machen. Das zeigt auch der exponentielle Verlauf der Pandemie dort mehr als deutlich. Die beschlossenen Maßnahmen der österreichischen Regierung sind daher auch geboten und vollkommen richtig.


    Bezüglich der Verkennung der Ernsthaftigkeit der Pandemie hier auch ein guter Text der ZEIT: Gefährlicher Wohlstandstrotz


    Und ohne jetzt unnötige Panik verbreiten zu wollen: Wir in Europa stehen momentan gerade erst am Anfang der Pandemie. Daher sollte sich jeder Einzelne soweit es möglich ist an die allgemeinen Empfehlungen sowie die Vorschriften und Maßnahmen seines jeweiligen Landes halten. Ganz nach dem Motto: Flatten the curve.


    Edit:

    In den alternativen Medien ist gerade Wolfgang Wodarg sehr aktiv mit seinen Ansichten zu der aktuellen Lage (...)

    Wodarg ist ein sehr dubioser Zeitgenosse, und seine Märchen werden auch nicht wahrer, wenn er sie das 100. Mal in die Welt hinausposaunt. ;)


    Edit 2: Gerade bei einer Hart aber Fair-Sendung gesehen, ein wirklich interessanter und wichtiger Gedanke einer Psychologin bezüglich des individuellen Verhaltens während der Pandemie:

    Wie werde ich in einem Jahr darüber denken, dass ich durch mein Verhalten möglicherweise andere Menschen gefährdet habe und vielleicht sogar einige dadurch verstorben sind?

    [...] Das Ergebnis... naja. Katapult hat viele Infografiken (was ich als "stimme ich zu" gekennzeichnet habe, ich habe aber gegen "Meinungen" gestimmt). Und Katapult hat zwar keine Meinungsartikel (vermute ich mal), aber bei Facebook sind nahezu alle Beiträge tendenziös und da ist ordentlich Meinung mit drin: Das Beispiel zeigt mal wieder wieviel man von solchen Umfragen halten kann..


    Social Media-Kanäle haben meist nur sehr wenig mit den Inhalten der jeweiligen Zeitschriften/Zeitungen gemeinsam – so auch bei Katapult, deren Zeitschrift ist wundervoll aufbereitete Statistik mit Fakten und sehr, sehr wenig Meinung. Und btw., der Les-O-Mat ist ebenfalls ein Angebot vom Katapult Magazin. ;)

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    Krimis gibt's ja heute wie Sand am Meer, gerade bei uns in Deutschland. Leider sind sie oft mehr schlecht als recht gemacht, wirken bemüht oder einfallslos. Ich wollte mir Die Brücke, eine schwedisch-dänisch-deutsche Produktion, ursprünglich auch nur angesehen, weil einer meiner liebsten Schauspieler, Kim Bodnia (vor allem bekannt durch Klassiker wie In China essen sie Hunde oder Pusher) eine der Hauptrollen spielt.


    Nach 2 der insgesamt 4 Staffeln kann ich nun sagen: Wow, was für ein Ritt! Die Geschichte ist unfassbar gut geschrieben, die Atmosphäre so einzigartig und dicht, dass man sich sehr schnell mitten im Geschehen fühlt, die Charaktere sind vielseitig und originell, man fiebert total mit ihnen mit, und auch die schauspielerische Leistung von Kim Bodnia und Sofia Helin ist schlicht großartig. Man merkt der Serie deutlich an, dass sie im Gegensatz zu vielen anderen Serienproduktionen heutzutage nicht auf einer Buchvorlage basiert, sondern ausschließlich für's Fernsehen geschrieben wurde.


    Endlich mal wieder eine wirklich originelle, mitreißende Krimi-Serie, die stellenweise sogar meine Genre-Highlights wie Sherlock und Broadchurch in den Schatten stellt.