Posts by Flo.33

    In Duisburg gewann die Türkenpartei BIG zwar nur in einem Wahllokal 35% der Stimmen - aber ist es nicht erst der Anfang?


    Passt jetzt nicht gerade zur Europawahl, aber zum Thema "Einzelfall":

    In Rostock könnte mit Claus Ruhe Madsen bald ein Däne Oberbürgermeister werden ;)

    Wenn ich mir dagegen die Ergebnisse in Sachsen, Brandenburg, Thüringen, SA und Mecklenburg anschaue - dagegen Münster, Hamburg und Niedersachsen anschaue, komme ich zu dem Schluß, daß die Grünen eine Spalterpartei sind.


    In wie fern denn Spalter? Das klingt so negativ.

    Die Wahlergebnisse der Grünen lassen sich doch recht logisch erklären:


    Schaut man nach Schleswig Holstein und Niedersachsen sowie in Teile von MeckPomm, wo die Grünen stark sind, dann stellt man fest, dass vor allem die küstennahen Regionen hier punkten konnten. Vielleicht besteht hier durchaus Interesse, dass der Meeresspiegel nicht weiter steigt, oder alle Monate Schweröl an die Urlauberstrände gespült wird.


    Schaut man nach Sachsen und Brandenburg, so hat man natürlich gleich die wegbrechende Kohle-Industrie im Fokus. Hier wählen die Leute natürlich konservativ, in der Hoffnung noch möglichst lang einen Job zu haben. Dazu kommt in beiden Bundesländern, genau wie in MeckPomm, dass es nach wie vor die länderübergreifende Kriminalität der Nachbarn gibt. Dazu kam gestern erst eine Reportage, dass die deutsch-tschechische Zusammenarbeit ganz gut funktioniert, die deutsch-polnische aber durchaus noch Potential hat.


    Dazu kommt generell, dass die neuen Bundesländer nach der Wiedervereinigung hunderte Millionen in die Beseitigung von Umweltschäden und die "blühenden Landschaften" gesteckt bekommen haben. Da steht das Thema Umweltschutz nicht so im Fokus - anders als in den Großstädten. Wenn ich in Leipzig eine Hauptstraße entlang gehe, dann rieche ich förmlich den Schmutz in der Luft. Und ich fahre selbst Diesel. Zum Berufsverkehr meide ich die Straßen ganz, da ich sonst mit dem Auto für 3km mind. 20 Minuten benötige. Da verwundert es nicht, dass die Grünen in Leipzig bei den Wahlen so erfolgreich waren.


    Es kommt eben immer auf den Sachbezug an. Ludwig hat ja oben schon vollkommen richtig geschrieben, dass es Themen gibt, die im einen Landstrich mehr ziehen, als im anderen.


    Und jetzt spinne ich mal einen Bogen zur weltweiten Politik:

    Wenn die Industrienationen, allen voran unser "guter" Klimawandelleugner in den USA und die anderen Ignoraten (China, Saudi Arabien, Russland,...) so weiter machen, dann können wir uns hier in den gemäßigten Klimazonen in Zukunft auf Millionen Klimaflüchtlinge einstellen. Und ich glaube, dieses Szenario will nun wirklich keiner.


    Es bleibt also spannend, wie lang von den großen Parteien die Grünen das Thema Klima- und Umweltschutz alleinig glaubhaft vertreten, oder wann auch der Rest der Parteienlandschaft hier ernsthaft auf den Zug mit aufspringt.

    Wir hatten hier doch mal Volt diskutiert. Deren Ergebnis war ja wirklich respektabel. Mit Damian Boeselager zieht einer der ihren tatsächlich ins Europaparlament ein.


    Ja, das habe ich ja prognostiziert. Mit dem hochgeschaukelten Drama um den Wahl-O-Mat hat es Volt ja definitiv geschafft Aufmerksamkeit zu bekommen.

    Die Ergebnisse der kleinen Parteien finde ich eh interessant, weil diese bei der Europawahl wirklich mal eine wahre Alternative sind, von der ich auch Gebrauch gemacht habe. Die ÖDP hat ihren Stimmenanteil fast verdoppelt, was sich aber nicht in den Sitzen widerspiegelt. Die Piraten haben ordentlich verloren und sind ihren Status als Protestpartei jetzt endgültig los. Die Satirepartei "Die Partei" hat in den Stimmen ordentlich zugelegt und sogar ein zweites Mandat geholt. Mich würde mal interessieren, welche Bevölkerungsgruppe hier sein Kreuzchen setzt.

    Auch die Freien Wähler können nun mit zwei Sitzen aufwarten. Die Tierschutzpartei und die Familienpartei haben es auch geschafft ihren einen Sitz zu verteidigen. Die NPD hingegen ist raus.


    Quote

    Da zeigt sich halt auch, dass das Thema 'Umwelt' in Bremen keine große Rolle gespielt hat. Das ist nun mal das Thema, mit dem die Grünen punkten. Und selbst wenn Rezo viel angesprochen hat, letzten Endes landet man auch bei dem Medienecho, das er hervorgerufen hat, irgendwann doch wieder bei der Umweltpolitik - zumindest ist das mein Eindruck. Er steht für die Jugend, die aufbegehrt, und dann ist man halt auch ganz schnell bei Fridays for Future :/


    Eben, es ist ja auch Sinn und Zweck hier sachbezogen sein Kreuz zu setzen. Es kommt immer darauf an, welcher Kandidat hier die entsprechenden Ideen mitbringt und auch glaubwürdig vertritt.

    Ich persönlich gehe stark nach Persönlichkeit und Inhalt, nicht nach dem Parteinamen.

    Ach weh, mit so vielen Thesen wird es jetzt wieder komplex. Wo fangen wir am Besten an?


    Wenn wir schon dabei sind: Ich finde das Wahlergebnis von Bremen als erneute Katastrophe.

    55% haben sich für rot-rot-grün entschieden.


    Das muss man etwas differenzierter sehen. Ich würde den Einwohnern in Bremen nicht unbedingt durch die Bank weg ein Lagerwahlkampf unterstellen. Es mag aus Wähler geben, die ihr Kreuzchen setzen um ein Bündnis zu verhindern, aber der Großteil wird meiner Ansicht nach das Kreuzchen dort setzen, wo er sich am ehesten aufgehoben fühlt. Das führte dazu, dass laut Hochrechnung die CDU bei 25,4%, die SPD bei 24,3%, die Grünen bei 16,8% die Linken bei 11%, die AFD bei 6,9% und die FDP bei 5,8% und BIW bei 3,1% gelandet sind.

    Da lässt sich theoretisch viel drauß machen, wenn man sich die daraus resultierende Sitzverteilung anschaut. GroKo, Jamaika, Rot-Rot-Grün und sogar eine Ampel. Das SPD und CDU im Vorfeld die GroKo (vorerst) ausgeschlossen haben, fällt den Grünen natürlich hier die Joker-Rolle zu. Sie könnten über drei Regierungskosntellationen zu einer Regierungsbeteiligung kommen. Ich fände es vermessen, dem (Grünen-)Wähler da eine klare Koalitions-Wahl zu unterstellen.

    Viel spannender wird es doch sein, auf welche thematischen Inhalte sich die Parteien verständigen. Das wird sicherlich ein Weilchen in Anspruch nehmen, bis hier alle Möglichkeiten sondiert sind.

    Ob das Wahlergebnis deiner Meinung nach nun eine Katastrophe ist, bleibt freilich dir überlassen.


    Quote

    Und derselbe Bürgermeister, der wie die meisten seiner Parteigenossen vor einer Zusammenarbeit mit der AFD warnt, selber keine Hemmungen hat, als Wahlverlierer ein Bündnis mit der SED(Linkspartei) einzugehen.


    SED ist natürlich ein heikles Thema, was sicher auch etwas genauer betrachtet werden muss.

    Als erstes ist die Linkspartei natürlich nicht mit der SED gleichzusetzen. Korrekter ist die Linkspartei ja der Zusammenschluss aus WASG und der Linkspartei-PDS. Da die WASG ja eine Abspaltung aus der SPD ist, liegt die inhaltliche Nähe ja noch auf der Hand. Die Linkspartei-PDS ist in der Tat die Nachfoldepartei der SED. Die SED glänzt wahrlich nicht mit einer strahlenden Vergangenheit und die Linkspartei hätte hier sicherlich auch noch einiges an Verganhenheitsbewältigung aufzuarbeiten. Fraglich ist, wie viele alte SED-Funktionäre jetzt durch die Linkspartei einen der 10 Sitze in der Bremer Bürgerschaft ergattert haben.



    Das Beste kommt natürlich zum Schluss - die Medienschelte. Wenn Argumente und Fakten fehlen, ist ein Rundumschlag mit der Keule natürlich der einfachte Weg. Man trifft immer, und wenn man Glück hat, sagt auch keiner mehr etwas.

    Das kann ich hier allerdings nicht unkommentiert stehen lassen, ohne dich darauf hinzuweisen, dass du dir in deiner Argumentatioskette selbst widersprichst. Schaut man sich die die Wahlergebnisse in Bremen an, stellt man fest, dass die Grünen (hier im Westen) im Vergleich zur letzten Wahl gerade mal magere 1,7 Prozentpunkte zugelegt haben. Die CDU - nicht gerade ein Beispiel für positives Medienecho - onnte trotz Rezo-Video um 3 Prozentpunkte zulegen.

    Man kann gegenüber den Medien bemängeln, dass die Kleinparteien nicht genug Beachtung finden, da diese selten bis gar nicht an TV-Duellen oder Diskussionsrunden beteiligt sind, aber in welchem Licht eine Partei erscheint, hängt vor allem von deren selbsterzeugtem Image, dem Gebahren der Mitglieder und Anhänger in der Öffentlichkeit sowie der Glaubwürdigkeit der Akteure ab. Jeder mündige Mensch hat das Recht sich auf faktenbasierter Grundlage seine eigene Meinung zu schaffen.


    Wenn der aufgebrachte Pöbel (egal ob links oder rechts) randalierend und skandierend, verwüstend durch die Orte zieht und dies entsprechende Beachtung in den Medien zu Folge hat, dann ist das nur verständlich.


    Dass in den Medien die AFD als Deppenpartei oder die Grünen als Fortschrittspartei stilisiert werden, entzieht sich meiner Kenntniss. Hier wären konkrete Beispiele mal interessant. Es ist doch vielmehr so, dass beide Parteien aktuell eher von enttäuschten Wählern profitieren. Der Bürger lässt häufig seine Wut raus und ist recht schnell dabei zu formulieren, was ihm nicht gefällt. Wie man es besser machen kann, das wäre interessant. Wenn das Ganze dann noch realistisch umsetzbar wäre, würden einige Parteien und Politiker für diese Erkenntnis sicherlich einiges geben. ;)



    Ich möchte hier keine einzige Partei in irgendeiner Art und Weise verteidigen, aber ich wünsche mir doch einen sachlichen, fairen und aufgeklärten Umgang mit dem Thema. Gefährliches Halbwissen und falsche Behauptungen gibt es auf fb zur Genüge :D

    Nicht nur in Thüringen ist das Wahlergebnis eine Katastrophe. Mir wird schlecht, wenn ich hier vor die eigene Haustür in Richtung Görlitz oder Bautzen schaue. Ich frage mich wirklich, wie viele Weckrufe CDU und SPD noch benötigen... Populisten zu wählen, egal ob links oder rechts, ist allerdings auch keine Alternative :D

    Ich bin auch mal gespannt, wie hier die Kommunalwahlen ausgehen.


    PS: Meinungen akzeptieren muss keiner; Meinungen kann man aber tolerieren.

    Ich hätte im Zeitraum 2008 bis 2012 "Unheilig" ins Rennen geschickt.


    Der Graf hat sich ja sogar 2014 im Vorentscheid mal zur Wahl gestellt, aber dann nur den zweiten Platz hinter Elaiza belegt, die dann mit 39 Punktenvon 26 Teilnehmern beim ESC Platz 18 belegten.


    Ich würde mal Adel Tawil da hin schicken. Der hat Stimme und bekommt bestimmt auch ein ansprechendes, nicht nervendes Bühnenbild hin.


    Beim ESC fand ich die Beiträge aus Ungarn (im 1. Halbfinale gescheitert), Albanien (Platz 18 im Finale), Dänemark (Platz 12 im Finale) und Schweden (Platz 6 im Finale) ganz gut. Die Niderlande hatten einen soliden, aber nicht überzeugenden Beitrag. Warum Italien auf Platz 2 gelandet ist, entzieht sich vollkommen meinem Verständnis.

    Die Dicke aus Frankreich fand ich auch sehr amüsant. Ganz schönes Selbstbewusstsein muss die Gute haben.

    Für die Übersichtlichkeit finde ich die Begrenzung teilweise auch etwas ärgerlich, aber auch ich habe es in der Vergangenheit geschafft, durch Mehrfachauswahl alle Parteien miteinander zu vergleichen.

    Und ich verstehe auch das Argument der Wahl-o-Mat-Betreiber, dass sie keine Entscheidung für das Kreuzl herbeiführen wollen, sondern eine inhaltliche Auseinandersetzung mit den zur Verfügung stehenden Parteien erreichen wollen.


    Naja, scheinbar wollte Volt Aufmerksamkeit, und die haben sie bekommen.