Posts by Detlef_Fischer

    Selbst wenn man diese Filme als infantilen Müll deklariert, so muss man ihnen wenigstens zugestehen, dass sie aus dem gängigen deutschen Kino herausstechen und aus einem historischen Blickwinkel durchaus sehenswert sind.

    Das ist richtig. Allerdings halte ich diese Hexen-Filme für Sonderfälle der deutschen Filmproduktion. Es gibt ja nicht allzu viele bundesdeutsche Splatter- und Gewaltfilme aus den 60er / 70er Jahre, d.h. die Welle, die von Italien ausging und vor allem in Frankreich und Spanien ihr Echo fand, hat sich auf die hiesige Produktion kaum ausgewirkt. Wir waren ja eher auf dem Softsex-Sektor aktiv. Die Hexen-Filme waren sowas wie ein Versuch, auf die Gewalt-Welle aufzuspringen. Sicher gibt es noch weitere Beispiele, aber die Titel fallen mir gerade nicht ein, und ich glaube auch nicht, dass ich sie damals gesehen habe.
    Die Italiener haben wirklich ein eigenes Horrorkino ins Leben gerufen, ebenso wie die Franzosen, auch wenn hier immer nur der Name Jean Rollin fällt. In Deutschland gab es sowas nicht... nur ein paar Konjunkturritter, und was dabei rausgekommen ist, ist aus meiner Sicht ziemlich erbärmlich und - ähnlich wie diese Pauker-Filme und der sonstige Klamauk dieser Jahre - ein Zeugnis für den Niedergang des deutschen Films nach 1945.

    Kennt jemnad "Hexen bis aufs Blut gequält" und den dazugehörigen Nachfolger von Adrian Hoven? Die scheinen sehr gut zu sein. Bei imdb sehr gut bewertet aus allen möglichen Ländern. Hier eine Vorschau: http://www.youtube.com/watch?v=ji5DFlZBFtk

    Den ersten Teil kenne ich. Totaler Rotz. Als 12jähriger bin ich mit großen Erwartungen an diesen Film herangegangen, der auf ganzer Linie enttäuschte: Zum einen war mir die Gewaltdarstellung zu lasch, zum zweiten die Handlung zu seicht und einfach nur eine schlechte Kopie des Witchfinder General mit Vincent Price.
    Vielleicht ist er auf Deutsch ein bißchen besser ... ich hatte damals die engl. synchronisierte NL-Fassung gesehen.
    Aber um ehrlich zu sein, kann ich nicht verstehen, dass solche infantilen Müllfilme heute wieder als Kult vermarktet werden. Der zweite Teil soll noch schlechter sein.

    Ich kriege das leider auch immer wieder mit wie die jugendlichen heute so drauf sind, gerade in sexueller Hinsicht. Schon hart, gerade weil diese frühsexualisierung immer mehr politisch gefördert wird. Ritzen ist schon fast zu einer Mode geworden.

    Die Mode ist schon ein bißchen älter. Es ist meiner Meinung nach auch nicht nur die Frühsexualisierung, sondern auch die gesamtgesellschaftliche Situation, d.h. der Verlust familiärer und sozialer Bindungen, kein generationenüberspannender oder auch nur nachbarschaftlicher Zusammenhalt, sondern Anonymität, Gleichgültigkeit und Kälte in der modernen Ellenbogen-Gesellschaft.
    Das war zu meiner Zeit auch schon so, ich brauche mir bloß meinen linken Arm anzuschauen ;)
    Ich hab das immer mit einer Rasierklinge gemacht und auch ab und zu Zigaretten ausgedrückt. Es ist ganz gut verheilt, aber man sieht es natürlich (leider) immer noch. Ich glaube, dass sich damals dieser Hass auf die Gesellschaft eingestellt hat, der mich bis heute antreibt - eine positive Folge, wenn man so will.


    Wenn ich heute junge Menschen erlebe, die sich selbst verletzen, würde ich ihnen so gerne helfen - aber man dringt so schwer zu ihnen durch... und man braucht ein Vertrauensverhältnis, um überhaupt in einen Dialog zu treten. Sowas gibt es nur in ganz seltenen Fällen.
    Am besten man bekämpft die Ursachen dieses Leidens ... die Gesellschaft als solche ... oder freundlicher ausgedrückt: man setzt sich ein für eine bessere Gesellschaft, die den jungen Menschen wieder Hoffnung gibt, ein Ideal, einen Glauben, eine Zukunft.

    Mich würde vor allem interessieren, welche Filmtitel man da konkret nennen kann - das war der Grund für meine Frage.

    Du redest jetzt nur von Spielfilmen, nicht wahr? Kann ich Dir nicht sagen, weil ich mich mit Spielfilmen nicht beschäftigt habe. Nach meinem Eindruck sind die meisten Spielfilme der 30er/40er Jahre, zumindest die Langfilme, die auch ausgewertet wurden, überliefert. Bei Kurzfilmen und Produktionen, die unter Verschluss gehalten wurden, sieht das anders aus - ein Beispiel wäre hier Der 5. Juni, der 1942 verboten wurde und nur nochj fragmentarisch erhalten ist:


    http://www.filmportal.de/film/…f814147bf9c70eba81cf1d004

    Sind eigentlich viele Filme während des Zweiten Weltkriegs zerstört worden? Gibt es da Untersuchungen?


    Im ersten Moment hab ich mich gefragt, ob Deine Frage ernstgemeint ist, da Du Dich ja sehr intensiv mit der früheren deutschen Filmgeschichte befasst hast. Aber vielleicht ist diese Frage ja auch bei Spezialisten gar nicht so präsent wie sie eigentlich sein sollte? - Natürlich sind Unmengen von Filmen zerstört worden. Nichts hat der Filmüberlieferung in Deutschland so geschadet wie der Zweite Weltkrieg. Vor allem Unikate sind extrem dezimiert worden, desweiteren kostbare Negative und Privatfilme. Überlebt hat eigentlich bloß, was in ausreichender Kopienzahl an verschiedenen Orten gelagert hat ... und Glücksfälle gab es natürlich auch. Dazu kommen die Filmverschleppungen durch die Siegermächte, vor allem USA und Sowjetunion ab 1945. Nicht alles ist zurückgekommen, siehe die Trümmer des Reichsfilmarchivs, die in Moskau liegen. Fachartikel gibt es ein paar, z.B. von Hans Barkhausen, Referent des Bundesfilmarchivs, der noch am Aufbaus des Reichsfilmarchivs mitgearbeitet hatte.

    Selten einen derartig unmotivierten Einsatz von Marschmusik gesehen wie in dieser Anfangsszene... das hätte man auch besser vertonen können. Aber wunderbare Aufnahmen, sehr, sehr schön... auch wenn die Atelierszenen dazwischen vermutlich ziemlich herausstechen. Das ist ja meistens so bei Filmen, die auf hoher See spielen. Vielen Dank jedenfalls für den Ausschnitt!

    Mir geht dieses Vorurteil, dass diese Formate bei der breiten Masse populär wären und dass das heutige Fernsehen auf diesen Schwachsinn reduziert wird, mächtig auf die Nerven!

    Das ist keinm Vorurteil jh
    Wann immer ich den Fernseher anschalte, läuft Schei*e - ich kann dafür keinen sachlicheren Begriff finden, tut mir leid. Die Nachrichtenberichterstattung ist tendenziös und manipulativ, die Kultur oberflächlich und prätentiös, die Unterhaltungsangeboten würden jedem gebildeten Zwölfjährigen Brechreiz verursachen. Gute Programme laufen grundsätzlich dann, wenn sie kein Mensch sehen kann, zumal kein berufstätiger.
    Von Bekannten und vor allem den Kindern von Bekannten bekomme ich mit, welche Sendungen so zur "Unterhaltung" geschaut werden - das sind genau die, von denen Du behauptest, es sei ein Vorurteil, dass die Menschen diese am meisten schauten.
    Das heutige Fernsehangebot ist eine Beleidigung für jeden denkenden Menschen - Punkt Aus. Sein einziger Zweck ist es, die Masse in ihrer eigenen Dumpfheit zu ersticken, damit Ausbeuter und Politiker sich weiter an dem herrschenden System bereichern können.

    Für dich doch immer JTVR
    Von Modern Eon finde ich Splash, High Noon und Second Still sehr geil. Vor allem Splash hat eine hypnotische Qualität, die selten ist!


    Tactics sind eine der wenigen Bands, die (mich zumindest) immer wieder mit originellen und unvorhergesehenen Wendungen in ihren Liedern überraschen... Die Stimme des Sängers ist wohl Geschmackssache. Meine Freundin jault immer, ich soll das ausmachen ;)


    Tactics - Long Story:



    Tactics - New York Reel:



    Tactics - Between the Trains:



    Eine relativ neue Entdeckung von mir sind The Gentry. Kennst du?

    Zitat von »Detlef_Fischer«
    Mission unter falscher Flagge (Radikale Christen in Deutschland)


    Eine Dokumentation über die Evangelikalen, die sich bereits mächtig dagegen gewehrt haben, siehe die ARD-Seite hier.


    *kotz* *würg* (...wenngleich ich es von den Fernsehanstalten heuchlerisch finde, dass fast nur die kleineren Glaubensgemeinschaften ihr Fett wegbekommen, während die beiden etablierten Kirchen ihre festen Sendeplätze haben in unserem ach so säkularen Staat)

    Ja.... zumal sich die Evangelikalen ja auch unter dem Dach einer der beiden etablierten Kirchen formieren.
    Gestern haben wieder die Zeugen Jehovas bei mir geklingelt... Vater, Mutter, kleiner Bub, der mich aus großen Augen anschaute. Sehr geschickt, ein Kind mitzunehmen, so sagt ihnen keiner die Meinung.


    Song of the Siren ist also ursprünglich von Tim Buckley. Wußte ich nicht und höre ich gerade....


    Und schauen tue ich dabei Krieg-Krieg-Krieg!

    Deine letzte Frage möchte ich gerne noch beantworten: Insgesamt eher wenig, und wenn, dann nur, wenn hier ein Link gepostet wird oder aber ich über google fündig werde. Insgesamt verbringe ich die meiste Filmrecherche-Zeit online aber auf IMDB und Filmportal. OFDB nutze ich so gut wie gar nicht.

    Würdet Ihr das befürworten? Wäre das ein projekt, das Ihr dann auch nutzen würdet? Gerade wenn ich Material dort bereitstelle, das es auf filmportal usw. nicht gibt, also zeitgenössische Kritiken, Brief- und Tagebuchzitate von damaligen Kinobesuchern, Filmprogramme, Fotos, Plakate usw.

    Ich weiß nicht, ob meine Antwort für Dich hilfreich ist, aber mir fällt dazu Folgendes ein:
    Es gibt verschiedene Privatinitativen im Internet, bei weitem nicht nur deutschsprachige Seiten, die, wenn man sie zusammenschlösse, ein tolles Angebot ergeben - und wenn dies nur in Form eines "Webrings" wäre - aber Webrings sind anscheinend völlig aus der Mode gekommen. Früher waren die eine tolle Sache. Aus meiner Sicht ist das Problem, das die Angebote zu verstreut sind - man wundert sich manchmal, was es alles gibt, wenn man konkret nach etwas sucht (häufiger ist natürlich die totale Fehlanzeige...).
    Aber man kommt halt meist nicht drauf, weil es keine übergeordneten Strukturen gibt. Das finde ich schade.
    Was Filmportal betrifft, so ist das nicht zu unterschätzen, was dort zum Teil an zeitgenössischen Filmkritiken und sonstigen Dokumenten hinterlegt ist. Ich habe zwar ein sehr zwiespältiges Verhältnis zu der Seite, weil sie zugleich ein ziemlich ekelhaftes Werbefeld für dass deutsche "Gegenwarts-Kino" ist, doch dürfte man Filmportal auf dem Gebiet nicht so schnell Konkurrenz machen können. Ich kenne einige Versuche, die allesamt gescheitert sind.

    So wie ich das sehe musst du dich um den "Film mit den zwei Herren" keine Gedanken machen, erfreulicherweise steht ja "Safety" am Rand.
    Bei den leeren Filmstreifen handelt es sich um "Startbänder", die den Vorführrollen vorgeschaltet werden, um die Belastung der ersten Frames möglichst gering zu halten.
    Die Negativ-Schnipsel sind ja nett!
    Bei der "verschlossenen Filmrolle" handelt es sich ja laut handschr. Aufschrift um ein Positiv auf Agfa-Superpan-Film (s/w). Sollte das zutreffen, wäre Lichteinfall unbedenklich.

    Aber denk mal an die Verbalkeulen, die gegen sogenannte "Nazis" geschwungen werden ...
    Ich denke, es ist eine wesentliche Errungenschaft der menschlichen Zivilisation, dass man miteinander kommuniziert. Wenn die Kommunikation verweigert wird - und gegenseitige Beleidigungen sind die Vorstufe davon - bleibt nichts anderes übrig, als dass man sich gegenseitig die Schädel einschlägt.
    Und in dem Kampf würdest du mit deiner Meinung unterliegen.

    Grüner Blitz, Depressionen haben nichts mit psychopathischem Verhalten zu tun.
    Ich kenne viele Menschen, die wegen Depressionen in Behandlung waren oder sind - machen hat es geholfen, manchen nicht. Das gilt auch für die Anwendung von Antidepressiva. Die Grenzen zwischen Depressionen und Burn-Out, das in manchen Berufsgruppen vermehrt auftritt, sind sowieso fließend, wobei ich glaube, dass psychische Erkrankungen und ihr Zunahme ein Spiegel der Zerfallserscheinungen unserer Gesellschaft sind.