Hilde

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Datum: 13.02.2009 | VÖ: 12.03.2009 | Herausgeber: Warner Bros. | Kategorie: Film

"Wie sieht die Stadt wohl heute aus? In dieser Stadt war ich mal zu Haus." Mit diesen Textzeilen beginnt der Film "Hilde". Die Geschichte beginnt im Jahr 1966, Hildegard Knef ist auf dem Hhepunkt ihrer Karriere und besucht zum ersten Mal seit dem Mauerbau wieder ihre Heimatstadt Berlin, um dort ein Konzert in der Berliner Philharmonie zu geben. Die ersten Einstellungen des Filmes zeigen wunderschne Originalaufnahmen aus dieser Zeit, die in guter Qualitt, in Farbe und in Verbindung mit diesem Lied ein unglaubliches Feeling vermitteln, genau jenes Feeling, das die Lieder der Knef seit jeher ausgemacht haben. Der Anfang findet seinen Hhepunkt, als man gerade bei der Textstelle "Wie sieht die Stadt wohl heute aus?" des Liedes "In dieser Stadt" das Brandenburger Tor mit einer groen Mauer davor zu Gesicht bekommt. Ein derber Rckschlag fr den Zuschauer und ein Filmanfang, wie man ihn kaum besser inszenieren knnte. Schlielich fasst dieses Bild wohl am besten zusammen, was die Jahrzehnte zuvor in Deutschland, auf der Welt und im Leben der Hildegard Knef geschehen ist.

Kaum in Berlin angekommen, wird Hilde von ihrer Vergangenheit eingeholt. Sie muss daran denken, wie ihre Karriere als junge Frau begonnen hat. Der Zuschauer bekommt so die Gelegenheit, den Weg der Hildegard Knef noch einmal etwas genauer betrachten zu drfen. Alles beginnt mit einem Vorstellungsgesprch im UFA-Besetzungsbro im Jahr 1943, also mitten im Krieg. Hildes Familie hat endlich die Zusage bekommen aus Berlin evakuiert zu werden, doch die junge Hilde will bleiben, um fr den Film zu arbeiten. Zwar will dies ihre Mutter nicht zulassen, doch ein Empfehlungsschreiben von Joseph Goebbels lsst auch sie verstummen. Hilde beginnt eine Affre mit Ewald von Demandowsky, einem hohen Tier in der nationalsozialistischen Filmbranche. Als dieser in den Volkssturm geschickt wird, geht sie mit, um nicht den Russen ausgeliefert zu sein. Als sie gefangen genommen werden, trennen sich ihre Wege. Allein kehrt sie nach Berlin zurck und kmpft darum, bald wieder als Schauspielerin auftreten zu knnen. Es folgt eine groartige Karriere, die immer wieder durch Rckschlge geprgt ist. Erst im Verlauf der fnfziger und sechziger Jahren schafft es Hilde, sich selbst zu finden und eine Linie in ihr Leben zu kriegen.

In den bergngen mancher Szenen bekommt man Zwischentafeln zu sehen, die Zitate aus ihren wohl bekanntesten und grten Song "Fr mich soll's rote Rosen regnen" stammen. Dieser Liedtext beschreibt wohl am besten die Persnlichkeit, die hinter Hildegard Knef steckt. Nachdem man zwischendurch immer wieder fr wenige Sekunden zurckkehrt ins Jahr 1966, schliet sich der Kreis am Ende des Films. Dort erfhrt Hildegard Knef nicht nur vom Tod ihres Mentors Erich Pommer, sondern gibt nach einem groen Gefhlsausbruch sehr abgeklrt und mit sich im Reinen ein groartiges Konzert. Dort singt sie natrlich auch das Lied "Fr mich soll's rote Rosen regnen". Damit endet der Film und mit dem passenden Lied "Von nun an ging's bergab" hat man mit Sicherheit das beste Stck fr den Abspann ausgesucht. Der Song wird sehr poppig gespielt und man bekommt noch einmal Bilder aus dem Leben der realen Hildegard Knef zu sehen.

Was vor allem das Ende des Filmes dominiert, sind die groartigen Lieder der Knef. Sptestens an dieser Stelle muss ich Heike Makatsch nennen, die nicht nur in unglaublicher Art und Weise die Rolle dieser einzigartigen Diva verkrpert, sondern zustzlich noch die Lieder allesamt selbst gesungen hat. Ein ganzes Jahr Gesangsunterricht hat sie dafr bekommen und fr die Rolle selbst hat sie sich sogar ganze zwei Jahre lang Vorbereitung gegnnt. Das Ergebnis kann sich sehen lassen, denn Makatsch schafft es, den Zuschauer vergessen zu lassen, dass es sich um einen Film handelt, den man gerade sieht. Man meint wirklich in das Leben der Schauspielerin und Sngerin einzutauchen. Die hnlichkeiten, die Heike Makatsch mit der Knef hat, half ihr bei der Umsetzung der Rolle sicherlich -manchmal knnte man meinen, dass man Hildegard Knef tatschlich gerade auf der Leinwand sieht. Doch der harten Arbeit, die Makatsch in der Vorbereitungszeit investiert hat, ist es zu verdanken, dass sie nicht nur den einzigartigen Duktus, sondern auch die Charakterzge dieser Persnlichkeit fr ihre Rolle verinnerlichen konnte.

"Hilde" vermittelt einen bleibenden Eindruck, den man mit Sicherheit noch einige Stunden, vielleicht sogar Tage mit sich herum tragen wird. Anders als viele andere biographischen Filmproduktionen schafften es die Macher, diesen Film spannend und fesselnd zu inszenieren und trotzdem sehr nahe an der Wahrheit zu bleiben. Die Knef war einzigartig, hatte Charakter, war nicht ohne Fehler und war aus diesem Grund einfach authentisch. Das hat Kai Wessel zusammen mit seiner Hauptdarstellerin Heike Makatsch wunderbar umgesetzt. Viele wissen wer Hildegard Knef ist, aber kennen, tun sie die wenigsten. Hier hat jeder die Mglichkeit, die Person hinter dem Namen zumindest ein bisschen besser kennenzulernen. (sk)

Wertung: 9 von 10 Punkten (9 von 10 Punkten)

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