Homo Sapiens 404, Band 2: Mit dieser Waffe

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Datum: 02.03.2014 | VÖ: 08.07.2013 | Herausgeber: Rohde Verlag | Kategorie: Printmedien

Mein lieber Herr Gesangsverein, was fr ein Schachtelteufel! Da habe ich mich zu Beginn des Romans auf eine weitere Zombie-Slasher-Episode im Weltraum eingestellt, und dann schafft es die Autorin Claudia Kern, eine lange Nase zu drehen und ein beklemmendes Drama auf einer Raumstation zu schildern, das gnzlich ohne irgendwelche Bser-Virus-macht-unschuldige-Menschen-zu-mordlsternen-Zombies auskommt.

Die Crew der T.S. Eliot fliegt mit ihrem reparaturbedrftigen Raumschiff eine Raumstation an die Mitglieder der Mannschaft nennen sie einen "Zoo". Was es mit diesem Begriff auf sich hat, wird dem Leser klar, als die Crew die Station betritt: Die Station wird von den auerirdischen "Jockeys" betrieben, einer Art parasitrer Lebensform, die offensichtlich andere Auerirdische als Wirt bentzt. Diese Aliens werden von den Menschen nach Tierarten genannt, z.B. Haie, Oktopoden oder Wlfe. Die wenigen auf der Station lebenden Menschen werden unterdrckt und gedemtigt; sie sind der Willkr der Jockeys ausgesetzt. Als ein Teil der Station von den Menschen "gesubert" werden soll, bricht das Chaos aus und die Crew um Kipling ist mittendrin.

Der zweite Band der Reihe lsst immer noch eine Menge Fragen offen, z.B. wer hinter "Omega" steckt oder warum die Menschen ein derart demtigendes Dasein fristen mssen. Dafr gibt es allerdings wieder kleinere Puzzlesteine aus der jngeren Zukunft, z.B. die deprimierende "Keulung" irdischer Grostdte oder ein mysterises Scharfschtzengewehr der US Army. Auch der offensichtliche Protagonist Kipling gewinnt gegen Ende des Romans an Konturen.

Natrlich ist auch in diesem Roman nicht alles Gold, was glnzt. Speziell in der ersten Hlfte fallen diverse Tippfehler auf. Dafr ist die Episode voll von Anspielungen auf seine offensichtlichen Vorbilder "Star Trek" und "Perry Rhodan". Das schrittweise Entdecken der Dystopie erinnert ein klein wenig an den Beginn von John Christophers "Tripods", ebenfalls eine herausragende Sci-Fi-Serie. Flssig zu lesen und spannend gegen Ende hat diese zweite Episode alles, was einen guten Groschenroman ausmacht. Ein groer Sprung nach vorne fr die neue Serie! (fk)

Wertung: 9 von 10 Punkten (9 von 10 Punkten)

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