Sibirische Erziehung

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Datum: 16.12.2013 | VÖ: 03.12.2013 | Herausgeber: Ascot Elite Home Entertainment | Kategorie: Film

Mit "Sibirische Erziehung" bringt "Ascot Elite Home Entertainment" das neueste Werk des italienischen Regisseurs Gabriele Salvatores ("Ich habe keine Angst") heraus. Hierbei handelt es sich um die Verfilmung des autobiografischen Romans von Nicolai Lilin. Leider ohne nennenswertes Bonusmaterial (die bliche Trailershow und ein kurzes Making Of) bietet zumindest der Film anspruchsvolle Unterhaltung und wirkt lange nach.

Wir befinden uns in einem nichtssagenden Ort mitten in der Sowjetunion. Unter der Fuchtel des Grovaters Kusya (John Malkovich) stehend wachsen die Freunde Gagarin (Vilius Tumalavicius) und Kolyma (Arnas Fedaravicius) in einem kriminellen Milieu heran. Ihre Familie ist Mitglied des Verbrecherkreises der Urki. Anstatt ihre Kindheit unbeschwert genieen zu knnen, mssen die beiden Jungs alles lernen, was zu einem echten Clan gehrt. Raub oder der Gebrauch von Schusswaffen stehen tglich auf dem Ausbildungsplan. Doch die Freunde werden getrennt, als Gagarin fr mehrere Jahre ins Gefngnis kommt. Nach seiner Wiederkehr hat er lediglich im Sinn, schnell an Geld zu kommen. Dabei ist ihm jedes Verbrechen recht, das ihn bereichert. Die Ehre des Familienclans wird dadurch massiv beschdigt, so dass aus Gagarin und Kolymna pltzlich Gegner werden...

"Sibirische Erziehung" besticht vor allem durch zwei Aspekte: Da ist zum einen das wunderbare Setting, zum anderen sind die Hauptrollen mit Altmeister John Malkovich und die Neulinge Tumalavicius und Fedaravicius hervorragend besetzt. Erwartet man von Malkovich eigentlich nichts anderes als eine berzeugende Performance, so fasziniert das Spiel der beiden jungen Mnner enorm. Jede Geste sitzt, ihre Dialoge wirken authentisch und man mag kaum glauben, dass sie das erste Mal vor der Kamera stehen. Aber auch das restliche Ensemble, zum grten Teil aus litauischen und russischen Schauspielern besetzt, liefert ganze Arbeit ab. Naturgem bleibt der Lokalkolorit in der deutschen Synchronisation auf der Strecke, dennoch kann die deutsche Vertonung als gelungen bewertet werden. Und neben aufschlussreicher und schockierender Einsicht in die kriminellen Machenschaften der Mafia lsst Salvatores genug Raum fr die Darstellung komplexer (krisenbehafteter) Beziehungen, insbesonderes dem Kampf zwischen Kolymna und Gagarin und dem Konflikt von Freundschaft, Hass und scheinbar unberwindbaren Mafia-Regeln. Damit sind die knapp 100 Minuten Spielzeit alles andere als langweilig und bei all der Grausamkeit zutiefst bewegend.

"Sibirische Erziehung" ist ein Filmjuwel in sprlicher DVD-Aufmachung.
(bv)

Wertung: 8 von 10 Punkten (8 von 10 Punkten)

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