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Datum: 03.03.2012 | VÖ: 06.01.2012 | Herausgeber: Pidax | Kategorie: Film

Die zweiteilige Fernsehserie fhrt den Zuschauer direkt und ohne Umwege in eine lngst vergangene Zeit, mitten in die Donaumetropole Wien. Sie gibt den Rahmen fr interessante Geschichtsstunden, die in eine mysterise Mordserie verpackt sind. Regisseur Georg Marischka entwickelte einige hochinteressante Einblicke in das Wiener Leben, inmitten der sogenannten guten alten Biedermeierzeit. Das Leben der Damen und Herren der hfischen Gesellschaft ist alles andere als einfach und schon gar nicht vorbildlich. Die Menschen niederen Standes sind mit der Bewltigung alltglicher Sorgen befasst. Das alles gehrt zur Szenerie, in der sich politische Vernderungen und damit verbundene Machtkmpfe abspielen. So sind es vor allem die Vernderungen, die in Europa durch Napoleon Bonaparte in Gang gesetzt wurden, als auch die Reaktionen und Bemhungen der alten Monarchien, diese Entwicklungen abzuwehren bzw. ganz zu verhindern. Es geht um Verschwrungen und Intrigen. Was haben da gestrickte Socken damit zu tun? Dies sind die einzigen Indizien, welche der Mrder an den Tatorten zurcklsst. Zu Beginn werden zwei Mnner umgebracht, die den "Carbonari", einer italienischen Unabhngigkeitsbewegung zugerechnet werden. Deshalb vermuten die Polizeikommissare Ledersteger (Kurt Nachmann) und Czernak (Alfred Bhm) auch den Tter aus diesen Kreisen. Ansonsten tappen sie lange im Dunkeln und verfolgen so manche Spur vergebens. Ins Fadenkreuz der Ermittlungen der beiden Kommissare geraten auch Personen aus allerhchsten Kreisen. Welche Rollen spielen die Grfin Latour (Olga Tschechowa) oder ihr Stallknecht (Rudolf Prack) oder die Grfin Carameta (Petra Schrmann)in den Ermittlungen?

Wie man dem Mrder baldigst auf die Schliche kommen kann wird zur drngenden Zeitfrage fr die Polizei, nach zwei weiteren brutalen Morden, die ebenfalls dem "Sockenmrder" zugerechnet werden mssen. Was oder wer steckt dahinter? Vielleicht doch politische Interessen? Weshalb beschftigt sich auch Metternichs berchtigte Geheimpolizei damit? In weiteren Rollen sind Hans Holt als Polizeirat Herg und Christine Kaufmann als Fanny Elner zu sehen. Es ist wunderbar, dass Pidax diese alte Miniserie in ihr Verffentlichungsprogramm aufgenommen hat. Jedoch sollte man den Wiener Dialekt verstehen, ansonsten geht vielleicht so manche Ironie im schwer verstndlichen Genuschel unter. Gedreht wurde damals an Originalorten, wie dem Schloss Schnbrunn. Das macht die Geschichte authentisch und die Unterscheidung zwischen Wahrheit und Fiktion sehr schwer. Auch wenn die Lsung des Falles am Ende ein wenig konstruiert wirkt, spricht das dennoch fr die Qualitten der Drehbuchscheiber.

Bild und Ton sind gut berarbeitet. Das Bildformat wurde im originalen 4:3 Standard (Vollbild) belassen. Das Tonformat ist Dolby 2.0 Mono. Die Box enthlt zwei DVDs. Informationen zur Serie, zu den Schauspielern und Produzenten finden sich auf der Coverrckseite. Ein Booklet ist offensichtlich leider nicht eingeplant gewesen, genauso wenig wie weiteres Bonusmaterial. Einzelne Kapitel sind frei anwhlbar. Witzig und genial ist die Umsetzung der Schlusssequenz, in der noch einmal alle Personen und ihr Anteil in der Story durch die aufrumenden Kommissare herausgestellt werden. Fazit: Ein toll inszenierter Kriminalfall, spannend und humorvoll mit Wiener Schmh, auch wenn der Titel des Filmes am Anfang irritiert. (al)

Wertung: 8 von 10 Punkten (8 von 10 Punkten)

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