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Datum: 16.02.2012 | VÖ: 23.12.2011 | Herausgeber: SKHS | Kategorie:

Was bentigt man unverzichtbar fr gut gemachte Unterhaltung? Sicher zuerst eine pfiffige Idee, ein gutes Buch und bemerkenswerte Knstler zur Umsetzung all dessen. In dem hier vorgestellten Hrspiel treffen sich all diese Voraussetzungen in sehr hohen Schnittmengen.

Ausgangspunkt fr die Geschichte ist eine kleine Schreinerwerkstatt in einem Mnchener Vorort, Mitte des 19. Jahrhunderts. Ignaz Aschenbrenner ist der Lehrling des Schreinermeisters Bartholomus Altinger. Meister Altinger hlt ber seinen ewigen Lehrling schtzend die Hand. Dieses ist er dem Vater von Ignaz, seinem alten Kriegskameraden schuldig. Ignaz ist ein rechter Tollpatsch, mit zwei linken Hnden und einer kleinen aber fatalen Vorliebe zum Kirschwasser. Auf der stndigen Suche danach beschdigt Ignaz eine wertvolle Schatulle, die Frulein Hauser beim Schreinermeister Altinger zur Reparatur in Auftrag gegeben hat. Ignaz hat eine Hllenangst vor Zauberei und Spuk. Er glaubt auch die Geschichten, die sich die Leute von Frulein Hauser erzhlen, sie sei eine Hexe. Der von ihr ber ihn ausgesprochene Fluch, sollte sich rasch bewahrheiten. Ignaz stirbt fr alle berraschend. So weit, so gut. Durch einen Zeitsprung findet man sich im 20. Jahrhundert wieder. Durch viele Hnde ist die Schreinerei gegangen und steht nun seit lngerem leer. Restaurator Mathias Mitterer will die geerbte altertmliche Werkstatt wieder zum Leben erwecken und strzt sich trotz einiger Auflagen und Widerstnde voller Enthusiasmus in die Arbeit und findet beim Aufrumen in einem zugemauerten Raum eine Blechdose. Mehr zu verraten, verbietet sich fast von allein. Nur so viel noch. Es ist spannend und unterhaltsam mit zu verfolgen, wie der einst verwunschene Geist des Ignaz sich im Heute zurechtfinden muss und im "Geisterhusl" zur ewigen Ruhe finden soll.

Das Sprecherteam ist super ausgewhlt und hochkartig mit Bayerischen Volksschauspielern besetzt worden. Hansi Kraus erweckt durch seine Stimme die Figur des Ignaz Aschenbrenner zum Leben. Und wie die Figur lebt. Mal ein wenig einfltig, dann gewitzt und ein wenig verschlagen. Hansi Kraus verleiht der Person und auch dem Geist des Ignaz die notwendige Brillanz. Seine stimmliche Wandlungsfhigkeit und Einfhlsamkeit in die Rolle ist eindrucksvoll. Ebenso beeindruckend sind die anderen Personen. Winfried Frey, Gerhard Acktun, Sepp Gneil, Petra Auer, Julia Urban, Claudia Burges, Hans Stadelbauer, Felix Nottensteiner, Balbina Brauel und Hans Wannenwetsch verleihen den Charakteren durch ihre Stimmen die notwendige Glaubhaftigkeit.

Das Hrspiel hat in der Verffentlichung zwei CDs mit einer Gesamtlaufzeit von ca. zwei Stunden. Damit hat die Geschichte um Ignaz eine gute "Spielfilmlnge". Die Spannung wird kontinuierlich aufgebaut. Auf sich in Spukgeschichten anbietende, bermige Gerusche und Effekte wird dankenswerterweise verzichtet. Damit bleibt der Zuhrer direkt an der Handlung und an den Personen. Die Musik ist typisch bayrisch, und gibt der Geschichte den musikalischen Rahmen. Die CD hat ein achtseitiges Beiheft und beinhaltet die wichtigsten Produktionsdaten und die Besetzungsliste. Das CD-Cover ist liebevoll gestaltet. Die vernebelte Schrift des Titels ist nicht gut zu lesen. Die Schriftgre des in heutiger Schrift lesbaren Titels erscheint im Verhltnis zu klein. Auf der Vorderseite sollte auch deutlich gemacht werden, dass es sich um ein Hrspiel handelt. Fazit: Eine spannende, kurzweilige und sehr unterhaltsame Produktion, die unbedingt eine Fortsetzung finden sollte. Sehr zu empfehlen! (al)

Wertung: 9 von 10 Punkten (9 von 10 Punkten)

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