Fritz the Cat

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Datum: 22.11.2011 | VÖ: 28.10.2011 | Herausgeber: WVG Medien GmbH | Kategorie: Zeichen & Trick

Sex, Drugs und Revolution das sind die Elemente, aus denen Kater Fritz seine Welt aufbaut, in exakt dieser Reihenfolge. Erst die Frauen, dann der Rausch, dann das politische Aufbegehren. Fritz lebt in den 60ern und lsst es krachen, wo er nur kann. Protestlieder werden nur angestimmt, wenn hbsche Mdels zuhren. Revoluzzer werden nur untersttzt, wenn ein heies Gert teil der Gruppe ist. Geht es um Nahkontakt mit dem anderen Geschlecht ist Fritz unstillbar und setzt auf so ziemlich jeden Rock an. Um ihn rum haben die Leute andere Sorgen. Die Kommilitonen wollen ihr Examen schaffen, doch Fritz kann den Gedanken nicht ertragen, sich im akademischen Sumpf zu begraben, er will raus in die Welt, Abenteuer erleben, Menschen treffen und vor allem Frauen flachlegen!
Also zieht Fritz los, ganz der Streuner-Kater, der er ist und folgt seiner Lust auf Abwechslung. Dabei gert er in eine Krhen-Bar. In Fritz' Welt sind die Krhen die diskriminierten Afro-Amerikaner und bei ihnen will Fritz den Einstieg ins Revolutions-Business wagen. Zu seinem Glck trifft er auf die Krhe Duke, die Fritz vor schlimmer Prgel bewahrt und ihn mitzieht. Von hier an wird es immer wilder und Fritz kommt auf seine Kosten, was Aufrhrerei und vor allem Schferstndchen angeht. Wo er dabei aneckt und welcher religisen oder sonstigen Gruppen er bei seinen Eskapaden auf den Schlips tritt, ist ihm egal. Er will zum Stich kommen und als Revoluzzer den dicken Max markieren. Nur luft leider nicht immer alles nach Plan, doch Fritz ist kein Kater von Traurigkeit. Die nchste scharfe Braut kommt bestimmt, solange kann man ja erstmal high werden.

"Fritz the Cat" ist ein Klassiker des anarchistischen Cartoons und endlich mal wieder ein Film, dem man deutlich ansieht, warum er ab 16 freigegeben ist. Die krperliche Ebene ist nicht wirklich auf Erotik ausgelegt, eher auf orgiastische Exzesse und Wollust in reinster Form. Fritz ist spitz und das stets und stndig. Ein Rammler vor dem Herren und glcklicherweise kommt ihm immer wieder ein neues Weibchen vor die Flinte. So reiht sich Triebakt an Triebakt. Dazwischen geht es eigentlich nur um hemmungslosen Drogenkonsum und gelegentliche revolutionre Aktionen, bei denen Fritz aber gern auch mal die Lust verliert, weil ihm die Lust auf was ganz Bestimmtes zu gro wird. Fritz ist Hedonist, der von einem Rausch zum anderen jagt und vorzugsweise die Begattung als Mittel des Berauschens whlt.
Entsprechend geht es auch im Film ab. Immer wieder wird gegrapscht, gefummelt, gerammelt. Dabei verkneift sich der Film zum Glck abgedroschene Zoten. Rundum sind die Dialoge sehr pointiert und ohne bldsinnigen Schnickschnack, was ein sehr erfreulicher Aspekt ist. So macht man als Zuschauer die stndigen Eskapaden des Katers Fritz wesentlich entspannter mit.
Optisch fllt natrlich auf, dass der Film von 1971 ist, aber selbst dafr wurden ein paar schne Effekt aufgefahren, z.B. das typische Wabern von Farben, wie man es mit Hippie-Zeiten verbindet.
Das vielleicht grte Manko des Films ist der Mangel einer stringenten Erzhlung mit sowas wie einem Kern der Geschichte. Dergleichen gibt es hier nicht. Man kann nicht von einer klassisch aufgebauten Erzhlung mit Anfang, Mitte, Ende sprechen. Am Rande scheint es darum zu gehen, was Fritz erlebt, als er sich ganz von einem geregelten Alltag lst und seinen Drngen und Gelsten nachgibt, also ausbricht und sich treiben lsst. Dennoch wird dabei keine Charakter- oder Gesellschaftsstudie betrieben. Man erfhrt einfach eine Kostprobe einer verrckten, berzeichneten Welt, die so wahrscheinlich wirklich mal zu finden war.
So kann man diesen Film als einen nach wie vor netten Klassiker und Zeitgeist-Streifen anerkennen und durchaus empfehlen. Dennoch sollte man vorher wissen, dass "Fritz the Cat" eher leicht und seicht ist.

Regelrecht schlank ist dafr die DVD: es gibt keine Extras, sondern lediglich Empfehlungen fr andere Cartoon-Klassiker. (mp)

Wertung: 6 von 10 Punkten (6 von 10 Punkten)

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