Blackest Night

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Datum: 20.09.2011 | VÖ: 16.08.2011 | Herausgeber: Panini Comics | Kategorie: Comic

Schwarze Stille, Dunkelheit und Tod, kein Funken Leben: fr den Schurken Black Hand der perfekte Zustand und in diesen mchte er das gesamte Universum versetzen. Die Vernichtung allen Lichts und allen Lebens: nicht weniger als das ist sein Ziel, das er zu verfolgen gedenkt bis zum bittersten Ende. Das Gefhrliche an diesem Plan ist, dass Black Hand dank der Prophezeiung der "Blackest Night" auch die Macht dafr zu haben scheint. Er ist der Auserwhlte, die Manifestation der Schwarzen Energie, er ist das Schwarze Licht, die erste Black Lantern, gespeist von der Energie der Schwarzen Batterie aus dem toten Raumsektor 666.
Doch Black Hand ist nicht der alleinige Bringer der Dunkelheit, er ist der Bote, der Erwecker der Toten. Sie sind seit jeher seine Leidenschaft gewesen und nun hat er eine Aufgabe fr sie: jedes Leben vernichten, alles Licht auslschen. Black Hand bedient sich aber nicht irgendwelcher Toter. Er whlt die mchtigsten unter den Verstorbenen: die Helden und Schurken des Universums, die in ihren Grbern ruhen. Sie sollen seine Armee stellen und so entsendet die Schwarze Zentralbatterie im Sektor 666 etliche Schwarze Ringe, die zielsicher die erwhlten Toten aufsuchen und mit finsterer Energie zu dunklem Leben erwecken. Ein Verblichener nach dem anderen erhebt sich und wird zur Black Lantern.
Anfangs sind die Black Lantern-Ringe noch nicht ganz aufgeladen. Anders als ein Green Lantern-Ring brauchen sie keine Batterie aufzusuchen, sie speisen sich von den Emotionen um sie herum. Um mglichst viele Emotionen aufsaugen zu knnen, werden passende Black Lanterns ausgewhlt, deren Rckkehr aus dem Totenreich eine starke emotionale Reaktion bei den Lebenden hervorruft. So sehen sich Hal Jordan (Green Lantern) und Barry Allen (der Flash) pltzlich dem verstorbenen Ralph Dibny (Elongated Man) und seiner Frau Sue gegenber. Sie sind nun Black Lanterns und trachten Hal und Barry nach dem Leben. Die emotionale Aufgewhltheit der beiden Helden versorgt die Ringe von Ralph und Sue mit Energie. Dies passiert berall: tote Freunde und Feinde erwachen durch die Schwarzen Ringe zu neuem Leben und strzen sich auf altbekannte Kameraden und Widersacher, sodass sie starke Gefhlsregungen erzeugen, von denen sich die Schwarzen Ringe ernhren.
Green Lantern steht fr Willenskraft und personifiziert nur eine Emotion, die Black Lanterns ernhren sich aber vom gesamten Spektrum und knnen auch nur von allen Vertretern des Spektrums ernsthaft zurckgedrngt werden. Dies erklrt Indigo-1 vom Indigo-Stamm, welcher Mitgefhl verkrpert. Indigo-1 erklrt Hal und Barry, dass alle Vertreter einer Farbe und Emotion zusammengerufen werden mssen. Nur das komplette Spektrum kann sich effektiv den Black Lanterns entgegen stellen.
Grade als es scheint, dass die Invasion der Black Lanterns endlich aufgehalten werden knnte, enthllen sich die wahren Hintergrnde von Black Hands Mission und seiner Rolle in der Prophezeiung der "Blackest Night". Die Schwrzeste Nacht ist weit mehr als nur eine Zombie-Apokalypse, sie ist die finsterste Bedrohung fr alles Leben.

Mit "Blackest Night" hat sich Autor Geoff Johns in den USA weit nach oben katapultiert. Das Konzept des emotionalen Spektrums der Farben und der unterschiedlichen Vertreter jeder Farbe ist auch genial und vor allem in sehr interessanten Charakteren manifestiert. Erst mag man sich an "Captain Planet" erinnert fhlen, doch die Konsequenz, mit der Figuren wie Atrocitus, die Red Lantern (weclhe fr Zorn steht), geschrieben sind, wehrt den Witz-Bezug gekonnt ab.
Gem des Stellenwerts eines typischen DC-Groereignisses ist auch "Blackest Night" so weit wie mglich aufgeblht und dehnt sich in das gesamte Universum der DC-Welten. Wie immer steht gleich alles auf dem Spiel, so ist man es vom Comicverlag DC regelmig gewohnt. Typisch fr solche weit ausgreifenden Geschichten ist auch, dass sie sich durch nahezu alle Serien des DC-Verlags ziehen und eine Mini-Serie den Kern darstellt. So auch bei "Blackest Night". Der vorliegende Band umfasst die achte Hefte der nach dem Groereignis benannten Kernserie. Man sprt frmlich, wie man eigentlich noch mehr lesen msste, um wirklich alles zu erfassen. Der Verdacht von einem nicht ganz rundum vollstndigen Bild schleicht sehr lange mit. Das ist eben der Effekt der groen Erzhlungen im Hause DC: man msste mehr als nur den Kern lesen, um das komplette Bild zu haben.
Die Kernserie in diesem Band funktioniert durchaus allein, man muss nur ein gewisses Vorwissen um die Lanterns und die vorangegangenen Ereignisse wie die "Final Crisis" mitbringen, dann kann man sorgenfrei den gesamten Band lesen. Aufmerksame und/oder erfahrene Leser merken aber einfach, dass da in anderen Serien noch mehr Material lauert. "Blackest Night" als Kernserie fhlt sich auch ein wenig zu dynamisch erzhlt an, so als htte Autor Johns eine feste Magabe von acht Heften einhalten mssen. Das ist schade, denn dadurch nehmen die Handlungen und Ereignisse berhand und man kann sich als Leser mit keiner Figur verknpfen. Alle Protagonisten nehmen nur am Geschehen teil, niemand ist besonders prsent und zieht den Leser dadurch in die Geschichte, was halt unheimlich schade ist.
Dennoch erlebt man hier auch groe Unterhaltung, v.a. bei der optischen Prsentation, wenn Zeichner Ivan Reis mal wieder eine doppelseitige Splashpage hervorzaubert. Ebenso edel und lecker sind die Titelseiten der Einzelhefte, die natrlich gesammelt der Geschichte angehngt wurden.
Der Anhang bietet aber noch einen ganz besonderen Bonus: Kommentare von Autor und Zeichner zu ausgewhlten Szenen der Serie beinahe wie die Kommentar-Spur auf DVDs. Sich hier an Hintergrundinformationen zu vergngen rundet das Leseerlebnis wunderbar ab.

Rundum kann man diesen mit ber 280 Seiten sehr feisten Comic-Band durchaus empfehlen, allerdings nicht jedermann, denn Kenntnis des DC-Universums und seiner wichtigsten Helden und Schurken muss man einfach mitbringen, damit man dabei bleiben kann. (mp)

Wertung: 7 von 10 Punkten (7 von 10 Punkten)

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