Der Hund von Baskerville

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Datum: 24.10.2010 | VÖ: 28.05.2010 | Herausgeber: Spirit Media | Kategorie: Film

Mit alten deutschen Kriminalfilmen verbindet man in erster Linie natrlich Fernsehrproduktionen wie "Stahlnetz" oder "Der Kommissar", aber auch die beliebte "Edgar Wallace"-Kinofilmreihe. Eines haben all diese Werke gemeinsam: Sie wurden noch schwarz-wei gedreht, was einen ganz eigenen, mysterisen Charme zur Folge hat und den besonderen Reiz dieser Werke ausmacht. Zahlreiche Freunde des deutschen Films wrden die Glanzzeit des deutschen Kriminalfilms jedoch nicht nur auf die 50er bis 70er Jahre beschrnken, sondern ziehen auch die 30er Jahre mit ein. In jener Zeit wurden mit "M Eine Stadt sucht einen Mrder" (1931) und "Das Testament des Dr. Mabuse" (1933) nicht nur zwei groe Kriminalfilme mit Weltgeltung von Fritz Lang gedreht, sondern auch zahlreiche heute leider viel zu unbekannte Werke, wie beispielsweise auch "Der Hund von Baskerville" aus dem Jahr 1936. Verantwortlich fr diesen Streifen ist der Spielleiter und Produzent Carl Lamac, der in den 30er Jahren durch zahlreiche hochwertige Filmproduktionen in vielen verschiedenen Genres wie beispielsweise "Knock Out Ein junges Mdchen, ein junger Mann" mit Max Schmeling in Erscheinung getreten ist.

Dieser frhe Tonfilm des Romanstoffes des britischen Schriftstellers Arthur Conan Doyle reiht sich in eine alte deutsche Filmtradition ein. Whrend bis in das Jahr 1936 hinein lediglich zwei britische Filme mit diesem Stoff inszeniert wurden, gab es zu jener Zeit bereits ber ein halbes Dutzend deutsche Filme die auf dem Roman "Der Hund von Baskerville" basieren.
Die Geschichte handelt vom Lord Charles Baskerville, der in einer dsteren Moorlandschaft in Dartmore gefunden wird. Er starb an einem Herzschlag, der die Folge einer panischen Angst war. Eine alte Sage erzhlt davon, dass ein Fluch auf der Familie von Baskerville liegt. Dieser besagt, dass als Strafe fr die Verbrechen von Sir Hugo Baskerville alle mnnlichen Nachkommen der Familie eines unnatrlichen Todes sterben werden. Der Legende nach lebt im Moor ein mysteriser Hund, der bereits fr den Tot von Hugo von Baskerville verantwortlich gewesen sein soll. Der Arzt und Freund der Familie Dr. Mortimer reist nach London, um dort die Hilfe von Sherlock Holmes und seines Assistenten Dr. Watson zu erbitten. Die berhmten Detektive nehmen den Auftrag an und versuchen herauszufinden, was es mit dem mysterisen Tot und den angeblichen "Hund von Baskerville" auf sich hat...

"Der Hund von Baskerville" wurde nun endlich dank der Firma Spirit Media in einer fr sein alter sehr guten Qualitt erstmals auf DVD verffentlicht. Die Restauration ist erstaunlich gut gelungen. Als Kunde kriegt man ein sauberes und klares Bild mit leichten Flackern zu Gesicht, das nur an wenigen Stellen mit Bildfehler, Streifen und Schmutz versehen hat. Der Ton ist etwas dumpf, ansonsten jedoch ohne groe Mngel.
Die Gestaltung des Produktes ist wieder sehr edel und ansprechend gelungen. So bekommt man in der schwarzen Amaray-Hlle ein Einlegeblatt mit einer weien Grundfarbe zu sehen. Abgebildet darauf ist ein ansprechendes Titelfoto zum Hauptfilm mit der Auflistung der wichtigsten Mitwirkenden, sowie auf der Rckseite weitere Impressionen aus den Film, eine Stab- und Schauspielerliste, eine Inhaltsangabe und weitere Daten zum Film und zur DVD. Das Innenleben der Hlle bietet auer der DVD-Scheibe leider nur den Anblick des Inneren der Hlle. Auf ein Beiblatt oder Beiheft mit weiterfhrenden Informationen hat man leider wieder komplett verzichtet. Dafr bekommt man wieder ein tolle Men auf der DVD zu sehen, das neben dem 77-mintigen Hauptfilm und einen eigens dafr hergestellten Abspann der DVD-Firma mit weiterfhrenden Informationen auhc eine Kapitelauswahl, sowie eine Extra-Rubrik mit sieben Bio- und Filmographien, einen Text ber die Romanvorlage und eine ausfhrliche Bildergalerie zu bieten hat. Leider verzichtete man auch diesmal wieder auf einen Filmbeitrag, wie beispielsweise einen zeitgenssischen Kurzfilm, die es bei den anderen DVD-Verffentlichungen von Spirit Media im Rahmen der "Schtze des deutschen Tonfilms"-Reihe immer mal wieder gegeben hat. Ein weiterer Kritikpunkt sind die fehlenden Untertitel fr Hrgeschdigte.

Der Hauptfilm ist gerade in dieser tollen Qualitt eine wahre Filmperle. Viele Freunde des deutschen Kinos haben lange auf eine Verffentlichung dieser Raritt warten mssen. Die einmalige Besetzung mit groartigen Schauspielern wie Bruno Gttner als Sherlock Holmes, Fritz Odema als Dr. Watson, sowie Peter Voss, Fritz Rasp, Erich Ponto, Alice Brandt, Ernst Rotmund und Friedrich Kayler lassen kaum einen Wunsch offen. Lamac hat ist es in geschickter Form gelungen, die Stilmittel des Kriminalfilms und des Horrorfilms zu einem wunderbaren Unterhaltungsfilm zusammen zu bringen, ohne dabei die heiteren Momente zu vergessen. Freilich ist "Der Hund von Baskerville" mit reinrassigen Grusel- und Horrorstreifen nicht zu vergleichen, doch die dstere Atmosphre, die fesselnde Handlung und das Flair der 30er Jahre, das einen jeden Kriminalfilm aufwertet, sorgen fr eine menge Filmspa. (sk)

Wertung: 7 von 10 Punkten (7 von 10 Punkten)

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