Ulrich Seidl Edition

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Datum: 23.06.2010 | VÖ: 09.04.2010 | Herausgeber: Alive | Kategorie: Dokumentation

Ulrich Seidl ist ein sterreichischer Regisseur, der bekannt fr seinen dokumentarischen Stil und die verstrende Wirkung dieser dokumentarischen Filme ist. In einer DVD-Box sind nun sechs seiner erfolgreichsten Filme erschienen.
"Mit Verlust ist zu rechnen": Ein sterreichischer Witwer wirbt in einem tschechischen Dorf um eine neue Frau. "Tierische Liebe": Inszenierter Dokumentarfilm ber die engen Beziehungen von Menschen zu ihren Haustieren. "Der Busenfreund": Portrt eines Fnfzigjhrigen, der bei seiner Mutter lebt, aber auf Senta Berger fixiert ist. "Models": Ein Einblick in das Leben dreier zweitklassiger sterreichischer Models. "Hundstage": Portrt einer Wiener Vorstadtsiedlung und ihrer Bewohner. "Import/Export": Eine ukrainische Putzkraft und ein sterreichischer Security-Mann erhoffen sich einen Neuanfang.

Verstrend, erschreckend, aber auch faszinierend sind die Filme Seidls. Nie wei man so genau, ob seine Filme nun echte Dokumentationen sind, in denen reale Menschen ihre Geschichte erzhlen. Oder ob alles nur inszeniert ist.
Dass es Flle wie den Busenfreund oder die Menschen, die ihre Tiere (zu sehr) lieben, geben muss unter der Fassade der Brgerlichkeit, ist sicherlich jedem klar. Dennoch schockiert es immer wieder, so etwas in der Realitt auszumachen. Damit bildet Seidl in seinen Dokumentationen bzw. den dokumentarischen Filmen die Realitt ab, egal ob nun echt oder inszeniert.

Die Idee, Realitt so darzustellen, ist originell und sicherlich fr einen Filmemacher einfacher, als in das reale Leben rauszugehen und nach solchen Protagonisten zu suchen und sie Schritt fr Schritt zu verfolgen, um eine gute Dokumentation zu bekommen. Denn den Schauspielern kann man ein Drehbuch vorlegen und ihnen sagen, wie sich die Situationen zuspitzen sollen, um Spannung zu erzeugen.

Das ist ein Grund fr mich, weshalb mich Seidl mit seinen Arbeiten nicht erzeugt. Er versucht, die Realitt nachzustellen und macht es sich damit meiner Meinung nach zu leicht. Zum anderen erreichen seine Filme fr mich keine Authentizitt und macht die ganze Idee damit fr mich zunichte.

Seidl-Fans sprechen davon, dass der Regisseur seine Figuren mit Liebe und Mitleid betrachtet. Fr mich wirken die Filme aber allesamt sehr kalt und dster verstrend ist daher der richtige Ausdruck und damit ist nicht das verstrend gemeint, das zum Nachdenken anregt, sondern eher Abscheu erzeugt.

Fazit: Die Idee an sich, die Realitt durch Fake-Dokumentationen abbilden zu wollen, ist intelligent. Die Umsetzung ist mir jedoch zu dster und kalt. (sak)

Wertung: 5 von 10 Punkten (5 von 10 Punkten)

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