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Datum: 18.03.2010 | Kategorie:

Liebe und treue Fangemeinde der kritischen Kolumne, Ihr alter Schreiberling freut sich sehr, am heutigen Tag den ersten Geburtstag feiern zu knnen. Genauer gesagt, vor genau einem Jahr wurde der Titel "Meisenscheie" hier bei tv-kult.com ins Leben gerufen.

Blickt man aus dem Fenster eines staubigen Bros stellt man fest, dass es mittlerweile Frhling geworden ist. Nachdem ich mich doch gerne von dieser guten Laune mitziehen lasse, blicke ich heute einmal zum Jubilum auf die letzte kritische Fernsehstaffel zurck.

Da gab es berhebliche Fuballmanager, die der Auffassung waren, dass wohl jeder Fernsehzuschauer ein potenzieller Schwarzseher wre. Egal ob Fan oder nicht. So machte sich Ulli Hhnes einmal mehr zum Affen, als er vorschlug fr die Fuballbundesliga eine Zangsgebhr ala GEZ einzufhren. Nur so kann man offensichtlich teure auslndische Spieler einkaufen. Zum Glck wurde es seitdem um Herrn Hhnes ruhig. Vielleicht hat ihm der Kaiser persnlich klar machen knnen, dass man sich nicht unbedingt damit schmcken sollte, dass der deutsche Fuball nur noch mit besseren auslndischen Spielern funktionieren kann.

Oliver - der Jungspund - Pocher wechselte schier unfreiwillig spektakulr zum alten Arbeitgeber und verlie den WDR und damit seine Co-Moderation bei "Schmidt & Pocher". Macht nix, laut eigener Aussage hat er ohnehin lange Zeit keinen Verantwortlichen der ARD treffen drfen. Ein kurzer Besuch bei RTL machte dann das Kraut auch nicht fett, denn der Erfolg seiner aktuellen Late Night Show auf Sat.1 blieb bislang leider aus, obwohl sich Pocher meiner Meinung nach hervorragend schlgt. Ich sage nur: durchhalten, bei seinem Ziehvater Harald Schmidt lief es 1995 auch nicht viel besser.

Aber es konnten noch andere aus der ffentlich-rechtlichen Gemeinschaft fliehen. Jrg Pilawa und Johannes Kerner entrissen sich schier dem steifen Konstrukten von ARD und ZDF. Naja, wobei bislang nur einer einen Platz beim Auffangsender SAT.1 finden konnte. Herr Pilawa macht sich momentan recht rar. Es scheint schier wie eine Art eiskalter Entzug, nachdem eigentlich kaum ein Tag im Ersten Deutschen Fernsehen verging, an dem er mal nicht seine Nase aus der Mattscheibe streckte.

Pilawa hat es allerdings nicht ganz geschafft sich vom politisch gesteuertem System zu entziehen. Er wird ber kurz oder lang beim ZDF ein neues Heim finden. Das drfte allerdings fr die Gebhrenzahler kein Problem darstellen, denn eine andere teure Personalie wurde ja frei. Die Rede ist von Nikolaus Brender, der mit der Rotzbremse. So unmodern seine Gesichtszierde sein mag, so unbeliebt war er bei Roland Koch. Wobei sich wiederum dieser auch nicht rhmte, als er gegen den Chefredakteur Brender wetterte.

Der politisch kindische Streit endete damit, dass RTL eine kleine Erziehungsmanahme einleitete und parallel dazu BILD-Frau Katja Kessler zur Expertin befrderte. Neben Vaterschaftstest in Talkshows selbstverstndlich wieder etwas vllig schreckliches, ber das sich schon gestritten wurde, bevor es berhaupt richtig losging. Allerdings stellten wohl alle Beteiligten schnell fest, dass man sich erst darber streiten htte sollen, wenn man wei, wieviel Menschen den Mist eigentlich gucken.

Alle Sender sind auf dem Trip das junge Publikum fr sich zu gewinnen. Gerade dies machte den kommerziellen Sendern Angst. Also geht die Arschgeigenparade weiter, indem sich jeder, der in der Nachbarschaft eines privaten Senders wohnt, zu Wort meldete, als das ZDF einen Kanal fr die ganze Familie an den Start brachte. Muss wirklich schlimm sein, wenn Sendeanstalten vor einem Spartensender Angst bekommen, obwohl dieser nachweislich nicht einmal annhernd die Zuschauerschaft besitzt, mit der damals RTL und Co. Anfang der 80er Jahre selbst gegen die ffentlich-rechtlichen Anstalten antraten. ZDFneo wurde gebohren und siehe da, die RTL- und/oder Sat.1-Gruppen mussten noch nicht die Pleite anmelden.

Zwischendurch hrte Frank Elstner mit der Restauration des Klassikers "Verstehen Sie Spa?" auf, ein neues POPSTARS-Duo wurde gefunden (wissen Sie noch, wer es war?), eine richtige Sngerin wurde fr den Eurovision Song Contest gefunden und mittlerweile wird wieder quotentrchtig nach einem Model und einem Superstar gesucht.

Auf das neue Meisenscheie (as)