Sebastian Kuboth

Hallo und Herzlich Willkommen zum zweiten Interview, Sebastian! Schön, daß Du Dir Zeit genommen hast! Wie geht es Dir?


Mir geht es bestens. Nicht einmal Hunger habe ich diesmal, da ich gerade gegessen habe.


Das ist schön! Wie wir erfahren haben, arbeitest Du zur Zeit am zweiten Teil Deines Hörspiels "Kleine Fische". Wie ist der momentane Stand des Produktionsverlaufes und wann wird das Hörspiel erhältlich sein?


Ich bin zur Zeit in der letzten Vorbereitungsphase, da es am Sonntag wieder ins Studio gehen wird. Von daher ist es einerseits relativ stressig, weil man eben viel organisieren muß und man auch nicht weiß wie es wird, andererseits kommt auch so etwas wie Vorfreude auf. Aber man weiß eben nie, wie es letztendlich kommt. Diesmal wird es aber so sein, daß wir zwei mal ins Studio gehen werden, da wir Probleme hatten, die Sprecher alle an einem Termin unter zu bekommen. Zudem sind es bei der neuen Folge ein paar Sprecher mehr als bei "Rumdackln". Ich denke, daß wir dann irgendwann zwischen Juli und September noch einmal ins Studio gehen werden, um die restlichen Aufnahmen zu machen (z.B. die der zwei Hauptsprecher Matthias und Lukas). Im Herbst will ich dann das Ganze abmischen und wenn nichts schief geht, dann am 1. Dezember das Hörspiel wieder veröffentlichen. Diesmal übrigens in einer etwas kleineren Auflage.


Du hast ja den ersten Teil "Rumdackln" schon erwähnt. Kannst Du uns einen kleinen Einblick geben was die Hörer im zweiten Teil erwartet?


In der zweiten Folge möchte ich das weiterführen, was mir bei "Rumdackln" auch schon am wichtigsten war: Ich will wieder ein gemütliches Hörspiel produzieren, welches mit viel bayrischen Flair ausgestattet ist. Ansonsten dürfen sich die Hörer darauf freuen, die beliebten Stimmen und Charakteren der ersten Folge wieder zu Gehör zu bekommen. Es werden aber auch einige neue dabei sein. Ich freue mich sehr, auch diesmal eine tolle Auswahl an Sprechern bieten zu können. Die neue Folge wird wohl auch länger werden als "Rumdackln", da es diesmal zwei Geschichten sind, die jeweils wieder einen episodenhaften Charakter haben - jedoch nicht mehr so stark wie bei der ersten Folge. Dies soll aber nicht heißen, daß ich darauf in Zukunft komplett verzichten möchte. Wie das fertige Produkt am Ende dann wirklich wird, kann man natürlich zum jetzigen Zeitpunkt schwer sagen. Jedenfalls habe ich diesmal ein besseres Gefühl als beim ersten mal - zudem wird die Studioarbeit diesmal intensiver. Letztes mal haben wir sehr unter Zeitdruck gearbeitet. Diesmal können wir etwas mehr an den Sprachaufnahmen und am Schnitt feilen.


Wie bist Du eigentlich auf die Idee gekommen so ein Hörspiel auf die Beine zu stellen?


Wie ich im letzten Interview schon erzählt habe, liegt es in meinem Wesen, etwas produktives auf die Beine zu stellen - dort hatte ich auch schon angedeutet, daß ich einige Projekte außerhalb des Internets plane. Doch das sich das mit dem Hörspiel so schnell realisieren läßt, hätte ich zu diesem Zeitpunkt in keinster Weise gedacht. Aber mal von Anfang an. Es begann im Frühjahr 2005, als ich dem Lukas Beyerle, der den Fonse in "Kleine Fische" spricht, davon erzählte, daß ich einmal Lust hätte zur Hörspielserie "Meister Eder und sein Pumuckl" ein eigenes Hörspielskript zu schreiben, sozusagen als Fanarbeit. Da wir beide den selben Humor hatten und auch gerade das Alt-Münchner Flair und die Charaktere, die im Hörspiel und in der Fernsehserie so sehr mögen, entwickelten wir ein paar sehr schöne Ideen und Dialoge (die bis heute noch nicht fertiggestellt sind). Irgendwann kam dann Lukas (ich glaube er war es) auf die Idee, diese Skripte doch einfach mal selbst zu vertonen oder gar die Fernsehserie nachzustellen. Da es uns rechtlich zu unsicher war, verwarfen wir die Idee auch schnell wieder, nur blieb bei mir der Grundgedanke davon im Gedächtnis hängen und ich begann mir Gedanken zu machen, daß man doch selbst einmal eine Geschichte schreiben könnte, die im alten München spielt und die man eventuell als Hörspiel sogar vertonen konnte. Dabei dachte ich aber eher an Aufnahmen am Computer als an Aufnahmen im Studio (die ich damals aber schon nicht ausgeschlossen hatte). So kam es, daß ich mir einige Ideen aufgeschrieben habe und diese dann auch an Lukas schickte. Die Grund-Idee war, daß sich zwei junge Münchner im alten München kennenlernen und dort dann diverse Abenteuer erleben. Lukas (er ist Münchner) hatte ich für die erste Hauptrolle vorgesehen. Mich habe ich natürlich nicht mit eingeplant, da ich Franke bin und von daher sicher keine Münchner Figur vertonen könnte. Julian Purtz, auch ein Münchner, mit den ich durch die Pumuckl Treffen schon sehr guten Kontakt hatte, kontaktierte ich ebenso, da ich ihn für die zweite Hauptrolle besetzen wollte. Mit ihm hatte ich mich schon oft über die Hörspielserie "Die Feuchtgrubers" unterhalten und da wußte ich, daß er die Mundart gut hinbekommen könnte und auch vom Humor her perfekt in das Projekt passen würde. Doch leider hatten beide wenig Zeit um sich mit den Ideen auseinander zu setzen und so kam so gut wie kein Feedback bzw. keinerlei ergänzende Ideen. So kam es, daß sich einige Monate Lang nichts mehr getan hat. Anfang August hat sich die Grundsituation innerhalb eines Wochenendes komplett verändert. Einerseits habe ich für meine Webseite deutsche-filme.com den Schauspieler Gerhard Acktun interviewt. Aus diesem Interview entwickelte sich ein regelmäßiger Kontakt. Hierzu aber gleich mehr. Zwei Tage nach diesem Interview habe ich Julian Purtz sowie Lukas Jacobi in einer Wirtschaft getroffen. Lukas Jacobi habe ich einige Drehorte von "Meister Eder und sein Pumuckl" zeigen wollen und mit Julian Purtz wollte ich besprechen, wie man das Projekt "Hörspiel" vorantreiben könnte. Julian hatte leider wenig Zeit und so kamen wir da nicht weiter - aber Lukas Jacobi bekam Wind von der Idee und da er ein eigenes Label hat und beruflich viel mit CD-Produktionen zu tun hat, sprach er mich darauf an, daß er sehr gerne mit uns an dem Projekt arbeiten möchte. Gerhard Acktun habe ich dann kurz darauf gefragt, ob er Lust hätte, dort eine kleine Rolle zu übernehmen und so kam es das durch sein Engagement und dem Engagement vom Lukas das Hörspiel innerhalb von 2 Monaten fertig wurde. Es war unglaublich viel Arbeit. Denn innerhalb dieser Zeit habe ich das Drehbuch geschrieben (Gerhard Acktun hat mir dabei ein wenig geholfen und auch Michael Habeck, der fast mitgesprochen hätte, gab mir einige Tipps). Zudem mußten die Sprecher auch noch organisiert werden. Ein Schock war, daß Julian kurzfristig die zweite Hauptrolle nicht sprechen konnte und so habe ich nur kurze Zeit vor dem Studiotermin mit Matthias Schreiner einen super Ersatz gefunden.


Wie müssen wir uns so einen Produktionstag vorstellen? Kannst Du da mal ein bißchen drüber berichten wie so etwas abläuft?


Bei der ersten Folge war es so, daß wir an einem Tag innerhalb von acht Stunden alles aufnehmen mußten. Selbst nach über einem halben Jahr bin ich erstaunt darüber, daß es geklappt hat. Denn ich wußte teilweise bis zum Studiotag nicht, welcher der Sprecher nun wirklich kommt und wer nicht. Damals habe ich glücklicherweise meinen Vater gehabt, der Fahrer gespielt hat. Einerseits hatte ich viel Glück, daß alle Sprecher an dem Tag Zeit hatten - aber leider auch nur begrenzt. Das große Problem war, daß das Studio in Dasing bei Augsburg war und die Sprecher fast ausschließlich aus München angereist sind. Mein Vater ist an diesem Tag von Franken angereist und ist insgesamt 15 Stunden lang Auto gefahren. Im Vorfeld mußte ich noch klären, wann welcher Sprecher jeweils Zeit hat und mußte die Szenen in eine Disposition einteilen. Bei diesen Aufnahmen sind nämlich bei fast allen Szenen immer alle Sprecher, die in der Szene dran waren, auch gleichzeitig vor dem Mikrophon gestanden und haben die Szenen eingesprochen .Ich mußte also schauen, zu welchem Zeitpunkt welche Sprecher da sind und mußte dann koordinieren und die Szenen einsprechen lassen. Es war also so, daß die Hauptsprecher (Matthias und Lukas) den ganzen Tag da waren und dann um 10 Uhr 3 Sprecher kamen, um 13 Uhr welche und um 15 uhr welche (zwischendurch wurden die Sprecher, die schon fertig gesprochen hatten, natürlich heim gefahren. Manche hatten auch nur wenig Zeit). Das Hörspiel wurde jedenfalls nicht am Stück eingesprochen. Die erste Szene war z.B. erst die 10. Aufnahme, da die Sprecher der Polizisten erst am Nachmittag kamen. Beim neuen Hörspiel wird mehr geschnitten (schon allein weil wir zwei Studiotermine haben), aber wie das letztendlich aussieht, wird sich weisen.


Warst Du mit dem Absatz des ersten Teils zufrieden oder hast Du Dir mehr erhofft? Und wie waren die Reaktionen der Hörer?


Verkaufstechnisch habe ich überhaupt nichts erwartet und bin von daher zufrieden. Die Verkaufszahlen sind jedenfalls zufriedenstellend. Fakt ist aber, daß ich für die erste Produktion extrem drauf gelegt habe - das liegt aber auch daran, daß ich für eine Neu-Produktion, die keinen Verlag im Rücken hat, eine relativ große Auflage geordert habe. Eine solche Auflage brauche ich aber auch, damit ich die CDs auch an Verlage etc. schicken kann. Da mir der Spaß an der Sache und die Serie an sich sehr am Herzen liegt, habe ich aber jetzt die Prioritäten so gesetzt, daß ich erst noch Teil 2 produzieren werde, bevor ich den Kopf in den Sand stecken werde. Teil 2 wird eine sehr viel kleinere Auflage haben und wenn dann keine Sponsoren oder Verlage in Aussicht sind, kann es sein, daß die Serie dann nicht mehr fortgesetzt wird oder es 2-3 Jahre dauern kann bis es weiter geht. Ich bin wäre jedenfalls mehr als froh wenn nur die Unkosten für das Projekt irgendwann mal wieder reinkommen würden. Von daher bin ich da auf jeden Käufer angewiesen.

Die Reaktionen der Höher waren eigentlich durchweg positiv. Ein paar Kritik-Punkte, die auch mir schon immer aufgefallen sind, kommen ab und zu auf, aber ansonsten gab es eigentlich in keinster Weise negative Äußerungen. Gerade die Freunde der alten Münchner Serien und Hörspielproduktionen finden sehr großen Gefallen an "Kleine Fische". Das liegt natürlich an dem Flair und an diverse Insider-Gags. Aber selbst die, die mit solchen Dingen wenig zu tun hatten, fanden Gefallen am Hörspiel und meine Absicht, gemütliche Stimmung über diesen Tonträger zu transportieren, scheint perfekt geklappt zu haben.


Du machst ja zusammen mit Mysteria ein Webradio auf TV-Kult. Wie kam es zu dieser Idee?


Da Mysteria bzw. Simona in ihrer Vergangenheit so etwas schön öfters gemacht hat, meinte sie, daß das doch eine interessante Sache für tv-kult.com wäre. Ich fand die Idee schon gut, aber war anfangs noch zurückhaltend, da es eben ne Sache ist, die man gut planen muß, bevor man dies offiziell macht. Mysteria hat dann ein paar Testsendungen gemacht, die super ankamen und mich auch davon überzeugten, daß ein TV-Kult Webradio eine unglaublich tolle Sache ist, die auch viel Potential hat. Bevor wir dies aber offiziell machen können brauchen wir finanzielle Mittel und Zeit um uns zu informieren wie das genau mit Gema usw. abläuft.


Sollte sich das Radio realisieren lassen, habt Ihr schon eine Ahnung wie oft Ihr in der Woche senden würdet und wie das Programm im Einzelnen aussehen wird?


Keine Ahnung. Jedenfalls würden wir wöchentlich schon 2-3 Sendungen machen. Selbst ich habe blut geleckt, ein bißchen zu moderieren. Bei Mysi und mir bietet sich an, daß wir ab und zu zusammen moderieren und manchmal auch einzeln. Starkeeper hat sich auch schon angeboten, manchmal ne Sendung zu moderieren. Aber das muß natürlich alles dann noch geklärt werden, wenn es dann soweit ist. Programmtechnisch wird es wohl so sein, daß wir zum Großteil Fernsehbezogene Musik spielen, ab und zu auch normale Sachen und manchmal auch mal Zitate aus Filmen oder ähnlichem mit einbauen. Aber das wird sich herausstellen, was bei den Hörern am besten ankommt. Jeder Moderator wird da auch seine persönliche Note mit reinbringen.


Auf der Homepage von Dir und Mysteria haben wir erfahren, dass Du ein Kinderbuch und einen Comic schreiben möchtest und Mysteria die Zeichnungen dafür anfertigt. Wie steht es mit diesen Projekten und wie ist die Idee dazu entstanden?


Erst einmal zum Kinderbuch. Die Idee dazu entstand bei mir im Dezember 2004 - sie ist also schon etwas älter. Dieses Buch war auch schon eines dieser Projekte außerhalb des Internets, welches ich beim letzten Interview schon angesprochen hatte. Die Idee dazu entstand, als ich mich mit diversen alten Kinderbüchern wie die von Heinrich Hoffmann, der Gebrüder Grimm und von Wilhelm Busch beschäftigt habe. In dieser Phase habe ich das Gedicht "Aus alten Tagen" (was man auch auf meiner Webseite kuboth.com lesen kann) geschrieben und zeitgleich kam ich auf die Idee ein Kinderbuch im alten Stil zu machen. Es wird also ein Buch, daß ein bißchen in Wilhelm Busch manier geschrieben ist und sich komplett reimt. Dieses Projekt lag auch lange Zeit auf der Strecke, da ich lange Zeit jemand gesucht habe, der die entsprechenden Zeichnungen anfertigen kann. Nun habe ich mit Simona endlich jemanden gefunden mit den ich das zusammen machen kann. Doch bis dies fertig wird kann es auch noch ein bißchen dauern. Aber das sollte man auch

Die Idee zum Comic ist noch älter. Malte Grollmuß bzw. snAke, der mit Simona und mir lange Zeit die Seite saber-rider.com gestaltet hat (jetzt auf tv-kult.com/saber-rider zu finden), hat aus Spaß mal einen "Team-Comic" gezeichnet, den man dort auch im Impressum anschauen kann. Ich fand die Idee so toll, daß ich mehr daraus machen wollte. Auch hier ist dann lange Zeit nichts mehr passiert. Nun wollen Malte, Simona und ich die Idee und einige Skizzen die ich mal angefertigt hatte aufgreifen, und den Comic dann endlich realisieren. Dieser wird aber vorläufig nur über das Internet laufen. Vor kurzem hatte Simona auch die Idee, ein paar Hörspiel-Sketche einzusprechen die parallel zu dem Comic (selbe Grund-Geschichte) im Internet veröffentlicht werden sollen. Aber alles zu seiner Zeit. Wenn es neues dazu gibt, findet man das dann auf kuboth.com/skc.


Gibt es noch weitere Projekte die in Planung sind und wenn ja um was für Projekte und Ideen handelt es sich hierbei?


Natürlich habe ich noch Unmengen an Ideen und ein paar Projekte in Planung. Z.B. arbeite ich an zwei weitere Hör-Produktionen mit, bei denen das eine noch nicht spruch-reif ist, das andere ist isar-hunde-bande.de, wo ich aber nur indirekt mitarbeite. Der Rest steckt auch noch in den Kinderschuhen. Mal schauen wie sich das ein- oder andere Projekt noch so entwickelt.


Wie wir erfahren haben, ziehst Du demnächst um nach Berlin. Wie kam es zu dieser Entscheidung und wann wird es losgehen?


Ich hatte eigentlich vor, im Sommer schon nach München zu ziehen. Dieses Vorhaben habe ich aber vor 'nem Halben Jahr dann doch noch auf Eis gelegt, da ich nicht wußte, wie es bei mir schulisch weiter gehen soll. Vor über einem viertel Jahr bin ich dann mit Simona, auch bekannt als Mysteria, zusammen gekommen und da eine Beziehung mit einer solch extremen Entfernung wenig Sinn macht, dachte ich mir, daß ich da Nägel mit Köpfen machen muß und am besten gleich nach Berlin ziehe. Dies hat sich auch wunderbar angeboten, da Simona mir es auch schon angeboten hatte und ich hier sowieso mal raus wollte. Zudem bin ich seit wenigen Tagen auch mit der Schule fertig. Nach den Studioaufnahmen am Sonntag, wird es dann für mich los gehen (irgendwann im laufe der Woche) und ich freue mich schon sehr darauf.


Das freut uns für Euch! Wirst Du dort weiter studieren oder wie sehen Deine beruflichen Pläne für die Zukunft aus?


Da ich ehrlich gesagt von der Schule die Nase voll habe und man natürlich auch Geld braucht, werde ich bald wieder das Arbeiten anfangen. Höchstwahrscheinlich auch wieder im Einzelhandel. Aber das wird sich zeigen, wenn ich dann in Berlin bin.


Gut dann kommen wir jetzt zu unserer letzten Frage! Wer wird Fußballweltmeister bei der WM 2006 in Deutschland?


Weiß ich nicht :- ) aber ich drücke der Bundesrepublik die Daumen. Ansonsten würde ich mich auch sehr für die Schweiz freuen.


Gut, dann bedanken wir uns recht herzlich für das Interview und wünschen Euch Beiden alles Gute in Berlin!


Ich habe zu danken. Alles Gute!

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