Pünktchen und Anton

Die populärsten und in den Augen vieler Zuschauer schönsten Kinderfilme, die auf den Büchern von Erich Kästner basieren, stammen aus den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts. Natürlich ist auch die Erstverfilmung von "Emil und die Detektive" aus dem Jahr 1931 ein wahres Meisterwerk, aufgrund des Alters ist dieser Klassiker jedoch nur bedingt für die Masse tauglich. Die Filme aus den letzten Jahrzehnten sind ebenfalls allesamt gut, auch wenn diese sich mehr und mehr von den originalen Buchvorlagen entfernt haben und sich inhaltlich jeweils an die Zeit angepasst haben, in denen sie entstanden sind.


Die Erstverfilmungen der Kästner-Geschichten kommen den Romanen also am nähesten. Nachdem ich mich in den letzten Wochen bereits mit "Emil und die Detektive" von 1931 und "Das doppelte Lottchen" von 1950 beschäftigt habe, widme ich mich heute den dritten großen Kästner-Kinderfilm "Pünktchen und Anton" aus dem Jahr 1953.


Die Geschichte handelt von den beiden titelgebenden Hauptpersonen Pünktchen und Anton. Während Pünktchen aus einer wohlhabenden Familie kommt, lebt Anton allein bei seiner kranken Mutter. Zwar geht es der Familie von Pünktchen sehr gut, dafür haben ihre Eltern so gut wie nie Zeit für das Mädchen. Im Gegensatz hierzu muss Anton sich nicht nur um seine Mutter kümmern, sondern neben der Schule zusätzlich noch Geld zum Leben verdienen. Die beiden Kinder lernen sich auf der Straße kennen und werden zu besten Freunden....


Der Film selbst ist auf ganzer Linie bezaubernd und unterhaltsam. Die Hauptdarsteller sind Charmant und auch die Schauspielerische Leistung ist trotz des jungen Alters gut. Wie es bei den Kästner-Geschichten üblich ist, kriegt man auch in "Pünktchen und Anton" die Welt der Erwachsenen wieder aus der Sicht der Kinder zu sehen. Die Folge davon ist, dass das Kind im Zuschauer wieder geweckt wird und man für fast 90 Minuten in eine wundervolle Geschichte und in eine alte Zeit eintauchen kann. Dass die behandelte Thematik auch heute noch hochaktuell ist, wird den meisten Lesern sicher schon bei der Betrachtung der Inhaltsangabe in den Sinn gekommen sein. Anders als heutige Produktionen vermittelt dieser Film viel Ruhe und lässt sich Zeit, die Geschichte zu erzählen. Der Zuschauer hat somit keinerlei Probleme sich fallen zu lassen und in die Handlung einzutauchen.


Die DVD zu diesem Film, die in der "Erich Kästner-Filmedition" neu auf den Markt gekommen ist, macht einen sehr guten ersten Eindruck. Das Titelbild wurde mit der originalen Buchillustration von Walter Trier geschmückt und zeigt neben dem Titelschriftzug noch ein Bild aus dem Film. Weitere Impressionen kriegt man auf der Rückseite der Hülle zu sehen. Dort findet man außerdem eine Inhaltsangabe und die wichtigsten Daten zum Film und zum Produkt.


Im Inneren der Hülle findet man die DVD-Scheibe und ein Werbe-Faltblatt mit Informationen über die anderen Veröffentlichungen der Kästner-Edition. Durch die durchsichtige Rückwand hindurch sieht man noch einmal den Aufdruck, den man auch außen auf der Hülle sehen kann. Das liegt daran, weil das Produkt mit einem Wende-Einlegeblatt versehen ist, um das große FSK-Logo von der Titelseite verschwinden zu lassen. Wenn man dies durchgeführt hat kriegt man das Logo dafür zu sehen, wenn man die Hülle öffnet.


Wenn man die DVD in den Spieler einlegt kriegt man ein schön gestaltetes, statisches Menü zu Gesicht. Leider findet man darin nicht sonderlich viel. Lediglich der Hauptfilm, eine Kapitelauswahl und eine Reklameseite über andere Kästner-DVD-Veröffentlichungen sind als Menüpunkte vorhanden. Zumindest die Bild- und Tonqualität des Hauptfilms sind für das Alter entsprechend sehr gut, auch wenn offenbar keine erneute digitale Überarbeitung stattgefunden hat, so wie es z.B. bei der Erstverfilmung von "Emil und die Detektive" der Fall war.


Trotzdem kann man diesen Klassiker all denjenigen empfehlen, die gerne die ruhigen, liebenswerten und vor allem handwerklich und qualitativ hochwertig gemachten Filme der damaligen Zeit mögen. "Pünktchen und Anton" ist ein liebevoller und herzlicher Familienfilm der sämtliche Generationen auf angenehme Art und Weise unterhalten kann und der aufgrund seiner Zeitlosigkeit auch noch in vielen Jahren und Jahrzehnten begeisterte Zuschauer finden wird.


Wertung: 7 von 10 Punkten

Autor: Sebastian Kuboth

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