Der Supercop

"Der Supercop" dürfte zu den bekanntesten Filmen mit Terence Hill gehören, die er ohne seinen kräftigen Film-Partner Bud Spencer drehte. Der Streifen stammt aus dem Jahr 1980 und wurde in Kooperation zwischen den Vereinigten Staaten, Italien und Spanien inszeniert. Das Besondere an diesem Werk ist die außergewöhnliche Handlung, die große Ähnlichkeiten mit den Geschichten diverser Comic-Superhelden aufweist. Dies sorgt dafür, dass dieser Film einen gewissen Comic-Charme bekommt und durch die überzogene Handlung und Inszenierung das Ganze eine Gratwanderung zwischen Fantasy, Klamauk und Prügel-Klamotte wurde.


Die Geschichte beginnt damit, dass Dave, die Hauptfigur, aus seiner Todeszelle zur Hinrichtung abgeholt wird. Das Besondere dabei ist, dass er zuvor schon drei Hinrichtungsversuche überlebt hat. Aus dem Off beginnt Dave, seine Geschichte, die man als Zuschauer ab sofort zu sehen bekommt, zu erzählen. Alles begann damit, dass er einen Strafzettel in einem Indianerreservat abgeben muss. Man hat jedoch versäumt, Dave davon zu unterrichten, dass das Reservat evakuiert wurde, weil in diesem Gebiet an diesem Tag eine Plutonium-Rakete in den Himmel geschossen wird, um neue Energiegewinnungen zu testen. Gerade als er das Reservat verlassen will, explodiert die Rakete über ihm und er wird für tot erklärt.


Doch Dave ist nichts passiert – im Gegenteil! Im Verlauf der Geschichte merkt er immer wieder, dass er plötzlich über außergewöhnliche Fähigkeiten verfügt. So kann er Dinge sehen, die noch nicht passiert sind, Gegenstände nur mit seiner Vorstellungskraft bewegen oder aus einem Hochhaus springen, ohne, dass er sich verletzt. Nur wenn er die Farbe Rot sieht, versagen seine Kräfte. Für Dave beginnt ein wildes Abenteuer, dass darin mündet, dass er unschuldig in der Todeszelle landet. In einem ereignisreichen Finale wendet sich am Ende natürlich alles zum Guten...


Freunde von Spencer/Hill-Filmen machen hier mit Sicherheit nichts verkehrt. Wer mit lustigen und familienfreundlichen Fantasy-Komödien nichts anfangen kann, der sollte sich erst einmal einen Eindruck von diesen Film verschaffen. Ähnlich wie Bud Spencer in "Aladin" oder "Der Große mit seinem außerirdischen Kleinen" bekommt man bei "Der Supercop" eine liebevoll erzählte Geschichte serviert, die viel Spaß macht, wenn man sich darauf einlässt. Denn gerade zum Ende hin werden die Superkräfte von Dave stellenweise sehr abstrus und abgedreht, jedoch sollte man die ganze Sache nicht zu eng sehen, da sich der Film selbst sichtlich nicht sonderlich ernst nimmt. Dies sorgt für einen B-Movie-Flair, der jedoch zu gefallen weiß.

Die ganz große Stärke dieses Films ist ganz klar der charismatische Hauptdarsteller Terence Hill, sowie sein Filmpartner Ernest Borgnine (bekannt aus "Airwolf") und die bezaubernde Julie Gordon. Weitere bekannte Gesichter sind zum Beispiel Sal Borgese, der auch in anderen Spencer/Hill-Filmen oder in den beliebten Dudu-Filmen zu sehen war. Besonders erwähnenswert ist wieder die tolle Musik, die diesmal jedoch nicht von Oliver Onions, sondern von Carmelo und Michelangelo La Bionda komponiert wurde.


Die DVD-Veröffentlichung von "Der Supercop" bei 3L Entertainment kann damit auftrumpfen, dass der Film in einer neuen, digital überarbeiteten Version präsentiert wird. Das Bild ist nun noch klarer als bei den bisherigen Veröffentlichungen und das allein rechtfertigt den Kauf dieser DVD, soweit man den Film nicht schon in anderer Form besitzt. Sammler und Perfektionisten können jedoch auch dann zugreifen. Leider bietet die DVD ansonsten wenig Besonderheiten. Lediglich das Wendecover, das es ermöglicht, das FSK-Logo dank der schwarzen Hülle komplett verschwinden zu lassen, ist erwähnenswert. Eine Kapitelwahl, ein Filmtrailer, eine Bildergalerie und eine Terence-Hill-Biographie sind schöne Zugaben, die jedoch bei solchen DVDs zum Standard gehören. Auch bei den Tonspuren hat man sich zurück gehalten, so gibt es lediglich die Möglichkeit, diesen Film in deutscher Sprache anzuschauen. Das Artwork ist ansprechend gestaltet, auch wenn der Holzhintergrund, der auch auf dem DVD-Label und im Menü zu sehen ist, nicht so recht zum Film passt. Sämtliche Informationen und Impressionen zu "Der Supercop" findet man auf der Rückseite des Covers. In der Hülle findet man ein kleines Beiheft, das über die Spencer/Hill-Neuveröffentlichungen informiert.


"Der Supercop" ist ein außergewöhnlicher Film, der vor witzigen Ideen, Situationskomik und gut umgesetzten Tricks nur so strotzt. Die Inszenierung ist in jeder Form gelungen und die Schauspieler machen ihre Sache gut. Jeder, der dieser Art von Filmen nicht abgeneigt ist, wird hier seine wahre Freude daran haben. Die DVD ermöglicht es ab sofort, diesen Film in einer verbesserten Qualität sein Eigen nennen zu dürfen. Viel Bonusmaterial darf man nicht erwarten, dafür stimmt der Preis.


Wertung: 7 von 10 Punkten

Autor: Sebastian Kuboth

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