Pontypool - Radio Zombie

Der in die Jahre gekommene Radiomoderator Grant Mazzy (Stephen McHattie - Watchmen) versucht verzweifelt das lokale Radioprogramm des verschlafenen Nests Pontypool (Süd-Kanada) etwas aufzupeppen. Er staunt nicht schlecht, als in der Sendezentrale, eines Nachts, Berichte über einen aufsässigen Mob eintreffen, der Chaos im örtlichen Zentrum verbreitet und das Krankenhaus belagert. Auch sollen Armee-Einheiten Zufahrtswege um Pontypool sperren. Ständig treffen neue Berichte über Gewalttaten ein. Nach anfänglich wirrer Informationsflut stellt sich heraus, dass ein Zombie-Virus freigesetzt wurde, welches sich in Pontypool ausbreitet. Grant verschanzt sich mit seiner Crew in der Sendestation. Hier hofft er den Sturm zu überstehen. Über das Radio sollen die Menschen gewarnt bzw. informiert werden. Doch als die ersten Zombies vor der Station eintreffen und versuchen hineinzugelangen, ist der sonst so ruhige Grant sich, über die getroffene Entscheidung auszuharren, nicht mehr so sicher. Als Technikerin Laurel Ann plötzlich vom Virus befallen wird, spitzt sich die Lage unangenehm zu.


Die Low-Budget-Produktion "Pontypool – Radio Zombie" liefert in seinen 92 Minuten eine gute Idee, die frischen Wind in ein eingefahrenes Genre, voller Remakes und belanglosen Veröffentlichungen, bringt. Bis Laurel Ann, wie bereits erwähnt, zum Zombie wird, lebt der Film von der Spannung der absoluten Ungewissheit. In der ersten Hälfte des Streifens bekommt man keine Zombies zu Gesicht und erfährt auch kaum Hintergründe. Wie die Mannschaft innerhalb der Radiostation, ist man dem Berichten über Funk bzw. Telefon ausgeliefert und gezwungen, sich aus den wenigen Tatsachen ein Bild zu machen. Gut inszeniert. Besonders die Figur des anfangs so coolen Grant, der mit der Zeit immer nervöser und hilfloser wirkt, ist gut in Szene gesetzt.

Leider gibt der Film in der zweiten Hälfte diesen beklemmend-limitierten Blickwinkel auf und springt, mit der Verwandlung Laurel Anns und dem Eindringen weiterer Zombies in das Sendegebäude, in das nur allzu bekannte Fahrwasser. Von nun an plätschert das Ganze nur noch so vor sich hin. Grant versteckt sich mit der Intendantin in einem Lagerraum, während ein Mitglied der Gruppe sich opfert und die Zombies vom Gelände des Senders lockt. Wie sich herausstellt, wird das Zombie-Virus über Sprache vermittelt, bestimmte Wörter sind "infiziert" und lösen die Mutation aus. Klingt seltsam – ist auch so. Betroffen ist übrigens nur die englische Sprache, wie die Crew irgendwann herausfindet, somit kann man sich in fremder Sprache problemlos unterhalten. Die Lösung des Sprachproblems wirkt dann irgendwie krude und unstimmig – scheint letztlich nur noch lieblos gewählt. Am Ende bleibt nur die Figur des Grants, welche von McHattie famos umgesetzt wird, die den Film auch in den zweiten 46 min unterhaltsam gestaltet.


Der Film hat eine FSK-16-Freigabe erhalten, die Tonspur ist in Deutsch und Englisch DD 2.0 sowie 5.1 abrufbar. Untertitel sind in Deutsch (begleitender Text oder mit Originalton) und Englisch (begleitender Text) wählbar. Extras werden mit zwei deutschen Trailern, dem Originaltrailer, einer Bildergallerie mit Filmausschnitten sowie einer Trailershow zu weiteren Veröffentlichungen geboten.


Nach einer guten ersten Halbzeit voller Spannung und Ratlosigkeit, bietet der Film in der zweiten Hälfte nur noch Althergebrachtes und etwas Konfusion. Schade, da hätte Regisseur Bruce McDonald etwas mehr Herzblut hineinstecken können! So bleibt ein fader Beigeschmack zurück, der die Punktevergabe merklich drückt.


Wertung: 5 von 10 Punkten
Autor: sc
Kauflink: https://amzn.to/3954Cww [Anzeige]

    Comments