Autopiloten

In "Autopiloten" werden auf einfühlsame Art und Weise vier verschiedene Geschichten von vier Männern erzählt, geschickt werden diese unterschiedlichen Charaktere im Laufe des Films in Zusammenhänge miteinander gebracht, mal treffen sie sich zufällig im Fast-Food-Restaurant, mal ergeben sich andere Gemeinsamkeiten. Da ist zum einen der gescheiterte Schalke-Trainer, der sich darauf einstellen muss, bald das letzte Spiel seiner Mannschaft zu leiten. Der zweite Mann scheint ebenfalls zum Scheitern verurteilt, was die Beziehung zu seinem Sohn angeht. Als drittes wird die Geschichte des gealterten, ehemaligen Schlagerstars erzählt, der immer noch versucht von seinen alten Erfolgen zu leben. Komplettiert wird das Quartett vom Badewannenlift-Vertreter, der ebenfalls mit dem Gefühl des Scheiterns leben muss – seine Ehe ist im Eimer, ebenso hat sein Beruf keinen Erfolg.


Die große Gemeinsamkeit der Charaktere ist also ihr Scheitern, in verschiedener Hinsicht. Sie haben ihre Zukunft nur noch bedingt in der eigenen Hand, werden von anderen Faktoren gesteuert, haben ihre Wünsche nicht mehr selbst unter Kontrolle – wie von einem Autopiloten gesteuert, daher auch der Filmtitel. Auch wenn es in "Autopiloten" keine wirklichen Spannungshöhepunkte im eigentlichen Sinne gibt, fesselte mich der Film ungemein, ich wollte einfach wissen, wie es weitergeht und was die einzelnen Charaktere noch erleben, ob sie ihre Probleme in den Griff bekommen. Diese beim Zuseher ausgelöste Neugierde ist ein wichtiger Faktor für einen guten Film, der hier tadellos umgesetzt und inszeniert wurde.


Gut ist auch, dass man für alle vier Hauptpersonen Interesse entwickeln kann. Bei mir waren es verschiedene Faktoren, die dafür gesorgt haben. Teilweise war es Mitleid, teilweise Sympathie und auch die Möglichkeit, die entsprechende Situation aus dem realen Leben zu kennen und so nachvollziehen zu können. Alle Geschichten sind sehr nah an der Realität und in keinster Weise übertrieben, so findet Leben tagtäglich und allerorts statt. Hinzu kommt, dass die Darsteller ihre Aufgaben durchgehend gut meistern und ihre Rollen glaubhaft verkaufen können.


"Autopiloten" ist der erste Film einer deutschen Filmreihe, veröffentlicht wird diese von der Firma "Renaissance Medien". Die Qualität ist durchgehend gut, das Bild und der Ton sind vollkommen ordentlich. Das Menü und die Extras lassen ebenfalls nichts zu wünschen übrig, es gibt unter anderem ein Making of zu begutachten. Die Spielzeit beläuft sich auf etwa 106 Minuten. "Autopiloten" ist wieder mal ein Beweis, dass deutsche Filme auch mit kleinem Budget überzeugen können und voller Aussagekraft stecken können, hoffentlich sind die restlichen Filme aus der Reihe von ähnlicher Qualität!


Wertung: 7 von 10 Punkten
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