Sebastian Kuboth

Wie kam es zur Idee der Wiederveröffentlichung?


Ich bin mit Hatschipuh groß geworden und war der Meinung, dass es an der Zeit ist, die Geschichten wieder aufleben zu lassen. Schließlich gab es von den Hörspielkassetten bislang nur MC-Veröffentlichungen. Nachdem der Kinofilm nun endlich auf DVD heraus gebracht wurde, war es an der Zeit, dass auch die Hörspielreihe eine Renaissance erlebt. Zusammen mit Gerhard Acktun habe ich einen guten Partner gefunden, der mit mir die ersten Folgen heraus gebracht hat.


Kannten Sie Ulrich König schon vorher persönlich? Wie sind Sie an ihn herangetreten?


Als großer Bewunderer seiner Filme und Serien bin ich das erste Mal vor fast 10 Jahren an Ulrich König heran getreten. Nachdem ich mit Gerhard Acktun meine Idee der Hatschipuh-Neuveröffentlichung besprochen hatte, bin ich auf Ulrich König zugegangen, um meinen Vorschlag zu unterbreiten. Ich glaube das lief ganz simpel per E-Mail ab.


Wie hat Ulrich König auf Ihr Vorhaben reagiert?


Er fand die Idee gut und wir waren uns schnell über alles einig. Besonders froh bin ich darüber, dass er mir weitestgehend freie Hand lässt, was die Figur und die Neuveröffentlichung angeht.


Was fasziniert Sie an Hatschipuh?


Die liebenswerte Art, das gute Wesen und die Naturverbundenheit der Figur(en), die zeitlose Geschichten, die witzige und familienfreundliche Unterhaltung und auch der gewisse Hauch Mystik der in Zusammenhang mit den Butzemännern und den alten Sagen und Legenden steht.


Warum denken Sie, ist Hatschipuh auch noch heute für Kinder interessant? Welche Unterschiede gibt es zu heutigen (hektischen, ausländischen...) Kinderserien?


Hatschipuh ist ähnlich wie „Der Räuber Hotzenplotz“, „Pippi Langstrumpf“, „Das Sams“ oder „Meister Eder und sein Pumuckl“ eine zeitlose Figur, die vor 25 Jahren funktionierte, heute noch funktioniert und auch in 100 Jahren noch funktionieren wird. In den Geschichten ist viel Witz zu finden, der nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene anspricht. Sie sind außerdem lehrreich, ohne den berüchtigten Zeigefinger zu heben.


Warum haben auch so viele Eltern Spaß an Hatschipuh?


Ein wichtiger Punkt ist, dass die Eltern von Heute oftmals selbst mit Hatschipuh aufgewachsen sind. Es ist also ein gewisser Nostalgie-Faktor vorhanden, andererseits sind, wie oben schon erwähnt, die Geschichten und der Witz nicht nur für Kinder geeignet. Gerade im Kontrast zu den modernen Serien ist Hatschipuh etwas, das die Eltern gerne mit ihren Kindern zusammen ansehen oder anhören. Und wenn nicht, muss man sich keine Sorgen machen, wenn man die Kinder mal „mit Hatschipuh alleine“ lässt.


Sehen Sie Parallelen zu Pumuckl?


Die Parallelen sind definitiv vorhanden, das ist schon allein damit zu begründen, dass Ulrich König vor und nach Hatschipuh die beliebte „Meister Eder und sein Pumuckl“-Fernsehserie mit Gustl Bayrhammer drehte. Von einem Plagiat kann man jedoch natürlich nicht sprechen. Denn die Hatschipuh-Geschichten gehen in eine ganz andere Richtung, haben einen ganz eigenen Charme und funktionieren auf einer anderen Weise. Das Problem ist, dass man heute das Rad nicht mehr neu erfinden kann, außer man geht außergewöhnliche und radikale Wege, aber dann sind solche ruhige, gemütlichen und zeitlosen Geschichten kaum noch denkbar.


Welches ist Ihre liebste Folge?


Ich mag sehr die Folge „Der Schokoladennikolaus“. Die Geschichte ist unheimlich niedlich und liebenswert inszeniert und gesprochen.


25 Jahre Hatschipuh. Wie lautet Ihr Resümee?


Das Resümee ist das Motto der Neuauflage: „Hatschipuh ist wieder da!“. Leider ist es in den 90er Jahren ruhig geworden um den kleinen Butzemann. Es gab keine Fernsehwiederholungen des Filmes, keine Fortsetzung der Hörspielreihe und keinen neuen Kinofilm. Umso schöner ist es zu sehen, dass es noch viele Leute gibt, die Freude haben an der Figur und den Geschichten und ich hoffe, dass das nicht abreißt, sodass wir die komplette Reihe neu auf CD, vielleicht aber auch noch mehr.


Welche anderen Serien aus Ihrem Verlag sind dafür geeignet, die ganze Familie vor den CD-Spieler zu versammeln?


Es hört sich ein wenig doof an, aber ich kann eigentlich alles empfehlen. Gerade bei eigenen Geschichten ist das natürlich schwer einzuschätzen, aber wer bayrische und gemütliche Geschichten mag ist mit meinen Hörspielen und den Hörspielen von Gerhard Acktun sehr gut bedient. Das beweisen die positive Rückmeldungen, die wir von den Hörern bekommen.


Meine bisherigen Hörspiele:


Der ewig währende Fluch des Ignaz Aschenbrenner – Folge 1 (2011 – http://www.ignaz-aschenbrenner.de)

Kein Halt in Freimann – Punkrock-Hörspiel (2009 – http://www.kein-halt-in-freimann.de)

Kleine Fische 1 + 2 (2005 und 2007, http://www.kleinefische.net)


Hörspiele von Gerhard Acktun / Alogino Hörbuchverlag (http://www.alogino.de):


Ludwig Ganghofer, Hochwürden, Hr. Pfarrer (2012)

Ein Leben voller Erinnerungen (Hörbuch, 2012)

Das Fenster zum Markt (2011)

Viktualienmarkt G'schichtn 1 + 2(2009 + 2010)

Zwicky, der Wolpteringer (2008)


Auf welche neuen Projekte Ihres Verlages dürfen wir uns freuen?


Ich selbst arbeite im Moment an der Fortsetzung meines Hörspieles „Der ewig währende Fluch des Ignaz Aschenbrenner“. Einen eigenen Verlag habe ich nicht, aber ich bringe es in Eigenproduktion heraus, im Vertrieb des Alogino Hörbuchverlages. Außerdem plane ich ein Hörbuchprojekt, zum Inhalt möchte ich noch nichts verraten.

Gerhard Acktun arbeitet aktuell an Hörbuch/Hörspiel-Projekten mit Stoffen von Ludwig Ganghofer.


Wo bekommt man Ihre Hörspiele?


Meine Hörspiele bekommt man auf sebastiankuboth.de, auf den oben genannten Seiten, bei alogino.de oder zum Teil bei Amazon. Die Hörspiele vom Alogino-Hörbuchverlag gibt es alle auf der Alogino-Seite.


Und was gibt's Neues zum Butzemann?


Für den Winter/Frühling plane ich die nächsten CD-Veröffentlichungen. Wer sich ein bisschen auskennt, wird wissen, dass nun vier Geschichten, also zwei Tonträger folgen werden, die zusammenhängend sind und inhaltlich die Geschichte erzählen, die im Kinofilm zu sehen ist. Ich plane diese beiden CDs Zeitgleich zu veröffentlichen. Außerdem Plane ich zusammen mit meiner Zeichnerin Karina Geburzky, die bereits die Titelzeichnung der Jubiläums-CD machte, sowie meiner Grafikerin Rebecca Oeschger, die Seit Beginn der Neuauflage die Neugestaltung der CDs und Figuren macht, eine Art Hatschipuh-Heftchen, das es gratis gibt, wenn man bei http://www.hatschipuh.de die CDs bestellt. Geplant sind kleine Comics und Rätselspiele. Also wenn man so will auch ein paar neue, wenn auch kleine, Hatschipuh-Geschichten. Mal schauen was die Zeit mit sich bringt. Abhängig vom Erfolg der Neuauflage habe ich noch sehr viele Ideen, was Hatschipuh angeht. Mal schauen was die Zukunft bringt :-)

Wer nicht warten möchte: Vor wenigen Wochen haben wir begonnen die Hatschipuh-Facebookseite zu pflegen, die vorher von einer Privatperson verwaltet wurde.

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