Wetten, dass..? vom 4. Oktober 2008 aus Nürnberg

Heute Abend war es wieder einmal soweit - voller Erwartungen machte man es sich zur ersten "Wetten, dass..?"-Ausgabe nach der Sommerpause vor dem Fernseher gemütlich. Gerüchte kursierten, die Stadtwette sei abgeschafft worden und auch auf eventuelle Neuerungen war man gespannt. Pünktlich um 20.15 Uhr begann die Sendung. Gottschalk stellte entgegen der Gerüchte gleich klar, dass es die Stadtwette in Form einer Saalwette noch geben werde. Er stellte die Wette vor: mindestens zehn Nürnberger, die es schaffen mit Bratwürsten zu stricken, sollten sich bis zum Ende der Sendung in der Halle einfinden. Es lief alles ungewohnt schnell und ohne lange Vorrede ab, so dass man nach einer Viertelstunde auch zur ersten Wette kam. Man bemerkte schon nach kurzer Zeit, dass Gottschalk sich bemühte auf den Punkt zu kommen und zum Teil auch qualitativ hochwertigere Gespräche zu führen. Sogar über die Witze konnte man ab und zu auch schmunzeln.


Wettpatin der ersten Wette war Sylvie van der Vaart. Sie verlor die Wette, in der es darum ging, Kronkorken mit einem Luftgewehr von Bierflaschen zu schießen und das Bier damit in Gläser fließen zu lassen. Zur Strafe dafür musste sie einige Runden in einem Überschlagsimulator verbringen. Die wohl spannendste, sowie auch beeindruckendste, Wette des Abends war das Erkennen aller Deutscher Autobahnen an einem nur 20 sekündigen Film der jeweiligen Route. Nicht umsonst wurde dieser Kandidat auch zum Wettkönig ernannt. Karl Lagerfeld war erleichtert darüber, dass er mit seinem Tipp richtig lag. So blieben ihm Bohrmaschine und Spiegel erspart. Die dritte Wette war eine Kinderwette und stand somit außer Konkurrenz. Es ging darum, 24 Bierkästen übereinander zu stapeln und nach und nach daran hochzuklettern - Nervenkitzel ohne Ende. Allgemein kann man sagen, dass wohl alle Wetten diesmal sehr spannend und unterhaltsam waren. Leider verloren die Klosterbrüder die Wette ganz knapp, da der junge Kandidat zwar alle Kästen hinaufkletterte, sich aber nicht oben einige Sekunden halten konnte. Zur Strafe stand schon ein Fass zum Fassanstich bereit und Pater Karl und Pater Philipp blieb alles weitere nicht erspart. Nach zwei bis drei kräftigen Schlägen hieß es dann: "O'zapft is!"

Wette vier, eine Außenwette, schockierte gleich zu Beginn, da sich der eigentliche Wettkandidat bei der Probe schwer verletzt hatte und im Krankenhaus liegt. Der Ersatzmann musste kurzfristig einspringen, konnte aber die Wette, bei der es darum ging mit einem BMX-Rad über ein Haus zu springen, nicht gewinnen. Die Show war aber dementsprechend nervenzerreißend spannend und die Wette war wirklich nur sehr knapp verloren. Umso größer war auch die Enttäuschung. Salma Hayek, die an den Sieg des Kandidaten glaubte, musste ihre Wettschulden einlösen und die Bühne in einem Dirndl betreten. Last but not least gab es da noch die beiden Wettpaten Michael "Bully" Herbig und Franz Xaver Kroetz, die in der letzten Wette gegeneinander wetteten und somit, egal wie diese ausgeht, ihre Wettschuld einlösen mussten und in einer Riesenlederhose auftraten. Bully zeigte sich wie immer von seiner gewohnt witzigen Seite und trug stark zur Auflockerung der Sendung bei. In der letzten Wette musste ein Hund fünf gefesselte Menschen von einem Marterpfahl befreien, was ihm auch souverän gelang.


Für musikalische Unterstützung sorgten Carla Bruni, "Foreigner", Gabriella Cilmi und die "Söhne Mannheims". Auch Pater Karl und Pater Philipp vom Orden der Zisterziensermönche stellten ihr neuestes Projekt "Chant - Music for Paradise" vor. Weitere Gäste waren der Formel 1-Star Sebastian Vettel und Comedian Atze Schröder.


Da die Nürnberger ihre Wette auch mit Leichtigkeit gewannen, musste Gottschalk in den letzten Minuten seine Wettschulden einlösen und sich vollständig in ein riesiges Fass mit Senf tauchen lassen. Die Belustigung im Saal stieg auf den Höhepunkt und Gottschalk selbst wusste nichts mehr zu sagen außer: "Es ist aus! Ihr könnt gehen! Gute Nacht!"


Eine überaus gelungene "Wetten, dass..?"-Sendung, wie man sie lange nicht mehr erlebt hat! Diesmal war eine klare Struktur erkennbar, die Stimmung war gut, die Zusammenstellung der Gäste war abwechslungsreich. Langeweile kam keine auf! Bei solch einem guten Programm, verzeiht man Gottschalk doch gerne, dass er wieder einmal ca. eine Stunde überzogen hat!

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