Pumuckl und sein Zirkusabenteuer

Lange, sehr lange musste man als Anhänger des kleinen Kobolds Pumuckl auf den neuen film "Pumuckl und sein Zirkusabenteuer" warten. Als man Ende 2002 dann dachte, es ist endlich soweit, musste man feststellen, dass der Film nirgendwo anläuft. Nach einiger Zeit Ungewissheit war dann klar, dass man noch bis Ende 2003 warten musste. Jetzt war es endlich soweit: Pumuckl kommt in seinem neuen Film wieder dahin, wo er hin gehört, nämlich nach München! So soll es sein! Aber nicht nur das - es wird wieder voll und ganz auf das alte Erfolgsrezept von "Meister Eder und sein Pumuckl" gesetzt. Leider hat sich Ende der 80er und in den 90ern viel geändert, sodass man die Serie nicht mehr wie gewohnt fortsetzen konnte: Gustl Bayrhammer verstarb 1993, Ende der 80er wurde die Eder-Werkstatt abgerissen und was später hinzu kam war, dass Hans Clarin stimmliche Probleme bekam (die ja wohl bald hoffentlich überwunden sind). Nach einem gescheiterten Versuch Pumuckl auf Hoher See unterzubringen musste man wieder auf das alte Erfolgsrezept zurückgreifen. Man ließ Pumuckl wieder in seine Heimatstadt München zurück kehren (wie genau, wird nicht gezeigt), erfand einen neuen Herrn Eder (Hans Clarin) der auch eine Werkstat (mit Holz) hat, man ließ Erni Singerl alias Frau Eichinger (die mittlerweile nicht mehr Meister Eders Zugehfrau und Putzfrau, sondern eine Hausmeisterin des alten Vorhauses ist) eine Nebenrolle spielen, arrangierte weitere Bayrische Berühmtheiten für Nebenrollen (Patrick Lindner, Karl-Heinz Wildmoser) sowie andere geniale Schauspieler (Sunnyi Melles, Christine Neubauer) und ließ Fritz Muschler wieder musikalische Werke vollbringen. Nur statt Uli König führte in diesem Film Peter Weissflog Regie.


Kai Taschner, der in diesem Film den kleinen Kobold synchronisierte, kommt natürlich nicht an Hans Clarin heran, dennoch spricht er den Pumuckl überraschend gut. Leider wirkt der Kobold durch die neue Stimme in dem Film etwas sehr Hyperaktiv. Aber nun zum Inhalt: An einem regnerischen Abend kehrt Pumuckl heim nach München. Nach kurzer Flucht von einem Hund entdeckt er Frau Eichinger und folgt ihr bis zur Eder-Werkstatt (Frau Eichinger wohnt mittlerweile in einem kleinen Hausmeister-Neubau direkt im Hof). Dort ist aber kein Meister Eder vorzufinden. Durch ein Loch im Fenster kommt Pumuckl Eintritt zur Werkstatt. Die ist jedoch nicht mehr so ordentlich wie man es von Meister Eder gewohnt ist. Pumuckls Bett ist nicht mehr heil und sogar sein Kopfkissen wurde von den Mäusen angenagt. Doch der Kobold ist von der Heimkehr so erschöpft, dass er gleich im alten Bettchen einschläft. Mit Naiver Freude hofft er, dass am nächsten Tag der Meister Eder kommen wird und sein Bettchen wieder repariert. Als dieser am nächsten Tag erwacht und Meister Eder immer noch nicht aufgetaucht ist, beginnt er etwas über Münchens Dächer zu spazieren und es beginnt der Vorspann. Währenddessen sieht man Herrn Ferdinand Eder (über den Odeonsplatz bis hin zur Gewürzmühlstraße -das Schild ist zu erkennen-) zur Werkstatt fahren. Nachdem Frau Eichinger auf die schaukelnde Schaukel aufmerksam wird und den Herrn Eder daraufhin vom Pumuckl erzählt bringt sie ihn soweit, auch das Betterl und die Schaukel mit zu nehmen - und damit auch den Pumuckl (Man sieht übrigens im Hintergrund ein Radiogerät stehen. Meister Eder begann wohl nachdem der Pumuckl auf hoher See war während der Arbeit Radio zu hören. Das Frau Eichinger nun direkt an der Werkstatt wohnt, weist darauf hin, dass sie sich wohl, nachdem der Pumuckl weg war, um ihn gekümmert hat.). Wieder daheim bei Ferdinand Eder angekommen, schenkt er die Schaukel den Nachbarsjungen. Das gefällt dem Pumuckl natürlich ganz und gar nicht. In Eders Werkstatt macht er sich dann, nachdem er dessen Kuchen aß und begann mit Herrn Eder zu sprechen, sichtbar, damit der Herr Eder nicht noch am Ende vor Schreck umfällt. Doch dieser will vom Pumuckl nichts wissen. Nachdem der Herr Eder der Nachbarin Henriette Straub von seinem neuen Hausgeist erzählt und zur Beruhigung bei ihr eine Mahlzeit einnimmt, passieren auch bei ihr seltsame Dinge. Da Frau Straub zu dieser Zeit beim Zirkus angestellt ist, holt sie Rat bei den dortigen Magiern Herr und Frau Magiaro. Frau Magiaro ist sehr begeistert als sie von den kleinen Kobold hört und will ihn für eine Zirkusnummer einfangen, was ihr auch gelingt. So beginnt für Pumuckl ein großes Zirkusabenteuer. Herr Eder merkt dann letztendlich doch noch, dass er den kleinen Kobold nett findet und nachdem Frau Eichinger auf ihn einredet, geht er doch den Pumuckl heim holen.


Fazit: Knapp 15 Jahre nach dem Ende von "Meister Eder und sein Pumuckl" hat man nun endlich begonnen da anzuknüpfen, wo man hätte anknüpfen müssen! Endlich keine Experimente mehr auf hoher See! Pumuckl ist wieder da wo er hingehört, nur haben sich in diesen 10 Jahren viele Umstände geändert. Daher hat man das beste aus der Sache gemacht. Der Film ist sehr kindgerecht aufgebaut, die genialen Dialoge, "Running Gags" & Anspielungen aus "Meister Eder und sein Pumuckl" werden viele Zuschauer schmerzlich vermissen, denn genau solche Feinheiten haben die alte Serie zu etwas Besonderen gemacht. Außerdem ist die neue Umgebung gewöhnungsbedürftig und gehört noch weiter ausgebaut, aber es geht wieder aufwärts! Für Hartgesottene "Meister Eder und sein Pumuckl"-Anhänger, die schon aus Protest "Pumuckls Abenteuer" nicht anschauten, ist dieser Film nicht zu empfehlen, für alle anderen Pumuckl-Sympathisanten sollte dieser Film Pflicht sein.


Wertung: 7 von 10 Punkten

Autor: Sebastian Kuboth

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