Käßmann kritisiert Missachtung der Privatsphäre im Fernsehen

Die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche Deutschlands (EKD) und Landesbischöfin der Evangelisch-Lutherischen Kirche Hannover, Margot Käßmann, hat gegenüber dem Nachrichtenmagazin "Spiegel" scharfe Kritik an den Fernsehsendern geübt. Dabei beklagte sie vor allem, dass auf den Schutz der Privatsphäre im Fernsehen anscheinend kaum noch Wert gelegt werde. "Es geht offenbar nur noch um den programmierten Tabubruch, um nichts anderes", äußerte Käßmann. Ihre Kritik richtet sich dabei offensichtlich gegen Reality- und Casting-Shows. Dazu sagte sie, ihr "tun die Menschen leid, die vor die Kamera gezerrt werden und oft die Folgen gar nicht absehen können".


Über Jugendliche, die sich in Casting-Shows blamieren, sagte sie außerdem, diese "werden zig Mal vorgeführt; die ganze Nation lacht darüber. Wie sollen solche Kinder am nächsten Tag wieder mit Selbstbewusstsein in die Schule gehen?" Daher forderte sie, dass sich die Fernsehsender "ihrer Verantwortung für die Menschenwürde wieder bewusst" werden sollten.


Erst vor einigen Tagen hat beispielsweise Dieter Bohlen in einem Interview mit der Zeitschrift "TV Digital" angekündigt, dass er bei der nächsten Staffel von "Deutschland sucht den Superstar" die Kandidaten deutlich härter als bisher beurteilen würde und sich dabei selbst als "härtester Juror der Welt" beurteilt.

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