Posts by starstruck

    Das sind gute, qualifizierte Überlegungen. Ich hatte die Komplexität des Ganzen unterschätzt. Einfach so eine Liste platzieren, in die sich jeder eintragen kann, das geht wohl nicht.
    Die Seite deutsche-filme ist von ihrer Idee her gar nicht so übel – sehr löbliche Initiative! –, ich kannte sie nicht – und fürchte, dass sie auch sonst nur wenige kennen. Aber das kann sich ja ändern.

    Dass man zudem hier im Forum zu jedem Thema auf der ersten Seite den „Experten“ angibt, kann nicht schaden.
    Aber ganz ehrlich, wie findet man denn hier gezielt ein Thema!?? Ich kenne das Forum schon seit vielen Jahren, bin unregelmäßig hier unterwegs und finde jedes Mal spannende Beiträge – aber wenn ich gezielt etwas gesucht habe, hat das über die Suchfunktion eigentlich nie geklappt. Eine Art Index (A bis Z) gibt es nicht, oder?
    Sorry, das soll keine Nörgelei sein – das Forum ist klasse! Deshalb sehe ich ja hier auch Potenzial für diese „Experten“-Idee.

    Der "Experte" sollte in meinen Augen weder ein Ehrentitel sein, noch von Dritten vergeben werden. Worum es mir ging: Ich kenne ein paar "Experten", die profunde Kenntnisse und einzigartige Sammlungen zu ihren Spezialthemen besitzen. So wie das auch von mir sehr geschätzte Frl. G. eine allererste Ansprechpartnerin für Willy Fritsch ist, sind diese auf demselben hohen Niveau Spezialisten für Conrad Veidt, Gerda Maurus oder Elisabeth Bergner. Oder für Marika Rökk und Kristina Söderbaum. Oder für das Kabarett der 20er Jahre. Oder haben ein riesiges Zarah Leander-Archiv geerbt oder über unterschiedliche Filmstars recherchiert und publiziert. Wer zu diesen Themen forscht bzw. etwas veröffentlichen will, wäre gut beraten, auf das Faktenwissen und die z.T. umfangreichen Privatarchive dieser Leute zurückzugreifen.

    Wenn er denn um diese Quellen wüsste! Was er mangels zentraler Übersicht nicht kann.


    Genau so wenig existiert eine zentrale (!) Übersicht darüber, wo Material zu welchen Themen/Personen lagert, wo z.B. Nachlässe abgeblieben sind. Die Akademie der Künste in Berlin hat in den Wikipediartikeln der Personen, deren Nachlässe sie besitzt, dies vermerkt. Aber das ist eine rühmliche Ausnahme. Und es ist eben auch nicht wirklich gut gelöst: So liest man da z.B. dass der Nachlass Paul Wegeners in der AdK liege. Dass dies aber nur ein Teilnachlass ist und ein weiteres umfangreiches Konvolut in Frankfurt beim DIF zu finden ist, muss man wissen. Immerhin vermerkt es das DIF auf seiner Homepage. Anders als die Kinemathek in Berlin, die auf ihrer Homepage mit "600 Archiven" angibt, sich aber darüber ausschweigt, welche das (jenseits von M. Dietrich, Ken Adam, W. Herzog, J. Fenneker und H. Breloer) sind. Dass in der SDK z.B. auch der Nachlass von Marika Rökk lagert, wissen nur Eingeweihte.


    Wäre es nicht klasse - und wäre hier nicht der richtige Ort dafür -, wenn es dazu online eine alphabetische (!) Aufstellung gäbe? Und jeder, der will, könnte sich mit seinem Spezialgebiet dort eintragen? Vielleicht mit einem Hinweis, was genau er zu seinem Thema zu bieten hat.

    Nicht zuletzt: Da eine Reihe von Sammlern hier im Forum unterwegs ist, könnte dies auch für den Austausch von Material fruchtbar sein.

    Dazu sollte die Schwelle zur Teilnahme allerdings nicht zu hoch sein (Wartezeit/Bürgen/Publikationen/Expertisen).

    Ja, das klingt sehr vernünftig. Wenn nur genug „Experten“ dabei sind, wird sich das hoffentlich herumsprechen. Einfach mal anfangen! (Bis dahin suche ich mir ein paar Bürgen …) Klasse, dass Ihr so motiviert seid!

    Zu schade, dass dies nicht dokumentiert wurde. Dass überhaupt zu wenig zu erfahren ist über das Nachleben der ehemaligen Stars. Wenn man bedenkt, dass die Zeit im Rampenlicht für die meisten die kürzeste ihres Lebens war. Dabei: Vielleicht wurde ja etwas dokumentiert (fotografiert wurde ganz sicher) - aber wo ist das geblieben?

    Ich hatte gestern ein langes Gespräch mit einem Autogrammsammler. Er scheint jemanden zu kennen, der massenweise Daten zu Stummfilmschauspielern hortet in der Absicht, die irgendwann als "Lexikon" zu veröffentlichen. Ich finde das ist reine Ressourcenverschwendung. Wer was sucht, schaut im Internet nach und kauft keine Lexika mehr, die innerhalb kürzester Zeit veralten. Es hat doch einen Grund, weshalb viel nur noch digital veröffentlicht wird. Ich habe auch von Autoren gehört, die Biographien geschrieben haben, die jetzt in irgendwelchen Scheunen lagern, weil die keiner haben will. Carola Höhn scheint wohl so ein Fall zu sein. Wer eigene Rechercheergebnisse hortet, kann sich meiner Meinung nach im schlimmsten Fall die Arbeit gleich sparen, denn die nehmen eh nur Speicherplatz auf Festplatten weg, die irgendwann plattgemacht werden, ohne dass noch jemand draufschaut. Und damit sind dann auch die Rechercheergebnisse verloren gegangen

    Prima, da gebe ich Dir vollkommen recht! Das betrifft sowohl Rechercheergebnisse als auch Privatarchive/Sammlungen. Was kann man tun? Ich habe schon oft gedacht, dass es eine Internet-Seite geben sollte, auf der jeder eintragen kann, welche Forschungs-/Sammlungsschwerpunkte er bearbeitet. Natürlich mit Kontaktdaten. Professionelle und Amateurhistoriker könnten sich an diese Leute wenden, die ja oftmals über ungeahnte Kenntnisse und kostbare Sammlungen verfügen. Wäre hier bei TV-Kult vielleicht der richtige Ort dafür?

    Danke für die Filmliste, Vogel Specht! "Jonathan" fehlt noch (1970 von H.W. Geissendörfer), in dem man M.K. in einer Vielzahl von Szenen sehr gut identifizieren kann. Und, was ich gerade auf Youtube erstmals gesehen habe: "Der fallende Stern" von 1950 (Regie Harald Braun), in dem er in Minute 114 zu sehen ist (er ist der rechte der bd. Tänzer). Das war kurz nach Ende seiner Festanstellung als Solist an der Bayer. Staatsoper. Kroecher wurde dort lt. Wikipedia 1946, also mit 34 Jahren aussortiert. Übrigens ist das auch sonst ein interessanter "Zeit-Film", schon wegen Werner Krauss in einer seiner letzten Filmrollen - und Maria Wimmer in ihrer aller ersten. Im "Unfisch" konnte ich M. Kroecher übrigens nicht entdecken - bist Du sicher, dass er da dabei war?

    Wie ich sehe, fehlt hier ein Beitrag zu Eberhard Fechner. Die meisten von Euch werden ihn als Spielfilm-Regisseur kennen, vor allem durch die Kempowski-Verfilmungen "Tadellöser und Wolff" und "Ein Kapitel für sich", die damals, Mitte/Ende der 70er, Straßenfeger waren. Aber Fechner hat auch großartige Dokumentationen gedreht! Am bekanntesten sind: "Die Comedian Harmonists" von 1976, für die er die damals noch - über mehrere Kontinente vertreut - lebenden Musiker interviewte. Und "Nachrede auf Klara Heydebreck" von 1969, in der er das Leben einer vollkommen unbekannten alten Dame aufrollte, die sich kurz zuvor umgebracht hatte. Bei Wikipedia gibts die komplette Filmografie, vermutlich ist kein einziger schlechter Film dabei. Auf DVD ist von all dem das Allerwenigste erschienen. Und besonders gern wiedersehen würde ich noch mal "Unter Denkmalschutz - Erinnerungen aus einem Frankfurter Bürgerhaus", für den Fechner 1975 die Bewohner eines herrschaftlichen Wohnhauses interviewte - scheinbar (?) ganz willkürlich ausgewählt - und in den Gesprächen nicht nur deren Leben skizziert sondern auch die Geschichte des Hauses - und die deutsche Geschichte des 20. Jahrhunderts. Hat den Film zufällig jemand ...? Hätte Tauschmaterial.

    Diesen Film habe ich jahrelang gesucht - kein Filmsammler hatte ihn. Daraus schloss ich, dass er nicht im TV gelaufen sei. Stimmt aber nicht, wie ich jetzt aus einer sicheren Quelle erfahren habe: Er lief vor Jahrzehnten 1x im ZDF zu später Stunde. Auf DVD oder Kauf-VHS ist er definitiv nicht erschienen.

    Dass er im Vorprogramm zu Fassbinders "Veronika Voss" gelaufen sein soll, finde ich passend. Beide Filme ergänzen sich und sind auf ihre jeweils eigene Art großartig.

    Der Rückblick Camilla Horns auf Dreharbeiten und ehemalige Kollegen enthält wehmütige Momente, in denen sie auf ihre Jugend und ihr ganzes Leben zurück blickt. Die Filmemacher Hans Sachs und Hedda Rinneberg haben das in berührenden Szenen festgehalten. Ohne dass das besonders hervorgehoben wird, variiert Murnaus "Faust"-Film das Thema Jugend/Alter - das macht diesen formal einfachen Film so rund. Glück und Tragik der menschlichen Existenz in 15 Minuten.

    Es ist wirklich ein Jammer, dass diese Filme nicht ohne Weiteres verfügbar sind!

    Danke, ist doch ein spannendes Thema! Den Schenker-Katalog habe ich mir beschafft (ist super!), einige andere auch, w.z.B. "Shooting Girls" über jüdische Fotografinen aus Wien zwischen 1900 und 1930, in dem u.a. Trude Fleischmann gewürdigt wird, die ja auch jede Menge Filmstars vor der Linse hatte. Gut recherchierte Biografien von Fotografen bleiben leider die Ausnahme, oft sind nicht einmal die Lebensdaten bekannt. Sie wurden im ersten Jahrhundert der Fotografie ganz offensichtlich nicht im selben Maß als Künstler wahrgenommen wie z.B. Maler.

    Schon gehört? Zarah Leanders Musical-Hit "Wodka für die Königin" wurde neu abgemischt. Aufwendig gemacht (inkl. Video)!


    Übrigens gibts zum Komponisten Peter Thomas, den viele vermutlich eher mit den Edgar Wallace-Filmen oder „Raumpatrouille Orion“ verbinden, eine großartige Homepage (dort fand ich auch den Remix):

    https://www.peterthomas.tv/

    Ist toll recherchiert, gar keine Frage. Großes Lob auch an den Belleville Verlag, der seit vielen Jahren immer wieder solche Nischenprodukte ermöglicht ("Metropolis", "Freaks", Max Schreck, Brigitte Helm, Erna Morena, Sybille Schmitz, Ulli Lommel ... und Fritz Langs Notizbuch!)

    Aber um noch mal auf meine Eingangsfrage zurückzukommen: Über die großen Fotostudios, denen wir all die Starporträts zu verdanken haben, ist überraschend wenig in Erfahrung zu bringen: Zu Binder und Binz kann man im www ein ganz klein wenig finden, aber was ist mit (Arthur) Hämmerer und (Helmuth von) Gaza und all den anderen ...? Im Unterscheid zu solchen bis heute namhaften bzw. wiederentdeckten Fotografen-Künstlerinnen wie Yva oder Gerty Simon (beide unter den Nazis Verfolgte) scheint man diesen "Gebrauchsfotografen" noch nicht so richtig Aufmerksamkeit geschenkt zu haben.

    Bei Ebay wird zurzeit eine ganze Reihe Postkarten der „Schauspielerin Marianne Schweigert“ angeboten, darunter einige schöne, originelle Motive. Ich habe den Namen allerdings noch nie gehört und auch im www ist nichts über sie zu finden – kennt einer von Euch die Dame?

    Danke für Deine Hinweise! Das sind genau die Art Anekdoten/Beobachtungen, die mich gerade interessieren. Gut, dass ich Olaf Brills Buch schon habe (Du kannst ja nur das Caligari-Buch meinen) – nun habe ich endlich einen Grund, auch mal reinzuschauen :-)

    Für alle, die das Thema auch interessiert: Literatur zum Thema Modefotografie ist da ebf. relativ ergiebig.

    Alexander Binder war einer der erfolgreichsten Porträtfotografen der 10er und 20er Jahre. Bei ihm müssen sich die Promis, u.a. jede Menge Filmstars, buchstäblich die Klinke in der Hand gegeben haben. Nach Binders Tod 1929 wurde sein Geschäft als "Atelier Binder" noch einige Jahre weitergeführt. Der Namenszug "Binder" ziert unzählige Sammelbilder und Ross-Postkarten. Ende der 30er Jahre war Tita Binz eine ähnlich produktive Fotografin, auch ihren Namen liest man auf einer Vielzahl von Starpostkarten der späten 30er bis frühen 50er Jahre. Spätestens ab Ende der 40er Jahre spielte dann das "Gaza-Studio" auf diesem Gebiet eine wichtige Rolle (es war vermutlich nach dem Fotografen Helmuth von Gaza benannt).

    Mehr als die kurzen wikipedia-Artikel zu A. Binder und T. Binz hergeben, war für mich bisher nicht in Erfahrung zu bringen. Über andere große Fotografen dieser Jahre (wie z.B. Gregor Harlip) ist im www fast nichts zu finden. Ist ihr Lebensweg denn wirklich nirgendwo näher betrachtet worden? Mich würde auch interessieren, wie das ablief: Wie kam der Star ins Studio (von selbst oder auf wessen Veranlassung) und wie sein Konterfei auf die Karten bzw. in die Illustrierten etc. (welche Rolle spielten dabei z.B. Fotoagenturen)? Hat einer von Euch darüber mal etwas in der (Memoiren-)Literatur gelesen? Oder in Illustrierten, wurde da z.B. mal die Fotosession eines Stars dokumentiert?