Posts by Grete Ly

    #276: Ab 00:27 sieht man Fritz Schulz. Der massige Mann hinter der weiblichen Darstellerin ist Wilhelm Diegelmann. Die beiden haben allerdings in mehreren Zelnik/Mara-Produktionen mitgespielt. Bei den Filmen, die ich gefunden habe, spielt Lya Mara die Hauptrolle. In dem Ausschnitt ist sie allerdings nicht zu sehen.

    Bei Nr. 276 handelt es sich um "Der Apachenlord" aus 1920 mit Friedrich Zelnik als Lord Roy Winston, Poldi Müller als Violett Tralley, Fritz Schulz als Teddy Tralley und Wilhelm Diegelmann.


    Dahier etwas zum Film aus einer zeitgenössischen Filmzeitschrift:


    "Ein groteskes Abenteuer. Fan Carlsen ist der Verfasser und er weiss, was das Publikum gern sieht. Das Stück ist wirklich herzig. Friedrich Zelnik als Lord Roy Winston elegant und wirksam wie immer. Nur Poldi Müller kann man das exzentrische Millionärstöchterchen Violet Tralley nicht recht glauben, sie wirkt mir viel zu deutsch als Lady. Dafür aber schafft Fritz Schulz als ihr Bruder Teddy wirklich eine sehr sympathische Figur. Die Regie ist vorzüglich. Insbesonders die

    Kneipe mit den „schweren Jungen“ eine Meisterleistung."


    Zur Restaurierung der "Nosferatu-Musik", welche keine Restaurierung ist.

    Zuvor muss bemerkt werden, das die Salonorchester-Musik welche Erdmann für die Uraufführung 1922 schrieb, nicht identisch mit der "Fantastisch-romantischen Suite" ist. Da dies nicht der Fall ist, ist eine Restaurierung aus der 1925/26 zusammengestellten Suite nicht möglich. Selbstverständlich enthält die Suite auch einige Themen der "Nosferatu-Musik", aber zu wenige um eine ausgereifte Restaurierung der Musik zu ermöglichen.

    Unter anderem wurden bisher folgende Fehler begangen:

    • Der Film wurde durch fehlerhafte Rekonstruktion an Material "vervollständigt" (Croquetspiel), welches zwar aus 1921 stammte, aber in der Uraufführungsfassung schon nicht mehr enthalten war.
    • Der Film wurde seit den 80er Jahren, entgegen der Laufgeschwindigkeits-Vorschrift für die Vorführung des Films, auf 18 Bilder pro Sekunde heruntergesetzt. Der Film soll aber mit 24 Bildern pro Sekunde gespielt werden. Es kam in dem Falle natürlich darauf an, um was für einen betriebenen Projektor es sich handelte. Schon allein deshalb ist eine Anpassung der Musik Erdmanns aus der Suite nicht möglich. Mit 18 Bildern jedoch ist der Film damals nie und nirgends gelaufen. Man kommt mit den 6 Akten des Filmes auf knapp über 60 Minuten. (Akte bezeichnen in dem Falle die damals üblichen kleineren Spulen für ca. 10 Minuten Filmmaterial.)
    • Die Suite besteht aus nicht mehr wie 10 Sätzen. Es kann allein keine Spieldauer von nicht mal 40 Minuten erreicht werden. Dies würde nicht mal genügen, um die Urfassung in einer Länge von 62 Minuten mit Musik zu unterlegen.
    • Man beging den Fehler, die Uraufführungsmusik des Filmes nur in öffentlichen Archiven zu suchen. Private Notensammler, welche in Frage kamen, blendete man komplett aus. Anfragen fanden dort nicht satt. Allein zwei Sammler - Leipzig & Greifswald - besitzen zeitgenössische Blaupausen der Original Klavierpartitur. Diese passt sich an die Laufzeit der Urfassung von 62 Minuten an.

    Zudem existieren in privater Hand mehrere deutsche und österreichische Drucke aus den Jahren 1922/23.


    Die nun existierenden, angeblichen Restaurierungen der "Originalmusik" des Filmes sind keine solchen. Erstens ist dies mit dem Material der Suite nicht möglich und zudem hat man Themen Erdmanns benutzt um die Länge der Suite von nicht mal 40 Minuten auf 96 Minuten zu strecken.

    Die Originalmusik Erdmanns funktioniert völlig anders und hat mit den "restaurierten Fassungen" der Musik nichts gemein.


    Copyright by Jens Geutebrück

    Vom 25. bis zum 28. Februar ist einer der letzten deutschen Stummfilme online, Wilhelm Dieterles Ludwig der Zweite, König von Bayern (1930). Angeblich ist in einer kleinen Rolle auch Max Schreck zu sehen.

    Ich bin besonders gespannt auf Rina Marsa als Prinzessin Sophie. Ob sie wohl wirklich so schön war wie auf der Autogrammkarte, die ich von ihr habe? :/

    11 Jahre ist es schon her, da konnte ich mit analogen Quellen eine Korrektur eines Buches erreichen, das von Dieter Hallervorden herausgegeben wurde. Es wäre schade, wenn es heute nicht mehr ginge, denn dann würde sich Wikipedia selbst amputieren.

    Das passiert auch teilweise. Zudem scheint es auf den Schreiber selbst anzukommen. Bei manchen bleibt es drin und bei manchen nicht. Viel kommt es auf die Prüfer an, manche lassen es durch und manche nicht.


    Ich hatte irgendwann von Tage langen Diskussion die Nase voll und gründete unsere eigene Verlags-Wiki. Alles was darin zu lesen gründet sich auf Primärquellen unseres Archivs. Diesen ewigen Diskussionen gehe ich damit aus dem Weg. Ich poste teils sogar die Primärquelle als Scan und bringe nebenher noch die Transkription. Wie hier zum Beispiel: http://www.gotha-wiki.org/inde…tle=Elisa_Margaretha_Jung


    Diese Diskussionen in der Wikipedia kann man sich antun, wenn man den ganzen Tag Zeit hat, aber nicht als Verleger. Wenn ich Quellen aus unserem Verlagsarchiv angebe, kann man den Inhalten glauben. Die Primärquellen sind einsehbar, sobald wir wieder öffentlichen Zugang gewähren dürfen. Momentan ist das aufgrund des Virus nicht möglich.

    Vogel Specht

    Ja, aber wenn man es dann sieht, kann man es doch rückgängig machen. Außerdem gibt es noch die Diskussionsseite.


    Als tauglich für den Schulunterricht würde ich Wiki jetzt auch nicht notwendigerweise bezeichnen. Eher so als „Überlieferung“ von Wissen. Aber ich denke, man kann in den Artikeln schon von, sagen wir, 90% richtigen Angaben ausgehen, deshalb taugt es absolut zur Information.


    Ich finde es eher schlimm, dass etliche Artikel wie Kurzgeschichten geschrieben sind. Ein Lexikon sollte sachlich und nicht unterhaltend geschrieben sein.

    Noch schlimmer ist, wenn Schreiber die Orthografie nicht beherrschen. 🙈

    Es ist genau andersrum. Man kann von 60 % fehlerhaften Angaben ausgehen. Wie gesagt. Ich fand bisher in jedem Artikel irgendetwas falsches. Ich habe einfach nicht die Zeit dort ewig zu diskutieren. Wenn ich z.B. eine Quelle angebe, welche allein nur in unserem Verlagsarchiv besteht, dann wird das nicht anerkannt. http://www.gotha-wiki.org/inde…N_FAMILIE_GEUTEBR%C3%9CCK


    Wir besitzen Millionen Exponate in unterschiedlicher Form, gerade auch was Filmgeschichte betrifft. Das Archiv läuft offiziell als solches. Sogar im Gewerbeschein ist es eingetragen. Dennoch kann ich mit Urkunden unseres Archives dort nicht punkten. Es wäre angeblich nicht überprüfbar.

    Ich kapiere Deine Beschreibung nicht. Das stimmt doch gar nicht, dass alles online überprüft sein muss?! Wikipedia funktioniert doch genauso wie eine wissenschaftliche Publikation, und wenn man keine Online-Quelle hat, gibt man eben die schriftliche Quelle an. Anhand Deines Beispiels dann eben die Signatur der Standesamtsakte von Enrico Dieckmann.


    Oder was meinst Du?

    Doch, es stimmt. Ich bin nun mal aus diesen Gründen dort gesperrt worden. Es flog ja ständig wieder raus. Am Ende hieß es, die Person E. Dieckmann wäre sowieso nicht relevant genug für einen eigenständigen Artikel.

    Landfilmkopien waren Filmkopien welche für den mobilen Vorführeinsatz auf Dörfern gezogen wurden. Dies hier ist eine US Landfilmkopie aus der Gegend Detroit. Im Archiv besitzen wir - neben den deutschen Ur-Fassungen aus den 20ern - auch deutsche Landfilmkopien aus den 30er und 50er Jahren.

    Pressetext von Rolf Giesen zur Publikation:
    Der Fall Nosferatu

    Enthüllte Geheimnisse zum Stummfilm-Klassiker der Weimarer Republik

    von Rolf Giesen, Holger Mandel und Jens Geutebrück


    Verlag Coronaretro


    Schon der Titel sagt, dass in diesem Buch keine Exegese betrieben wird, kein Neuaufguss einer längst sattsam bekannten psychoanalytischen Deutung, sondern bisher unbekannte Fakten und Hintergründe eines bahnbrechenden Stummfilms geliefert werden, die selbst den meisten Filmhistorikern nicht bekannt sein dürften. Wer glaubt, alles über F. W. Murnaus Dracula-Verfilmung Nosferatu zu wissen, wird in die Abgründe einer Filmproduktion tauchen, die nur Vorwand war: Vorwand für einen Produzenten, in großem Stil Kapital zu sammeln und Investoren übers Ohr zu hauen. "Kreative Buchhaltung" war schon immer eines in der offiziellen Filmgeschichte ausgeklammerten Tatbestandes. Es ist die Geschichte geprellter Anleger und eines Boykotts gegen einen heute als Klassiker geltenden phantastischen Film, dessen Hauptrolle, nach seinem Erfolg als Murnaus Januskopf, für Conrad Veidt reserviert war und dann doch an einen weitgehend Unbekannten ging: Max Schreck, der auf der Bühne den Geizigen von Molière gab. Es ist die Geschichte eines zum Okkulten neigenden Szenenbildners, dessen Sinn für Landschaft und Natur F.W. Murnau nachhaltig beeinflusste. Es ist die Geschichte eines Films, dessen Hersteller und Finanziers nicht minder spannende Biografien hatten wie Bram Stokers unsterblicher Vampir. Einige waren noch unter uns, als der Film längst weltweit wiederentdeckt wurde - ohne jemals interviewt zu werden. Dieses Buch basiert auf umfangreichen genealogischen Recherchen, auf Besuchen der Drehorte, seltenen Text- und Bilddokumenten, Fotos darunter, die es noch nie zu sehen gab: Außen- und Atelieraufnahmen in den Jofa-Studios in Berlin-Johannisthal. Es ist die Geschichte eines verwaisten, aber untoten Films. Es ist das Ergebnis jahrelanger Recherchen, deren Kreis sich erst ganz zum Schluss schloss. Eingeordnet wird der Film nicht nur in die Stummfilmlandschaft der Paul Wegener, Hanns Heinz Ewers, Henrik Galeen, Richard Oswald, Joe May und Fritz Lang, des Golem und des Dr. Caligari, sondern auch in die politische Landschaft der Weimarer Republik, in die Nachkriegszeit der Spanischen Grippe, des wieder aufkeimenden Antisemitismus um Blutsauger aus dem Osten, einer sich formierenden braunen Bewegung und einer sich ankündigenden Hyperinflation, nicht jedoch im Sinne der Deutung Siegfried Kracauers, das der Weg von Caligari zu Hitler ein konsequenter, fast unumgänglicher gewesen sei. Zwar brodelte es allerorten, aber die Zukunft war unbestimmt und nebulös. So wird dieses Buch Nosferatu zwar zeitgeschichtlich einordnen, aber nicht retrospektiv deutend in Kenntnis der Dinge, die dann kamen.

    Ich erwarte von denen, das sie das schreiben was sie nachweisen können und das was momentan nicht nachweisbar ist, weglassen. Ansonsten ist das Verfälschung. Dann soll man solches lassen.


    Ein Wissensportal sollte nun mal nur von Leuten beschrieben werden, welche auch Quellen liefern können. Man muss sich auch nicht wochenlang damit beschäftigen zu einer gewissen Person zu recherchieren. Als ich damals (Anno 1999) den Roger Nachlass fand, habe ich dafür eine halbe Stunde gebraucht. Das sind ganz normale Arbeitsabläufe für einen Genealogen. So etwas dauert einfach nicht lange.

    Eine Großteil der Leute welche für die Wikipedia schreiben, vertrauen ehemals gedruckten Quellen. Schreiben da einfach ab, auch die Fehler. Das ist so, als würde man sein Auto in eine Wäscherei geben und eine gute Reparatur erwarten oder als würde man zum Sport gehen und dort erwarten gut chinesisch Essen zu können.

    Die Wikipedia wird - genau wie Du schreibst - von ehrenamtlichen Helfern betreut, welche es nicht besser wissen können. Und da liegt das Problem. Die Wikipedia ist noch sehr weit davon entfernt, auch nur den Anschein seriöser Arbeit zu erwecken. Viele Köche verderben den Brei. Die Wikipedia macht zudem den Fehler, sich öffentlich als zuverlässiges Wissensportal darzustellen, ist aber momentan nicht viel mehr als ein Versuchsfeld.


    Ich bin auch nicht dazu aufgerufen. Ich bin beruflich Genealoge und Verleger. Ich arbeite 14 Stunden täglich, auch Samstags und Sonntags.


    Da ich einige Zeit genau das getan hatte, was Du vorschlägst, bin ich als Schreiber gesperrt worden bei der Wikipedia. Und zwar aus dem Grunde, weil solche Dokumente nicht immer Online nachprüfbar sind und somit keine überprüfbare Quelle bieten. Das Problem liegt im System der Wikipedia selbst.

    Was nicht Online überprüfbar ist, fliegt raus.

    Und so flog ich raus.


    Beispiel: Geburtsurkunde Enrico Dieckmann. Diese liegt in einem Standesamt. Dieses Standesamt stellt seine Dokumente nicht Online zur Verfügung. Ansonsten gibt es nur den Todeseintrag auf einem Standesamt, welches seine Dokumente ebenfalls nicht Online sehen will und auch keine Erlaubnis dazu gibt diese einfach hochzuladen. Ansonsten gibt es keine weiteren Quellen, welche das Geburts und Sterbedatum angeben.


    Was nun?


    Ich hatte das dann mehrfach wiederholt in einigen Fällen, bis ich gesperrt wurde. Hatte sogar mit einem der Admins Kontakt und sendete ihm privat einige Dokumente. Er meinte dann, das es so nicht genügen würde, da nicht Online nachprüfbar. Am Ende gab es gar keinen Artikel zu Dieckmann.


    Irgendwann hatte ich von dieser Wikipedia die Nase voll und eröffnete selbst eine Wiki, in welche ich die Daten eintragen kann, welche ich auf den Dokumenten lese. Und das kostet mir keine Nerven und keine Zeit für Diskussionen. Ich lese einfach die Dokumente und bringe die Transkription der selben in meine Wiki. Notfalls kann dies dann als Quelle angegeben werden.


    Dahier nur mal ein Beispiel, denn auch ein Grabstein kann eine Primärquelle sein.


    Zum Totensteine des Johann Andreas Schneegass auf dem neuen Gottesacker zu Waltershausen.


    Dieser Stein kommt als besonders exquisites "funebres monumentum" daher. Entstanden im Jahre 1852, bedeckte er die Gebeine des Schreinermeister und Stadtmusikus Johann Andreas Schneegass (1778-1852).


    Dieser Stein ist einer der ältest erhaltenen vom neuen Gottesacker.


    Auf einem Sockel befindlich, eine Trommel. Mittig dort angebracht ein geschwungenes Emblem mit den Zunftzeichen der Schreiner: Zirkel, Hobel, Winkel. Auf der Trommel liegend beidseitig ein aufgeschlagenes Buch, welches einerseits die Daten des Verstorbenen zeigt und auf der anderen Seite eine Notentafel.

    Darüber platziert eine sehr schon gearbeitete Lyra, welche auf beiden Seiten das gleiche Bild der Füllhörner und der daraus wachsenden Blätterranken zeigt. Anstelle der Seiten befindlich, drei heraufragende Stäbe, welche in Karoform endend, jeweils eine kleines Karo innetragend zeigen.

    Die drei Stäbe wiederum sind mit einem oberen Querbalken verbunden.


    Die Inschrift kommt in schreibgeformten Lettern gut lesbar daher und transkribiert sich auf zwei steinernen Buchseiten zu lesen, folgendermasen:


    1. Seite:


    "J. Andreas

    Schneegass

    Schreinermeister u."


    2. Seite:


    "Stadtmusikus allhier.

    geb. de. 30. Dec. 1778.

    gest. d. 12. Aug. 1852."


    Zur Genealogie des Verstorbenen lässt sich folgendes ergänzen: Er wurde geboren als Sohn des Schneiders Johann Matthäus Schneegass (1725-1795) und war verehelicht seit 1802 mit der Martha Elisabeth Kestner (1782-1864), Tochter des Bernhard Heinrich Kestner (1747-1800) und der Catharina Elisabeth Kestner (1760-1839). Er hatte mit ihr mehrere Kinder. Johann Daniel, Johann August, Johann David, Johanne Christiane.

    Sein Großvater Johann Matthäi Schneegass (1690-1760) war Türmer und Stadtmusikus zu Waltershausen.


    Dahier mal ein paar ausgewählte Beispiele: http://www.gotha-wiki.org/index.php?title=Inhaltsverzeichnis

    Etwas zu den drei durch Dr. Waldemar Roger bearbeiteten Fassungen des Filmes „Nosferatu“.


    • „Nosferatu der Vampyr“ (1928) Stummfilm
    • „Nosferatu der Vampyr“ (1929) Tonfilm mit Dialogen
    • „Die zwölfte Stunde“ (1930) Nadelton mit Geräuschen, Musik und Zwischentiteln


    -1928 Der entgültige Ausverkauf eines der größten Klassiker der Filmgeschichte

    Verkaufsvertrag Grau/Roger. Dieser Vertrag existiert im Original aus 1928 und in einer beglaubigten Abschrift aus 1949, welche Roger noch zu Lebzeiten anfertigen ließ. Albin Grau verkauft die dauernden Rechte zweier Filme, darunter "Nosferatu", an den Kantor und Dozenten F. Waldemar Roger.

    So verschwanden schon in den zwanziger Jahren die Rechte dieses Klassikers aus dem Besitze Albin Grau`s.

    Den Nachlass Rogers konnte ich retten und somit die durch Verschnitt entstandenen Klassiker „Nosferatu der Vampyr“ und "Die zwölfte Stunde".


    -Noch 1928 beginnt die Herstellung einer stummen Schnittfassung "Nosferatu der Vampyr".


    -1929 Verkauf dieser stummen Fassung "Nosferatu der Vampyr" nach USA. Waldemar Roger nennt die männliche Heroengestalt - anscheinend als Hommage an sich selbst - für den amerikanischen Markt Waldemar Hutter. Die Fassung wird in der New York Times am 04.06. 1929 aufgeführt.


    -1929 Bearbeitung des Urmaterials zum Lichttonfilm „Nosferatu der Vampyr“.


    -1929/30 Bearbeitung der dritten Fassung des Filmes, durch Dr. Roger, für die Phönix AG: „Die zwölfte Stunde“.

    Ursprünglich sollte der Film mit Nadelton der Firma Linguaphon unterlegt werden. Dies wurde aber nicht realisiert und man kam in Allianz mit der Organon GmbH, welche ebenso wie die Linguaphon Sprach-, Lehr- und Geräuschplatten vertrieb.


    -Ab November 1937 bis Mai 1938 Tournee Waldemar Roger`s durch deutsche Kleinstädte und Dörfer mit den beiden Nadeltonfilmen "Die zwölfte Stunde" (1930) und "Aus Liebe getan" (1937).


    - 1949 lässt Waldemar Roger eine beglaubigte Abschrift seines Vertrages mit Albin Grau aus dem Jahre 1928 anfertigen. Er bringt den Film in neuen Kopien über den sogenannten Landfilm in Umlauf. Hauptsächlich Aufführung in Dörfern.


    - 1958 stirbt Dr. Waldemar Roger.


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    Schon allein dieser Drehbucheintrag zeigt, das Hutter und Ellen ursprünglich nur Verlobte waren und erst Murnau das Drehbuch so veränderte, das aus einem ärmlichen, glücklich verliebten Paar, ein Ehepaar wurde.

    Hutter, geplant als armer Arbeitnehmer des Maklers Knock, der nicht mal das Geld für den Ring der Geliebten im Rock hat, mutiert unter Murnau zu einem schon jungen, nicht unbedingt ärmlichen Geschäftsmann.

    Denn eigentlich folgt als fünftes Bild die Trödlerszene, welche ich gestern beschrieb und in Transkription brachte. Die Szene muss gedreht worden sein und Murnau lies sie wegfallen. Heute zählt sie als verschollen.

    Somit verändert sich einiges und wird durch Murnau`s Idee unlogisch. Denn Hutter begiebt sich auf eine sehr lange Reise, da er das Geld zur Vermählung verdienen muss. In der überarbeiteten Fassung, sendet Knock ihn nicht als eine Art Burschen, sondern schon fast als ebenbürdigen Geschäftspartner, der sich auf diese lange Reise begibt. Dies wäre ihm in dieser Stellung ein unwürdiger Dienst.

    All das verändert den Sinn zur Notwendigkeit des dringenden Geldverdienens erheblich und nimmt der ganzen Geschichte viel Sinn und Romantik.


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    Hier in Hugo Quittner`s "Rotenturm-Kino", welches schon 1910 bestand und am Fleischmarkt 1 zu Wien lag, fand am 02. März 1923 die Österreich-Premiere von "Nosferatu" statt.

    Es hatte zu dieser Zeit einen Fassungsraum von 305 Personen. Gegründet wurde es 1910 von Stadtbaumeister Viktor Schwadron und erbaut von Arthur Baron erbaut.
    Hugo Quittner war ab 1914 Direktor.

    Ende 1939 gerät das Rotenturm-Kino in die Insolvenz. Die Photographie stammt aus dem Jahre 1920.


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    Etwas zur vollständigen Musik zu "Nosferatu" von Hans Erdmann Guckel.


    Die bekannte "Fantastisch-romantische Suite" von Erdmann, welche erhalten ist durch einen Druck bei Bote und Bock 1926 veröffentlicht, aber eben unvollständig.

    Diese Suite ist aber nicht alles, denn mit den Stücken können nur ca. 60 % des gesamten Filmes bespielt werden. Die Restauration der Erdmann Musik durch Heller enthält dadurch natürlich Fehler, durch die damals notwendige Flickschusterei.

    Die Restaurierung der Nosferatu-Musik entspricht nicht dem Original-Arrangement der Uraufführung. Zudem entspricht auch die Restaurierung des Nosferatu Filmes selbst nicht der Uraufführungsfassung. Das hat mehrere Gründe. Bei der Restaurierung wurde Szenen eingefügt, welche in der deutschen Ur-Fassung nie enthalten waren.

    Dazu kommt die völlig falsche Laufzeit des Filmes, durch die fehlerhaft eingesetzten 18 Bilder/sec.. Dies ist viel zu langsam. Keiner der damals entstandenen Stummfilme lief mit 18 Bildern.

    Ein Stummfilm muss schneller laufen, da es ein Stummfilm und kein Tonfilm ist. Der Rhythmus der Stummfilme wird durch den zu geringen Ablauf vollständig gestört. Das bemerkt man schon an den Zwischentiteln, welche bei 18 Bildern viel zu lang erscheinen.

    Nun aber zur bisher unvollständigen Erdmann Musik.

    In unserem Archiv befindet sich eine Liste von Themen, welche für Nosferatu geschrieben, sich aber nicht in der bekannten Suite befinden. Mittlerweile sind mir sämtliche Thementitel bekannt. Die komplette Nosferatu-Komposition wurde nämlich in sehr geringer Auflage gedruckt und ist noch existent.

    Georg Fiebiger hatte ebenfalls nur Themen Erdmanns verwendet, um die Tonfilmfassung "Nosferatu der Vampyr" (1930), sowie die Stummfilmfassung der "12. Stunde" (1929) zu unterlegten. Darunter zwei längere Stücke, welche sich nicht vergleichbar in der "Fantastisch-romantischen Suite" finden lassen.

    Zudem ist die Komposition als Druck erhalten, aber nicht in der Fassung von Bote und Bock, sondern vollständig.


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