Posts by Michel

    Bin gerade durch Zufall auf das Thema hier gestoßen. Schon ein bisschen älter, aber ich finde es ist immer aktuell.

    Da ich was thematisch ähnliches mache, interessiert mich das sehr was aus diesem Buch bisher geworden ist? Wie weit ist dieses Projekt, gibt es da konkrete Ziele, Zeit usw. Bei meinem geschichtlichen Interesse dreht sich sehr vieles um steinerne Kleindenkmäler. Diese "stummen" Steine können viel erzählen, wenn man sie zu verstehen weiß.

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    Ich packe gerade die letzten Sachen für den Urlaub, nachher geht es mit dem WoMo nach Schweden mit dem Hauptziel wandern auf Fårö (Gotland). Zur Einstimmung gibt's Linn Koch-Emmery, eine schwedische Künstlerin. Ich mag ihren rotzigen Stil.

    "Die Hermannsschlacht" gibt es bereits seit 2009 auf DVD vom Westfälischen Medienzentrum. Mit 47-seitigen Begleitbuch. Vielleicht auch interessant ist vom selben Anbieter die 2006er DVD "Der Ruhrkampf "mit Filmaufnahmen aus dem Rheinland 1921-25. Die Aufnahmen wurden damals von einem Kameramann Albert Khan's gemacht. Mit 32-seitigen Begleitbuch. Ob es die DVDs noch gibt, weiß ich nicht. Habe sie vor vielleicht 7-8 Jahren gekauft

    Jetzt neu in der Edition Filmmuseum 119

    Katja Raganelli porträtiert zwei weithin vergessene Pionierinnen Filmgeschichte: Die Französin Alice Guy, die erste Filmemacherin der Welt, die in den USA ein Filmstudio aufbaute und leitete, sowie Margery Wilson, Stummfilmstar in Filmen von David Wark Griffith und William S. Hart, deren eigene Regiearbeiten heute als verloren gelten. Die Doppel-DVD präsentiert rare Filmdokumente und Interviews mit Zeitzeugen sowie sieben neu restaurierte Komödien von Alice Guy Blaché. Ermöglicht wird eine Neubewertung der Filmgeschichtsschreibung, in der die Rolle der Frauen noch immer marginalisiert wird.


    https://www.edition-filmmuseum…198_Alice-Guy-Blach-.html

    Gerade wurde, nicht sonderlich überraschend, das Midgadsblot Festival in Norwegen abgesagt. Da will ich schon vier Jahren mal hin, habe bereits seit 2019 ein Ticket und letztes Jahr das Wohnmobil auf dieses Jahr verschoben - ging zum Glück kostenfrei. Das Festival war der Hauptgrund für den Urlaub. Das nervt echt. Es wird wohl so ausgehen, dass ich stattdessen nach Schweden fahre und dort wieder die Natur genieße und viel wandere. Norwegen ist noch zu, Schweden offen. Außerdem braucht man da keine Fähre die man buchen muss.

    Ich habe den Film damals noch als stark gekürzte DVD von "Der Standard" geholt. Als dann später das Crowdfunding gemacht wurde musste ich mich einfach beteiligen und danach die vollständige Version holen. Schon erstaunlich wie sehr Bettauer die Zukunft vorausgesehen hat. Das macht die Sache eigentlich um so schlimmer. Man hat damals durchaus schon wissen können wohin das ganze führen kann und ist blindlinks da rein marschiert. Leider gibt es auch noch heute solche Blinden...

    Ein Mann, eine Gitarre. Mehr brauchts oft nicht.

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    Ja viele Jahrzehnte lang, da nur wenige Platten gepresst wurden. Diese Aufnahme wurde erst vor einigen Jahren gefunden. Es existiert nur diese eine Schellackplatte. Son House war ein Blues Musiker der schon in den 20ern unterwegs war. Man entdeckte ihn dann aber erst in den 50ern wieder, wodurch der eine zweite Karriere begann. Da war diese Aufnahme schon verschollen.

    Ich mag sein raues, fast schon aggressives Spiel.

    Lange Zeit der Heilige Gral des Blues

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    Noch besser als das Original finde ich. Die Band konnte ich zum Glück noch vor Covid in London live erleben.

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    Gerade auf einem kleinen X(-Japan) Revival. Heute eine originalverpackte japanische Thrash-Metal Compilation von 1991 importiert. Ich finde es schade, das die jap. Musikindustrie hier gänzlich unbekannt ist, dabei sind sie nicht selten technisch versierter im Spiel.

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    Danke! Das ist ja auch doof gemacht. Auf ihrem Vimeo Konto haben sie nur die Einführungen, aber nicht die Filme. Und auf ihrer HP sind die Filme eingebettet von Vimeo, die auf ihrem Konto wiederum "unsichtbar" sind X/. Habe ich halt einen Film verpasst.

    Wo sind den die Filme genau online? Bei vimeo war mal Ost und West online aber vor-/gesten hätte Looping the Loop dort sein sollen, heute Geld! Geld Geld! Ich bin jeden Tag auf der Seite, aber finde nichts?:?:Oder hat sich im Programm was geändert?

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    Scherben

    Deutschland 1921 – Regie: Lupu Pick – Drehbuch: Carl Mayer – Kamera: Friedrich Weinmann – Ausstattung: Heinrich Richter – Darsteller: Werner Krauß, Hermine Straßmann- Witt, Edith Posca, Paul Otto, Lupu Pick – Produktion: Rex-Film GmbH, Berlin –

    Anfang der 1920er Jahre wurde der Ruf nach dem künstlerisch wertvollen Film in den Feuilletons der Zeitungen immer lauter: „Dass eine Regeneration der Filmkunst dringend notwendig ist, wird niemand leugnen. Sie ist nicht nur wünschenswert aus rein ideellen künstlerischen Gründen, sondern auch aus geschäftlichen. Denn die Sensationssucht im Film wird und muss ja bald auf einem toten Punkt angelangt sein. Sensationen wollen überboten sein. Was heute sensationell wirkt, vermag es schon nicht mehr in wenigen Wochen. Da ist ein Abbau unumgänglich nötig.“ (Berliner Börsenzeitung, 29.8.1920) Die Schaffung des „Kammerspielfilms“ wurde als künstlerisches Ziel formuliert. Marianne Trebitsch-Stein schrieb im Neuen Wiener Tagblatt: „Der angestaunte Großfilm baut Massenszenen auf, durchmisst in endlosen Meilen die weite Welt, geht durch Jahrhunderte der Historie. Der Kammerspielfilm taucht in der Seele des Menschen unter. Bedarf die eine Richtung technisch emporgeschraubte Vorstellungsfähigkeit des phantasiebegabten Weitblickes in unbegrenzte Zeiten, so verlangt die andre den stillen Dichterblick, den Dichterblick ins Menschenschicksal. Deutschland allein darf einen Filmautor auch Dichter nennen. Einen einzigen: Carl Mayer. Er hat die Psychologie, die schicksalsschwere Poesie des Menschenalltags in den Film gestellt. Er war’s, der diese Richtung als erster intensiv erfasste, der seinen Film SCHERBEN ersann.“


    Mayer hatte als Komparse und Theatersekretär an kleinen Theatern in Linz, Salzburg und Innsbruck gearbeitet, bevor er 1917 nach Berlin kam und durch seine Mitarbeit am Drehbuch zu DAS CABINET DES DR. CALIGARI beim Film Fuß fassen konnte. In seinen daraufhin entstandenen Drehbüchern verfolgte er konsequent eine komprimierende Dramatik, eine Konzentration auf den filmischen Ausdruck und Reduktion unnötiger Zwischentitel. Er arbeitete eng mit den Regisseuren F. W. Murnau und Lupu Pick zusammen, die sein Interesse an stilistischen Experimenten teilten. Mayer war Anfang der 1920er Jahre enorm produktiv, im Laufe des Jahres 1921 kamen allein acht Filme (!) ins Kino, die auf Drehbüchern von Mayer basierten.


    SCHERBEN wurde bei seinem Erscheinen als Meiserwerk gefeiert. Hans Wollenberg jubelte in der Lichtbild-Bühne: „Ein meisterhaftes Filmwerk. Die Tage, Stunden, Minuten rinnen dahin in und um die Bahnwärterhütte. Da bedarf es keiner Zwischentexte. Was geschieht, ist nicht Schein, sondern wirkliches Geschehen, von der Photo-Linse wie zufällig festgehalten. Geschehen freilich, das bis ins kleinste Detail von verhaltener Dramatik vibriert. Das packt, das wirkt, das ist Wahrheit, das ist Film! Nicht äußere Sensationen machen’s, sondern die überwältigende innere Wucht, die den Menschen in einem jeden von uns ergreift. Ein guter Film, so hörte ich, ist der, der dem simplen Proletarierkind ebensoviel zu bieten weiß, wie dem differenziert empfindenden Sprössling der Tiergartenvilla. Hier ist dieser Film!“ Eine Besprechung in der Berliner Volkszeitung ließ durchblicken, dass die Begeisterung der Kritiker sich keineswegs mit den Reaktionen des Publikums deckte: „Dem Regisseur Lupu Pick ist hier etwas gelungen, was der höheren Entwicklung des Films überaus förderlich ist. Sein Werk beweist, dass ein Regiekünstler Worte durch ein fein nuanciertes Spiel, durch kultivierte Fotografie ersetzen kann. Mehr solcher Filme, undas Publikum wird den Weg, der aus dem Sensationskitsch herausführt, munter und entschlossen mitgehen (das Pfeifkonzert bei der Uraufführung dieses Films spricht d a f ü r !).“

    Die Restaurierung des Filmmuseum stützt sich bei der Einfärbung auf Beschreibungen in den zeitgenössischen Kritiken und Hinweisen im Filmmaterial. Die Begleitmusik zu SCHERBEN entstand im Rahmen eines Improvisationsworkshops am Standort Wuppertal der Hochschule für Musik und Tanz Köln. Sie wurde live aufgeführt und mitgeschnitten am 12. August 2016 im Rahmen der Internationalen Bonner Stummfilmtage. Mitwirkende waren Christian Roderburg (Percussion), David Geer (Violoncello), Marija Vadishute (Akkordeon), Samuel Selzam (Vibraphon und Percussion) und Di Wu (Gitarre).


    Der Film ist mit umfangreichem Zusatzmaterial zusammen mit Friedrich Wilhelm Murnaus Film DER GANG IN DIE NACHT in der Edition Filmmuseum auf DVD erschienen: edition-filmmuseum.com/product_info.php/info/p177_Der-Gang-in-die-Nacht.html


    (Stefan Drössler)

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    Helena - Der Untergang Trojas (Teil 1 & 2)



    Deutschland 1924 – Regie: Manfred Noa – Drehbuch: Hans Kyser – Kamera: Gustave Preiss, Ewald Daub – Darsteller: Edy Darclea, Wladimir Gaidarow, Hanna Ralph, Carlo Aldini, Albert Bassermann, Fritz Ulmer, Carl de Vogt, Adele Sandrock, Albert Steinrück, Karel Lamac –


    Die in der Filmgeschichtsschreibung überlieferte Darstellung der deutschen Stummfilms konzentriert sich immer auf die Produktionen der Berliner Firmen, allen voran der 1917 im Krieg gegründeten Ufa, deren Erfolgsgeschichte im Dritten Reich bis 1945 fortgeschrieben wurde. Bis heute nicht aufgearbeitet ist die Geschichte des seinerzeit zweitgrößten Produktionszentrums, der ebenfalls 1917 gegründeten Emelka, die in den 1920er Jahren über 100 Spielfilme herstellte, von denen nur ein verschwindend kleiner Teil bekannt ist und restauriert wurde. Zu den spektakulärsten Produktionen gehörten die von Erich Wagowskis Filmhaus Bavaria hergestellten Monumentalfilme unter der Regie von Manfred Noa, NATHAN DER WEISE (1922) und HELENA. DER UNTERGANG TROJAS (1924). Beide Filme wurden in die ganze Welt exportiert und unter den unterschiedlichsten Titeln und Schnittvarianten bis zum Beginn des Tonfilms immer wieder neuaufgeführt.


    Die Dreharbeiten für HELENA fanden zwischen Juni und November 1923 in München und Umgebung (Wolfratshausen, Wörthsee, Steinebach) statt. Für die Hauptrollen verpflichtete man sowohl bekannte Theater erprobte Schauspieler aus München (Albert Steinrück, Fritz Ulmer, Ferdinand Martini) und Berlin (Carl de Vogt, Adele Sandrock, Albert Bassermann, Hanna Ralph), aber auch Stars aus internationalen Produktionen wie die Italiener Edy Darclea und Carlo Aldini, den Russen Wladimir Gaidarow, den Tschechen Karel Lamac. Hans Kysers Drehbuch verarbeitete die historischen Ereignisse auf geschickte Weise, indem er die Götter vermenschlichte. Aufwändige Actionszenen wie eine Löwenjagd am Ufer der Isar, ein Wagenrennen in einer ehemaligen Pferderennbahn, eine Seeschlacht, bei der 50 Schiffe versenkt wurden, und Schlachtszenen mit Hunderten von Statisten nehmen Hollywood-Großproduktionen wie BEN HUR (1925) vorweg. Manfred Noa, der als Ausstatter von Richard Oswald in Berlin angefangen hatte und zum Starregisseur der Emelka aufstieg, gelingt es, die handlungsreiche Geschichte vom Traum des Paris bis hin zur Zerstörung Trojas in einer geschickten Balance zwischen Ausstattungskino, Actionszenen und – vor allem im zweiten Teil – psychologischer Tiefe der Darsteller in Szene zu setzen. Die Erfahrung des verlorenen Weltkriegs ist allgegenwärtig: Alle Helden des Films scheitern, Mütter müssen hilflos zusehen, wie ihre Söhne im Krieg fallen, die Kampfszenen enden mit Bildern von mit Leichen übersäten Schlachtfeldern, in der erst jüngst wieder aufgefundenen Schlussszene sieht man, wie die siegreichen Griechen ihre Kriegsbeute aus dem zerstörten Troja abtransportieren.


    HELENA wurde in alle Welt exportiert, in Italien, Spanien, Frankreich, Belgien, Holland, Großbritannien, Russland, in der Schweiz und in den USA lassen sich Aufführungen des Films nachweisen. Variety nannte den Film "a brilliant production In every way. As a spectacle carrying the imprint of truth and realism it would make D. W. Griffith sit up and consider his laurels, while the acting has never been bettered from the anonymous leads to the tiniest small part.”

    Only export prints in different cuts have survived. Für die Rekonstruktion wurden mehr oder weniger fragmentarische Kopien aus der Cinémathèque Suisse, der Cineteca Nazionale, der Filmoteca Española, dem Bundesarchiv, dem Filmmuseum München, dem Deutschen Filminstituts und von Gosfilmofond benutzt. Analoge Kopierarbeiten wurden von Haghefilm, digitale Scans von Alpha-Omega Digital ausgeführt. Die Rekonstruktion und Sicherung des Films begann 2000, eine erste analoge Rekonstruktion wurde 2001 vom Filmmuseum erstellt. Die neue digitale Rekonstruktion enthält neu aufgefundene Zensurschnitte und neu erstellte deutsche Zwischentitel, deren Rahmen den Titeln der spanischen Verleihfassung entnommen wurde, während der eigenwilligen Schrifttype die Zwischentitel aus Noas vorherigem Film NATHAN DER WEISE als Vorbild dienten. Die Texte wurden der schweizer Fassung entnommen oder entstanden durch Rückübersetzungen, wobei für Formulierungen auf Gustav Schwabs Standardwerk „Klassische Sagen des Altertums“ zurückgegriffen wurde, das der Produktion offenbar als Vorlage für die Texterstellung diente. Die Musikebleitung wurde von Joachim Bärenz (Piano) und Christian Roderburg (Percussion) eingespielt. In der Edition Filmmuseum ist eine Doppel-DVD mit dem Film erschienen, die viel Zusatzmaterial über die Produktions- und Rezeptionsgeschichte des Films sowie englische und französische Untertitel bietet: edition-filmmuseum.com/product_info.php/info/p163_Helena--Der-Untergang-Trojas.html

    (Stefan Drössler)

    Zwar keine Stummfilm-Restaurierung, aber hier sehr passend:


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    Conrad Veidt – My Life (2019)

    R+B: Mark Rappaport | 60 Minuten |


    Was bleibt von einem Filmstar mit über 100 Filmen? Bei Conrad Veidt sind es die Eckpunkte seiner Karriere: 1920 der somnambule Cesare in DAS CABINET DES DR. CALIGARI, 1942 der Nazimajor Strasser in CASABLANCA. Was hat sich davor und dazwischen abgespielt? 1933 Emigration aus Nazideutschland, Hauptdarsteller in englischen Tonfilmen, darunter JEW SÜSS von 1934 – Vorlage für Goebbels antisemitischen Hetzfilm JUD SÜSS von 1940? In Conrad Veidts Leinwandleben öffnet Mark Rappaport ein Geflecht von Verbindungen zur Filmbranche in Deutschland und zu den Exilanten in Hollywood. „Warner Brothers was a safe heaven for refugees.“ Elegant, kultiviert und seinen deutschen Akzent forcierend spielt Conrad Veidt den Gentleman-Nazi in Uniform. Und er singt: "Come home, my love, come home, dear love, come home." 1943 Herzinfarkt beim Golfspiel mit seinem Hausarzt. Gewidmet ist der Film Werner Dütsch (1939-2018). Wer kann schon sagen, was in Bronze gegossen wird und was sich in Staub verwandelt?

    (Martina Müller)