Ist doch ganz ausgeglichen: 
Albers:
- Flüchtlinge
- Henker, Frauen und Soldaten
- Carl Peters
Fritsch:
- Menschen ohne Vaterland
- Anschlag auf Baku
- Junge Adler
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Diese Art von Filmen hatte ja jeder Schauspieler der NS-Zeit irgendwo in der Filmografie. Selbst Hans Söhnker, der ja nun wirklich im Privaten nachweislich opponiert und z.B. Menschen jüdischen Glaubens bei sich versteckt hat usw.
Was ich damit zum Ausdruck bringen wollte, ist, dass Hans Albers ja immer post-war quasi gern zum Widerstandskämpfer stilisiert wurde, weil er nicht zu Goebbels-Empfängen ging usw.
Aber dass er dann trotzdem in solchen Filmen spielte, zeigt ja, dass er trotzdem irgendwie verstrickt war. Was man angesichts seiner jüdischen Ehefrau aber nachvollziehen kann, dass er dann Kompromisse einging, und das sage ich ja dann auch im Podcast.
Fritsch hingegen war Parteimitglied. Da hätte man ja sogar erwarten können, dass er in mehr als nur 3 propagandistisch genutzten Filmen spielt. Genau genommen könnte man den Film „Am Seidenen Faden“, der bei Wikipedia ja sogar als „antisemitisch“ diskutiert wird, sogar noch hinzufügen, dann wären es 4.
Wobei ich es im Fall dieser Wikipedia-Zuschreibung persönlich anders sehe, denn mit diesem Vergleich verharmlost man erstens die wirklich antisemitischen Filme und die Begründung ist zweitens auch nicht logisch, denn niemals wäre es 1938, als der Film entstand, der Hauptfigur möglich gewesen, die Tochter des vermeintlich jüdischen Spekulanten zu heiraten, der im Film selbst ja auch nicht als „jüdisch“ bezeichnet wird. Die Behauptung, er habe eine antisemitische Ausrichtung, stützt sich dort auf eine Quelle, wo der Autor selbst zugibt, den Film nicht gesehen zu haben und der an anderer Stelle derselben Quelle auch behauptet, der Regisseur R.A. Stemmle sei NSDAP-Mitglied gewesen. Er stützt diese Behauptung offenbar auf dessen Roman „Ich war ein kleiner PG“. Das ist aber keine Autobiografie von Stemmle, sondern eine Satire. Insofern ist das alles ein bisschen hanebüchen.
Was aber stimmt, ist, dass in „Am Seidenen Faden“ 2x1 Dialogzeile drin ist - davon eine gesprochen von Fritsch in seiner Rolle -, wo es sinngemäß darum geht, dass der Spekulant im Film mit „jüdischem Kapital“ Geschäfte machen würde. Diese zwei Sätze sind aus der heute im Umlauf befindlichen, „harmlosen“ Version rausgeschnitten, denn sie sind natürlich klar antisemitisch.
Insofern - man kann sich schon vorstellen, was Fritsch, der zwar keine jüdische Frau, aber eben viele jüdische Freunde hatte und bis 1938 sogar seinen jüdischen Manager noch finanziell unterstützte, oder Albers oder Rühmann oder eben auch Henckels oder Moser innerlich gefühlt haben, wenn sie solche Sätze sagen oder solche Drehbücher vorgelegt bekamen, während sie sich nach außen hin mit dem System arrangierten.