Posts by Fräulein G.

    Aus mehreren Quellen.

    Paul Hörbiger berichtet darüber in seinen Memoiren "Ich hab für Euch gespielt", Taschenbuchausgabe 1979, Seite 184.

    Christiane Habich erwähnt den Vorfall in ihrer Lilian Harvey-Biografie, gebundene Ausgabe 1990 auf Seite 31.

    Bei Hermann Behr findet das tragische Ereignis seine Darstellung in "Die Goldenen Zwanziger Jahre" (erschienen 1964) auf Seite 128, verbunden mit dem Hinweis, dass die Brandszene sogar ihren Weg in ein Drehbuch fand, und zwar 1953 für den Film "So lange Du da bist" mit Maria Schell, die darin eine Komparsin spielt, welche innerhalb einer Massenszene Verbrennungen erleidet.

    Und Willy Fritsch hat den Unfall ebenfalls in Interviews erwähnt, wenn es irgendwo um den Film ging. Da weiß ich allerdings die genauen Quellen nicht mehr, weil er jahrzehntelang so viele Interviews zu "seinem Leben" gegeben hat, dass ich erst mal ne Woche in meinen Ordnern suchen müsste, wo es genau stand. ;)

    Ich habe schon mehrfach gelesen, bei Der Kongress tanzt sei eine Komparsin verbrannt. Weiß jemand von euch was Genaueres darüber?

    ja, das stimmt. Ihr Name war Lil Ernesto. Ihre wallende Robe geriet durch einen Kohlescheinwerfer in Brand, unmittelbar nach der Szene, wo Uralsky die Küsse verteilt, von denen sie in ihrer Komparsen-Rolle auch einen bekam. Sie kam mit schweren Verbrennungen ins Krankenhaus und starb dort.

    Könnte mir aber vorstellen, dass die Szenen auf dem Flughafengelände in Berlin-Tempelhof entstanden sind. Dort in der Nähe standen auch Film-Ateliers

    Damit liegst Du richtig. Die Dreharbeiten fanden auf dem Tempelhofer Flughafen in Berlin statt sowie in Amsterdam und London-Croydon. Die Atelieraufnahmen fanden allerdings regulär in Babelsberg und nicht in den Ufa-Ateliers in Tempelhof statt.

    Die Tempelhofer Ateliers stehen übrigens nach wie vor in der Oberlandstraße.

    Ich habe vor kurzem den wirklich herzergreifenden Doku-Spielfilm "Sunset Over Hollywood" gesehen (hier ein Trailer, den Film gibt's auch leider nur als OmU). Darum geht es um einen/den real existierenden Altersruhesitz von ehemals im Filmbusiness Beschäftigten in Hollywood. Der Film hat teilweise Längen, aber ist trotzdem empfehlenswert.

    Warum ich das hier poste, ist, dass die älteren Herrschaften einen Literaturzirkel pflegen, wo sie u.a. ihre Memoiren schreiben und einander vorlesen. Mittendrin kommen sie vom Thema ab und entwerfen ein Szenario, wie es nach der berühmten Schlußszene von "Casablanca" hätte weitergehen können. Die dabei aufkommenden Ideen laden jedenfalls echt zum Schmunzeln ein, zumal das ja Menschen sind, die das "alte" Hollywood und seine Mechanismen selbst noch gut kannten.

    In der ZDF-Mediathek gibt‘s gerade den Dreiteiler „Unterleuten“. Hat den schon jemand von Euch gesehen? Ich finde ihn sehr, sehr empfehlenswert! 👍

    Die Thematik (in einem Dorf sollen Windräder gebaut werden, Bevölkerung wehrt sich) hatte mich anfangs gar nicht interessiert, und das Buch von Juli Zeh hatte ich auch nicht gelesen. Aber im Trailer waren mir die Starbesetzung und die schönen Bilder aufgefallen, deshalb habe ich mal reingeschaltet. Eine echte Sozialstudie, die sich zum Schluss skurril auflöst. Aber top gespielt von allen Beteiligten.

    Lars Eidinger als Nyssen war herausragend! Toller Schauspieler.

    Sehe ich genauso! Er ist DIE Figur der dritten Staffel, wobei ich allerdings die Beziehung etwas weit hergeholt fand (kann nicht schreiben, zu wem, das wäre ein Spoiler, aber Du weisst sicher, was ich meine). Mir ist zwar schnell wieder eingefallen, woher er sie kannte, aber das Treffen damals hätte ich keinesfalls so interpretiert, dass daraus mal eine Beziehung wird.


    Ich find‘s jedenfalls Wahnsinn, welche Schauspieler diesmal neu dabei waren (neben Zehrfeld und Becker ja auch Trystan Pütter und Sabin Tambrea, meine Lieblinge aus „Kudamm 56“) oder die ausgebauten Rollen von Benno Fürmann (diesmal dritte Hauptrolle) und Christian Friedel.


    Interessant ist aber, wenn man sich mit Zuschauern aus anderen Ländern austauscht. Dort ist die Serie zwar sehr beliebt, aber ich hab jetzt mit mehreren geschrieben, und die verstehen alle die historischen Zusammenhänge nicht, und zwar mit immer denselben Missverständnissen - z.B. alles, was mit dem 1. WK zusammenhängt, wird nicht verstanden: Zitterkrankheit, der vermisste Bruder und die Beziehung von Rath zu Helga, die Patriotentreffen usw). Dennoch finden sie die Serie super, in erster Linie wegen der hippen Berlin-Darstellung. Strange.

    Was sagt Ihr denn eigentlich zur neuen Staffel? Ich bin ja schon wieder voll begeistert!

    Anfangs ist man ja immer skeptisch, und ich dachte auch erst so: ach Du meine Güte, lauter tiefschürfende Psychogramme diesmal in der neuen Staffel, aber jetzt hat‘s mich wieder. 😊

    Der Regisseur und Kamermann Joseph Vilsmaier ist im Alter von 81 Jahren verstorben. Zu seinen Werken zählen z.B. "Comedian Harmonists", "Stalingrad", "Marlene" oder "Herbstmilch"

    Ein großer Verlust! Seine Filme haben viel dazu beigetragen, dass ich mich für bestimmte Geschichts-Themen näher interessiert habe. Comedian Harmonists oder auch der hier nicht genannte Kaspar Hauser waren solche Fälle.

    Die Sache wurde bestimmt schon diskutiert, aber die Frage ist halt, wo :/

    Fräulein G. Hat sich Willy Fritsch eigentlich je dazu geäußert, dass er 1933 in die NSDAP eingetreten ist?

    Jein. Öffentlich nicht wirklich, es gibt nur eine Mini-Interview-Passage von 1951 und eben seine Äußerungen im Entnazifizierungsverfahren sowie gegenüber Freunden, die später für ihn ausgesagt haben. Daraus ergibt sich aber ein schlüssiges Bild.

    Im Bundesarchiv gibt es parteiinternen Schriftverkehr, der besagt, dass schon vor 1933 (vergeblich) versucht wurde, mit ihm in Kontakt zu treten. Er selbst hat ausgesagt, was von anderen später auch bestätigt wurde: dass er beständig unter Druck gesetzt wurde und SA vor seinem Haus patrouillierte, eben weil dort nicht nur sein jüdischer Manager, sondern auch viele jüdische Freunde ein und aus gingen.

    Im Anschluss an die „Kaiserhofrede“ von Goebbels vor der Filmprominenz Ende März 1933 kamen dann die „beratenden“ Einzelgespräche...und danach ist Fritsch eingetreten. Er wollte weiter filmen, hat sich eingebildet, sich und andere dadurch schützen zu können und wollte endlich seine Ruhe haben.
    Die hatte er dann auch und hat sich danach auch nicht mehr betätigt. Man hat zwar zunächst versucht ihn einzuspannen, aber dann sehr schnell gemerkt, dass er sich nicht eignet, und dann musste er nur noch, wie alle, die jährlichen WHW-Sammlungen machen, aber sonst nichts. „Junge Adler“ hat er gedreht, weil er sonst an die Front gemusst hätte.