Posts by c.n.-tonfilm

    In dem Film gibt es einige Kleindarsteller zu sehen, die nirgends namentlich genannt werden.


    Kennt jemand die folgenden Schauspieler oder kann Hinweise zu Ihrer Identifizierung geben:


    "Griechischlehrer" - dieser Schauspieler ist mir auch schon in anderen deutschen Filmen jener Jahre aufgefallen - meist nur in Statistenrollen ohne Text (z.B. "Alibi", 1955 oder "Viktor und Viktoria", 1957):


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    "Rechtsanwalt" - habe ich auch schon irgendwo einmal gesehen


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    In einem nicht im fertigen Film verwendeten Prolog sind ein ungenannter Moderator und zwei "Ärzte" in einer kurzen Diskussion zu sehen. Die Experten haben Namensschildchen aus Holz vor sich; waren möglichweise aber auch nur Schauspieler ???


    Moderator und "Dr. med. Karl Stricker"


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    "Prof. Dr. med. W. Hirsch"


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    Zusammenfassend ergibt sich folgendes Bild: der Donau Filmverleih wollte für die Wiederaufführung einen Akt Material im Kopierwerk einsparen und hat deshalb an verschiedensten Stellen gestrafft. Gleichzeitig wurden alle Szenen entfernt, in denen allzu sehr Amerika durch den Kakao gezogen wird und Deutsche aus Sicht der Amerikaner schlecht wegkommen. Der Schluß, dass Peter Roland mit Binnie, die er schon als Kind kannte, zusammenkommt, war zu heikel. Deshalb änderte man es passend zur Moral der aufkommenden Adenauer-Ära dahingehend ab, dass nun Peter und Jessie ein Paar werden.


    Bemerkenswert: die MDR-Fassung von 2017 hatte zwar die gekürzte Länge und auch der Schluss war gekürzt wie bekannt. Im Gegensatz zur Toppic-VHS war aber beim MDR der Schluss nicht nachsynchronisiert, sondern lief mit dem Originalton.


    Was auch in der DDR 1-Fassung weitgehend offen bleibt, sind die Vorgänge in Südamerika; der erhoffte Aha-Effekt hat sich diesbezüglich nicht eingestellt. Rechnerisch fehlen bei DDR1 gegenüber der Uraufführungslänge von 1939 aber immer noch rund 3 Minuten; das könnte eine Erklärung sein.


    In der BRD wurde 1950 natürlich alles peinlichst vermieden, was bei den Amerikanern Anstoß hätte erregen können. In der DDR hingegen waren spöttische Seitenhiebe auf die USA höchst erwünscht und es gab keinen Grund sie zu schneiden. Dafür könnten sich in Südamerika Handlungsteile abgespielt haben, die man auch in der DDR nicht gern sehen wollte und dort bewußt herausgeschnitten hat. Entfernt hat man aus der DDR-Fassung die Namen von Städten, die in Westdeutschland lagen.


    Hier für Interessierte das Schnittprotokoll, das ich seinerzeit im Vergleich MDR 2017 zu der youtube-Kopie der DDR-Fassung angefertigt habe, die aufgrund ihrer miserablen Qualität leider nur sehr eingeschränkten Belegcharakter haben konnte. Die Fassung von 1950 ist jedenfalls ganz und gar für die Tonne.


    V-Sensationsprozess Casilla 1939-1950.pdf

    Bereits am 18.12.2017 strahlte das MDR Fernsehen nach über 20 Jahren den Film "Sensationsprozess Casilla" (1939) erstmals wieder im Fernsehen aus. Nun steht am 08.10.2018 um 23:10 Uhr die Wiederholung des Films im MDR an (mit erneuter Wiederholung am 09.10.2018 um 12:30 Uhr).


    „Sensationsprozess Casilla“ ist einer der besten und spannendsten deutschen Kriminal- und Gerichtsfilme der Vorkriegszeit. Als er 1950 vom Donau Filmverleih wiederaufgeführt wurde, nahm man wesentliche Änderungen vor. Er wurde nicht nur von 109 auf 95 Minuten herunter geschnitten, sondern auch in der Schlußszene inhaltlich völlig verändert. Dazu wurden bestimmte Szenen neu synchronisiert, besonders auffällig in den letzten Szenen, in denen Heinrich George von Werner Lieven nachsynchronisiert wird. Die Nachkriegsversion überspringt den ganzen Teil in Südamerika; die Handlung wirkt holprig und teilweise völlig unverständlich. Ich habe die Handlung erst nach der Lektüre des Romans von Hans Possendorf richtig verstanden.


    Leider gab es auf Toppic-VHS und im ZDF nur die verstümmelte Version von 1950 zu sehen. Eine mehr oder weniger vollständige Version wurde jedoch von einer etwas abgespielten Kopie am 18.04.1983 auf DDR 1 gesendet. Leider waren sich die meisten Filmfreunde dieser Umstände nicht bewußt, so dass überwiegend nur die gekürzte ZDF-Fassung in Sammlerkreisen mitgeschnitten und archiviert wurde.



    Ich hatte schon im Vorfeld der Ausstrahlung 2017 den MDR und die Murnau-Stiftung kontaktiert und darauf hingewiesen, erhielt damals aber keine ernst zu nehmende Antwort:


    Sehr geehrter Herr ***,

    vielen Dank für Ihre Mail an den MITTELDEUTSCHEN RUNDFUNK und Ihre Aufmerksamkeit gegenüber unserem Programm.



    Auch wir hatten telefonischen Kontakt mit der Murnau-Stiftung, die unser Sendematerial (Ausstrahlung: 18.12.) autorisiert hat. Der Kollege dort konnte sich noch an das Telefonat mit Ihnen gut erinnern und hat Ihnen mitgeteilt, dass wir in 90‘ Länge senden. Eine andere Fassung kennen weder wir noch die Experten dort.

    Mit freundlichen Grüßen und guten Wünschen für Sie



    ***

    MDR-Publikumsservice



    Nachdem der Film nun wiederholt wird, wandte ich mich nochmals an die Murnau-Stiftung:


    Sehr geehrter Herr Szebedits,

    bereits am 18.12.2017 strahlte das MDR Fernsehen den Film "Sensationsprozess Casilla" (1939) https://www.filmportal.de/film…b6afd4df9898a7bc4028477f7 in einer stark gekürzten und verstümmelten Fassung aus (Ist-Länge 90'32 gegenüber Soll-Länge 104'17 bei 25 Bildern/Sek.)



    Ich wies im Vorfeld sowohl bei Herrn *** als auch der zuständigen Redakteurin des MDR, Frau ***, darauf hin, dass der Film im ZDF und auf Toppic Video nur in dieser Fassung verfügbar war und ausschließlich im ehemaligen Fernsehen der DDR die mehr oder weniger vollständige Fassung gesendet wurde.

    Da ein zeitgemäßes neues Videomaster offenbar nicht exisitiert, regte ich an, für die Ausstrahlung wenigstens auf die Sendefassung von DDR 1 zurückzugreifen. Leider konnte man meine Infos zum einen wohl überhaupt nicht einordnen, zum anderen hatte ich das Gefühl, dass man mich gar nicht ernst nahm.



    Nun steht am 08.10.2018 um 23:10 Uhr die Wiederholung des Films im MDR an https://www.mdr.de/tv/programm…ctx-true_zc-fdfd5841.html Daher wende ich mich an Sie: bitte veranlassen Sie, dass der MDR diesmal die vollständige Fassung für die Ausstrahlung zur Verfügung gestellt bekommt. Im Bundesarchiv liegt jedenfalls eine Verleihfassung mit 2904 Metern vor, was der Originallänge sehr nahe kommt: http://www.bundesarchiv.de/ben…_url=filme%2Fsearchresult

    In Anlage finden Sie ein Schnittprotokoll zu den beiden Fassungen. Da ich den Bestand der Murnau-Stiftung detailliert kenne, weiß ich, dass es sehr viele weitere Filme mit vergleichbaren Problemen gibt.



    Ich möchte mich sehr gerne auch persönlich mit Ihnen zu dem Thema austauschen.

    Vielen Dank und beste Grüße

    ***



    Hierzu erhielt ich folgende Antwort:


    Sehr geehrter Herr ***,



    erst einmal vielen Dank für die ausführlichen Informationen zu 'Sensationsprozess Casilla'. Für eine eventuelle Restaurierung in Zukunft sind diese sicher hilfreich.

    Nun aber zur aktuellen Ausstrahlung im MDR: Leider ist wohl in der bisherigen Kommunikation die Diskrepanz in der materiellen Überlieferung – vollständige Fassung ist grundsätzlich existent, aber nicht in auswertbarer Form – nicht zu Tragen gekommen.



    Eine vollständige(re) Fassung des Films liegt offenbar aus Beständen des Staatlichen Filmarchivs der DDR vor. Davon wurde ein Sendeband für DDR 1 hergestellt. Verständlicherweise liegt uns dieses nicht vor und auch nicht im Archiv des MDR. Somit stand und steht für eine aktuelle Ausstrahlung nur das ZDF-Sendeband zur Verfügung, das von einer gekürzten Fassung erstellt wurde.



    Die vollständige(re) Quelle aus SFA-Beständen (heute im Bundesarchiv) müsste erst digitalisiert werden, dies dann allerdings verbunden mit einer Recherche nach weiteren Materialien. Die entstehenden Kosten und die Bearbeitungszeit ließen sich allerdings nicht mit einer zeitnahen Ausstrahlung in einem dritten Programm vereinbaren.

    Daher muss es bei dieser Ausstrahlung bei der schon bekannten Fassung bleiben.



    Vielen Dank und viele Grüße

    ***

    Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung



    Ein Mitschnitt der langen Fassung von DDR1 in guter Qualität muß irgendwo verfügbar sein, denn vor einigen Jahren gab es die DDR-Ausstrahlung in ganz schrecklicher Qualität auf youtube zu sehen; allerdings ist sie seit längerem wieder offline.


    Hat jemand einen Direktmitschnitt des Films von DDR 1 oder eine inoffizielle Überspielung der langen oder längeren Fassung vorliegen?

    Ja, jetzt ist es ganz offensichtlich wenn man es weiß: hier wurde einfach der Satz "Und sowas will Sioux werden" aus einer anderen Stelle des Film drübergelegt. Es gibt also keinen Tonschnitt sondern einen Austausch. Es ist auch nicht die Stimme des Jungen mit der Brille, sondern die von Günther Reck.

    Für den Film wurde das Lied m.W. nur unter dem Titel und mit dem Text "Junger Mann" verwendet. Den Text "Haben Sie schon mal im Dunkeln geküßt?" gab es nur für die Schallplattenfassung, die Michael Jary mit seinem Orchester und Evelyn Künneke am 30.09.1942 in Berlin einspielte (also rund sieben Monate vor der Premiere des Films am 09.04.1943), und die auf Odeon erschien.


    Bei der verlinkten Aufnahme handelt es sich um den Original-Filmsoundtrack der alternativen Szene, so wie er auf einer Decelth-Folie der Reichsrundfunkgesellschaft erhalten geblieben ist. Die Aufnahme wurde zusammen mit zwei weiteren Original-Soundtracks aus dem Film ("Das Karussell" und "Durch Dich wird diese Welt erst schön"), die als Playback-Musiken auf einer Platte der legendären Polydor 57.000 Serie erschienen sind, auf der CD "Filmmusik im Original" von Antikbüro https://amzn.to/2IC1fS1 [Anzeige] - ein absoluter Pflichtkauf! - veröffentlicht. Es ist nicht bekannt, wann diese Aufnahmen eingespielt wurden, aber die Umschnitte sind mit dem 05.11.1942 datiert.


    Die kurze Reprise von "Junger Mann", kommt in der DVD-Fassung, die identisch ist mit allem, was seit 1993 in Umlauf kam und die heutige offizielle Version der Murnau-Stiftung darstellt, zwischen 54'41 und 55'30. Es handelt es sich um dieselbe Aufnahme wie die der Decelith-Folie, nur dass in der Filmversion nach 50 Sekunden abgebrochen und in ein Instrumental umgesprungen wird.


    Als Vergleichsfassung kommt nur ein Mitschnitt von ZDF, ORF, DDR1 oder anderen Quellen aus den 80er Jahren oder früher in Frage, bei dem noch ein anderes Ausgangsmaterial als Quelle gedient hat. Bis Mitte der 80er Jahre wurden Filme teilweise immer noch von 35mm über den Filmgeber gesendet; beim ZDF war das noch Praxis bis ca. 1986. Der Film ist definitiv schon in den 70er Jahren zum ersten Mal im ZDF gelaufen und um 1982 dort wiederholt worden. Im ORF muß er um 1987 ausgestrahlt worden sein. Leider habe ich keine genauen Sendedaten. Und ich kann leider auch nicht mit Gewißheit sagen, ob er jemals im DDR-Fernsehen lief oder nicht. Aber gerade eine DDR-Ausstrahlung wäre hier als Vergleich gewiß sehr aufschlußreich wenn es sie gab.

    Ok, das ist jetzt absolut klar, dass die FSK-Auflage bei 13:28 kommt. Der Schnitt wurde im Kirch-Master digital ausgeführt. Ich denke bei Kirch hat man das in den frühen 80er Jahren zunächst einfach übersehen, später dann irgendwann gemerkt und dann den Schnitt gesetzt.


    Was ich aber meine sind die harten Schnitte ganz am Anfang. Das sind keine digitalen Schnitte, sondern geklebte Schnitte im Filmmaterial. Erkennt man daran, dass kurz die Klebestelle als schwarzer Strich im Bild aufblitzt und es einen Knacker im Ton gibt. Schon am Ende des Vorspanns ist die erste solche Klebestelle und die eigentliche Handlung beginnt nicht mit einer Aufblende, wie es sein müßte sondern direkt mitten in der Szene. In Folge kommen dann in den ersten paar Minuten weitere Klebestellen mit Tonknackern. Da merkt man ganz genau, dass das nicht nur Hacker sind, also der Film gerissen und geklebt worden ist und nur mal 1-2 Bilder fehlen, sondern mehr rausgeschnitten worden sein muß.


    Ich entnehme jetzt dem Geschriebenen, dass das in der SAT1-Fassung, die ja auch das reguläre Kirch-Master darstellt, mit Ausnahme der vergessenen FSK-Auflage genauso ist.


    Und jetzt wäre interessant, ob dieser ganze Anfang in der DDR-Ausstrahlung, die ja auf komplett von Kirch unabhängigem Ausgangsmaterial aus dem Staatlichen Filmarchiv der DDR beruhte bzw in der ORF-Ausstrahlung, die auf dem Master von Kirch beruhen kann aber nicht muß, sondern ebenso gut auf Material aus dem Fimarchiv Austria basiert haben könnte, anders geschnitten ist bzw zusätzliche Szenen enthält.


    Hier nochmal die Timecodes für die Klebestellen im Dailymotion-Video oben (haben sich gegenüber oben leicht verändert, weil ich zuerst nur den Anfang des Films, später dann aber den ganzen Film zum Verlinken gefunden habe und daher das verlinkte Video nachträglich nochmal getauscht hatte):


    0'54

    1'01

    1'55

    2'16


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    Zu diesem aufwändigen Revuefilm mit Johannes Heesters, Dora Komar, Hans Moser und Dorit Kreysler werden Informationen über unterschiedliche Fassungen kolportiert, die für mich bis heute leider nie richtig verifizierbar geworden sind.


    Legendär ist die Stepszene von Evelyn Künneke:


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    Sie soll seinerzeit das Missfallen von Goebbels erregt haben, weil er diese Tanznummer als undeutsch ablehnte und daher 1943 aus der regulären Verleihfassung des Films herausgeschnitten worden sein. Angeblich durfte sie aber in Militärkopien, die speziell für die Truppenbetreuung gedacht waren, enthalten bleiben und soll nur aufgrund dieses Umstandes die Zeiten überlebt haben.


    Als Ersatz für die geschnittene Stepnummer soll die reguläre Verleihfassung dafür eine zusätzliche lange Gesangsnummer mit Johannes Heesters und Dorit Kreysler enthalten haben, in der beide den Titel "Junger Mann" im Duett singen. Eine kurze Duettversion mit Heesters/Kreysler von "Junger Mann" ist in der gängigen DVD-Fassung zu sehen, als sie auf dem Fest tanzen. Diese "Reprise" ist damit aber nicht gemeint.


    Angeblich sollen in den 80er Jahren sowohl die Fassung mit Künnekes Steptanz als auch die Fassung mit dem langen Duett Heesters/Kreysler im Fernsehen gezeigt worden sein.


    Die letzte und einzige mir bekannte TV-Ausstrahlung war am 26.12.1993 im ZDF. Es ist die Fassung mit Künnekes Steptanz; identisch mit der VHS- und DVD-Fassung.


    Die "Junger Mann"-Fassung kann an sich nur in den 80er Jahren evtl auch im ZDF gelaufen sein, als u.U. noch auf anderes Sendematerial zurückgegriffen wurde. Der Film lief definitiv in den 80er Jahren auch im ORF. So wäre gut denkbar, dass die "Junger Mann"-Fassung evtl. in den 80er Jahren (nur?) im ORF gesendet wurde. Ob es eine Ausstrahlung im DDR-Fernsehen gab, ist mir leider nicht bekannt.


    Hinsichtlich der Lauflängen ergibt sich, dass die heutige DVD-Fassung um rund 6 Minuten gekürzt ist:


    Zensur 29.01.1943: 2638 Meter = 96'25 (24 B/S) bzw 92'34 (25 B/S)

    FSK 20.09.1983: 2470 Meter = 90'17 (24 B/S) bzw 86'40 (25 B/S)

    DVD + ZDF 26.12.1993: 2483 Meter = 90'45 (24 B/S) bzw 87'07 (25 B/S)

    VHS: 2478 Meter = 90'34 (24 B/S) bzw 86'57 (25 B/S)

    Differenz 1943 - 1983: 168 Meter = 6'08 (24 B/S) bzw 5'54 (25 B/S)

    Differenz 1943 - DVD: 155 Meter = 5'40 (24 B/S) bzw 5'26 (25 B/S)


    Wer kann die Rätsel lösen:

    - Hat jemand die "Junger Mann"-Fassung definitiv gesehen bzw vorliegen?

    - Gab es Ausstrahlungen des Films im DDR-Fernsehen?

    - Was wurde im ORF gesendet?

    - Wann und auf welchen Sender(n) war die "Junger Mann"-Fassung zu sehen und wie lange läuft diese?

    Ach, eine frühe SAT1-Ausstrahlung war noch länger als die späteren Heimatkanal-Ausstrahlungen. Damit hätte ich nicht gerechnet; meistens waren die Master im frühen Privat-TV SAT1, PRO7 etc identisch mit den späteren Ausstrahlungen im Pay-TV bei Premiere und später SKY.


    Was ist jetzt alles länger in der SAT1-Fassung und wo kommt der FSK-Schnitt?

    Hier kann man das Kirch-Master des Films sehen:


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    Ganz offensichtliche Schnitte finden sich da bei 1'02, 2'03 und 2'25. Wo der FSK-Schnitt im Eisenbahnabteil sein müßte, lässt sich wiederum nicht eindeutig ausmachen.


    Nun wäre interessant zu vergleichen, wie diese Szenenfolgen in Mitschnitten von ORF, DDR und anderen Quellen neben dem offiziellen Kirch-Videomaster aussehen.

    Vor allen Dingen in den ersten Minuten der heute vorliegenden und häufig im SKY-Heimatkanal ausgestrahlten TV-Fassung von "Das Ferienkind" sind mehrere sehr auffällige harte Schnitte und Bildsprünge auszumachen. Der erste Schnitt kommt direkt nach dem Vorspann mit einer sichtbaren Klebestelle.


    Gemäß den Unterlagen der FSK wurde "Das Ferienkind" nach 1945 für die Wiederaufführung im Verleih der Hamburg-Film GmbH, Hamburg erstmals 1954 der FSK zur Prüfung in einer Länge von 2385 Metern vorgelegt.


    Der Film wurde am 2. September 1954 von der FSK geprüft und mit der Auflage

    "In der im Eisenbahn-Abteil spielenden Szene die Worte eines Jungen "Du Jude" zu entfernen"

    als jugendgeeignet sowie als jugendfördernd, was einer Freigabe ab 6 Jahren entsprach, mit einer Länge von 2384 Metern freigegeben.


    Die FSK hat sich nach dieser Prüfung und Freigabe im Jahr 1954 nicht mehr mit dem Film befasst.


    Hinsichtlich der Lauflänge ergeben sich heute über die oben genannte Schnittauflage von 1954 hinaus folgende Umstimmigkeiten:


    Kino Zensur 29.03.1943: 2448 Meter = 89'28 (24 B/S) bzw 85'54 (25 B/S)

    Vorlage FSK 02.09.1954: 2385 Meter = 87'10 (24 B/S) bzw 83'41 (25 B/S)

    Freigabe FSK 02.09.1954: 2384 Meter = 87'08 (24 B/S) bzw 83'39 (25 B/S)

    TV SKY Heimatkanal: 2360 Meter = 86'15 (24 B/S) bzw 82'48 (25 B/S)


    Abweichung 1943 zu FSK-Vorlage 1954: 63 Meter = 2'18 (24 B/S) bzw 2'13 (25 B/S)

    Abweichung 1943 zu FSK-Freigabe 1954: 64 Meter = 2'20 (24 B/S) bzw 2'15 (25 B/S)

    Abweichung 1943 zu TV SKY: 88 Meter = 3'13 (24 B/S) bzw 3'05 (25 B/S)


    Gemessene und in Unterlagen vermerkte Freigabe-Längen sind oft nicht 100% akkurat, oft wurden Startbänder usw großzügig mitgemessen. Entweder hatte Hamburg-Film 1954 schon eine unvollständige Kopie vorliegen oder bereits vorgeschnitten. Dagegen spricht, dass der Verleih die beanstandete Passage bei eigener Vorbearbeitung logischer Weise schon vorab rausgenommen hätte.


    Fazit: hier fehlt offensichtlich doch deutlich mehr als nur 3 Sekunden, so dass eine objektive Beurteilung des Films anhand der Heimatkanal-Fassung unmöglich ist. Ich denke die heute gängige Fassung wurde von Kirch nach eigenem Ermessen hinsichtlich Sendetauglichkeit um 1-3 Minuten gekürzt.


    Hat jemand Mitschnitte von ORF und DDR vorliegen und kann diese auf Abweichungen prüfen? ORF hat in der vor-digitalen Zeit oft eigenes Sendematerial genutzt und der zitierte Forumseintrag deutet ja auch genau darauf hin. Das DDR-Fernsehen nutzte ohnehin grundsätzlich immer eigenes Sendematerial.


    Kern der Sache ist der Effekt, dass ich vor Jahren etwas gesehen habe, das mich beeindruckt hat, es aber nicht mehr greifen kann.


    Ich möchte gern diesen Beitrag nochmal sehen, wissen wie der Herr und der in Ausschnitten gezeigte Film nun wirklich hieß, und natürlich den Film gerne auch komplett sehen.


    Ja, ich interessiere mich seit jeher für Film und Filmklassiker, online aktiv bin ich aber fast nur im Synchron-Forum, vielleicht auch, weil die klassischen deutschen Synchronfassungen der 30er-60er Jahre von internationalen Filmen bis heute noch der am meisten negierte Teil der deutschen Filmgeschichte und das Feld für die spannendsten Entdeckungen ist.


    Kennt jemand in Deutschland noch ein gut frequentiertes Forum speziell für Stummfilme, wo sich ein Posting noch lohnen könnte?

    Richtig - hier ging es einfach um eine Überraschung für einen älteren Herren, der als sehr junges Kind in einer Handvoll Filmen mitgewirkt hat. Das Thema war für die Sendung absolut ungewöhnlich und ich war damals ziemlich verblüfft darüber, da ich in diesem Kontext eine solche Geschichte und Ausschnitte aus einem völlig unbekannten deutschen Stummfilm nicht erwartet hatte. Gefühlsmäßig war es eher eine Sendung aus den späten 80er Jahren. Damals gab es das Interent in der heutigen Form noch nicht und es war weit schwieriger, zu Filmtiteln und solchen Theman zu recherchieren, als heute. Die Frau hatte wohl Rudi Carrell angeschrieben um ihren Mann zu überraschen.


    Die Filmszenen mit dem abgeschnittenen Frack sehe ich heute noch ganz deutlich vor mir und ich bin mir auch relativ sicher, dass es Harry Liedtke war. Auch der Titel "Venus im Pelz" ist mir nach diesen 30 Jahren immer noch recht präsent. Liedtke muss auf den Jungen einen großen Eindruck gemacht haben, denn ein Großteil der Erinnerungen drehte sich um ihn. Und er freute sich ganz besonders, daß diese Szene mit dem Frack gezeigt wurde, an die er sich über all die Jahre noch so deutlich erinnern konnte. Der Junge hatte in dem Film eine "Helm"-Frisur wie Robert Wagner in "Prinz Eisenherz". Im Studio war ein kleines Kino aufgebaut und ein Pianist spielte live, während die Ausschnitte gezeigt wurden. Rudi erwähnte wohl auch, dass sie lange gesucht hatten und die Kopie aus einem Archiv im Ausland beschafft worden war.


    Es gibt noch den Film "Die Dame im Pelz" von 1919 https://www.filmportal.de/film…963e440689cd974aaf9263e48, der den Arbeitstitel "Venus im Pelz" hatte, aber auch hier spielt Liedtke nicht mit. Aber ich meine, die betreffenden Filme stammten aus Mitte bis Ende der 20er Jahre. Es gab allerdings auch 1921 schon eine Verfilmung "Das Fräulein vom Amt" https://www.filmportal.de/film…825e448dcb97fc16dd8beabb3 über die nichts weiter bekannt ist; das könnte wiederum zu "Die Dame im Pelz" passen. Ich habe die Filmographie von Harry Liedtke sehr intensiv auch im Hinblick auf Kinderrollen durchgearbeitet aber keinen Titel gefunden, bei dem es richtig klickt. Kurt Wichulla ist insoweit nur eine reine Spekulation.


    Im Gegensatz zu den Carrell-Shows der 60er und 70er Jahre wurde die "Lass Dich überraschen"-Show m.W. nie wiederholt. Jedenfalls ist es ein Rätsel, dass mich latent seit vielen Jahren begleitet hat und dass ich jetzt endlich gelöst kriegen möchte.

    Ich erinnere mich an eine Folge der zwischen 1988 und 1992 gesendeten Rudi Carrell Show - Lass Dich überraschen, in der Rudi einen damals ca. 65-70-Jährigen zu Gast hatte, der als Junge im Alter von unter 10 Jahren Kinderrollen in Stummfilmen gespielt hatte. Meiner Erinnerung nach ausschließlich in Stummfilmen, nicht in Tonfilmen.


    Der arme Mann hatte selbst nie einen seiner Filmauftritte gesehen, da er damals noch zu klein war und die Filme seinerzeit nicht jugendfrei waren. Ich glaube es war auch seine Frau dabei, die auch gern einmal einen solchen Filmauftritt ihres Mannes sehen wollte.


    Filmtitel die genannt wurden waren "Das Fräulein vom Amt" (1925) https://www.imdb.com/title/tt0015845/reference und - wie ich glaubte - "Venus im Pelz". Da es einen Stummfilm dieses Titels nicht gibt, muss mich meine Erinnerung täuschen und es kann sich an sich nur um "Venus im Frack" (1927) https://www.imdb.com/title/tt0240172/reference handeln.


    Der Mann erinnerte sich insbesondere an einen Film mit Harry Liedtke, in der Liedtke in einer Szene seine Partnerin küßt und er Liedtke dabei heimlich mit einer Schere hinten die Schöße vom Frack abschnitt. Rudi erklärte dann, dass es von diesem Film nur noch eine einzige Kopie gäbe, die er besorgt hätte und genau dieser Ausschnitt wurde dann gezeigt.


    Ich war der Meinung, dass es sich bei dem Film also um "Venus im Frack" handeln sollte, aber das kann nicht stimmen, denn Harry Liedtke spielt darin nicht mit. Ich will nicht auschließen, dass mich auch hier die Erinnerung trügt und über Liedtke nur erzählt wurde, die Szene mit den abgeschnittenen Frackschößen aber Georg Alexander betraf; dann würde "Venus im Frack" wieder passen. Denkbar wäre auch noch, dass es sich bei dem in Ausschnitten gezeigten Film um "Madame wünscht keine Kinder (1926) https://www.imdb.com/title/tt0017099/reference mit Harry Liedtke gehandelt haben könnte. Bei allen anderen Filmen mit Liedtke sonst habe ich nach meiner Erinnerung keine Wiedererkennung.


    Der Mann hat wohl nie richtig große Rollen gespielt, war also kein "Kinderstar". Ich weiß seinen Namen nicht und es ist davon auszugehen, dass er bei den meisten Filmauftritten nicht offiziell genannt wurde.


    Ziemlich sicher bin ich mir mit der Erwähnung von "Fräulein vom Amt", in dem ein Junge namens Kurt Wichulla mitspielt, der damals (1925) ca. eineinhalb Jahre alt war und für den es sonst keine weiteren offiziellen Credits in Filmen gibt.


    Nach allem was ich ermittelt habe, könnte Kurt Wichulla wohl am ehesten der Gesuchte sein, auch das einzige Bild, das ich finden konnte, würde meiner Erinnerung nach passen:

    [Blocked Image: http://up.picr.de/33798846kr.jpg]

    https://www.filmportal.de/film…48af4425f80c2791fbd08087e


    Kann jemand lösen, in welcher Folge der Rudi Carrell Show (es gab 33 Folgen zwischen 1988 und 1992) diese Überraschung enthalten war und wie der Kinderdarsteller und der Film heißen, aus dem Ausschnitte gezeigt wurden? Der Mann bekam dann am Schluß der Überraschung den ganzen Film als VHS-Cassette von Rudi Carrell überreicht.